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Nr. 78, Dezember 2005
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Imperum Romanum - Die Spätantike am Oberrhein
Artikel von Heinrich Speich vom 2. Dezember 2005
 
Die Spätantike ist ein Stiefkind der Geschichte. Für Althistoriker war es lange eine Epoche des Niedergangs, geprägt von den Konflikten zwischen Rom und den Barbaren, die Zeit des Unterganges der antiken Götterwelt und dem Erstarken der christlichen Kirche.

Die Ausstellung greift dieses ältere Bild der Historiker auf und macht es zum Ausgangspunkt einer breiten Darstellung von Funden und Ereignissen in Südwestdeutschland vom 3. bis zum 5. Jahrhundert. In einer Einführung erhält der Besucher anhand einiger Objekte und eines kurzen Films einen ersten Eindruck der Entwicklung der römischen Provinzen am Oberrhein im 3. Jahrhundert:  Das römische Reich, das vom Atlantik bis zum Kaukasus reichte, befand sich in einer tiefen Krise. Nach einer langen Phase erfolgreicher Expansion waren die Legionen Roms nicht mehr imstande, die Grenzen erfolgreich zu schützen. Innenpolitische Konflikte sowie ökonomische und ökologische Probleme verschärften die Situation insbesondere  in den Randregionen des Weltreiches.

Das erste Objekt aus der Zeit ist der tonnenschwere ´Augsburger Siegesaltar´.  Der Statthalter Marcus Simplicinius Genialis hatte im Jahre 260 mit einem zusammengewürfelten Aufgebot plündernde Germanen besiegt und als Dank den Victoria-Altar erstellen lassen. Der Name des Statthalters wurde später wieder aus dem Stein herausgemeisselt, weil der Stifter des Siegesaltars ein Anhänger des Usurpators Postumus war, der gegen Kaiser Gallienus rebelliert und ein eigenes Kaiserreich in Gallien ausgerufen hatte.

Der 1,56m hohe Kalkstein versinnbildlicht die desolate Lage im 3.Jahrhundert wie kaum ein anderes Fundobjekt aus Deutschland: Ein Usurpator beherrschte den Nordwesten des Reiches; ein Statthalter des Abtrünnigen befehligte das Truppenaufgebot, welches durch bewaffnete Landsleute (populares – wohl der damaligen ´Volkssturm´) verstärkt wurde und besiegte die Germanen. Die auf dem Altar genannten besiegten elbgermanischen Juthungen und Semnonen befanden sich im Frühjahr 260 bereits auf dem Rückweg von Italien, hatten also im vorangegangenen Herbst den befestigten raetischen Limes überwunden und die Provinz geplündert.

Auf der anderen Seite des Obergermanischen Limes saßen, wie ältere Literatur ausführen würde, die Alamannen. Unter diesem Namen werden einige elbgermanische Stämme zusammengefasst, die sich als ´Vollmenschen´ oder vom germanischen Halbgott Mannus entstammend bezeichneten.

Nach der Mitte des 3. Jahrhunderts wurde die römische Reichsgrenze zurück an den Rhein verlegt. Trotz der gewaltigen Verteidigungsanlagen des obergermanisch-raetischen Limes konnten die römischen Truppen die Provinz vor den regelmässigen Plünderungen nicht wirksam schützen und so wurden die rechtsrheinischen ´Agri Decumates´ von der römischen Verwaltung sich selbst und den Alamannen überlassen, die die vorhandenen Siedlungsstrukturen nicht weiter nutzten.

Drohende Plünderungen germanischer Stämme veranlasste die Bevölkerung der Grenzzonen des Reiches, vor dem Ansturm ihre kostbaren Güter zu verstecken. Konnten die Schätze später von den Besitzern nicht mehr geborgen werden und wurden erst in der Neuzeit gehoben, so spricht man von Hortfunden. Zusammen mit den Siedlungs- und den Grabfunden beantworten diese drei Fundgattungen zentrale Fragen der archäologischen Forschung und bilden die Hauptquellen und Exponate der Ausstellung.

In einem zweiten Teil sind einige dieser Hortfunde exemplarisch vorgestellt. In Neupotz am Rhein wurde ein sogenannter Baggerfund gemacht. Hier versteckten Alamannen ihre Beute, um sie später abzuholen. Insgesamt wurden rund 700 kg vergraben, vor allem bronzenes Tafelzubehör und eiserne Werkzeuge. Einige ausgewählte Stücke werden stellvertretend für das breite Fundspektrum gezeigt.

