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La Prairie
Schweizer Kosmetik, Hautpflege und ihre Zukunft
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Artikel vom 14. Januar 2004
 
Die Schweizer Firma La Prairie ist weltweit für ihre Produkte zur Hautpflege/Kosmetik bekannt, die auf dem neuesten stand der Technologie (state-of-the-art) sind. La Prairie gehört mit Juvena, Marlies Möller und Nivea zum Beiersdorf Konzern.
 
Die Besonderheit der Hautpflege-Linien von La Prairie ist der exklusive Zellkomplex (Cellular Complex), patentiert von La Prairie. Die Chronik geht auf die dreissiger Jahre zurück, als Professor Paul Niehans die Klink La Prairie in Clarens/Montreux in der Schweiz gündete. Er befasste sich mit der Erforschung der Zellen und entwickelte seine revolutionäre Zelltherapie, um den physikalischen Alterungsprozess zu verlangsamen.
 
Eine weitere Besonderheit ist, dass La Prairie mit einer Pflegelinie von sechs Cellualr De-Agers zielgenauer Lösungen für individuelle Hautbefürfnisse bitet. Diese Seren sind belieb, je nach Hautzustand und Bedürfnis der KundenInnen mit dem übrigen Pflegesortiment von La Prairie kombinierbar. So kann ich mein Lieblingsprodukt, die Smart Creme, mit dem Cellular De-Sensitizing Serum aus der Linie der Swiss Cellular De-Agers problemlos kombinieren. Das perfekte Pflegeprogramm sollten Sie sich unbedingt von einer La Prairie Spezialistin zusammenstellen lassen.

Hauptsitz der Firma La Prairie ist Zürich. Dr. Sven Gohla, La Prairie Vice President, Forschung & Entwicklung, erläuterte dem Schreibenden, dass La Prairie von der Forschung weltweit profitiere. Die Idee eines lokalen Kosmetikunternehmens gehöre längst der Vergangenheit an. Neue Moleküle und andere Substanzen werden durch zahlreiche Kooperationen entdeckt, weiterverfolgt und auf Validität geprüft. Dazu gehörten exklusive Vereinbarungen mit Laboratorien, Zulieferern, Dermatologen, Kliniken und Chemikern weltweit. So blieben die Produkte von La Prairie immer auf dem neuesten stand der Technologie (state-of-the-art).

Der Grundbaustein der Produkte von La Prairie ist ein exklusiver biotechnologischer Wirkstoffkomplex (Cellular Complex). Auch wenn die Epidermis in ihrer endgültigen Differenzierungsphase steht, sei eine gezielte Beeinflussung der Hauterscheinung möglich. Dabei dient dieser Cellular Extract als Kommunikationsvehikel, um die mit der Zeit sich verschlechternde Kommunikation der Hautzellen zu optimieren.

Auf die Frage des Schreibenden, warum Hautpflegeprodukte nur von aussen, nicht aber von innen (mit der Nahrung) aufgenommen werden können, erklärte Dr. Gohla, dass hautwirksame Stoffe lokal angewendet, einen anderen oder für die Haut direkteren Effekt aufweisen. So vermehrt topisch aufgebrachtes Vitamin C die Anzahl der Verbindungszapfen zwischen Dermis und Epidermis, die für die Versorgung der Oberhaut mit Nährstoffen notwendig sind. Ein vergleichbarer Effekt kann durch innerlich verabreichtes Vitamin C nicht beobachtet werden, da hier dieses Vitamin eher der Neubildung von Bindegewebsfaktoren zuträglich sei.

Ferner haben einige Wirkstoffe eine direkte, z.B. hautanfärbende Wirkung, wie z.B. das DHA, der durch orale Verabreichung nicht möglich wäre. In der Zukunft sind sicherlich auch Kombinationen von äusserlich auf die Haut aufzubringenden Stoffen mit gezielter Nahrungsergänzung denkbar, so Dr. Gohla.
 
La Prairie verwende die Biotechnologie, die Molekularbiologie und andere angewandte Wissenschaften zur Entwicklung und Herstellung ihrer Produkte. Im Fokus stehe der Nutzen für den Verbraucher: so werden alle zweifelhaften oder für die optimierte Hautpflege nicht essentiellen Stoffe im Sinne der Produktsicherheit nicht eingesetzt. Nicht jeder potentiell interessante Rohstoff habe das Potenzial, ein La Prairie-Rohstoff zu werden.
 
Auf die Produktwerbung angesprochen, wies Dr. Gohla darauf hin, dass Unternehmen heute rechtlich nicht mehr einfach Behauptungen bezüglich der Wirkungen ihrer Kosmetikprodukte aufstellen könnten. Es sei vielmehr so, dass jegwelches Wirkversprechen erst einmal auf seine kosmetische Verwendbarkeit (Kosmetikverordnung, EG-Richtlinien, FDA, etc.) überprüft und in der Folge auch durch wissenschaftliche Tests untermauert werden müsse. Das gleiche gelte für alle Untersuchungen zur Verträglichkeit, die nach einem genau vorgeschriebenen Verfahren durchzuführen und zu bewerten seien. Dabei würden alle Produkte im Sinne des Verbrauchers auf ihre Hautpflegeleistung, aber auch auf ihre Verträglichkeit geprüft.

