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Mercedes-Benz Museum
Photos, Infos, Museumskritik des Automobilmuseums in Stuttgart-Untertürkheim
Artikel vom 11. März 2007
 
Stuttgart ist seit dem 29. Mai 2006 um eine Attraktion reicher: Das Mercedes-Benz Museum, das ganz ohne rechte Winkel auskommt. Konkurrenz belebt das Geschäft: Porsche baut nun ebenfalls ein neues Firmenmuseum.

Mercedes-Benz als Erfinder des Automobils kann als einziges Museum der Welt die Geschichte dieser Industrie vom ersten Tag an dokumentieren. So sind ein Nachbau von Daimlers Reitwagen, dem ersten Motorrad der Welt, aus dem Jahr 1885, Daimlers Motorkutsche von 1886 und ein Nachbau von Benz' dreirädrigem Automobil von 1885 ausgestellt. Im Museum wird die Geschichte von Gottlieb Daimler (1834-1900) und Karl Benz (1844-1929) lebendig. Die zwei Pioniere legten - zuerst unabhängig voneinander - den Grundstein für den motorisierten Individualverkehr.

Insgesamt sind im Mercedes-Benz Museum 160 Fahrzeuge zu sehen, darunter 80 Pkw, 40 Nutzfahrzeuge sowie 40 Renn- und Rekordfahrzeuge. Insgesamt sind auf den 16,500 Quadratmetern beim Stammwerk in Stuttgart-Unterdürkheim über 1500 Exponate zu bewundern, die vom Kotflügel über den Mikrochip bis zum Fahrzeugausweis und zum Strafzettel reichen.

Die niederländischen Architekten Ben van Berkel und Caroline Bos vom
UN studio in Amsterdam, deren zuvor spektakulärster Bau die Erasmus-Brücke in Rotterdam war, haben im Gebäudeinnern zwei Miteinander verbundene Rundgänge geschaffen, die von der Doppelhelix der DNA inspiriert sind, denn schliesslich wird im Museum das Erbgut von Mercedes-Benz ausgestellt.

Das Ausstellungskonzept wurde vom Büro HG Merz erarbeitet und verspricht einen mindestens zweistündigen Rundgang. HG Merz war unter anderem auch verantwortlich für die Planung der Gottlieb-Daimler Gedenkstätte in Stuttgart-Cannstatt und das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach.

Im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Untertürkheim wird der Besucher mit einem von drei Aufzügen in die oberste Museumsebene gebracht und mit Hilfe von Audio-Guide-Kopfhörern auf eine chronologische bzw. eine thematische Reise gesandt, je nach dem, welche der zwei Spiralen er auswählt, wobei  er jederzeit in den anderen Teil der Doppelhelix wechseln kann. Chroniken an der Wand illustrieren Themen der Unternehmensgeschichte im Spiegel der Zeitgeschichte.



Auf der thematischen Reise findet der Besucher Sammlungsschwerpunkte, die nach Nutzungsart der Fahrzeuge zusammengestellt sind. Die Themen reichen vom Reisen mit Omnibus, Taxi und Personenwagen über den Gütertransport und die Versorgung bis zur
„Galerie der Helfer“ mit Feuerwehr und Rettungsdiensten. Ein besonderer Erinnerung geblieben sind mit ein rollender Postschalter sowie, in der „Galerie der Lasten“, ein Transporter für Rennwagen (siehe Foto unten rechts).

Beide Rundgänge enden in der Steilkurve
„Silberpfeile - Rennen und Rekorde“. Auf der untersten Ebene befindet sich zudem die frei zugängliche Sonderausstellung „Faszination Technik“, welche den Blick in den Arbeitsalltag der Entwickler und Ingenieure von Mercedes-Benz erlaubt. Hier soll auch ein Ausblick auf die Zukunft des Automobils möglich sein. Angesichts der aktuellen Energie- und Umweltdebatte erhofft man sich hier bald neue Exponate.

Bereits ausgestellt sind - an einer Senkrechtwand nach der erwähnten Steilwandkurve - einige Rekordfahrzeuge. Darunter nicht nur der Zwölfzylinder Rekordwagen W 125 von 1938 und der Dieselrekordler C111 III von 1978, sondern auch das
„Sparmobil“, das es mit nur einem Liter Diesel schaffte, hochgerechnet 1028 Kilometer zurückzulegen sowie ein von Solarzellen gespeistes „Solarmobil“, das Mitte der 1980er Jahre die Tour del Sol vom Bodensee zum Genfer See zu gewinnen.

Anschliessend an einige Läden und ein Café kann der Museumsbesucher direkt in die Ausstellungsräume mit den aktuellen Modellen von Mercedes-Benz gehen und so vom Gast zum Kunden werden.

Zufällig traf der Schreibende vor dem anschliessenden Flug von Stuttgart nach Hamburg den Designer Colani, der am Flughafen Stuttgart nicht nur über seine Flugzeugstudien referierte, sondern sich auch über die Autobauer ausliess. In einer seiner Publikationen ist ein Fahrzeug zu sehen, das er als Gegenmodell zum Mercedes Dieselrekordler C111 III von 1978 präsentiert hatte und das damals in einer Schweizer Zeitschrift abgebildet worden war. Schon vor vielen Jahrzeiten sei energiesparsame Technik vorhanden gewesen, aber nie weiter entwickelt worden, äusserte sich der Meister, der nun wieder für die Automobilindustrie Entwürfe liefern wird, vernichtend.



„Mythos Wunderjahre 1945 bis 1960 - Form und Vielfalt“.
Fotos © Mercedes-Benz Museum Stuttgart.


Das Museum in Stuttgart-Untertürkheim mit seiner Fassade aus Aluminium und Glas.
Photos © Mercedes-Benz Museum Stuttgart.


Die Ausstellung ist in einem Teil chronologisch, im anderen thematisch aufgebaut. Hier ein Blick in die „Mythosräume“ mit den Automobil-Pionieren von 1886 bis 1900.
Photos © Mercedes-Benz Museum Stuttgart.


„Mythos Silberpfeile“. Photos © Mercedes-Benz Museum Stuttgart.


„Galerie der Lasten“. Fotos © Mercedes-Benz Museum Stuttgart.


Die „Mythosräume“ 1914 bis 1945 mit Umbrüchen - politisch und technisch (Diesel und Kompressor). Photos © Mercedes-Benz Museum Stuttgart.

 

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