Der Beutefund von Hagenbach umfasst 109 kg. Das Material ging wohl verloren, als die Alamannen bei der Überquerung der Rheins von römischen Patroullienbooten gestört wurden. Der Schatz ist in kleine Stücke zerteilt, sogenanntes Hacksilber. Die einzelnen Objekte wurden damals unter die Plünderer aufgeteilt. Ein silbernes Votivblech aus Hagenbach, das aus Aquitanien stammt, trägt den Namen des Stifters Andossus, Sohn des Obelexxus; der Name diente später die Vorlage für die bekannte Comicgestalt Obelix.

Der wohl spektakulärste römische Hortfund, der ´Silberschatz von Kaiseraugst´ ist hier erstmals ausserhalb der Schweiz zu sehen. Die 186 meist prägefrischen Münzen und 84 Geschirrteile wurden 1961 beim spätrömischen Kastell von Kaiseraugst (Kanton Baselland) entdeckt. Der Schatz wurde 351/52 versteckt. Kurz darauf fiel das Castrum Rauracense einem alamannischen Überfall zum Opfer und wurde von einem Grossbrand zerstört. Die Präsentation des Fundes erfolgt in drei Teilen: einerseits die Münzen, mit kurzen akustischen Erklärungen, andererseits das Tafelgeschirr. Der grössere Teil ist restauriert und komplettiert und präsentiert sich deshalb wie neu; ein kleiner Teil des Schatzes stammt aber aus einem anonymen Legat von 1995 und ist noch im Fundzustand erhalten. Auf der Rückseite einer dieser Platten finden sich Besitzervermerke, Gewicht, Herstellerzeichen sowie Spuren der Strohpolsterung. Aufgrund dieser Informationen und der Qualität der Funde müssen die ehemaligen Besitzer über gute Kontakte zum Kaiserhaus verfügt haben.

Der Teil Leben und Sterben ist den Unterschieden, den gegenseitigen Beeinflussungen im täglichen Leben und der Bestattungskultur gewidmet. Das Modell eines Badehaus der provinzialrömischen Villa rustica in Würmlingen zeigt, wie nach dem Abzug der ursprünglichen Bewohner als Scheune weitergenutzt wurde, nachdem die Fußbodenheizung herausgerissen worden war. Der grosszügige Wohnteil wurde nicht genutzt, es entstanden Grubenhäuser in seinen Ruinen. Gleich neben dem Modell sind die Funde platziert, die belegen, dass das Areal zwar weiter bewohnt, die römische Infrastruktur aber nicht mehr genutzt wurde.

Die Gräber sind ein Spiegel der Sitten jener Zeit. Die ausgestellten Funde dokumentieren eine Vermischung alamannischer und römischer Beigabensitten: So erscheinen römische Trinkgläser, bronzene Waschbecken oder Silberlöffel und Teile römischer Militärgürtel in zwei alamannischen Gräbern. Die zwei Fundensembles liegen in derselben Vitrine nebeneinander, ein jedes auf einer Milchglasplatte. So wird die Einheit eines Fundkomplexes geschickt sichtbar gemacht.

Im rechtsrheinischen römischen Reich beruhigte sich die Lage nach dem Rückzug der Römischen Verwaltung hinter die Rheingrenze. Um 300 wurde beispielsweise in unmittelbarer Umgebung der älteren Stadt Kaiseraugst Colonia Augusta Raurica das Kastell Castrum Rauracense erbaut. Diese Festung hatte eine Fläche von ca. 3,5 ha und eine vier Meter starke Umfassungsmauer von 850 m Länge, 14 Türme und vier Tore und sollte mit den hier stationierten Truppen den Rheinübergang sichern. Es bestand eine städtische Infrastruktur, bescheiden allerdings im Gegensatz zur vormaligen Hauptstadt des Gebietes der Rauriker. Im Jahre 351/52 fiel das Castrum einem Alamannenüberfall anheim und wurde zerstört, blieb aber auch später noch wichtig. Erst 401/02 zogen die sich die römischen Truppen ganz von der Rheingrenze zurück. Funde belegen, dass das Castrum bis ins 6.Jahrhundert hinein von romanischer städtischer Bevölkerung bewohnt wurde, die über Handelskontakte insbesondere nach Gallien verfügten. Auf den Synode von Sofia im Jahre 343/44 und Köln 346 erschien jeweils ein Bischof (episcopus Rauracorum) aus Augst und ein Kirchenbau aus dem frühen 4. Jahrhundert wurde 1960/66 freigelegt – es handelt sich dabei um den ältesten Kirchenbau am Oberrhein, der mit 24 m Länge bis zum Bau des Basler Münsters im 7./8. Jahrhundert die grösste Kirche der Region blieb.

