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Daniel Kraft
Biografie und sein Restaurant
at eight in Wien
Artikel vom 5. Februar 2011
Biografie von Küchenchef
Daniel Kraft
Daniel Kraft wurde 1987 in Mistelbach in Niederösterreich geboren.
Erblich nicht als Koch vorbelastet, kam der
Sohn einer Bauernfamilie nach der Lehre im elterlichen Heurigen mit der
Gastronomie in Kontakt.
Seiner Mutter zuhause helfend erkannte er schon früh seine Berufung für die
Kochkunst. 2002 zog er nach Wien, um eine Kochlehre im Palais Ferstel zu
absolvieren. Im Ferstel, im Café Central und bei Banketten lernte er
einfache Wiener Küche und gehobene Gastronomie, die ganze Palette vom Wiener
Schnitzel bis zum Gourmetessen, kennen. Nach dreieinhalb Jahren musste er
für sechs Monate ins Bundesheer.
Danach kochte er
2006 und 2007 rund ein Jahr lang im Marriott in Schönbrunn als Commis
de Cuisine internationale Küche mit mediterranem Einschlag. Der
Küchenchef hiess Lucio Manzo und war schon als Sous-Chef im Palais Ferstel
zusammen mit Daniel Kraft tätig gewesen.
Der Einfluss von Lucio Manzo zeigt sich im richtigen Umgang mit Produkten
und ihrer Wertzuschätzung, im Umgang mit Mitarbeitern sowie im präzisen
Kochen.
Im Oktober 2007 kam Daniel Kraft als Demi-Chef ins at eight ins Hotel
The Ring an der Ringstrasse in Wien. Unter Thomas Seifried wurde damals bereits die Aromaküche mit dem Einsatz
von speziellen Ölen und Kräutern gepflegt. 2008 wurde Daniel Kraft im Ring Chef de
Partie.
Es folgte ein Abstecher als Entremetier nach Kitzbühel in den Tennerhof. Thomas Dreher
hatte sich dort damals
drei Hauben und einen Michelin-Stern für seine klassische französische Küche
erarbeitet.
Im Januar 2010 kehrte Daniel Kraft als Sous-Chef ins Ring Hotel zurück.
Als Herr Seifried nach Kitzbühel ging, übernahm Daniel Kraft im at eight
zum ersten Mal in seiner Karriere den Posten des Küchenchefs.
Ein vegetarisches Abendessen im at eight
Getestet am 4. Februar 2011
Im Restaurant at eight waren schon einige Berühmtheiten zu
Gast, so die Schauspieler Scarlett Johannson und Viggo Mortensen, wobei die
meisten Stars es vorziehen, in der Ring Suite zu essen.
Die Abendbeleuchtung liess das at
eight in ganz anderem Licht erstrahlen. Zudem waren die Rücklehnen der
Stühle nicht mehr wie beim Frühstück mit grünen, sondern nun mit roten und
violetten Farben überzogen.
Der Einstieg ins Abendessen erfolgte mit zwei Brötchen (weiss und mit
Oliven), Kürbisbutter und einer ungesalzenen Butter, Olivenöl mit Basilikum
sowie Wacholder- und Johannisbeermeersalz (Maldon-Salze aus
Grossbritannien). Die zwei Salz liessen sich gut mit dem Hirschkalb, die Rehconsommé
und der Wachtel auf der Karte kombinieren, hatte mir Daniel Kraft beim
Gespräch erzählt.
Als Gruss aus der Küche sandte mir der Küchenchef ein Löffelchen Couscous
mit einer Estragonstange, um Lust auf mehr zu machen, was auch gelang.
Zur Begleitung wählte ich ein Glas des jungen und leichten Riesling
Federspiel 2009 von Bayer Harzenleithen aus der Wachau mit 12,5% Alkohol.
Ein einfacher, aber angenehmer Wein.
Der Höhepunkt kam gleich zu Beginn mit der Vorspeise. Eine Burrata mit Artischocken
und hauchzart geschnittenen und gerollten Gurken, die zusammen mit den um
den Teller gruppierten Häufchen Meaux Senf aus Frankreich ein
erlebnisreiches Bouquet ergaben.
Es folgte eine
Rollgerstensuppe, die mit einem darüber schwimmenden dunkelgrünen Liebstöckel-Schaum
erfolgreich verfeinert wurde.
Mein vegetarischer Hauptgang bestand aus Roten Rübenravioli mit Feigensenf,
hervorragend bissfest gekochten Schwarzwurzeln und Roten Rübenschaum, wobei
die Ravioli für meinen Geschmack zu lange gekocht worden waren.
Als Begleitung zum Hauptgang entschied ich mich für einen Chardonnay vom
Weingut Birgit Braunstein in Purbach im Burgenland. Der Felsenstein 2009 vom
Neusiedlersee-Hügelland mit 13,5% Alkohol schmeckte fruchtig und elegant.
Unter den Desserts war das Quittenbrownie zu trocken. Es wurde jedoch von
den oben aufliegenden Quitten „gerettet“ bzw. befeuchtet. Das
Mascarpone-Nusseis überzeugte und der Thymian-Kokosschaum war eine
Traumkombination, wobei das Thymian-Blatt mit seiner Intensität dem Gedanken
der Aromaküche im at eight den krönenden Abschluss gab.
Der bei meinem Essen erst 23jährige Chef zeigte, dass in ihm eine grosse
Zukunft steckt, wenn er weiter hart an sich arbeitet, wobei bereits die
Gegenwart einen Abstecher ins at eight Wert ist.
Restaurant at eight am Kärntner Ring 8, A-1010 Wien.
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Küchenchef Daniel Kraft. Photos
© The Ring, Vienna's Casual Luxury Hotel.
Die Küchenphilosophie im at eight
Im at eight kocht Daniel Kraft viel mit ätherischen Ölen und zwei
verschiedenen Salzen, die mit den Ölen versetzt werden. Ätherische Öle sind
äusserst intensiv und werden nur sparsam verwendet. Das Konzept war vom
F&B-Manager Siegfried Pucher in Zusammenhang mit Thomas Seifried
entwickelt worden.
Die Aromaküche im at eight besteht neben rund 30 Ölen aus einer Auswahl von frischen
Kräutern und Sprossen von Bauer Michaelaus Stetten bei Wien. Die Öle kommen
natürlich nicht bei jedem Gericht zum Einsatz.
Die Karte im at eight wechselt alle zwei bis drei Wochen. Zusätzlich
macht der Küchenchef immer zwei Tagesempfehlungen: Ein Salat, eine Suppe
sowie Fleisch oder Fisch. Ein eigenes vegetarisches Menu findet sich nicht
auf der Karte, aber der Chef ist flexibel.
Die Küche besteht aus einem Mix aus österreichischen, französischen,
italienischen und weiteren Zutaten, wobei lokale Produkte im
Vordergrund stehen. Die Gerichte der Karte sind weitgehend
Eigenkompositionen, so im Februar 2011 zum Beispiel ein Schweinebauch mit
Bärenkrebs, Belugalinsen, geräucherter Selleriecreme und Zitronenconfit.

Ein Blick ins Restaurant at eight. Photos
© The Ring, Vienna's Casual Luxury Hotel.
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