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Joseph Beuys (1921 - 1986)
Biografie, Kunst, Buch Beuys: Bilder eines Lebens von Christiane Hoffmans

Artikel vom 8. November 2009

Die Biografie von Joseph Beuys
  
Joseph Beuys wurde am 12. Mai 1921 als Sohn des Kaufmanns Josef Jakob Beuys und seiner Frau Johanna Maria Margarete geb. Hülsermann in Krefeld geboren. Die Familie zog laut Melderegister erst vier Monate später nach Kleve, wohin Beuys sein Geburt hinversetzt hatte. Der Künstler schilderte und interpretierte auch sonst sein Leben und seine Kunst sehr frei.

Christiane Hoffmans kommt das Verdienst zu, in ihrem Buch Beuys: Bilder eines Lebens (bestellen bei Amazon.de) mit so manchen Mythen und Legenden von und um den Künstler aufzuräumen. Sie hat dafür zwanzig Beuys-Kenner sowie Freunde und Verwandte des Künstlers zu Wort kommen lassen. Die Fotos im Bildband zeigen nicht nur Beuys als sich selbst stilisierenden Künstler, sondern ebenfalls private, oft unbekannte Szenen aus dem Leben des Menschen hinter der Kunst.

Die 1961 in Aachen geborene Christiane Hoffmans ist eine Literaturwissenschaftlerin und promovierte Kunsthistorikern, die seit 2001 bei der Welt am Sonntag für die Kulturberichterstattung in Nordrhein-Westfalen und den internationalen Kunstmarkt verantwortlich ist. Mit Beuys: Bilder eines Lebens liefert sie längst überfällige Korrekturen am Bild des begnadeten und charismatischen Selbstdarstellers.

Widerlegte Mythen des Selbstdarstellers

Am 16. März 1944 stürzte die Ju87 von Joseph Beuys in Russland ab. Der Künstler strickte daraus später eine Legende. Der Pilot des von einem russischen Geschütz getroffenen Sturzkampflugzeugs starb bei der Bruchlandung. Er, Beuys, sei aus der Maschine geschleudert und von Krimtataren gerettet worden. Sie hätten ihn in Filz eingewickelt damit sein Körper warm werde und die Wärme gespeichert werden könne. Die Tataren hätten seine Wunden mit tierischen Fett gesalbt. Beuys erklärte seine Vorliebe für Filz und Fett von dieser Kriegsgeschichte her.

Doch die Künstlerlegende entspricht nicht der Wahrheit, wie schon vor Christiane Hoffmans' Buch bekannt war. Sie hat zu dieser wie auch zu anderen Legenden hingegen recherchiert und fügt neue Details hinzu. Beuys wurde bereits am Tag nach seinem Absturz ins Feldlazarett 179 in Kruman-Kemektschi eingeliefert. Er konnte folglich nicht tagelang von Tataren gepflegt worden sein. Laut dem Staffelkapitän stürzte der Flieger nicht wegen Fremdeinwirkung, sondern allein wegen fliegerischem Unvermögen des Piloten ab. Nur wenige Stunden nach dem Absturz besuchte der Staffelkapitän den Soldaten Beuys im Feldlazarett. Dieser litt an einer leichten Gehirnerschütterung und einem gebrochenen Nasenbein. Der Staffelkapitän widersprach ebenfalls der Legende von einem doppelten Schädelbasisbruch, weshalb Beuys wohl ebenfalls kein Edelmetallimplantat in seinen Kopf eingesetzt erhielt, wie Beuys behauptet hatte. Die Tochter von Beuys' Lehrer Ewald Mataré, Sonja, fand keine Narben einer Silberplatte am Kopf des jungen Studenten, als sie ihm die Haare kurz nach dem Krieg schnitt. Die Deutung, Beuys verarbeite mit Fett und Filz sein Kriegstrauma, ist falsch.

Beuys wurde laut Christiane Hoffmans bereits Mitte der 1960er Jahre, kurz nachdem er seine ersten wichtigen Aktionen gemacht hatte, wie kaum ein anderer Künstler angegriffen. Fetteckenguru, Scharlatan und Schamane lauteten die bösartigen Angriffe. Käufer seiner Kunst wurden als verrückt bezeichnet. Der hagere Beuys mit seinem Filzhut habe bei vielen Menschen Angst und Aggressionen geweckt.

Beuys erschuf sein eigenes Künstlermythos. Christiane Hoffmans bezeichnet ihn als Künstler, der die Definition von Kunst in bis dahin undenkbare Richtungen erweitert habe. Denken, Reden und Diskutieren gehörten demnach zum erweiterten Kunstbegriff von Beuys, was seine Kunst und sein Leben so einzigartig, vielschichtig und spannend mache, so die Autorin.

