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Das Heilige Römische Reich
Buchkritik vom 12. Juli 2006
 
Ein Bilderbuch zum Reich?

Rezension von Heinrich Speich des Buches von Klaus Herbers, Helmut Neuhaus:
Das Heilige Römische Reich. Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte (843-1806).
Böhlau Verlag, Köln 2005. 343 Seiten, zahlreiche Tafeln und Abbildungen s/w und Farbe, gebunden. ISBN 3-412-23405-2. Buch bestellen bei Amazon.de.

Kaiser Franz II. entbindet in Wien die Reichsstände von ihren Verpflichtungen gegenüber dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dankt ab. Er löst damit am 6. August 1806 eine beinahe tausend Jahre alte europäische Institution auf. 

Das Buch von Klaus Herbers und Helmut Neuhaus führt in die Geschichte des Reiches  und seiner Schauplätze ein, von den Anfängen im frühen Mittelalter bis zu den Nachwirkungen des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Ende erfolgte abrupt nach einem Ultimatum Napoleons, der sich bereits Kaiser der Franzosen nannte. Die Anfänge sind schwerer bestimmbar: Klaus Herbers lässt das nachmalige Heilige Römische Reich Deutscher Nation mit der ersten Trennung zwischen Ost- und Westfranken im Jahre 843 beginnen. Danach folgt eine durchgehende Schilderung der Reichsgeschichte unter Erwähnung der relevanten Orte.

Die zahlreichen Abbildungen, die in einer Art Reiseführer dem Leser die Geschichte greifbar zu machen suchen, sind oft ungeschickt gewählt. Es ist klar, dass insbesondere zur Illustration des Mittelalters nur wenige zeitgenössische Darstellungen zur Verfügung stehen. Die Illustration mit Bildern späterer Zustände ist nach Ansicht des Rezensenten durchaus legitim. Dies muss aber in der Bildlegende klar zum Ausdruck gebracht werden, was hier leider nicht konsequent genug umgesetzt wurde. Auch wenn viel Bildmaterial eingesetzt wird, sollte die Beschreibung des Dargestellten doch präzise sein und in jedem Falle Entstehungszeit, Auftraggeber, Künstlernamen und Standort beinhalten um den Leser nicht in die Irre zu führen. Der direkte Zusammenhang zwischen Text und Bild ist hier bei mancher Darstellung nicht gewährleistet, die Bilder schweben abgehoben neben dem sehr angenehm lesbaren Text.

Zu Beginn eines jeden der 13 chronologisch angeordneten Kapitel ist eine Karte Mitteleuropas eingefügt, die die jeweilige Ausdehnung des Reiches und die zentralen Orte markiert. Die Karten sind hilfreich, dürften aber im Interesse des Laien auch durchaus die mittelalterlichen „Kernregionen“ und frühneuzeitlichen Staaten beinhalten, um die im Text erwähnten Territorien und deren Veränderungen näher zu bezeichnen.

Angesichts des abschließenden, beinahe brillanten Kapitels „Ausblick. Orte vermitteln Geschichte – Erinnerungen an das Alte Reich“ muss man sich fragen, ob eine andere Form der Darstellung der Schauplätze nicht dienlicher gewesen wäre. Hier zeigen die Autoren anhand der Städte Regensburg, Frankfurt und Nürnberg in aller Kürze, wie das Reich präsent war und teilweise noch ist. Hier erst werden auch die prägenden Mythen und Symbole konsequent in die Erzählung eingewoben; das Reich war ja Teil seines eigenen Mythos und die Wahl der Schauplätze war nicht selten entscheidend für die Reichsgeschichte.  Dieser weitergehenden Sichtweise hätte es durchgehend bedurft.

H
ier wären also eigentlich drei Bücher zu besprechen: Einerseits der ernsthafte und durchaus geglückte Versuch einer konzisen „Reichsgeschichte“, andererseits eine reiche Bildersammlung dazu und zuletzt noch die Einlösung des im Untertitel gegebenen Versprechens. Der im Vorwort geäußerte Wunsch nach einer „umfassenden Darstellung, in der die Kontinuitäten der Reichsgeschichte deutlich werden sollten“ wurde hier konsequenter umgesetzt als die im Untertitel angekündigten „Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte“, die noch immer ihrer Darstellung harren.

Klaus Herbers, Helmut Neuhaus: Das Heilige Römische Reich. Schauplätze einer tausendjährigen Geschichte (843-1806). Böhlau Verlag, Köln 2005. 343 Seiten, zahlreiche Tafeln und Abbildungen s/w und Farbe, gebunden. ISBN 3-412-23405-2. Buch bestellen bei Amazon.de.





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