Auf die Frage nach einem Ausblick in die nahe und fernere Zukunft der Entwicklung der Pflegekosmetik erklärte Herr Gohla, dass Kosmetika bereits heute die sichtbare Hautalterung zeitlich verlangsamen, aber die genetische Hautalterung nicht aufhalten könnten. Die Lebensenergie der menschlichen Zellen reiche für zirka 120 bis 130 Jahre. Die Hautalterung sei heute dank der existierenden Kosmetika bereits wesentlich langsamer als bei früheren Generationen.

Mit Hilfe der Biotechnologie und der Gentechnologie könnten laut Dr. Gohla Wirkstoffe in der Zukunft noch zielgerichteter eingesetzt werden. Die Kosmetikindustrie könne heute erst gezielt bestimmte "Akkorde" spielen, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. In Zukunft werde es die Kosmetikforschung ermöglichen, einzelne "Klaviertasten" anzutippen, um noch spezifischere Effekte zu erzeugen.

Herr Gohla schloss für die nicht allzu ferne Zukunft nicht aus, dass es mit Hilfe der Nanotechnologie gelingen werde, spezifische Fehler im Strickmuster der Hauterneuerung zu erkennen und zu reparieren, ähnlich wie es bereits in der Behandlung von Venenverschlusserkrankungen praktiziert wird. Siehe auch den Artikel zu
The Smart Cream von La Prairie. Buy La Prairie products from Amazon.com

 

La Prairie De-Sensitizing System. Foto © La Prairie.
 
Die Geschichte von La Prairie und ihrem Gründer Paul Niehans
 
Der Gründer der Klinik La Prairie in Clarens-Montreux war der gebürtige Berner Arzt Dr. Paul Niehans (1882-1971), der 1931, mit tierischen Zellen experimentierend, die Zellulartherapie erfand. Weltberühmt wurde Niehans 1954, als der todkranke Papst Pius XII. (1876-1958) unter anderem nach Injektionen von Zellen genas. In der Folge wurde die Klinik zum Treffpunkt der Reichen und Schönen, die sich dort ein längeres Leben erhofften. Zu den illustren Kunden gehörten Charles Chaplin, Marlene Dietrich, Konrad Adenauer und Robert Schuman, der "Vater Europas", der 1950 die Gründung der Montanunion anregte, die später zur EWG und dann zur heutigen EG führte.
 
Paul Niehans verleiteten seine Erfolge allerdings auch zum Glauben, mit seiner Therapie die damals "Mongolismus" genannte Trisomie 21 sowie die "Fehlentwicklung" der Homosexualität heilen zu können. Zudem sah er in der Zellulartherapie den wirksamsten Schutz gegen Krebs. Ein Ableger seiner Forschungen war die wegen den Abstossungsreaktionen des menschlichen Körpers gegen fremde Zellen sowie fehlender klinischer Beweise in zweifelhaftem Ruf stehende "Frischzellentherapie". Heute arbeitet allerdings auch die etablierte Medizin wieder mit der Implantation fremder Zellen in den menschlichen Körper, so zum Beispiel in der gentechnisch geleiteten Xenotransplantation, wenn auch auf einer anderen Forschungsgrundlage.

Die noch immer existierende Clinique La Prairie in Clarens-Montreux ist seit 1982 getrennt von den Laboratoires La Praire, die ihrerseits 1991 - nach mehreren Zwischenbesitzern - von der Firma Beiersdorf erworben wurden. Die Hautpflege-Produkte von La Prairie verwenden keine tierischen Zellen. An die Forschungen von Paul Niehans anknüpfend, entwickelten die Laboratoires La Prairie einen exklusiven, patentierten und biotechnologisch nachgebauten Zellkomplex (Cellular Complex). Seit 1985/86 gibt es bei Beiersdorf und La Prairie übrigens keine Tierversuche mehr. Allerdings existiert eine Skin Caviar Linie, die der Schreibende als Vegetarier natürlich nicht getestet hat.

Quellen, Literatur
- Dr. Eberhard Wolff, Medizinhistorisches Institut und Museum der Universität Zürich: "Vor 50 Jahren: Paul Niehans bringt den Begriff <Zellulartherapie> in die Öffentlichkeit", Schweizerische Ärztezeitung, Nr. 32/33, 2002.
- Paul Niehans: 20 Jahre Zellulartherapie, Berlin, München, Wien, Verlag Urban & Schwarzenberg, 1952 (= Beihefte zur Medizinischen Klink, 47).
 

La Prairie The Smart Cream (buy it from Amazon.com). Foto © La Prairie. Buy La Prairie products from Amazon.com
 

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