Beuys gab an, er sei in Geldern in einer Unterführung auf einem Feldweg geboren worden. Christiane Hoffmans setzt wie eingangs erwähnt eher auf Krefeld, wo die Familie gemeldet war.



Jugend, Selbstfindung, Studium

Joseph Beuys genoss laut Christiane Hoffmans als Sohn einer gutbürgerlichen Familie Klavier- und Cellounterricht. Im sogenannten Bannorchester de Hitlerjugend spielte er Cello. Seine musikalische Ausbildung legte den Grundstein für seine Aktionen im Rahmen der Fluxus-Gruppe, mit Klavier, Cello und Stimme als seinen bevorzugten Instrumenten. Eric Satie war sein Lieblingskomponist. Als Künstler tat er sich später auch mit Eigenkompositionen hervor, so 1966 mit Infiltration Homogen für Konzertflügel, der grösste Komponist der Gegenwart ist das Contergankind. Von 1963 bis 1985 führte er rund 40 Aktionen (oft mit Musik) auf, wovon noch heute viele Installationen und Environments zeugen.

In der Schule erhielt Beuys zudem Kunstunterricht. Seine Landschaftsaquarelle waren so gut, dass er sie im Treppenhaus seines Gymnasiums aufhängen durfte. Drei Jahre vor seinem Abitur begann er regelmässig den belgischen Bildhauer Achilles Moortgat (1881-1957) in seinem Atelier in Kleve zu besuchen, der dem Spätimpressionismus und dem Jugendstil verpflichtet war. Prägend wurde seine Begegnung mit einer Skulptur von Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), allerdings nur mit einem schwarz-weiss Foto in einem Heftchen. Als Initialzündung für seine Beschäftigung mit der Bildhauerei jedenfalls bezeichnete es Beuys in seiner Rede zur Verleihung des Wilhelm Lehmbruck-Preises am 12. Januar 1986, ganze 11 Tage vor seinem Tod. Die erste Begegnung mit einem Werk von Lehmbruck enthielt für den Künstler bereits den Keim zu seinem „erweiterten Kunstbegriff“ und seiner „sozialen Plastik“, die er Mitte der 1960er Jahre entwickelte.

Im Mai 1933 wurden in Kleve auf dem Schulhof von Joseph Beuys Bücher verbrannt. Der Junge will damals ein Buch des schwedischen Naturforschers Carl von Linné gerettet haben. Doch Christiane Hoffmans weist darauf hin, dass das erwähnte Werk gar nicht auf dem Index der Nazis stand.

Für die Autorin gibt es nur wenige Künstler, deren Werke so substanziell von Kindheits- und Jugendeindrücken gespeist sind wie die von Beuys. Spezifische Eigenschaften der Menschen und der Landschaft am Niederrhein hätten sich tief in Beuys' Leben und Werk eingegraben. Die Menschen hier seien gleichzeitig widerspenstig und melancholisch, erdverbunden und spirituell, neugierig und idealistisch.

1940 meldete sich Beuys direkt vom Abitur zur Luftwaffe, beeindruckt vom Überfall der Wehrmacht auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg, wie er später bekannte. Dort lernte er den späteren Tierfilmer Heinz Sielmann kennen. Nach dem Krieg begleitete er ihn einige Male bei seinen Aufnahmen. Doch Beuys wurde im Krieg klar, dass er nicht Naturwissenschaftler, sondern Bildhauer werden wollte. Bereits sechs Tage nach seinem 22. Geburtstag bat er seine Eltern, ihm alle Unterlagen für die Immatrikulation an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin zu besorgen. Doch der Krieg verzögerte diesen Plan. Erst als er am 5. August aus der britischen Kriegsgefangenschaft, in die er im Mai geraten war, entlassen wurde, konnte sein Leben als Künstler beginnen.

Joseph Beuys wandte sich zuerst an den Bildhauer Walter Brüx in Kleve, der ihm die Grundbegriffe des Metiers beibrachte. Der Maler Hanns Lamers, der in Paris studiert hatte, machte ihn mit den modernen Kunstströmungen bekannt. Lamers und Brüx gründeten nach dem Krieg den Klever Künstlerbund, an dessen Ausstellungen Beuys von 1948 bis 1950 dreimal teilnahm. Beuys trug damals eine Baskenmütze wie Lamers, der laut Christiane Hoffmans für den jungen Beuys eine Art Vaterfigur gewesen sein müsse. Erst Anfang der 1950er Jahre tauschte Beuys die Baskenmütze gegen flache Hüte aus Leinen oder Segeltuch, ehe er den Filzhut für sich entdeckte.

