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Kunst aus Saudi-Arabien
Katalog und Ausstellung
Roads of Arabia. Archäologische Schätze aus Saudi-Arabien im Museum für
Islamische Kunst - Staatliche Museen zu Berlin. Wasmuth Verlag, 2012, 308
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Artikel vom 23. Februar 2012
Ein auch für Spezialisten kaum bekanntes Feld ist die
Kunst Saudi-Arabiens. Eine Ausstellung im Museum für Islamische Kunst der
Staatlichen Museen zu Berlin, zusammen mit dem dazugehörigen Katalog,
schafft hier erstmals Abhilfe.
Systematische archäologische
Ausgrabungen begannen im Saudi-Arabien erst nach dem Zweiten Weltkrieg,
obwohl antike Überlieferungen und Reisebereichte aus dem 18. und 19.
Jahrhundert bereits eine konkrete Vorstellung vom immensen archäologischen
Potential lieferten. Die vorliegende Ausstellung und der Katalog bilden eine
wichtige Etappe im Abbau dieses Mankos.
Die Ausstellung Roads of Arabia vereinigt über 400 Exponate. Die
archäologischen und kulturhistorischen Artefakte stammen aus den
bedeutendsten Sammlungen saudi-arabischer Museen. Das saudische Königshaus
zeigt in Berlin in 13 Räumen auf einer Fläche von 1300qm viele Objekte, die
in Deutschland noch nie zu sehen waren.
Über Jahrtausende hinweg fand über
Händler und Pilger ein Austausch von Waren und Kultur statt. Die Arabische
Halbinsel wird in ihrem Kontext zwischen den Hochkulturen von Mesopotamien
und Ägypten gezeigt. Die Weihrauchstrasse und der Hajj sowie Mekka und
Medina gehören zu den Kernthemen der Ausstellung.
Die Ausstellung deckt ein riesiges zeitliches und thematisches Feld ab. Ein
Schwerpunkt lieg auf der Vor- und Frühgeschichte. Von paläolithischen und
neolithischen Steinwerkzeugen wie den ersten Faustkeilen in Saudi-Arabien
über 6000 Jahre alte anthropomorphe Stelen über monumentale ägyptisierende
Statuen bis zu Objekten der römischen Antike, Chloritgefässen und Keramik,
werden Beispiele gezeigt.
Raum drei zeigt Kolossstatuen aus dem biblischen Dedan/al Ula', der
Hauptstadt des Königreichs Lihyan an der Weihrauchstrasse. Das antike Erbe
Arabiens und seine Grabkultur sind durch die Salzstädte Mada in Salih/Hegra
(die zweite Hauptstadt der Nabatäer, ab 106 n. Chr. Teil der römischen
Provinz Arabia Petraea), Najran und Thaj mit goldenen Grabbeigaben für das
Jenseits präsent.
Götter aus Bronze, Wandmalereien mit Bankettszenen und Artefakte der
Kleinkunst vom 3. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. aus Qaryat al-Faw, an
einer der wichtigsten Handelsstrassen Südarabiens gelegen, dokumentieren den
hohen kulturellen Stand des antiken Arabiens.
Al-Rabadha und al-Mabiyat sind frühislamische Karawanenstädte, mit deren
Hilfe die überregionalen Handelsbeziehungen in den ersten islamischen
Jahrhunderten aufgezeigt werden, als die arabische Welt teil der
Pilgerrouten und Handelswege von China ans Mittelmeer wurde. Keramik, Glas
und Metallarbeiten werden zu diesem Thema gezeigt.
Die islamische Frühzeit wird mit Objekten der Kaaba und der Stadtgeschichte
von Mekka beleuchtet, die erstmals in Deutschland ausgestellt werden. Der
grosse Kopfsaal zeigt Objekte aus den Heiligen Stätten Mekka und Medina, so
die über 3,5 Meter grosse originale Kaaba-Tür aus dem Jahr 1635/36, die vom
osmanischen Sultan Murad IV. gestiftet wurde.
Dies sind lediglich Teilbeschreibungen eines Teils der 13 Räume und 17
Abschnitte im Museum für Islamische Kunst. Der Katalog zeigt nicht nur die
Ausstellungsobjekte, sondern vertieft die angesprochenen Themen.
Im Katalog wiest Ali Al-Ghabban zum Beispiel darauf hin, dass erst 1963 eine
spezielle Abteilung im Bildungsministerium Saudi-Arabiens gegründet wurde,
um das archäologische Erbe des Landes zu erforschen und erschliessen. Die
Berliner Ausstellung ist daher die Frucht der wissenschaftlichen Arbeit von
vier Jahrzehnten.
In den 1970er Jahren wurde damit begonnen, ein Register aller
archäologischen Stätten zu erarbeiten. Zudem wurden erste Schritte zu deren
Erhaltung unternommen. Museen wurden gegründet.
1976 wurde ein langfristiger Plan zur Realisierung von topographischen
Aufnahmen in Angriff genommen, wozu die Gründung des Nationalmuseums in Riad
gehörte.
In den letzten 40 Jahren wurden über Zehntausend archäologische Stätten im
Königreich Saudi-Arabien identifiziert. Ausgrabungen, Untersuchungen und
Restaurierungen folgten.
Der Kern der Ausstellung wurde von der Saudischen Kommission für Tourismus
und Altertümer in Zusammenarbeit mit dem Louvre für eine Ausstellung in
Paris 2010 erstellt.
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Saudi-Arabien im Museum für Islamische Kunst - Staatliche Museen zu
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