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Giacometti in Wolfsburg
Alberto Giacometti. Der
Ursprung des Raumes. Die Ausstellung in Wolfsburg bis am 6. März 2011. Das
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Artikel vom 14. Januar 2011
Alberto Giacometti gehört zu den
Giganten unter den Bildhauern. Die Ausstellung in Wolfsburg Alberto
Giacometti - Der Ursprung des Raumes offeriert die erste Übersicht zum
Werk des Schweizer Künstlers in Deutschland seit einem
Dutzend Jahren. Rund 60 Skulpturen, 30 Gemälde und einige Zeichnungen
erlauben einen umfassenden Überblick über die späteren, reiferen Werke von
1940 bis 1965; der Künstler verstarb 1966.
Spätestens seitdem am
3. Februar 2010 Sotheby's London L'homme qui marche - ein Bronzeguss von 1960 - von
Alberto Giacometti für £65 Millionen verkaufte, womit es zum teuersten je
verkauften Kunstwerk der Welt wurde, ist der Name Alberto Giacometti in
aller Munde.
Das Kunstmuseum Wolfsburg offeriert den Werken Giacomettis viel Raum in
einer eigens für die Skulpturen geschaffenen Architektur. So wirken die
Arbeiten des Bildhauers noch stärker.
Albertos neue Sicht auf Raum und Zeit und auf den Menschen darin ist auch
heute noch überwältigend, eine existentielle Erfahrung. Die Aussteller
bezeichnen ihn als den Erfinder des virtuellen Raumes. Wie auch immer, ein
Gang nach Wolfsburg ist Pflicht für alle Kunstfreunde, die dem Werk des
Schweizers noch nie in einer solchen Ballung begegnet sind.
Im Zusammenhang mit dem Museum der Moderne Salzburg präsentiert das
Kunstmuseum Wolfsburg eine hochkarätige Schau. Die Werke stammen aus den
Beständen der Fondation Alberto und Annette Giacometti in Paris, die in
dieser Form erstmals in Deutschland zu sehen sind, aus der
Alberto-Giacometti-Stiftung Zürich sowie aus Museen und Privatsammlungen in
Europa und den USA.
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Das Kunstmuseum Wolfsburg
stellt dem Werk von Alberto Giacometti im oberen Stockwerk die Arbeiten von
Künstlern aus der eigenen Sammlung gegenüber, die der Schweizer durch sein
Schaffen und seine neue Sicht beeinflusst hat bzw. haben soll. Es handelt
sich um Arbeiten von Carl Andre, Stanley Brouwn, Jan Dibbets, Andres Gursky,
Gary Hill, Imi Knoebel, Bruce Nauman, Reiner Ruthenbeck, Thomas Schütte und
Jeff Wall, die sich mit dem Thema Raum und Zeit auseinandersetzen.
Obwohl zum Beispiel seine frühen surrealistischen Arbeiten nicht präsent
sind, wird Alberto Giacometti als „vielschichtiger und intensiver Künstler“
präsentiert. Seine Aktualität für die Gegenwartskunst wird beleuchtet. In
den 50er Jahren wurde seine Werke vom Existenzialismus her gedeutet. Zwei
Beiträge von Jean-Paul Sartre zu Alberto Giacometti sind denn auch am Ende
des Katalogs abgedruckt. Später standen laut den Herausgebern Markus
Brüderlin und Toni Stooss Giacomettis
„experimentellen formalen Untersuchungen im Fokus“ und seine
„fundamentalen phänomenologischen Zweifel an der Wahrnehmbarkeit der
Wirklichkeit“ im Vordergrund der Rezeption.
Auf Grund der räumlich-architektonischen Möglichkeiten mit einer 1600
Quadratmeter grossen, leeren Halle in Wolfsburg widmen sich die
Ausstellungsmacher dem
„Raumproblem“ bei Giacometti. Sie erproben neue Raumformen für die Werke
des Künstlers und experimentieren mit Anregungen, die sie von den
Lichträumen von James Turrell erhalten haben.
Alberto Giacomettis Aussage
„Der Raum existiert nicht, man muss ihn schaffen“, bildet den
Ausgangspunkt der Ausstellung im Museum der Moderne Salzburg. Der Schweizer
machte die Skulptur selbst zum
„Ursprung des Raumes“. Ab 1940 schuf Alberto Giacometti stecknadelgrosse
Figuren. Daraus entstanden Köpfe, Büsten und dann grössere Skulpturen.
Der reich bebilderte Katalog enthält eine Reihe von substantiellen Artikeln
verschiedener Autoren, die sich mit Leben und Werk von Alberto Giacometti,
mit seiner Entdeckung der Leere, der Skulptur und seinem Sockel, Giacomettis
Räumen, seinen Büsten, seinem
„Scheitern“ an seinen Ansprüchen und anderen Themen auseinander setzen.
Gottfried Boehm beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Plastik und Raum. Mit
Thomas Schütte kommt ein zeitgenössischer Künstler zu Wort, der die
„Aktualität von Giacomettis künstlerischer Obsession unterstreicht.“ Im
Bildteil sind einige bisher unpublizierte Farbfotos von Ernst Scheidegger zu
sehen, die Alberto Giacometti bei der Arbeit zeigen, mit und ohne Modelle.
Der Band bietet also etwas für alle.
Siehe zu Alberto Giacometti auch die Artikel
Giacometti in Chur
und Mannheim,
den englischen Artikel zur Ausstellung in der Fondation Beyeler
sowie die deutsche Kritik zur
Retrospektive im Kunsthaus Zürich
und im MoMA in New York.
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Markus Brüderlin und Toni Stooss, Hg.: Alberto Giacometti. Der Ursprung des Raumes. Hatje Canz, 255 S., Kunstmuseum
Wolfsburg, Dezember 2010. Katalog / Buch bestellen bei
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