Lokale Produktion ergänzte im späten 3. und im 4. Jahrhundert vermehrt die römischen Importe. Einheimisches Glas, Wein und Feinkeramik waren weit verbreitet. Die Ausstellung dokumentiert Produktion und Handel eindrücklich: Auch in der Spätantike wurde der Import und Exporthandel hauptsächlich als Geldwirtschaft betrieben, trotz hohen Inflationsraten. Römische Münzen wurden sogar in Korea gefunden. Der Handel mit den Germanen war wohl gering. Tacitus berichtet vom Import von Holz, Pelzen, Bernstein, Honig, Sklaven u.ä. ins Reich; dafür wurden Lebensmittel (Getreide und Vieh) geliefert, auch Schmuck, Keramik und wohl auch Metallgegenstände.

Im Argonner-Wald, zwischen Reims und Verdun wurde seit dem 2. Jahrhundert Terra sigillata hergestellt. Es handelt sich dabei um rotgebrannte Feinkeramik mit mattem Überzug. Diese Keramik war ein wahrer Exportschlager. Kaum ein Fundkomplex des 4. – 6. Jahrhunderts nördlich der Alpen, in dem keine Argonnensigillata gefunden wurde. Kannen, Becher und vor allem Schalen dominieren das kleine Formenspektrum, das in der Ausstellung gut vertreten ist.

Die Verteidigung der Rheingrenze forderte von den römischen Militärs neue Strategien. Der obergermanisch-raetische Limes hatte sich zur Abwehr der anrückenden Scharen nicht bewährt. Der Fluss bot sich an, um ohne grosse Infrastruktur eine effiziente Grenzsicherung zu organisieren. Auf dem Wasser waren zwei Typen von römischen Patrouillenbooten unterwegs: Mainz A und B werden beide als Modell in der Ausstellung gezeigt und sind nach ihrem Fundort benannt. Mainz A (ca. 18m) war ein Mannschaftsboot und B (17m) ein Boot zur Versorgung der Besatzungen der teils nur vom Wasser her zugänglichen Festungen entlang des Flusses. Beite Bootstypen entstammen einer Mischung zwischen gallorömischer und mediterraner Schiffsbaukunst.

Kaiser Diokletian (284-305) halbierte zur besseren Verwaltung die Grösse der Provinzen und teilte diese neu ein. Die Truppen wurden verstärkt und neu geordnet. Staatliche Waffenfabriken sorgten für die Ausrüstung. Unter Konstantin dem Grossen (305-330) wurden die Truppen in jeder Provinz einem Dux unterstellt, die Statthalter als bisherige Kommandanten auf ihre zivilen Aufgaben beschränkt. Um 311 teilte Konstantin die Streitkräfte neu in zwei Arten ein: In die comitatenses als mobiles Feldheer und die limitanei oder ripenses als Grenztruppen.

Im römischen Militär nahmen Germanen eine zunehmend wichtigere Stellung ein und im 4. und 5. Jahrhundert stiegen sie auch bis in höchste Heeresämter auf (Stilicho, Aetius). In der Ausstattung der Soldaten übernahmen die Römer den germanischen Rundschild. Als eines der schönsten Beispiele dieser Verflechtung gilt der in der Ausstellung gezeigte Grabstein des Hariulfus aus Trier. Die Inschrift beklagt den frühen Tod des Hariulf. Er war aus burgundischem Adel und gehörte der Leibgarde Valentinians oder Gratians als Offizier an. Er starb zwischen 367 und 383 im Alter von zwanzig Jahren.

So verwundert es wenig, wenn römische Militärgüter auch in Gräbern in der Alamannia östlich des Rheins erscheinen, unter anderem in den nahe des Rheins gelegenen Höhensiedlungen gegenüber Kaiseraugst (Hertenberg), auf dem Zähringer Burgberg bei Freiburg und dem Kügeleskopf und Geisskopf an den Flanken des Kinzigtals.

Die linksrheinischen Gebiete standen seit der Eroberung durch Caesar unter römischer Verwaltung und wurden von der gallo-römischen Kultur viel nachhaltiger geprägt als die rechtsrheinischen Gebiete, die nach 260 nicht mehr römisch verwaltet wurden und die auf der römischen Strassenkarte Tabula Peutingeriana des 4. Jahrhunderts bereits als Alamannia bezeichnet wurden.

