Index
Advertise
Werbung
Links
Feedback |
|
Restaurierung archäologischer Schätze
an den Staatlichen Museen zu Berlin
Die Staatlichen Museen Berlin besitzen eine der grössten Sammlungen der
Welt. Seit Jahrhunderten werden Schätze der Menschheit in Berlin gesammelt
und ausgestellt. Spezialisierte Laboratorien und Abteilungen widmen sich der
Bergung, Klassierung, Konservierung und Präsentation der komplexen
Materialien. Der Begleitband zur Sonderausstellung kulturGUTerhalten öffnet
die Türen zur Welt der Restauratoren. Perfekt präparierte Exponate sind meist das Resultat der
Verbindung langjähriger Forschung am Objekt mit dem handwerklichen Geschick
versierter Restauratoren. Was uns in historischen und archäologischen
Ausstellungen so selbstverständlich als aussagekräftiges Exponat
entgegentritt, ist das Endprodukt spezialisierter Arbeitsgänge. In Berlin
widmet sich das Rathgen-Forschungslabor (früher Chemisches Laboratorium der
Königlichen Museen) der Staatlichen Museen seit 1888 der Konservierung,
Restaurierung und Präsentation archäologischer Kulturgüter. Grund genug,
anlässlich der Neueröffnung des Neuen Museums Einblick in den aktuellen
Stand der Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften zu geben. Der Begleitband zur Ausstellung kulturGUTerhalten
besticht durch eine hochwertige Gestaltung, die sonst nur Bände erhalten,
die für ein breites Publikum verfasst werden. Dass der Verlag Philipp von Zabern hier die Gestaltung übernehmen durfte, ist sicher dessen Erfahrung
und Ausstrahlung im Bereich archäologischer Publikationen zu verdanken. Die Konzentration auf archäologische Funde schränkt die
Breite der ausgewählten Objekte nicht ein. Die behandelten Exponate aus dem
Ägyptischen Museum, dem Pergamonmuseum, dem Kunstgewerbemuseum, dem Museum
für Asiatische Kunst oder dem Museum für Byzantinische Kunst in Berlin
decken Jahrtausende der Menschheitsgeschichte auf allen Kontinenten ab. Die
13 Essays des Bandes führen den Leser an die Problematik heran und zeigen
die elaborierten naturwissenschaftlichen Methoden, mit denen den Objekten
verborgene Informationen entlockt werden können. Die Beiträge des Katalogteils stellen weniger Kontext und
Funde selbst vor, sondern konzentrieren sich auf Forschungsfragen rund um
deren Konservierung. Dies ist am Beispiel einfacher zu erklären als in der
Theorie – zumal dadurch regelrechte „Kriminalfälle" rund um die
präsentierten Objekte entstehen können. Für das Museumspublikum nur schwer
nachvollziehbare Prozesse werden sichtbar gemacht: Gründe und Varianten für
Restaurierungen werden anhand der Beispiele diskutiert, historische
Restaurierungen dokumentiert und teilweise rückgängig gemacht und
Nachherstellungen identifiziert. Die einzelnen Beiträge werden von
Leitartikeln zu den konservatorischen Grundsätzen begleitet: Antike
Technologien, Lagerung im Boden und im Magazin, Historische Restaurierungen
und moderne Schäden, Restaurierung heute, Konservierungswissenschaft sowie
Pasticci, Fälschungen und Kopien. Als Ausblick werden sieben Beispiele gelungener
Restaurationen präsentiert; alle aus der Restauratorenschule der Staatlichen
Museen Berlin. Die Ausbildung der Restauratoren wird heute als
Bologna-Studiengang angeboten und erlaubt es den Museen, Fachpersonal für
die Konservierungen selbst auszubilden. |
|