Am 1. April 1946 begann Joseph Beuys sein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf, zwei Monate nachdem diesen seinen Betrieb wieder aufgenommen hatte. Im Wintersemester 1946/47 wechselte er in die Klasse von Ewald Mataré, dessen Kunst nun nicht mehr als „entartet“ galt. Von ihm konnte Beuys laut Christiane Hoffmans lernen, wie man Formen klar gestaltet und wie man einfachen Figuren eine sinnlich-mythologische Tiefe gibt.

In jener Zeit begann sich Beuys zudem mit dem Werk des Anthroposophen Rudolf Steiner auseinanderzusetzen. Steiners Säulen Geistesleben, Rechtsleben und Wirtschaftsleben wurden zum Fundament von Beuys' Anfang der 1970er Jahre entwickelten Idee der „sozialen Plastik“. Jeder Mensch ist demnach aufgerufen, zu einem Mitgestalter, Plastiker oder Architekten am sozialen Organismus zu werden, so Beuys.

Ewald Mataré förderte zwar seinen Meisterschüler Joseph Beuys, doch verhinderte er 1958 auch, dass dieser zum Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie ernannt wird, weil er die Schüler zu sehr faszinieren würde.

Christiane Hoffmans sieht in den ersten Jahren seines Studiums eine formale Nähe von Beuys zum Werk seines Lehrers. Doch die Ausführung war bereits unakademisch. So war seine „Jungfrau“ von 1952 ein winziges kopfloses Püppchen, das in eine Mullbinde gewickelt war und auf einem grossen Kissen lag.

Joseph Beuys stand damals auf finanziell wackligen Füssen. Seine Situation war etwas durch die 1951 erfolgte Begegnung mit den Brüdern Hans und Franz Joseph van der Grinten gemildert. Die zwei Kunstsammler erwarben ab 1952 regelmässig Kunstwerke von Beuys, wobei sie 1952 zwei Holzschnitte für je 20 Mark erwarben, für die es damals dreieinhalb Kilogramm Butter oder 100 Eier gab. Doch ein Anfang war gemacht. Die Brüder stellten in der Folge die bedeutendste Beuys-Sammlung der Welt zusammen.

Vor allem aber organisierten die Brüder van der Grinten 1953 eine Ausstellung auf dem elterlichen Bauernhof in Kranenburg mit den Werken von Beuys, welche Künstler, Sammler und Museumsleute anzog. Darunter waren der Bildhauer Gerhard Marcks und die Wuppertaler Sammlerin Stella Baum, die den Direktor des Wuppertaler Von der Heydt-Museums Harald Seiler auf den noch unbekannten Joseph Beuys aufmerksam machte, der sich damals übrigens noch „Josef“ schrieb. Die Kritiken zur Ausstellung in Kranenburg waren miserabel. Doch Seiler übernahm einen grossen Teil der Werke in die von ihm in Wuppertal organisierte Doppelausstellung „Wolfgang Fräger - Josef Beuys“, die positive Rezensionen erhielt. Es dauerte dennoch acht Jahre bis Beuys wieder in einer Einzelausstellung zu sehen war.

Am Heiligabend 1954 sandte ihm seine Verlobte, deren Namen bis heute nicht geklärt ist, ihren Verlobungsring zurück. Dies stürzte den armen Beuys in eine Depression, die mindestens zwei Jahre dauerte. Bis liess die gelöste Verlobung als Grund für seine Krise nur bedingt gelten. Er bevorzugte die Version, nach der seine Kriegserlebnisse nachwirkten. Er stilisierte diesen Zeitraum später zu einer Periode der Selbstreinigung und der Wiederauferstehung. Wie einem Schamanen sei es ihm gelungen, sich selbst zu heilen und daraus die Fähigkeit gewinnen, andere Menschen und die Gesellschaft zu heilen (und Sie, liebe Leser, dachten, nur Obama sei wunderbar).

Doch der Weg dahin hart. Weder Eltern, Freunde noch Lehrer konnten ihm zuerst helfen. Erst als er einige Monate auf dem Bauernhof der Brüder van der Grinten verbrachte, verbesserte sich sein Zustand. In seinem Lebenslauf/Werklauf schrieb der Künstler dazu lapidar: „1956-1957 Beuys arbeitet auf dem Felde“. Christiane Hoffmans schreibt dazu ironisch: „Ein Mythos von bodenständiger Männlichkeit scheint hier durch.“

1959 heiratete Joseph Beuys Eva (eigentlich Eva-Maria) Wurmbach, mit der er zwei Kinder zeugte (Boien Wenzel *1961 und Jessyka *1964). Eva ist die Tochter des Zoologen Hermann Wurmbach.



