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Standards in der
Restaurierungswissenschaft und Denkmalpflege
Artikel von Heinrich Speich vom 10. November 2011
Uwe Peltz und Olivia Zorn (Hgg.): kulturGUTerhalten.
Standards in der Restaurierungswissenschaft und Denkmalpflege, 251 Seiten,
durchgehend s/w bebildert, Philipp von Zabern / Staatliche Museen zu Berlin,
Mainz 2009. Das Buch bestellen bei
Amazon.de.
Im Frühjahr 2009 fand in Berlin ein
vielbeachteter Kongress zu den Themen Restaurierung und Denkmalpflege statt.
Gleichzeitig präsentierten die Staatlichen Museen zu Berlin eine
Ausstellung, in der an Schlüsselobjekten Fragestellungen und
Lösungsvorschläge der Restaurierungsprofis gezeigt werden konnten.
Der Band zu den
„Standards in der Restaurierungswissenschaft und
Denkmalpflege“ enthält 32 Kongressbeiträge, die sich dem gesamten Spektrum
der gegenwärtigen Fachdiskussion widmen. Ausgehend von einer
Standortbestimmung der Institutionen im Kulturgüterschutz
(Restauratorenausbildung, Museen, Sammlungen, Archive) werden Standards und
Verfahren anhand aktueller Beispiele diskutiert. Dabei werden nicht nur
„Dauerbrenner" wie die Konservierung von Eisenfunden behandelt, sondern auch
methodische und technische Innovationen in Randgebieten vorgestellt: So etwa
Varianten früher Peruanischer Textilien. Probleme wie etwa die Materialdiversität, Produktionstechniken, Konservierung und Ausstellung
(Lena Bjerregaard) werden hier unterschiedlich gewichtet.
Die Beiträge des Kongresses schlagen geschickt den Bogen zur Ausstellung, in
welcher die entsprechenden Exponate präsentiert wurden. Zusammengefasst
liegen sie im Ausstellungsband
„Restaurierung archäologischer Schätze an den
Staatlichen Museen zu Berlin“ vor*.
Der erste Teil des Bandes widmet sich den Funden in den Staatlichen Museen
zu Berlin. Darunter finden sich unter anderem Fundkomplexe mit heiklen
Materialien, welche die Restaurierungslabors in Berlin herausgefordert
haben; so etwa die Silbergefässe des sog. Schatz des Priamos aus Troja. Der
zweiter Teil befasst sich mit Fragen rund um die wieder aufgebauten
Monumente in Berliner Museen. Dazu gehört etwa das Markttor von Milet im
Pergamonmuseum oder die Neuaufstellung der Opferkammern und Tempelreliefs
des ägyptischen Alten Reiches im Neuen Museum Berlin. Der Schwerpunkt wird
hier auf die Themen Restauration und Rekonstruktion, Konservierung
historischer Architekturrekonstruktion und Präsentation aktuellen
Forschungsstandes gelegt.
Der konkreten Anwendbarkeit moderner Denkmalpflege-Standards widmen sich
mehrere programmatische Beiträge. Sie reichen über die präventive
Konservierung in Bayern, den Kampf gegen feuchtes Mauerwerk in Kalkuttas
historischem Museum bis zur Konservierung nordamerikanischer Totem-Pfähle.
In unseren Breiten dürften insbesondere die
„Guidelines for the preservation
of Catholic churches“ (Daniela Concas) zur Anwendung kommen. Sie beleuchten
den liturgischen Wandel und die denkmalpflegerischen Konsequenzen.
Insgesamt bietet der Band einen detailreichen Einblick in die Probleme
aktueller Restaurationstechniken. Die Autoren präsentieren methodische und
technische Ansätze. Zudem entwickeln sie neue Modelle für Konservierung und
Präsentation von Kulturgütern rund um den Globus. Dabei werden
glücklicherweise keine
„neuen“ Standards propagiert – von diesen gibt
es im
Bereich der Denkmalpflege und des Kulturgüterschutzes schon zuviele. Die in
Deutsch und Englisch verfasste Publikation zeigt dem Fachpublikum anhand
praktischer Beispiele Möglichkeiten und Varianten der Umsetzung.
* Lena Bjerregaard und Kathrin Mälck, Gesponnen, gewirkt und gewoben.
Restaurierung archäologischer Textilien an den Staatlichen Museen zu Berlin,
in: kulturGUTerhalten. Restaurierung archäologischer Schätze an den
Staatlichen Museen zu Berlin, Mainz 2009, S. 97-102.

Uwe Peltz
und Olivia Zorn (Hg.): kulturGUTerhalten. Standards in der
Restaurierungswissenschaft und Denkmalpflege, 251 Seiten, durchgehend s/w
bebildert, Philipp von Zabern / Staatliche Museen zu Berlin, Mainz 2009. Das
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