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Jacobs Restaurant
im Hotel Louis C. Jacob in Hamburg Nienstedten
Artikel vom 11. Mai 2004, aufdatiert am 14. Mai 2004
Jacobs Restaurant im Hotel Louis C.
Jacob in Hamburg Nienstedten gehört zu den ersten kulinarischen Adressen der Hansestadt.
Die vierzig Plätze sorgen dafür, dass sich die Küche jedem Gast intensiv
widmen kann. Küchenchef Thomas Martin hat sich der leichten, klassischen
Küche mit französischen Akzent verschrieben. Seine Markenzeichen sind
Perfektion und Kreativität. Seine Ideen setzt er geradlinig, schnörkellos
und dennoch mit Stil um, wobei ihm ein Team von dreissig Köchen zur Seite
steht. Im Jacobs Restaurant werden nur frische Produkte der jeweiligen
Jahreszeit verarbeitet.
Für Gäste, die der Küchenmannschaft über
die Schulter bzw. in die Töpfe schauen möchten, empfiehlt sich der Tisch für maximal fünf
Personen direkt in
der Küche.
Ergänzt wird diese Küche
der Superlative durch den Master Sommelier Henrik Thoma, der für sie aus den
rund 900 Positionen die jeweils richtige Weinflasche für ihr Menu vorschlägt.
[Hinzugefügt am 5.3.2012: Seit März 2012 heisst der neue Sommelier Markus
Berlinghof].
Das Jacobs Restaurant organisiert übrigens monatlich einen Kochkurs im Kleinen
Jacob für maximal zwölf Personen. Dem Haupthaus des Hotels gegenüber liegen
die Häuser Holthusen und Landhaus Dill, die ebenfalls zum Louis C. Jacob
gehören. Dort befindet sich die Weinwirtschaft Kleines
Jacob, die der Schreibende nicht getestet hat. Sie lädt mit ihrer offenen Küche mit einem grossen Steinbackofen
zu Spezialitäten der
europäischen Weinanbaugebiete ein.
Ein vegetarisches Dinner im Jacobs Restaurant
Getestet 2003
Bevor der Schreibende sich vom damaligen Sous-Chef Oliver Lisso die beeindruckende, auf dem
modernsten Stand der Technik stehende Küche zeigen liess, um sich danach im
Restaurant verwöhnen zu lassen, wurde er bereits bei der Ankunft im Hotel auf
kommende kulinarische Höhenflüge eingestimmt: Zumindest im Jahr 2003
erwarteten den Hotelgast im Zimmer nicht die üblichen Früchteteller, sondern
Desserts, die wohl jeden Gourmet begeistert hätten.
Das Dinner begann ausgezeichnet mit vier verschiedenen, täglich frisch
gebackenen Brötchen, die mit Butter, Olivenpesto, Karottenpaste und
Frischkäse-Ruccola-Crème gereicht wurden. Als Aperitif wählte ich einen
Bellini - weisses Pfirsichmark mit Champagner aufgefüllt. Als Amuse Bouches
wurden mit Tomate bzw. Spinat gefüllte Blätterteig-Häppchen gereicht, die
etwas geschmacksintensiver hätten sein können.
Das nachfolgende kalte Kartoffel-Lauch-Süppchen, mit einem warmen Brötchen
serviert, stand stellvertretend für die Philosophie von Küchenchef Thomas
Martin: schlichte, geradlinige, aber exzellente Küche. Ein Basilikum-Süppchen,
Pesto-Crustini und
vor allem eine feurige Paprika-Terrine begeisterten. Ein Gemüsepanaché und
ein Tomaten-Timball, mit weissem Tomatenmus gefüllt und einer Sauce Verjus,
rundeten diesen Gang überzeugend ab.
Auf Empfehlung des Sommeliers wählte ich dazu einen badischen Weisswein vom
Weingut Bernhard Huber in Malterdingen Bienenberg aus dem Jahr 2002. Der stahlgelagerte
Auxerrois, Kabinett trocken mit 11,5% vol ist jung zu trinken, nicht zu schwer, mit eleganter Säure,
feiner Frucht, kurzum ein erfrischender, leichter Sommerwein.
Für den kulinarischen Höhepunkt sorgten die
zurückhaltend gewürzten, mit Bärlauch gefüllten Cannelloni, mit Spargeln,
weissem Schaum und kleinen Pfifferlingen serviert. Das Dinner glich einem
Steigerungslauf, bei dem sich die Küchencrew von Gang zu Gang steigerte.
Unter den allesamt ausgezeichneten Desserts ragten ein Joghurt-Limonen-Sorbet
sowie ein Schokoladensorbet auf der Basis feinster französischer
Valrhona-Schokolade heraus. Originell war das Erdbeer-Rhabarber-Süppchen,
das von einem ebenso aussergewöhnlichen Quark-Topfenknödel begleitet wurde. Einen feuchten Traum
bildeten der Schokoladenkuchen und das mit Himbeeren gefüllte Schokoladenmus.
Die Dôme-Schokolade bot unüberbietbare Genüsse. Der Patissier sorgte für
ein Gourmet-Feuerwerk, das keine Konkurrenz zu fürchten braucht. Ein Besuch
im Jacobs Restaurant gehört für den Feinschmecker zu jedem Hamburg-Besuch.
