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Restaurant Le Chat-Botté  
Der Gourmettempel im Genfer Hotel Beau-Rivage

Reservationen im Hotel Beau-Rivage.
Artikel vom 14. April 2005
 
Das Genfer Hotel Beau-Rivage gehört zu den Perlen der Hotellandschaft rund um den Lac Léman. Das gleiche gilt auf kulinarischer Ebene für sein Restaurant Le Chat-Botté. Dominique Gauthier wurde vom Gault Millau 2005 zum besten Küchenchef der französischen Schweiz (Suisse Romande) gewählt. Der 1967 Geborene ist seit September 2001 chef de cuisine im Chat-Botté.

Ein Dinner im Restaurant Le Chat-Botté
Getestet von Peter am 8. Februar 2005

Ich komme gleich zum Punkt: Essen im Chat-Botté im Genfer Hotel Beau-Rivage ist ein kulinarisches Erlebnis der besonderen Art. Wie in der Fabel versteht es der gestiefelte Kater, Alltägliches aus Nah und Fern einem Marquis gebührend und dem König gefällig darzureichen.
 
Beginnen wir mit dem Brot: dürfte man den Abend nur mit Brot und Wasser verbringen, würde man bereits auf seine Kosten kommen. Der Chat-Botté bereitet täglich vier bis sechs Arten knusprige, wohlmundige Brötchen in seiner Bäckerei; man merkt, dass der gestiefelte Kater seine ersten Katzenjahre in einer Mühle verbracht hat.
 
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em Genießer, der sich nicht so beschränken muss, bieten sich aber schnell neue Gaumenfreuden, z.B. mit dem aus Süßkartoffeln und Heringseiern herangezauberten Amuse-Gueule, welche sich in ihrer wohldosierten Geschmackskombination von bekannt / beruhigend einerseits, und ausgefallen / spielerisch andererseits durch das ganze Menü hindurch fortsetzen werden.

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ie Zutaten sind fein aufeinander abgestimmt, das Nebeneinander und das Ineinanderfließen der Aromen wirken nie langweilig, gesucht oder gekünstelt. Sie bilden sich zu Ausgefallenem wie die im - jedem Freund morgenländischer Honigdesserts bekannten - Kadaif-Teig gebratenen Langustenschwänze, oder zu Herkömmlicherem wie die Kalbsnieren mit Parmesan an Xeres-Weinessigsauce. Auch der Trüffel im Hauptgang erschlägt nicht, sondern schwebt harmonisch im Munde.

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esserts sind immer Geschmackssache, manchmal auch Kalorienverschlusssache, weshalb ich mich hier lieber auf den Käse konzentriere: der Chat-Botté versorgt sich bei zwei Lieferanten, einer davon wohlbekannt in Genf, und der andere im benachbarten Thonon (Frankreich) ansässig, und bietet so über vierzig Käsespezialitäten an. Wiederum: man könnte den Abend sehr zufriedenstellend damit verbringen, nur Käse zu kosten, natürlich mit dem Eingangs empfohlenen Brot und dazupassendem Wein, auf welchen ich gleich zu sprechen kommen werde.

T
rotz 0,5 Promille sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, den Weinkellner – ein Experte, wie man ihn heute nur noch selten trifft – nach seinen Vorschlägen zu fragen. Im schlimmsten Fall kann man sich ja ein Zimmer im Beau-Rivage nehmen. Unter den 1600 verschiedenen Weinen in 44000 Flaschen wird der Genießer sicherlich Passendes und mehr finden können. Die Nähe zum See erlaubt es dem Chat-Botté, einen Keller mit hoher Feuchtigkeit und konstanter Temperatur zu haben und Weinkäufe auf langen Zeithorizont hinaus zu tätigen – der Sommelier meint gar, er kaufe heute für die nächste Generation ein.

A
usgesuchte Cognacs, Schnäpse und Branntweine, oder der süß-säuerliche Hauschampagner (Deutz), runden das Mahl vorzüglich ab. Die gute Lüftung des Chat-Botté, man riecht in der Tat die Zigarre von Herrn und Frau Nachbar nicht, sondern sieht nur das graue Wölklein, nimmt schlussendlich die Hemmung zum Griff in die Zigarrenkiste, wo ein gut dotiertes Sortiment an Davidoffs, vornehmlich Honduras- und San Domingo-Blätter, wartet.

Z
uguterletzt möchte ich die Bedienung des Chat-Botté würdigen. Das Personal war selbstsicher, gastfreundlich und überaus professionell; es machte nicht zuviel und nicht zu wenig und trug so zu einem genussvollen Abend bei.

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Dominique Gauthier, Küchenchef im Genfer Restaurant Chat-Botté.
Foto: © Hôtel Beau-Rivage Genève.


Die Terrasse des Chat-Botté mit dem Jet d'Eau, Genfs Wahrzeichen, im
Hintergrund. Foto: © Hôtel Beau-Rivage Genève.


Das Restaurant Le Chat-Botté. Foto: © Hôtel Beau-Rivage Genève.
 

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