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Geld in Stadt und Kurstaat Mainz
Buchkritik von Nicole Schacher vom 1. August 2006
 
Eckhart Pick: Münzen, Mächte und Mäzene. 2000 Jahre Geld in Stadt und Kurstaat Mainz. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006, 244 Seiten mit 13 Abbildungen s/w und 56 Farbtafeln. Erschienen in der Reihe: Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 110. ISBN: 3-8053-3477-X. Buch bestellen bei Amazon.de.

Das Buch „Münzen, Mächte und Mäzene. 2000 Jahre Geld in Stadt und Kurstaat Mainz“ betrachtet die Mainzer Geld- und Münzgeschichte von römischer Zeit bis zum Ende von Kurmainz. Der Autor Eckhart Pick - Professor für bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Deutsche Rechtsgeschichte, Verfassungsgeschichte an den Universitäten Hamburg und Mainz - liefert mit dem vorliegenden Buch die erste Gesamtdarstellung des Geld- und Münzwesens der Stadt und des Kurstaates Mainz. Er setzt sich als Ziel, die Grundzüge des Mainzer Münzwesens und seiner Entwicklung nachzuzeichnen, sowie deren politischen, reichsrechtlichen, ökonomischen sowie sozialen Bezüge und Bedingungen darzulegen.

In den ersten sieben Kapiteln geht Pick auf die Geschichte der Münzprägung in Mainz ein: Die erste nachweisbare Münzprägung fand in Mainz im dritten Jahrhundert nach Christus statt, in der Epoche des so genannten Gallischen Sonderreiches. In merowingischer Zeit war Mainz immer wieder Aufenthaltsort der Merowingerkönige auf ihren Reisen durch das Reich. Mobile Prägestätten, die von den so genannten Monetarri („Privatmünzmeister“) unterhalten wurden, begleiteten die merowingischen Könige. Mit der Konsolidierung des Frankenreiches wurden diese Prägestätten in den wichtigen Siedlungen sesshaft. In der Siedlung Mainz war selber keine königliche Prägestätte in Betrieb, dafür aber in Alsheim in Rheinhessen und Worms. Um die Mitte des 8. Jahrhunderts wurde wieder in Mainz geprägt. Nach der Münzreform Karl des Grossen (793/ 794) wurde die Münzstätte in Mainz zu einer der wichtigsten im östlichen Teil des Reiches. Der Mainzer Landesherr, Erzbischof, später Kurfürst und Erzkanzler des Reiches, setzte gegen Ende des 11. Jahrhunderts die ausschliessliche bischöfliche Prägung von Silbermünzen durch. Durch die Zersplitterung des Reiches in eine Unmenge von mehr oder weniger selbständigen Territorien war auch das Münzwesen durch eine Zersplitterung gekennzeichnet. Mit der Erlangung des Münzrechts konnte die Territorialherrschaft wenigsten einen begrenzten Einfluss auf den Münzumlauf und die Geldwirtschaft gewinnen. In Mainz entwickelte sich das Münzrecht im Laufe des 12. Jahrhunderts. Karl IV. erlaubte den Mainzer Kürfürsten in der Goldenen Bulle allgemein die Goldmünzenprägung. Das Recht auf die Prägung von Silbermünzen wurde nicht ausdrücklich geregelt, denn es hatte sich schon in der Wirklichkeit durchgesetzt. Das Münzrecht behielten die Mainzer Kurfürsten bis zum Ende des Reiches.

In den darauf folgenden Kapiteln geht Pick auf folgende Themen ein: die Gegenstempelung der Mainzer Münzen, die an der Münzprägung Beteiligten, die Medaillenkunst, das Münzkabinett der Stadt Mainz, die numismatische Forschung in Mainz, die Fälschungen Mainzer Münzen, die Sammler Mainzer Münzen und die Mainzer Münzen in Schatzfunden sowie in Kapitel 15 die „Preis- und Wertentwicklung Kurmainzer Münzen". Der Titel dieses Kapitels ist allerdings irreführend: Damit meint Pick nicht etwa die Entwicklung der Kaufkraft der Mainzer Prägungen im Verlauf der Jahrhunderte, sondern die Entwicklung der Auktionspreise von Mainzer Münzen. Die Auktionspreise widerspiegeln eine konstante Nachfrage bei den Sammlern für Mainzer Münzen sowie eine stabile und steigende Preisentwicklung. An Stelle eines Nachworts erhält der Leser ein Gedicht von Georg Pick (1892-1972) „der Bauer und seine Söhne nach Äsop/ Lafontaine“. Im Anhang ist eine Zeittafel der Mainzer Erzbischöfe sowie Feingehalts- und Gewichtsangaben zu Mainzer Prägungen aufgeführt.

Abschliessend lässt sich zur Gestaltung und zum Inhalt des vorliegenden Buches folgendes sagen: Die farbigen Münzabbildungen auf den Tafeln sind von hervorragender Qualität. Leider fehlen auf den Tafeln die Angaben, in welchem Maßstab die Münzen abgebildet sind. So werden beispielsweise auf Tafel 30 ein Sortengulden und ein Dukat im gleichen Maßstab abgebildet. Dadurch könnte für den Leser, der noch nie einen Dukaten oder Gulden in seinen Händen hielt, der Eindruck entstehen, dass diese beiden Nominale gleich gross seien. Erst beim Nachschlagen im Tafelverzeichnis am Ende des Buches finden sich die Durchmesser der Münzen sowie Angaben zur Münzherrschaft, Nominal, Metall, Gewicht und Vorderseiten- und Rückseitenlegende. Leider wurde von Verlag und Autor kein benutzerfreundliches Tafelsystem gewählt.

Pick zeigt dem Leser die Geschichte des Mainzer Geldes in verschiedenen Facetten. Die Kapitel zur Geschichte der Münzprägung in Mainz sind durch eine rechtsgeschichtliche Methode geprägt. Es wird vor allem auf Prägung von Edelmetallmünzen aus Gold oder Silber eingegangen. Eine eingehendere Betrachtung der Kleingeldprägung sowie ein pointiertes Schlussfolgerungskapitel an Stelle eines Gedichts wären wünschenswert gewesen. Irritierend und für geldgeschichtliche Publikationen eher ungewöhnlich ist das Kapitel zur Auktionspreisentwicklung der Mainzer Münzen. Trotz der Irritation ist es Pick gelungen, die Mainzer Geld- und Münzgeschichte umfassend darzustellen. Kommende Beiträge zu dieser Thematik werden um das vorliegende Werk von Pick nicht vorbeikommen.

Eckhart Pick: Münzen, Mächte und Mäzene. 2000 Jahre Geld in Stadt und Kurstaat Mainz. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006, 244 Seiten mit 13 Abbildungen s/w und 56 Farbtafeln. Erschienen in der Reihe: Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 110. ISBN: 3-8053-3477-X. Buch bestellen bei Amazon.de.


Eckhart Pick: Münzen, Mächte und Mäzene. 2000 Jahre Geld in Stadt und Kurstaat Mainz. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006, 244 Seiten mit 13 Abbildungen s/w und 56 Farbtafeln. Erschienen in der Reihe: Kulturgeschichte der Antiken Welt, Band 110. ISBN: 3-8053-3477-X. Buch bestellen bei Amazon.de.



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