Beuys in der Staatsgalerie Stuttgart, in Darmstadt und in Schloss Moyland

Die Staatsgalerie Stuttgart ist eines der wenigen Museen, das einen vom Künstler selbst eingerichteten Beuys-Raum besitzt, der sich im originalen Zustand befindet. Daneben sind zum Beispiel 270 Einzelwerke im „Block Beuys“ im Hessischen Landesmuseum in Darmstatt ausgestellt. Der Werk-Block wurde 1970 vom Künstler über sieben Räume hinweg eingerichtet. [Hinzugefügt am 9. November 2009: Der Darmstädter Industrielle Karl Stöher hatte 1967 die gesamte Beuys-Ausstellung von 1967 im städtischen Museum Mönchengladbach mit 142 Exponaten erworben. In den folgenden Jahren erweiterte er seine Beuys-Sammlung zusammen mit dem Künstler, die heute als Beuys-Block im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt zu sehen ist. Beuys hatte dafür extra die Sammlerin Stella Baum schlussendlich erfolgreich bekniet, den von ihr geliebten „Fettstuhl“ an Ströher zu verkaufen, der heute das Herzstück des „Block-Beuys“ bildet. Der Erfolg war in Darmstadt zuerst allerdings limitiert, denn die Werke galten als Skandal].

Wer wie der Schreibende Beuys als Scharlatan und/oder Charismatiker sah, dessen Werk ohne den Künstler und seine Aktionen und Erklärungen als zweitrangig betrachtete, wird im Beuys-Raum in der Neuen Staatsgalerie eines besseren belehrt. Selbst ohne Verständnis für die Bedeutung der Werke entfalten diese eine Kraft und ästhetische Wirkung, denen sich der Besucher nicht entziehen kann.

Die Kreuzigung von Joseph Beuys aus den Jahren 1962/63 ist eine Installation in der Staatsgalerie bestehend aus Holz, Flaschen, Elektrokabel, Draht und Papier. Sie orientiert sich an der traditionellen Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes, doch verzichtet sie auf eine figürliche Darstellung. In der Reduzierung auf Dinge mit metaphorischen Bedeutung gewinnt das Werk an Kraft. Zugleich überzeugt es aus ästhetischer Hinsicht. Blutfarbene Kreuze und zwei Blutkonserven verweisen auf das Blut als Lebensspender. Nadeln und Nägel gehören zur Kreuzigung und zum Leidenweg Christi. Wortfragmente auf den Zeitungsfetzen an den Flaschen und am Kreuz verbinden Finanzbegriffe mit dem Wort „Schuld“ (heute aktueller denn je). Eine Verlobungsanzeige steht für Liebe im Zusammenhang mit Schuld und Sühne. Die Abgenutztheit der verwendeten Materialien verweist auf Vergangenheit, Distanz und Vergessen.

Schon alleine wegen dem vom Künstler 1984 eingerichteten Beuys-Saal lohnt sich ein Gang in die Staatsgalerie Stuttgart.

Abschliessend sei verwiesen auf die seit 1990 existierende Stiftung Schloss Moyland bei Geldern bzw. Kleve. Sie beherbergt im neugotischen Wasserschloss die Kunstsammlung mit Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert der Brüder Franz Joseph und Hans van der Grinten. Deren Schwerpunkt bildet der mit annähernd 5000 Arbeiten weltweit grösste Bestand an Werken von Joseph Beuys. Das Joseph Beuys Archiv befindet sich ebenfalls auf dem Museumsgelände von Schloss Moyland. Es ist als internationale Forschungseinrichtung zugleich Institut an der Kunstakademie Düsseldorf und beherbergt rund 2,000 Medieneinheiten zum Leben und Werk von Joseph Beuys sowie Tausende von Dokumenten. Der Schreibende hat es bisher noch nicht nach Schloss Moyland geschafft, was 2010 nachzuholen sein wird. Allerdings könnte es zu spät sein, denn das Museum steht unter Druck. Eine Petition gegen die Zerstörung der Beuys-Werke in Schloss Moyland wurde von namhaften deutschen und  internationalen Kunstschaffenden (Künstlern, Kuratoren und Sammlern) unterschrieben. Initiiert wurde sie von Heiner Bastian, dem ehemaligen Privatsekretär von Beuys, und der Künstlerwitwe Eva Beuys. Seit zwölf Jahren seien die Werke von Beuys dort ungeschützt dem Licht ausgesetzt. Unfähigkeit, Gleichgültigkeit und Provinzialismus werfen die Unterzeichner den Besitzern und Museumsmachern vor. Adäquate Restaurierung, konservatorische Betreuung, kompetente Forschung und adäquate Ausstellungsräume seien vonnöten. Die Familie Beuys klagt zudem auf die Herausgabe von Werken, die den van der Grintens nur treuhänderisch zur Verwahrung übergeben worden seien. Die Verwertungsgesellschaft VG BildKunst (wohl im Namen von Eva Beuys) verweigert Schloss Moyland die Abbildung von Beuys' Werken in Katalogen sowie auf Plakaten und Einladungen.