Die Darstellung des Lebens und der Wirtschaft westlich des Rheins stellt in der Ausstellung den Kontrast zur ländlichen Alamannia der Spätantike dar und bildet einen eigenen Ausstellungsbereich. Trier (Colonia Augusta Treverorum) war seit 286 eine der Hauptstädte des Reiches. Es lag innerhalb eines über 6 km langen Mauerringes am Rande der Mosel und umfasste ein Stadtgebiet von 285 ha mit rund 80´000 Einwohnern. Grundlage der florierenden Wirtschaft war die Fruchtbarkeit des Umlandes und die hohe Nachfrage von Gütern durch die Stadtbevölkerung und den kaiserlichen Hof, der zwischen 286 und 393 in Trier war. Symbolisch tritt man durch die Porta Nigra in die Stadt ein und wird umfangen vom Luxus der urbanen römischen Lebensart. Die Rekonstruktion eines Deckenfreskos und das berühmte Bachusmosaik (3,22 x 3,26m) bilden den Einstieg zum zweiten Ausstellungsteil. In diesem Teil wird auch der Entwicklung religiöser Ideen in der Spätantike Raum gegeben.

Unter dem Titel Von den Göttern zu Gott wird dokumentiert, wie sich die Gesellschaft des 3. und 4. Jahrhundert von der (gallo-)römischen Götterwelt abwandte und sich dem Christentum öffnete. Im 3. Jahrhundert standen orientalische Mysterienkulte wie der von Mythras, Osiris oder Kybele hoch im Kurs. Verbreitet wurden sie in erster Linie durch fremde Militärs. Ihnen allen gemeinsam waren die Heilsversprechen im Jenseits, wie es auch im monotheistischen Christentum der Fall war. Das Christentum war seit Anfang des 4. Jahrhunderts in Trier heimisch und wurde 380 alleinige Staatsreligion im römischen Reich.

Die Motive der christlichen Kunst stammen oft aus dem tradierten paganen Bildrepertoire. Zum Beispiel das Motiv des verlorenen Schafs ist als pastor bonus (guter Hirte)  auch antikes Sinnbild des Monats April. Als sicher christlich dagegen darf das Christogramm gelten, das aus den griechischen Buchstaben X(chi) und
P(rho) besteht und für Christos steht. Es wurde von Kaiser Konstantin 311 erstmals als Feldzeichen (labarum) verwendet und wurde schnell Teil der Kaiserräpresentation und zum Leitmotiv christlicher Kaiser. Kaiserherrschaft und Sieghaftigkeit waren seit der sagenhaften Konversion Konstantins zum Christentum stets religiös fundiert, was auch für das ganze Mittelalter galt. Der Wandel von heidnischer zu christlicher Bildkunst dauerte in mehreren Phasen bis zum 6. Jahrhundert.

Die Ausstellung wird ihrem Titel gerecht: Sie bietet einen umfassenden Überblick über die Spätantike am Oberrhein. Die Bereiche Politik, Alltag, Wirtschaft, Religion und Kunst werden in vorbildlicher Weise erfasst und den Besuchern auf anschauliche Weise vermittelt. Die Gestaltung der Ausstellung durch das Büro Woodtli Design in Zürich ist gelungen und suggeriert Grundstimmungen in stimmigen Farbtönen. Treffende Zitate von antiken Autoren führen  in die jeweilige Thematik ein.

Die Ausstellung ist wohl nicht als monumentale Retrospektive angelegt. Gerade deshalb vermag sie aber hohe fachliche Ansprüche durch die Qualität der Exponate, ihre sorgfältige Auswahl und sinnvolle Darstellung zu erfüllen. Dem Besucher werden die Exponate nicht einfach vorgesetzt, sondern sie sind immer von Einleitungen oder Erklärungen begleitet, die eine Verortung der Objekte im Kontext von Geschichte und Ausstellungskonzept zulassen. Kein Objekt ist überflüssig, ein jedes erfüllt seine erklärende Funktion als Relikt einer längst vergangenen Zeit.

Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch kann die Taberna Apicius der Familie Muccardo besucht werden, die mit ausgesuchten Köstlichkeiten aus dem Rezeptbuch des Apicius aufwartet. Kinder dürfen im Vicus Romanus selber Hand anlegen: Unter kundiger Leiten können römische Spiele oder Schmuck hergestellt werden. Im Begleitprogramm stehen Kostümführungen, römische Weinproben, Exkursionen, Vorträge und ein Konzert. Mit dieser Ausstellung findet das Römerjahr 2005 in der Spätantike ein würdiges Ende.

Quellen: Badisches Landesmuseum Karlsruhe und Ausstellungskatalog.

