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Alamannen zwischen
Schwarzwald, Neckar und Donau
Rezension von Heinrich Speich vom 1. August 2008. Hinzugefügt um 00:05.
Alamannen, Alemannen, Schwaben etc. Zehn Jahre nach
der grossen Ausstellung in Stuttgart und Zürich widmet sich erneut eine
Ausstellung der Geschichte des frühen Mittelalters im Südwesten Deutschlands.
Was kann denn in zehn Jahren schon Neues ans Tageslicht kommen, dass es sich
auszustellen lohnte, so fragte ich mich und unternahm das Wagnis dieser
Rezension. Der Titel verspricht eine traditionelle Darstellung mit Fokus auf
Oberschwaben und tatsächlich war das Ziel der Macher der Wanderausstellung, die
Erkenntnisse der Forschung anhand regionaler Funde und Quellen in für die Region
aufzuarbeiten.
Der Begleitband löst die Versprechen in 59 kürzeren und ausführlicheren Artikeln
ein. Die Gliederung ist auf den ersten Blick etwas holprig, da sich
chronologische und thematische Kapitel abwechseln. Im Verlaufe der Lektüre
erhellt sich dieser erste Eindruck zugunsten einer didaktisch klugen Sichtweise.
Es wechseln sich längere, schwarz gedruckte und kürzere, hellblau hinterlegte
Kapitel ab. Die Einführungskapitel erläutern die Grundlagen alamannischer
Geschichte und Archäologie und die blauen Einschübe liefern die entsprechenden
Funde und Quellen aus der Region. Anhand des Friedhofes von Ulm-Böfingen wird
beispielsweise gezeigt, wie aus einem Fund eine Grabung entstand: Nachdem die
Kriminalpolizei gerufen worden war, als Bauarbeiter Skelettreste gefunden
hatten, konnten Rettungsgrabungen 2003/04 den um 700 n.C. angelegten Friedhof
untersuchen. Diese Einschübe unterstreichen die regionale Perspektive des Bandes
und zeigen der interessierten Bevölkerung, wie sich Archäologie ereignet. In
einer Fülle von Beispielen wird erklärt, was mit den entsprechenden Funden
geschah und welche Erkenntnisse aus ihnen gewonnen werden konnten. Die Skelette
von Männern, die zwischen 450 und 550 in Horb-Altheim beigesetzt wurden, wiesen
auffällige Abnutzungsspuren an den Hüftgelenken auf, was starke Aktivitäten zu
Pferd belegt, während die Frauen vermehrt Verschleisserscheinungen an
Halswirbelsäule und Handgelenken aufwiesen, die wohl beim Spinnen entstanden
waren.
Eine innovative Variante der Vermittlung bietet die Erklärung einiger Urkunden,
wo durch Abbildung der Originalurkunde und optischer Hervorhebung einzelner
Wörter das Interesse des Betrachters auf das Original gelenkt wird. In sieben
chronologischen angeordneten Themenbereichen bietet der Band sorgfältig
recherchierte, quellennahe Darstellung geboten, die mit zahlreichen Karten,
Rekonstruktionen und Tabellen ergänzt werden. Ein kleiner Wermutstropfen für die
sonst sehr publikumsgerechte Aufarbeitung dieser wichtigen Epoche süddeutscher
Geschichte ist das Fehlen eines Glossars und eines Ortsverzeichnisses. Die
detaillierten Fundbeschreibungen und der konsequent realisierte regionale Fokus
hätten dadurch noch einfacher aufgefunden werden können.
Dorothee Ade, Bernhard Rüth und Andreas Zekorn (Hgg.), Alamannen zwischen
Schwarzwald, Neckar und Donau, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008. 207 Seiten,
durchgehend farbig. ISBN 978-3-8062-2157-2. Buch bestellen bei
Amazon.de.
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Dorothee Ade, Bernhard Rüth und Andreas Zekorn (Hgg.),
Alamannen zwischen Schwarzwald, Neckar und Donau, Konrad Theiss Verlag,
Stuttgart 2008. 207 Seiten, durchgehend farbig. ISBN 978-3-8062-2157-2. Buch
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