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Das Buch Beuys: Bilder eines Lebens von Christiane Hoffmans, im E.A. Seemann Verlag September 2009 erschienen, mit 144 Seiten und 100 Abbildungen, bestellen bei Amazon.de.


Hinzugefügt am 9. November 2009:
Fortsetzung der Beuys Biografie: 1958 war ein entscheidendes Jahr

Das Jahr 1958 war für Joseph Beuys nicht nur privat, sondern auch künstlerisch entscheidend. 1958 lernte er auf einem Karnevalsfest die Kunsterziehungsstudentin Eva Wurmbach kennen, die er wie erwähnt im September 1959 heiratete.

Eva schrieb ihre Examensarbeit zum Thema
„Die Landschaften in den Hintergründen der Gemälde Leonardos“. Beuys zeichnete dafür 11 Diagramme, in denen der Bilderaufbau Leonardos analysiert wird. Von nun an wollte Beuys wie Leonardo da Vinci ein Vermittler zwischen Kunst, Wissenschaft, Natur und Technik sein. 1958 entstanden seine ersten Zeichnungen unter dem Titel „Projekt Weltmensch 1958“ mit der Idee, Kunst und Leben sollten sich gegenseitig durchdringen. Doch erst im März 1961 zeichnete sich auch eine finanzielle Besserung ab, als ihm eine Professur an der Düsseldorfer Akademie zugesagt wurde. Dies war wichtig, nicht zuletzt weil Eva schwanger war.

Professor und Fluxus-Aktionskünstler mit einer engen Beziehung zu Tieren

Den Lehrstuhl für monumentale Bildhauerei übernahm Joseph Beuys am 1. November 1961. Der „verrückte“ Professor revolutionierte am 2. Februar 1963 das Institut und die Kunst mit der Aufführung der „Sibirischen Symphonie 1. Satz“ im Rahmen des Festivals „FESTUM FLUXORUM FLUXUS“. Sie trug ihm den Ruf des Provokateurs ein. Zu Beginn der Aktion spielte er eine Eigenkomposition, danach ein Stück von Erik Satie. Am Ende des Konzerts stand er auf, nahm einen toten Hasen, befestigte ihn an einer Schiefertafel,  präparierte das Klavier mit Bergen aus Ton, in die er kleine Äste steckte, verband Klavier und Hase mit einem Draht und riss zuletzt dem Hasen das kleine Herz heraus. „Das ist alles“, kommentierte er die neue Kunstrichtung einsilbig.

In den folgenden Jahren setzte er die gleichen Materialien und Tiere immer wieder ein. Der Hase hatte für Beuys eine Beziehung zu Geburt und Tod, weil er sich eingräbt. Ein Stück Hasenfell trug er an seiner Anglerweste. Als Kühlerfigur seines Bentleys diente ein Hase. Die Fruchtbarkeit des Tieres, seine Fähigkeit, Haken zu schlagen, seine Grenzgängereigenschaften und seine Steppenherkunft bewogen Beuys, den Hasen als sein ureigenes Tier anzusehen. In einer seiner laut Christiane Hoffmans eindrücklichsten Aktionen erklärte er einem toten Hasen zwei Stunden lang Bilder in der Galerie Schmela in Düsseldorf. Den Kopf des Hasen hatte er mit Hönig eingeschmiert und mit Blattgold beschichtet.

Leitmotive in der Arbeit von Beuys waren Hirsch, Schwan, Elch, Biene, Schaf und Hase, deren kulturhistorische, mythologische und alchemistische Bedeutung er als Künstler-Forscher ausführlich beschäftigte. Der Hirsch war ihm oft Tier des Todes und Symbol für die schöpferische Qualität des Leids. Elch und Schaf standen für die christliche Vorstellung einer Herde und ihres Führers. Der Schwan war das Wappentier der Klever Grafen. Die 15 Vorträge von Rudolf Steiner von 1923 zur Biene machten dieses Insekt neben dem Hasen zum Tier, mit dem sich Beuys am intensivste beschäftigte. Die soziale Organisation mit Königin und Arbeiterinnen, die Architektur des Wabenbaus (Plastiken), die Produktion und Konsistenz des Honigs (Wärmeelement und Fliessen) nutzte Beuys ausführlich in seiner Kunst und für theoretische Überlegungen.

