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Die Germanen
Ernst Künzl: Die Germanen. Geheimnisvolle Völker aus dem Norden, Theiss-Verlag Stuttgart 2008, 160 S., durchgehend farbig bebildert. Buch bestellen bei Amazon.de.
Artikel vom 1. April 2009 von Heinrich Speich

Die Germanen feiern eine Renaissance – mindestens in Buchform. Pünktlich zum 2000-Jahr Jubiläum der Varus Schlacht bei Kalkriese am Teutoburger Wald ist eine ganze Bücherflut zu den Römern, den Germanen und besagter Schlacht erschienen. Die Darstellung von Ernst Künzl ist eine reich bebilderte Einführung in die zentralen Themen der Germanenforschung: die Quellenlage in Antike und frühem Mittelalter, die Herkunft germanischer Kulturen und ihre Abgrenzung, das Verhältnis zu Rom, Völkerwanderung und germanische Kunst.

D
ie eigene Runenschrift nutzten die Germanen kaum. Die Historiker ziehen als Bezugspunkte jeweils die römischen Autoren heran, vor allem Caesar und Tacitus. Dabei macht der Autor deutlich, wie stark die römische Perspektive Einfluss nahm in Bezug auf Sprache, religiöse Vorstellung und sogar das Selbstbild der Germanen.

Künzl offeriert eine methodisch eigenwillige Vermischung der Disziplinen. Zwar begründet der Autor die Notwendigkeit transdisziplinärer Zusammenarbeit in der Einleitung, deklariert aber in der Folge die Herkunft der jeweiligen Erkenntnisse nicht. Dies führt dazu, dass kapitelweise die archäologische, dann wieder die historische Sichtweise vorherrschen. Das brillante Kapitel „Rom in der Defensive“ zeigt, wie neuere archäologische Erkenntnisse aus Grabungsserien der letzten Jahre vom Autor mühelos in die Abstraktion europäischer Zusammenhänge übertragen werden können. Die nachfolgenden Abschnitte sind dagegen nachgerade enttäuschend und bietet wenig Neues. Das abschliessende Kapitel zur germanischen Kunst bietet hingegen einen beispielhaften Überblick über Stile und Motive, mit ihren Vorbildern und regionalen Ausprägungen.

Die grossformatigen Bilder sind in guter Qualität abgebildet, ihre Aussage allerdings nicht immer klar. So sollen zum Beispiel die frühneuzeitlich terrassierten Hänge des Lavaux am Genfersee den neuen Siedlungsraum der Burgunden darstellen (den Term Burgunden benutzt der Autor in Abgrenzung zu den späteren Burgundern des gleichnamigen Herzogtums). Die Verwendung von Landschaftsphotographien zur Unterstützung historischer Aussagen ist hier nur teilweise geglückt. Als reich illustrierte und gut lesbare Einführung in die Themenwelt der Germanen ist der Band aber geeignet und interessierten Einsteigern empfohlen.








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