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Steve Jobs
Biografie - Biographie
Artikel vom
Jeffrey Young/William L. Simon: Steve Jobs und die Geschichte
eines aussergewöhnlichen Unternehmens. Fischer TB, Mai 2007, 448 S.
(US-Original-Ausgabe: iCon. Steve Jobs. The Greatest Second Act in the
History of Business, John Wiley & Sons, 2005; gebundene dt. Ausgabe, Scherz
Verlag, 2006, 456 S. Die Biographie als Fischer Taschenbuch bestellen bei
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Die Autoren Jeffrey Young und William L. Simon befassen
sich getrennt seit über 20 Jahren mit Steve Jobs. In ihrer gemeinsamen Biografie
des Apple-Gründers kondensieren sie ihre Erkenntnisse zu einem Portrait, das den
Mann und seine Unternehmen kritisch bis zur MacWorld-Expo im Januar 2005
beleuchtet. Sie räumen mit Mythen auf und durchstechen den PR-Nebel, gleiten hin
und wieder ins Anekdotische ab und präsentieren einen nach seinem Apple-Comeback
angeblich
„geläuterten“
Unternehmer. In der deutschen Taschenbuchausgabe 2007 hätten sie hinzufügen
können, dass Steve Jobs zwar tatsächlich jahrelang nur einen symbolischen Dollar
Gehalt bezogen hat, doch 2006 dank Aktienoptionen mit $646 Millionen der
bestverdienende US-Manager war, der gut das Doppelte des Zweiten auf der Liste
einsackte.
Mit dem Ehrgeiz des adoptierten Waisenkindes, das mit dem Kopf durch die Wand
ging, stieg der früher buchstäblich stinkende Hippie, Vegetarier und
Zen-Praktiker vom Telefonbetrüger zum Milliardär hoch. Dabei war Steve Wozniak
der geniale Geist hinter dem Apple II und weiteren originellen technischen
Ideen, die das Fundament bildeten und den Kultstatus des Computerherstellers
gründeten. Steve Jobs hingegen war der überragende Unternehmer und Motivator,
der das Beste für seine Kunden forderte, seine Mitarbeiter dadurch zu
Höchstleistungen antrieb und deren Ergebnisse gegenüber der Öffentlichkeit oft
als eigene Ideen verkaufte.
Zu den dunklen Seiten von Steve Jobs gehörte, dass er jahrelang ein uneheliches
Kind nicht anerkannte, obwohl er selbst darunter litt, dass ihn seine leiblichen
Eltern verlassen hatten, zumindest bis er als erfolgreicher Geschäftsmann die
Mutter und eine Schwester wiederfand. Verdiente Mitarbeiter stattete er beim
Börsengang nicht mit Optionsscheinen aus, was Wozniak mit dem Verkauf eines
Drittels seines eigenen Aktienpaketes nachholte. Jobs mischte sich in
Unternehmensprojekte ein, von denen er nichts oder zuwenig verstand, was unter
anderem dazu beitrug, dass Apple den Kampf um die Markführung bei den PCs gegen
IBM verlor. Die Autoren umschreiben Jobs' Verhalten mit "Hybris". 1985 erhielt
er für seine Führungsschwäche die Quittung und wurde entlassen.
Steve gründete ein neues Unternehmen, NeXT, das er allerdings in den Sand
setzte. Er arbeitete mit IBM zusammen, das gerade mit Microsoft im Kampf um
Betriebssysteme stand. Doch Jobs erkannte die Chance nicht, die sich im bot, ein
Konkurrenzprodukt zu Windows mit IBM-Computern auf den Markt zu bringen. Doch er
kam mit Computeranimation in Berührung. Ihm sei klar geworden, dass nicht
Hardware oder Software, sondern Inhalte in Zukunft zählten.
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Jobs hatte Glück, da George Lucas (Star Wars) wegen seiner Scheidung in
finanziellen Schwierigkeiten steckte und seine Computeranimationsabteilung
verkaufen musste, Disneys Katzenberg nicht interessiert war und Ross Perot, der
für GM einen Deal eingefädelt hatte, gerade aus dem Vorstand eben dieses
Unternehmens geflogen war. So kaufte Steve günstig 92% der danach in Pixar
umbenannten Firma, die dank John Lasseter die Filmindustrie revolutionieren
sollte. Im Moment grösster finanzieller Schwierigkeiten bei NeXT und Pixar
gelang es Steve, einen Vertrag über drei computergenerierte Zeichentrickfilme an
Disney zu verkaufen, die alle Box-Office-Rekorde schlagen sollten. Steve
heiratete zudem und wurde als späterer vierfacher Vater ruhiger und
umgänglicher.
Pixars Toy Story wurde ein Kassenschlager, wobei Jobs den dahinter
stehenden genialen Animator Steve Lasseter nicht erwähnte. Die Firma wurde
erfolgreich an die Börse gebracht und löste mit ihren Computeranimationen Disney
als führender Trickfilmhersteller ab. Der Firma NeXT war kein Hardware-Erfolg
beschieden, doch das Betriebssystem NeXTStation wurde zum Sprungbrett für Steves
„grössten Erfolg“,
seine Rückkehr zu Apple 1997. Ein halbes Jahr später verkündete er an der
MacWorld stolz, dass Apple wieder rentabel sei. Dass sein Vorgänger Gil Amelio
weitgehend dafür verantwortlich war, verschwieg er; Ko-Autor Simon verfasste
übrigens zusammen mit Amelio das Buch On The Firing Line zu Amelios
Jahren bei Apple.
Steve hatte es allen gezeigt und war nun Milliardär. Doch er war noch nicht
fertig. Mit iPod und iTunes sprang er rechtzeitig auf einen neuen Zug auf,
bediente sich bei Firmen mit entsprechendem Know-how und veränderte damit die
Musik- und Internetbranche ab 2001 nachhaltig. Apple verdiente im ersten
Steuerquartal 2005 mit dem Musikgeschäft genau so viel wie mit Computern.
Young und Simon portraitieren Steve Jobs und seine Firmen. Der Macher heftete
sich manche unverdiente Medaille an die Brust, wurde mit Charisma und
Durchhaltungsvermögen zur Ikone und hat bisher bereits der Computer-, der Film-
und der Musikbranche seinen Stempel aufgedrückt. Die Autoren mutmassen im
Epilog, Jobs habe den vor 20 Jahren verloren Kampf gegen Bill Gates und
Microsoft wieder aufgenommen, da nun Apple die Oberhand habe. Steve Jobs ist
erst 52. Die Zeit dazu hätte er.
Jeffrey Young/William L. Simon: Steve Jobs und die Geschichte eines
aussergewöhnlichen Unternehmens. Fischer TB, Mai 2007, 448 S.
(US-Original-Ausgabe: iCon. Steve Jobs. The Greatest Second Act in the
History of Business, John Wiley & Sons, 2005; gebundene dt. Ausgabe, Scherz
Verlag, 2006, 456 S.). Die Biografie bestellen bei
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