Bei aller Innovation war sich Joseph Beuys der Kunstgeschichte sehr bewusst. Bei der „sibirischen Symphonie“ orientierte er sich laut Christiane Hoffmans an niederländischen Stillleben des 17. Jahrhunderts. Dürers „Feldhasen“ kannte er natürlich auch. In der Aktion „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ sieht die Autorin eine kunsthistorische Parallele zu Leonardos Gemälde „Dame mit Hermelin“. Das Verbinden unterschiedlichster Dinge, die zuerst nichts miteinander zu tun zu haben schienen, nannte er „konstellatives Denken“. Banales wird unheimlich. Laut Bazon Brock war Beuys' grösste Meisterschaft, totes Material so stark zu präsentieren, dass man glaubte, er könne zaubern.

Aus dem 1959 von Allan Kaprov in New York erfundenen Happening, einer Improvisation mit Publikum, entstand in Europa die Fluxus-Kunstrichtung. Fluxus - das Fliessende verband bildende Künstler, Komponisten, Musiker, Dichter und Dramaturgen zu interdisziplinären Aktionen gegen alle Konventionen mit Alltagsgegenständen und ungewöhnlichen Geräuschen. Beuys kam die neue Kunstform seinem Talent der theatralischen Präsentation eines Gesamtkunstwerks entgegen. Beuys hatte einen sehr weitgefassten Aktionsbegriff und passte sich als Querdenker der Fluxus-Bewegung nicht einfach an. Er erweiterte für sich den Begriff der Plastik, worunter er das Ergebnis eines Prozesses der Bewusstwerdung verstand. Denken war für ihn ein gestalterischer, plastischer Prozess. Er wählte Wachs, Fett und Filz als Materialien, die seine Ideen ideal repräsentierten.  1963 entdeckte er für sich Filz und Fett („Fettkiste“ und „Fettstuhl“). Filz mit seiner wärmespeichernden und isolierenden Eigenschaft verwendete er in der Kunst wie im täglichen Leben (Filzanzug und Filzhut).

1964 wurde Beuys über Nacht zum bekanntesten Künstler Deutschlands und zum Märtyrer stilisiert, als die Zeitungen ein Foto von ihm mit starrem Blick, blutender Nase und Kreuz in der Hand publizierten. Er war von einem Zuschauer bei der Aktion „Kukei, akopee - Nein!“ in Düsseldorf geschlagen worden. Sie fand am 20. Juli 1964 im Rahmen einer Fluxus-Veranstaltung in Erinnerung an das Hitlerattentat 20 Jahre zuvor organisiert worden. Bazon Brock hatte das Publikum mit „Wollt Ihr den totalen Krieg?“ (Goebbels vom Tonband) zu Pfiffen, Protesten und Ja-Rufen animiert und danach eine Ansprache im Kopfstand zum 20. Juli gehalten. Danach begann Beuys mit seiner Aktion. Als Salzsäure ins Publikum spritzte, sah ein junger Mann seinen Anzug dadurch beschädigt, kam auf die Bühne und schlug Beuys mehrmals ins Gesicht, sodass dieser blutete. Beuys griff geistesgegenwärtig in seine Requisitenkiste, nahm ein Kreuz heraus und hielt es mit seiner linken Hand in die Menge, die tobte. Als Fotografen kamen, hielt er erneut das Kreuz hoch und zog den rechten Arm wie zum Hitlergruss nach oben. Christiane Hoffmans zitiert Stimmen, die bezeugen, dass sich Beuys der Medienpräsenz bewusst war. In der Öffentlichkeit wurde er zu einem anderen Menschen. Die Sache mit der Nase war wohl kaum geplant, sondern dem Improvisationstalent des Künstlers geschuldet, der laut Bazon Brock sofort die Analogie zwischen seiner blutenden Nase und dem Blut aus den Wunden Christi erkannte. Dennoch waren Beuys' Aktionen oft durchdacht und bis ins Detail geplant.



Joseph Beuys wollte, dass jeder Mensch die Möglichkeit hatte, an seiner Akademie Kunst zu studieren. Johannes Rau entliess ihn 1972, weil er in Düsseldorf abgewiesene Studenten weiterhin in seiner Klasse aufnahm. Andere Professoren hatten sich bereits 1968 über die immer grössere werdende Klasse von Beuys beschwert. „Jeder Mensch ist ein Künstler“, so lautete das Credo des Professors und Künstlers. Man könne für die Menschen nur aus der Kunst heraus etwas tun. Seine plastische Theorie und seine „soziale Plastik“ wandten sich gegen die Verknöcherung der Gesellschaft. Er wollte das ganze Bildungssystem reformieren. Alle seien freie und kreative Wesen. Das verstaatlichte Hochschulsystem zerstöre Kunst und Kreativität.

