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Franz Marc Die Retrospektive
In der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München - noch bis am 29. Januar 2006. Buch bestellen bei Amazon.de.
Artikel vom 5. Januar 2006
 
Erstmals seit einem Vierteljahrhundert widmet ein Museum Franz Marc (1880-1916) eine umfassende Retrospektive. Anlass ist der 125. Geburtstag und der 90. Todestag des expressionistischen Malers. Die Retrospektive in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau in München übertrifft gar die legendäre Münchner Gedächtnisausstellung von 1916 wie auch die letzte, die 1980 ebenfalls im Lenbachhaus stattfand.

Mit rund 100 Gemälden sind in München noch bis am 29. Januar 2006 rund die Hälfte aller von Franz Marc erhaltenen Werke in Öl zu sehen. Daneben sind rund 150 Papierarbeiten ausgestellt.

Da seine kunsttheoretischen Schriften bereits umfassend aufgearbeitet wurden, widmet sich der Katalog dem Frühwerk des Künstlers, das bisher kaum beleuchtet wurde, sowie seinem Verhältnis zur Malerei der Deutsch-Römer, deren "idealische" Kunst Marc bei der Entwicklung seines neuen Formenvokabulars beeinflusst haben. Zu seinen eigenen Stilmitteln, seiner Formsprache und seinen Farbakkorden, fand er 1911, im Umbruchsjahr des "Blauen Reiters".

Zudem versucht ein Katalogbeitrag, Marcs charakteristische Tiermalerei über sein Interesse für die Naturwissenschaften zu erklären, das im traditionellen Bild vom "romantisch-expressionistischen" Künstler oft übersehen wurde. Mit den physikalischen Lichtgesetzen und den elektrischen Strahlen befasste er sich eingehend. Ein weiterer Erklärungsstrang führt über Marcs Rezeption von Friedrich Nietzsches Werk und seinem besonderen Animismus und seinem Antimaterialismus.

Der letzte Artikel des Katalogs untersucht die Anregungen, die Marc durch exotische Motive aus Japan, Indien und Assyrien erhielt, wobei das Studium der unpublizierten Blätter aus seinen Skizzenbüchern hilfreich war.

Die Herausgeber Annegret Hoberg und Helmut Friedel leiten daraus drei Hauptmotive in Franz Marcs Schaffen ab: Verlebendigung, Emotionalisierung und Vergeistigung.

Nicht nur Marcs malerische Entwicklung, sondern auch sein Liebesleben verlief mitunter spannend und unentschlossen. Er heiratete zwei Malerkolleginnen: Marie Schnür 1907, von der er sich 1908 bereits wieder trennte, um mit Maria Franck zu leben. Da Marie Schnür auf Ehebruch klagte, konnte sie Marcs Heirat mit Maria Franck jahrelang verhindern. Erst 1911 ehelichte er sie in London nach englischen Recht, 1913 nach deutschen Recht.

Interessant war das Jahr 1906, als die drei zusammen in der Nähe von Kochel auf den "Thränenhügel" stiegen, dessen Standort nicht bekannt ist. Dort malte Marc seine zwei Herzdamen, die gemeinsam für ihn posieren mussten. Nach einer der vielen Zerstörungsaktionen überlebte nur der Teil des Gemäldes mit dem lebensgrossen Bildnis von Maria Franck.

Emotional kam es 1906 zu einer Klärung, den Marc teilte Maria Franck im November mit, er werde Marie Schnür heiraten, damit sie ihren aus dem Verhältnis mit einem anderen Mann stammendes Kind zu sich nehmen könne. Doch diese Heirat stellte sich wie erwähnt 1908 als Irrtum heraus, als es ihn zu Maria Franck zog. Künstlerisch hingegen kam der entscheidende Durchbruch erst 1911.

Franz Marc malte ab 1911 auf seine freie Art "unschuldige Tiere", wobei er in der Darstellung immer freier wurde. Nicht nur waren seine Pferde nun blau und gelb, sondern er malte gar Fabeltiere. Neben der Begegnung mit Wassily Kandinsky (Kandinsky und Russland, Kandinskys Aquarelle in der Royal Academy of Arts in London, Kandinsky der Kunsthalle Tübingen) war jene mit Robert Delaunay für seine künstlerische Entwicklung entscheidend. Vom Expressionismus geprägt und vom Futurismus beeinflusst wollte er den Kubismus überwinden und fand so zu seinem einzigartigen Stil. Seine Bilder waren nicht nur pantheistisch, seine Tiere fühlten, als ob er mit ihnen kommunizieren konnte.

Siehe zur Biografie von Franz Marc den Artikel zur Ausstellung Franz Marc - Pferde in der Staatsgalerie Stuttgart im Jahr 2000. - Bücher zu Franz Marc bei Amazon.de.


Franz Marc. Die Retrospektive. Herausgegeben von Annegret Hoberg und Helmut Friedel. Katalog zur Ausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München, bis 29. Januar 2006. Gebundene Ausgabe, Prestel, 2005, 335 S. Buch bestellen bei Amazon.de. - Bücher zu Franz Marc bei Amazon.de.



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