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Christianisierung im
Mittelalter
Lutz E. von Padberg:
Christianisierung im Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Darmstadt 2006, 176 Seiten, durchgehend farbig. ISBN 3-806-22006-9. Buch
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Artikel vom 19. Oktober 2006 von Heinrich Speich
Waren nicht bereits die Römer Christen? Und bekehrten
nicht die frommen irischen Mönche die heidnischen Hinterwäldler Europas bereits
im dunklen frühen Mittelalter?
Zu Beginn der Darstellung werden die Anfänge der Christianisierung und der
Christenheit im spätantiken Römerreich und fränkischen Gallien erläutert, um an
diesen zwei Beispielen zu zeigen, wie sich das Christentum als Staatsreligion
etablieren konnte. Danach beschreibt der Autor das irische Christentum, welches
sich durch berühmte Mönchs-Missionare den Weg über Großbritannien auf den
Kontinent bahnte. In ganz Mitteleuropa wurden seit dem frühen Mittelalter diese
irischen Missionare an ihren Wirk- und Leidensstätten verehrt.
Lutz E. von Padberg fokussiert seine Darstellung auf diejenigen Regionen, die
von der frühen Christianisierung des römischen Reiches unangetastet blieb, also
den Raum rechts des Rheins und nördlich der Donau.
In zwei weiteren Kapiteln werden die fränkisch-karolingischen
Missionsinitiativen beschrieben, die stärker als vorher politische Ziele
mitverfolgten und die Kirchenorganisation vorantrieben. Dann wendet sich der
Autor den Randregionen zu und zeigt den Prozess der Christianisierung für die
nordischen und slawischen Gebiete. Dabei werden auch die byzantinischen
Missionierungen in Osteuropa gewürdigt.
Im letzten Kapitel „Ergebnis: Das christliche Europa“ fasst der Autor noch
einmal die wichtigsten Punkte zusammen, die dazu führten, dass von Lissabon bis
Reval und von Island bis Sizilien dasselbe Glaubensbekenntnis gesprochen wurde.
Kurzbiographien der Protagonisten begleiten jeweils die Darstellung geben dem
Leser kurz anhand von Vita und einem Quellenzitat Einblick in Wirken und Werk
der maßgeblichen Missionare, Kirchenfürsten und –historiker von Augustinus (Anglicus)
bis zu Otto von Bamberg.
Mehrere übersichtliche Karten, zahlreiche sorgfältig ausgewählte Illustrationen
und ein hilfreicher Anhang bereichern das konzise Werk und machen es zu einer
sehr gelungenen Gesamtschau der Genese des christlichen Europa im Mittelalter.
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