Beuys reagierte auf die Abführung durch Polizisten, von Johannes Rau angeordnet, mit der kleinen Arbeit „Demokratie ist lustig“. Doch der 11. Oktober 1972 führte später zu einem Herzinfarkt, weil der Schock ihren Mann so traurig wie noch nie gemacht habe, so Eva Beuys. 1978 musste das Land Nordrhein-Westfalen die fristlose Kündigung rückgängig machen. Beuys schloss daraufhin mit dem neuen Wissenschaftsminister Reimut Jochimsen einen Kompromiss: Er nahm seine Klage am Arbeitsgericht zurück und durfte dafür sein Atelier in der Akademie bis zur Vollendung seines 65. Lebensjahres nutzen und den Professorentitel weiterführen. Beuys besuchte Rau übrigens mehrfach. Bei seiner ersten Begegnung nahm er aus Respekt vor dem Amt, wie er dem erstaunten Minister erklärte, an der Bürotür von Rau seinen Hut ab.

Beuys war ein strenger Lehrer, der Schüler schon mal abkanzelte und missratene Werke einfach auf den Boden fallen liess. Doch seien seine Korrekturen messerscharf und gut begründet gewesen. Zudem kam er täglich an die Akademie, manchmal sogar am Wochenende, und zog die Studenten scharenweise an. So unterschiedliche Künstler wie Katharina Sieverding, Ulrike Rosenbach, Blinky Palermo, Imi Knoebel und Jörg Immendorff gingen aus seiner Klasse hervor, weil er seine Schüler individuell förderte. Als Lehrer war er kein Selbstdarsteller, sondern ganz normal, ruhig und intelligent. Er war eine Vaterfigur. Bei Studentinnen „ging das ins Erotische“, so Martin Hentschel.

Ein Künstler in der Politik

Nach einem zweiten Herzinfarkt im Mai 1975 gönnte sich Beuys nur eine dreimonatige Rehabilitation. Der Kettenraucher strotzte nur so von Energie. Er vertrat 1976 Deutschland an der Biennale in Venedig, kandidierte als parteiloser Kandidat der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher (AUD) für den Bundestag, wobei er 3% der Stimmen in seinem Wahlkreis gewann. Bereits 1967 hatte sich der Künstler mit dem erweiterten Kunstbegriff in die Politik eingemischt. Er wollte die Kunst in die Politik tragen und nicht Politiker werden. 19 Tage nach dem Tod von Bruno Ohnesorg bei einer Protestaktion gegen den Schah-Besuch hatte Professor Beuys die Deutsche Studentenpartei gegründet. Absolute Waffenlosigkeit, Überwindung der Blöcke in West und Ost - ein neutrales, geeintes Europa, Realisierung einer wirklich christlichen Welt, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Entgiftung von Erde, Wasser und Luft, Überwindung der Lohnabhängigkeit. So lauteten seine (zumeist utopischen) Forderungen.

Ein halbes Jahr nach seiner Entlassung gründete Beuys am 27. April 1973 mit gleichgesinnten den Verein zur Förderung einer Freien internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung e.V. Damit wollte er das vorhandene Schul- und Bildungssystem ergänzen. Unterstützt wurde das Vorhaben von Heinrich Böll. Für die documenta 6 schlug Beuys dem Leiter Manfred Schneckenberger „Die Honigpumpe am Arbeitsplatz 1974-1977“ mit dem Untertitel „100 Tage Freie Internationale Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung“ (FIU) vor. Laut Christiane Hoffmans verbindet des Werk wie kaum ein anderes Beuys' Idee der sozialen Plastik.

Joesph Beuys näherte sich immer stärker Grünen Ideen an. Am 16. und 17. März 1978 war er mit seiner politischen Gruppe am Gründungskongress der Grünen dabei. Zusammen mit Petra Kelly wurde er Spitzenkandidat der Grünen für die Europawahl, obwohl allen von Anfang an klar war, dass Konfliktpotential zwischen Beuys' FIU (Free International University) von 1973 und den restlichen Grünen bestand. Mit unterwegs im Wahlkampf mit den beiden Spitzenkandidaten waren auch Rudi Dutschke, Lukas Beckmann und Milan Horáček.

Zu Hause wurde der wertkonservative Künstler von Frau und Kindern distanziert mit „Beuys“ angeredet. Familie sei im wichtig gewesen, doch eine enge Beziehung zu den Kindern habe er nicht gehabt, so zitiert Christiane Hoffmans widersprüchliche Stimmen.

Als Wahlkämpfer war Beuys ein Zugmaschine, was die Grünen sehr wohl erkanten. Bazon Brock meint dazu, die Leute hätten sich gar nicht dafür interessiert, was er sagte, sondern ausschliesslich dafür, dass er eine solche Wirkung als Künstler hatte.

