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Restaurant Shambala
Das Gourmet-Restaurant mit Küchenchef
Erich Cochlar im Hotel Le Meridien Wien
Artikel vom 1. April 2007, aufdatiert am 5. April 2007
Das Gourmet-Restaurant im Hotel
Le Meridien Wien
heisst Shambala (tibetisch für „Quell der Freude“, benannt nach dem sagenhaften
buddhistischen Reich). Das Restaurant bietet 130 Gästen Platz und
ist als „Open Space“ ausgelegt, der sich von der formellen Steife gediegener
Restaurants bewusst absetzen will. Das Shambala eignet sich für elegante
Dinners, den Snack zwischendurch oder ein „nur“ ein Glas Wein, ergänzt durch zwei Chill
Out Nischen und die Shambala Bar.
Seit dem 1. November 2006 regiert hier
Küchenchef Erich Cochlar, dem freie Hand gewährt wird. Im Zentrum steht die
experimentelle Küche mit geschmacksintensiven saisonalen Produkten. Dazu
gehören Hirschkalbsrücken mit Jacobsmuscheln, Kalbsfilet im Kakao gebacken,
Taube in der Wachtel (die Wachtel als Mantel), Kaffeebohnenkruste auf Fisch
sowie auch vegetarische Gerichte wie Polenta mit Kokosmilch und Chili.
Im Shambala erstreckt sich die Experimentierfreudigkeit von der Wiener, über die
leichte mediterrane bis hin zur orientalischen (Couscous), persischen und
asiatischen Küche, wobei der Molekularküche (z.B. Stickstoff, ins Rinderfilet
injizierte Sauce) eine wichtige Rolle zukommt.
Das oberste Ziel von Erich Cochlar ist ein volles Restaurant mit zufriedenen
Gästen, wobei er keine Altersgruppe speziell im Auge hat. Die Karte wechselt
monatlich. Was gut läuft und saisonal weiter offeriert werden kann, bleibt auf
der Karte. Einige Shambala-Klassiker befinden sich immer im
Angebot.
In der Shambala Bar wird täglich zwischen 21.00 und 01.00 Uhr live von Resident
DJ Aid Abu Taleb & friends Chill Out Music aufgelegt, ja sogar extra
fürs Shamabla komponiert und ist danach auf CD erhältlich bzw. auf myspace.com
als Video zu hören und sehen.
Ein vegetarisches Abendessen im Restaurant Shambala
Getestet am 23. Januar 2007
Wien hat hervorragendes Leitungswasser, weshalb Mineralwasser hier eigentlich
überflüssig sind. Dennoch bietet das Shambala eine „Wasserkarte“ mit 26
„Röhrenwhiskeys“ aus aller Welt an. Ich probierte das wohl exklusivste und
exotischste Wasser - und war begeistert. Das stille „Fiji“ stammt von eben
jener Insel. Die Quelle befindet sich im tropischen Urwald, wobei das Wasser
durch das Lavagestein gesickert und daher mineralreich und rein ist.
Zuerst wurden drei Brotsorten, Olivenöl, Kräuteraufstrich und Oliven gereicht.
Das Degustationsmenü begann mit einem bei Damen beliebten Mint Prosecco. Frische
Minze und Limettensaft geben dem Prosecco etwas viel Süsse, doch ich wusste ja,
worauf ich mich einliess.
Als amuse-bouche liess der Küchenchef hauchdünne Reisnudeln mit mariniertem
mediterranem Gemüse an einer Wasabi crème fraîche auftragen.
Das Resultat regte die Sinnesorgane an und liess auf weitere Gourmethöhepunkte
hoffen.
Die Vorspeise bestand aus einem Crispy Tower (Millefeuille) vom karamellisierten
Ziegenkäse (in schwarzem Landbrot gebacken) mit Roter Zwiebelmarmelade. Der Käse
schmeckte dezent, war ohne penetranten Zeigengeruch. Wie den ganzen Abend über
war die Präsentation erstklassig und liess keine Wünsche offen, allerdings
zerbröselte das Millefeuille beim Anschneiden.
Zur Vorspeise wählte ich auf Anraten des Kellners einen Riesling Lyra 2004 von
Bründlmayer aus dem Kamptal, der solide war, ohne einen bleibenden Eindruck zu
hinterlassen.
Eine Latte Macchiato von der Sellerie und dem Trüffel wurde im Glas mit zwei
daneben liegenden weissen Chili-Valrhona-Pralinen präsentiert. Es galt, die zwei
Pralinen ins Glas zu werfen und umzurühren. Und siehe da, das originelle,
pikante Süppchen bot Geschmacksempfindungen, die mit „sensationell“ nur vage
umschrieben werden können.
Als Zwischengericht testete ich eine Schaumrolle vom Waldpilzragout mit
Schwarzwaldwurzeln und Ofentomaten. Das Waldpilzragout mit Austernpilzen,
Shitake und Kräuterseitlingen wurde in einem eleganten „Pastetli“ präsentiert,
das leider wie das Millefeuille unter dem Messer zerbröselte. Die bissfesten
Schwarzwurzeln, die Schaumrolle und das Waldpilzragout ergaben ein ausgezeichnet
kombiniertes Gesamtbouquet. Wer experimentiert, geht Risiken ein. Doch auch wenn
das Auge mitisst, an der praktischen Seite beim Essen sollte Erich Cochlar hier
und dort noch etwas feilen.
Zum Zwischengericht, erneut auf Anraten des Kellners, wählte ich einen Zübinger
Heiligenstein, einen runden Riesling aus dem Jahr 2001, der auf Schiefergestein
gut reifen konnte.
Mein Hauptgericht, geräucherter Tofu auf Kokos-Chili-Polenta mit Wokgemüse
und Sojalack, war gesund und offerierte wie beim Zwischengang ein
ausbalanciertes Geschmacksbouquet, dessen volle Wirkung sich über das