Küchenchef Thomas Martin
Thomas Martin wurde am 16. Oktober 1966 in Mannheim geboren. Seine Ausbildung zum Koch
erhielt er 1983 bis 1986 im Anglo-German Club in Hamburg. Danach arbeitete er
ein Jahr als Commis de Cuisine im Restaurant Burg Windeck in Bühl Baden unter
Peter Wehlauer, danach war er zwei Jahre als Commis de Cuisine im Wald- und
Schlosshotel Friedrichsruh bei Lothar Eiermann tätig. Nach der einjährigen
Ausbildung zum Staatlich geprüften Gastronom und Küchenmeister in Heidelberg
war er ein Jahr lang als Commis im Restaurant Aubergine beim Spitzenkoch
Eckhardt Witzigmann in München angestellt, wo er sich die Koch-Grundtechniken
aneignete. Danach folgten drei Jahre als
Sous-Chef im Restaurant zur Traube in Grevenbroich bei Dieter L. Kaufmann, in
denen sich der Gourmet-Tempel zwei Michelin-Sterne erkochte.
Seit 1997 ist Thomas Martin Chef de Cuisine im Jacobs Restaurant im Hotel Louis C.
Jacob in Hamburg Nienstedten. Das Resultat begeistert die Kritiker
und schlägt sich
im Gault Millau mit 18 von 20 Punkten, im Aral Schlemmeratlas mit 4,5 von 5
Kochlöffeln, im Varta-Führer mit 2 von 3 Kochmützen, im Bertelsmann
Restaurant und Hotel Guide mit 4 von 5 Kochmützen sowie im Michelin mit
(unverständlicherweise nur) einem Stern nieder. Der Gault Millau Deutschland
kürte Thomas Martin zum "Koch des Jahres 2002".
Chef-Sommelier Hendrik Thoma [Hinzugefügt am 5.3.2012: Seit März 2012
heisst der neue Sommelier Markus Berlinghof].
Hendrik Thoma wurde am 10. Oktober 1967 im westfälischen Gütersloh geboren,
wo er seine Ausbildung zum Koch im Parkhotel Gütersloh absolvierte. Nach der
Weiterbildung im Landhaus Scherrer setzte er sich während eines zweijährigen
Aufenthalts im kalifornischen Weinmekka Napa Valley in der Auberge du Soleil erstmals intensiv mit
dem Thema Wein auseinander. Nach einem Praktikum auf dem Weingut Johannishof
in Johannisberg, einer
der Spitzenadressen des Rheingaus, wechselte er für eine einjährige
Ausbildung zum Sommelier an die Hotelfachschule Heidelberg. Danach wurde er
direkt zum Chefsommelier des Leipziger Hotels Intercontinental berufen.
Seit 1995 ist
Hendrik Thoma Chef-Sommelier im Jacobs Restaurant in Hamburg Nienstedten. Hier herrscht
er über einen mit Tausend Positionen ausgezeichnet bestückten Weinkeller mit
rund 50,000 Flaschen.
Das angesehene amerikanische Weinmagazin Wine Spectator bewertete denn
auch die Weinkarte des Hotels Louis C. Jacob als eine der besten der Welt und
zeichnete sie mit der zweithöchsten zu vergebenen Punktzahl und dem "Award
of Excellence" aus.
Hendrik Thoma wurde in seiner Laufbahn bereits von verschiedenen
Fachinstitutionen und -publikationen ausgezeichnet und konnte sich bei
Wettbewerben mehrfach hervorragend platzieren. 1997 gewann er den dritten und
1999 den zweiten Platz der angesehenen Sommelier Trophée Ruinart. Die Tester vom Gault Millau
wählten ihn 1999 und 2002 zum "Sommelier des Jahres", jene vom Aral Schlemmer
Atlas 2001 und diejenigen von Der grosse Bertelsmann Hotel und Restaurantguide
2003.
Im Herbst 1999 gelang Hendrik Thoma der bisher wichtigste Karriereschritt, als
er die prestigereiche Prüfung zum Master Sommelier bestand. Seit ihrer
Einführung 1969 haben erst zwei Deutsche diese Auszeichnung erhalten,
weltweit gibt es lediglich 120 Master Sommeliers.
Einem grösseren Publikum ist Hendrik Thoma als Verfasser zahlreicher Kolumnen
bekannt, so in den Magazinen Living at Home und Playboy. Seit
1999 schreibt er zudem die monatliche Kolumne "Weinnotizen" in der Welt
am Sonntag. Die grösste Breitenwirkung dürfte er durch seine Tipps und
Empfehlungen zu den schnell gekochten Gerichten der Fernsehsendung Kochduell
erzielen, die Montags bis Freitags auf VOX zu sehen ist.
Siehe auch:
Doc Cheng's in Hamburg.
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Foto hinzugefügt am 5.3.2012: Jacob Restaurant. Chef de cuisine Thomas
Martin hat am 7. November 2011 seinen zweiten Michelin-Stern für seine
Arbeit erhalten. Foto Copyright © Hotel Louis C. Jacob.

Die Lindenterrasse bei Nacht. Foto Copyright Foto © Hotel Louis C. Jacob.

Küchenchef Thomas Martin. Foto © Hotel Louis C. Jacob.
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