Am 10. Juni 1982 hörten 300'000 Friedensdemonstranten Beuys auf den Bonner Rheinwiesen zu, als der Mann in Anglerweste das laut Christiane Hoffmans grottenschlechte Lied „Sonne statt Reagan“ sang. Der Song stammte von der Kölner Gruppe BAP, Ina Deter und Wolf Maahn, der Text von einem Werbetexter. Am 22. Januar 1983 endete das politische Engagement von Beuys jedoch abrupt, als die Grünen ihm keinen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl gaben. Der freigeistige Beuys, der nur die Rahmenbedingungen verändern wollte und nicht realisierte, dass die Grünen rasch eine normale Partei werden würden, war insbesondere den Parteilinken  nicht geheuer. Wenige Wochen vor seinem Tod sagte Beuys der SPD-Parteizeitung Vorwärts, dass die Grünen eine ganz normale Partei geworden seien, was nicht in seinem Sinne sei und für ihn sicher auch Konsequenzen haben werde. Er blieb allerdings bis zu seinem Tode Mitglied der Grünen, ohne Konsequenzen zu ziehen.

Zurück zu 1983: Beuys zog seine Kandidatur bei den Grünen wegen dem fehlenden sicheren Listenplatz zurück und widmete sich den ihm verbleibenden drei Lebensjahren den Themen Schmerz und Tod.

Ein Künstler von Weltgeltung

1979 richtete das Guggenheim Museum in New York eine Beuys-Retrospektive aus. Bereits am 23. Mai 1974 war er für drei Tage im Big Apple präsent gewesen. Mit der Aktion „I like America and America likes Me“ wurde er berühmt. Er hatte sich zuvor geweigert, während dem Vietnam-Krieg in den USA präsent zu sein. Doch der Galerist René Block bekniete ihn so lange, bis er mit einem argumentativen Kniff nachgab: „Wenn die Aktion in deiner Galerie stattfindet, dann ist sie für mich europäisches Territorium. Das kann ich betreten.“ Beuys liess sich nicht nur drei Tage lang für jeweils acht Stunden mit einem Kojoten in der Galerie Raum und Lager nieder, sondern er liess sich bei seiner Ankunft am Flughafen nach der Passkontrolle in eine Filzdecke einrollen, auf eine Trage legen und mit einem Krankenwagen in die Galerie fahren, wo der Kojote „Little John“ im zweiten Stock bereits auf ihn wartete. Bei der Rückweise wurde genauso verfahren, sodass sich Beuys in seiner Denkweise nur auf dem „extraterritorialen“ Gebiet der Galerie aufgehalten, also nie amerikanischen Boden betreten hatte. Die Guggenheim-Retrospektive schliesslich bedeutete für den dank dem Kojoten bereits bekannten Künstler den internationalen Durchbruch. In der Künstlerliste des Magazins Capital nahm Beuys nun den ersten Platz ein, vor Rauschenberg und Warhol.

Beuys hatte es finanziell längst geschafft. Den Durchbruch auf dem Kunstmarkt datiert Christiane Hoffmans auf den 14. Oktober 1969. Damals begann die 3. Kölner Kunstmesse. René Block zeichnete an seinem Stand das Beuys-Werk „The pack (das Rudel)“ mit DM 110'000 aus, da er den Künstler als ebenso bedeutend wie Warhol einschätzte, und den Preis an Warhols teuersten Werk auf der Messe ausrichtete. Am letzten Tag kaufte es der Sammler Jost Herbig zum gefragten Preis. Bis dahin hatten Beuys-Arbeiten 30-40000 Mark gekostet.

Beuys kannte schon seinen Preis, hatte gern ein wenig Luxus, war schon auch Geschäftsmann und Selbstdarsteller, gleichzeitig aber auch ein Asket und Anti-Imperialist, der dem Kunstmarkt kritisch gegenüberstand. Mit Editionen und Postkarten wie Warhol demokratisierte er die Kunst, die so erschwinglich wurde.

Der herausragende Bildhauer, Zeichner, Aktionskünstler, Theoretiker, Lehrer und Künstler in der Politik starb am 23. Januar 1986 in seiner Wohnung in Düsseldorf an einer Lungenkrankheit. Seine Asche wurde der Nordsee übergeben.

Christiane Hoffmans hat einen durchaus nicht nur sehens-, sondern auch lesenswerten Bildband zu Leben und Werk von Joseph Beuys verfasst. Beuys: Bilder eines Lebens ist im E.A. Seemann Verlag im September 2009 erschienen, mit 144 Seiten und 100 Abbildungen. Biographie bestellen bei Amazon.de.

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