Zusammenspiel aller Ingredienzien ergab.
Die Dessertvariation eröffneten ein Orangenschnitz und angenehm feuchte,
marinierte Feigen. Auf süsses Sushi folgte eine gewagtere
Geschmackskombination mit einem Bananen-Curry-Eis sowie eine Crêpetorte mit
einem Basilikumblatt, ein Champagner-Joghurt Parfait, ein Baileys-Schokolade-Mousse auf geschwenkter Banane sowie eine feucht-warme
Birnentorte. Erich Cochlar zeigte sich als wahrer Dessertmeister. Unter den
durchwegs ausgezeichneten Nachspeisen ragten das perfekte Eis und brillante
Parfait heraus. Zum
Abschluss genehmigte ich mir nochmals ein Glas Prosecco Sacchetto dei Colli Trevigiani, diesmal
ohne Minze und Limettensaft.
Erich Cochlar bietet im Shambala eine kreative Küche mit Potential, die man sich
nicht entgehen lassen sollte. Mit dieser Meinung war ich nicht alleine, denn am
Dienstag Abend war viel Betrieb sowohl im Restaurant als auch an der Bar.
Unbedingt hingehen!
Biografie von Erich Cochlar
Küchenchef Erich Cochlar wurde 1971 in Wien geboren, wo er von August 1986 bis
August 1989 eine klassische Kochlehre im Hilton am Stadtpark machte, wo er von
März 1990 bis September 1991 als Commis Saucier angestellt war. Im Hilton lernte
er die Grundlagen der für ihn prägenden internationalen Küche kennen. Das Hotel hatte damals fünf Restaurants, darunter das mit einem Michelin-Stern
ausgezeichnete Prinz Eugen unter Küchenchef Eduard Mitsche.
Nach einer Zwischenstation als Commis im Restaurant Eurest, einem à la carte
Restaurant mit 80 Plätzen für UN-Diplomaten im Vienna International Centre, war
Erich Cochlar von August 1992 bis
September 1994 im Hotelrestaurant mit amerikanischem
Grill des Marriott Wien unter Walter Suchentrunk tätig, in dem Bankette für bis zu
1000 Personen serviert wurden. Hier lernte er eine sehr gut strukturierte
Organisation kennen.
Von Oktober 1994 bis Mai 1995 war Erich Cochlar erstmals als Executive Chef
tätig, und zwar für die Sodexho MM Catering Vienna im Business Park an der
Donau. Das Restaurant für 70 Gäste offerierte einen exklusiven Business Lunch.
Von Juni 1995 bis April 1998 war Erich Cochlar Küchenchef im Wiener Restaurant
Leopold. Das mit einem ehemaligen Guest Relations Manager des Marriott eröffnete
Haus im Zweiten Bezirk bot gutbürgerliche Küche.
Nach einem Zwischenspiel als Executive Chef im Wiener Restaurant Hansen war
Erich Cochlar von September 1998 bis Juni 1999 Küchenchef im Guess Club in Wien,
der authentische internationale Küche (Thai, chinesische Küche, etc., also nicht
Fusion) offerierte.
Von September 1999 bis August 2001 und, nach einem kurzen Zwischenspiel als Sous
Chef im Wiener Restaurant „Schwarzes Kameel“, von November 2001 bis April 2003
war Erich Cochlar zuerst Chef de Partie und danach Sous Chef im Hotel Vienna
Plaza, dass damals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet war. Küchenchef Werner
Matt, mit dem Erich Cochlar bis heute in Freundschaft verbunden ist, ist ein
Koch alter Schule, dessen Devise „weniger ist mehr“ war. Bei Werner Matt, der
sich nicht in Kleinigkeiten verlor, war das Produkt der Star. Er ging geradlinig
seinen Weg und pflegte den Kontakt mit den Gästen.
In der Zeit bei Werner Matt konnte Erich
Cochlar einen dreiwöchigen Stage bei Heinz Beck im Restaurant La Pergola im
Römer Hotel Cavalieri Hilton machen. Der heutige Drei-Sterne Koch war damals
bereits mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Von Mai 2003 bis April 2004 eröffnete Erich Cochlar als Executive Chef zusammen
mit Attila Douogtan das Restaurant Do & Co in der Albertina. In der offenen
Schauküche wurden anspruchsvolle, leichte Gericht mit kurzen Garzeiten
zubereitet. Der Gast wählte den frischen Fisch aus einer Vitrine aus, in der die
Tiere noch munter umherschwammen.
Von Mai 2004 bis Oktober 2006 kochte Erich Cochlar unter dem „jungen
Wilden“ Sven Büttner im
Kempinski Hotel Atlantic, der sich mit experimenteller Gourmetküche zwei
Hauben bei Gault Millau erarbeitete. Sven Büttners Devise war: „alles
ausprobieren, nichts ist unmöglich.“ Erich Cochlar war als Executive Chef für
den Bankettbereich zuständig und organisierte Caterings für bis zu 3000 Personen.
Seit dem 1.
November 2006 ist Erich Cochlar Küchenchef im
Le
Méridien Wien.
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Das Restaurant Shambala. Photos
© Le Meridien Wien.

Blick ins Restaurant Shambala mit violettem und lila Filz sowie hellbeigem
Leder, in Licht in zartrosa getaucht. Photos
© Le Meridien Wien.

Die Shambala Bar mit Kuben und Mildglaswänden im Hintergrund, die je nach
Tageszeit wechseln.. Photos © Le Meridien Wien.

Küchenchef Erich Cochlar. Foto © Le Meridien Wien.

Das Restaurant Shambala. Photos © Le Meridien Wien.
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