CD-ROM:   IMPERIUM ROMANUM; Römer Christen und Alamannen zwischen Rhein und Donau  MediaCultura, Jürgen Süß 2005, ISBN 3-8062-1979-6. Bestellen bei Amazon.de.

Als Spezialbeilage zur Ausstellung wird von MediaCultura, in Zusammenarbeit mit dem Konrad-Theiss-Verlag und dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe eine CD-Rom angeboten.

Die spätantike Geschichte am Oberrhein wird hier in den fünf Gebieten ´Geschichte´, ´Schauplätze´, ´Kultur´, ´Galerie´ und ´Bauwerke´ vorgestellt. Der Abschnitt Geschichte vermittelt anhand ausgewählter Stichworte einen chronologischen Überblick. Es wird keine umfassende Darstellung der Geschehnisse der Zeit angestrebt, sondern einzelne Geschehnisse werden exemplarisch aufgelistet und so zu einer chronologischen Einführung verdichtet.

Im Bereich Schauplätze können zu über fünfzig Fundstellen genauere Beschreibungen und Ansichten abgerufen werden. Die Ansichten sind in die drei Zeithorizonte Kelten, Römer und Alamannen unterteilt.

Im Teil Kultur werden Einzelthemen beleuchtet, die römischen Provinzen, Militär und Waffen,  Städte, Dörfer, Gutshöfe,  Wirtschaft und Verkehr,  Bewohner,  Kleidung, Küche, Alltag,  Götter und Kult, Tod und Begräbnis. Jedes Einzelthema isst wiederum gegliedert, so umfasst z.B. der Bereich ´Götter und Kult´ die Kapitel Götterhimmel und Heiligtum, Römische Götter, Orientalische Götter, Keltische Götter und Christentum, ein jedes mit Unterkapiteln.

In der Galerie werden die zentralen Objekte und ihr Umfeld in einem virtuellen Kurzrundgang durch die Karlsruher Ausstellung vorgestellt, z.B. das goldene Medaillon Kaiser Constantius II. (337-361), das auch der Austellung als Leitmotiv dient. Die Begleittexte werden jeweils den Objekten beigestellt und vermitteln somit in übersichtlicher Form das Basiswissen zum Objekt. Hilfreich sind hier die Aufschlüsselungen der abgebildeten epigraphischen Quellen. In Detailfragen muss aber jeweils der Katalog bemüht werden.

Drei antike Festungen können als Bauwerke im virtuellen 3D-Rundgang besichtigt werden: Burgus und Forum von Ladenburg und das Kastell von Kaiseraugst. Dazu sind auch Karten und schematische Grabungspläne verfügbar.

Eine ausführliche Literaturliste und ein Index ergänzen die Darstellung. Die Navigation auf der CD-Rom ist einfach und die Oberfläche ansprechend gestaltet, in enger Anlehnung an den schwarz-blauen Hintergrund der Ausstellung.

Insgesamt stellt diese CD-Rom eine gelungene Einführung in die regionale Geschichte der Spätantike für all jene dar, die lieber am Computer navigieren als ein Buch lesen. Die Beschränkung auf ausgewählte Themen gelingt, es ist kein (sowieso vergeblicher) Versuch enzyklopädischer Vollständigkeit. - siehe auch den Artikel
Imperum Romanum.




Die Ausstellung IMPERIUM ROMANUM. Römer, Christen und Alamannen – Die Spätantike am Oberrhein.
Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Schloss; 22.10.2005 – 26.02.2006.

Öffnungszeiten : Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr.  Am 24.12 und 31.12. geschlossen, am 1.1. ab 13.00 geöffnet. Eintritt : 8€, ermässigt 6€, Schüler 2€, Familien 16€, Jahreskarte BLM 25€.  Audioguide in deutscher Sprache erhältlich, Saaltexte in deutscher und französischer Sprache.

Katalog : Badisches Landesmuseum Karlsruhe. IMPERIUM ROMANUM. Römer, Christen, Alamannen – Die Spätantike am Oberrhein. Konrad-Theiss-Verlag Stuttgart 2005. 330 Seiten, gebunden, durchgehend farbig illustriert, € 29.90. (Museumsausgabe broschiert € 24.90). ISBN 3-8062-1954-0. Bestellen bei Amazon.de.


Medaillon zu 4 ½ Solidi. mit der Darstellung von Constantius II. Rom, 355 - 361 n.Chr. Foto © Badisches Landesmuseum Karlsruhe.


Vergoldeter Gardehelm. 4. Jh. n. Chr. Fundort: Augsburg-Pfersee. Foto © Römisches Museum Augsburg.

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