Restaurant Le Relais Bristol
Das Restaurant im Hotel Bristol
in Genf
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Artikel von Torge Hamkens, 11. Januar 2004
Das Restaurant Relais Bristol im Genfer Hotel
Bristol genügt gehobenen
Ansprüchen. Es verfügt über eine schöne Fensterfront zum Park des
Mont-Blanc Platzes und mit Ludovic
Roy über einen Küchenchef, der sein Können in bekannten Häusern erwarb.
Insbesondere ist das Relais bekannt für seine attraktive Lunchkarte, welche
die Geschäftswelt der näheren Umgebung zu schätzen weiß. Aber auch beim
Dinner kann das Restaurant mit überaus delikaten Genüssen vorwiegend französischer,
teils auch internationaler Prägung aufwarten, wobei den Fischspezialitäten
besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Während der Woche sorgt Klaviermusik
für stilvolle Untermalung im Restaurant. Für den Aperitif oder die Zigarre
danach eignet sich die Piano Bar, in der dem Gast liebevoll zubereitete
Cocktails unterschiedlichster Provenienz serviert werden.
Die Restaurantkarte wechselt saisonbezogen dreimal jährlich. Qualitativ
hochwertige Produkte der näheren Umgebung bilden die Grundlage einer Küche,
die ihre ganze Aufmerksamkeit darauf legt, diese voll zur Geltung zu bringen.
Das Raffinement der Küche liegt somit in der „Einfachheit der
Zubereitung“, die ohne gekünstelte Schnörkel auskommt und sich ganz auf
die vollkommene Entfaltung der jeweils saisonal verfügbaren Zutaten fixiert.
Auch wenn das Relais bisher nicht über einen Michelin-Stern verfügte, so
kann es doch als aussichtsreicher Kandidat für zukünftige Bewertungen
angesehen werden.
Ein Abendessen im Le Relais Bristol
Getestet im September 2003
Das vom Autor genossene Abendmenü nahm seinen Auftakt mit einem gebackenen
Feigenravioli mit Balsamico, das als Amuse-Bouche gereicht wurde. Als Entrée
fiel die Wahl nach spezieller Empfehlung auf ein feines Assortiment von
Pfifferlingen und Steinpilzen, das in Kombination mit einem frischen
Mont-sur-Rolle aus dem Chasselot den Geschmack des Herbstes in vollendeter
Harmonie zum Ausdruck brachte. Zu empfehlen ist auch die leichte Soup de
Potiron aux Noix de Saint Jacques, die - sehr originell - in einem ausgehöhlten
Kürbis präsentiert wird.
Als zweites Entrée und zugleich explizite Spezialität des Hauses wurde eine
Dorade auf Auberginen vom Grill, verfeinert mit roter Pfeffersauce und
Pata-Negra-Schinken präsentiert. Dazu empfahl sich ein eleganter Chardonnay
de Genève. Hier machte sich ein leichter arabischer Einschlag der Küche
bemerkbar.
Weiter ging es mit marinierter und gegrillter Taube in Majoran, von Gänseleber
gestopften Ravioli sowie einem feinen Kräuterdressing. Auch wenn die Ravioli
etwas geschmacksintensiver hätten sein können, so tat dies doch dem
delikaten Taubenfleisch keinen Abbruch. Als Wein hierzu fiel die Entscheidung
auf einen eher leichten Pinot Noir vom Chateâu du Crest. Beim Dessert überzeugte
dann insbesondere die Caramelcrème mit Birne, kombiniert mit einem
feinfruchtigen Muscat du Valais. Was die Weine angeht, fiel überhaupt das
klare regionale Bekenntnis der Weinkarte positiv auf.
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Fensterblick im Restaurant. Foto: © Hotel Bristol Genf.
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Biografie von Küchenchef Ludovic Roy
Das siebenköpfige Küchenteam steht unter der Leitung des
1970 geborenen Ludovic Roy, der aus der französischen Touraine stammt. Seine
Ausbildung erhielt er an der Pariser Ecole Supérieure de Cousine Française.
1994-95 war er als 1er Commis und 1995-96 als Demi Chef de Partie im
Restaurant La Belle Otero im Hotel Carlton in Cannes tätig, das mit zwei
Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. 1996-98 arbeitete er im Restaurant Le Neptune
im nahegelegenen Hotel du Rhône in Genf, das einen Michelin-Stern führt. Von
April 1998 bis Januar 1999 war er Chef de Partie im mit zwei Michelin-Sternen
prämierten Restaurant Le Béarn in Genf. 1999 kam er zuerst als Sous
Chef ins Le Relais Bristol, wo er seit September 2002 als Chef de Cuisine
arbeitet. Für die Zukunft plant Ludovic Roy, das Relais verstärkt als eigenständigen Namen inmitten der nicht unbeträchtlichen
Zahl namhafter Genfer Wettbewerber aufzubauen. Es ist zu hoffen, dass es
Ludovic Roy gelingt, das Relais bald seinem ersten Michelin-Stern zuzuführen.
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