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Tom Waits
Biografie, Musik, CDs und Filme
Musiknoten/Sheet
music by Tom Waits.
Artikel vom 4. Januar 2005
Als der Schreibende im November 2004 im
Berliner Hotel
Adlon bereits um drei Ecken gegangen und der Hauptlift noch immer nicht zu
sehen war, wandte er sich hilfesuchend an einen anderen Gast,
der ihm glücklicherweise den Weg weisen konnte. Dieser freundliche Herr war Tom Waits, der gerade
für einige Konzerte in der deutschen Hauptstadt weilte. Zuvor hatte der Schreibende in
Paris in die neue CD des Künstlers, Real Gone,
hineingehört und war begeistert. Gründe genug, endlich einen Artikel zu
diesem singulären Musiker zu schreiben.
Tom Waits wurde am 7. Dezember 1949 in
Pomona, einem Vorort von Los Angeles, geboren, angeblich unweit des
Murphy-Hospitals auf dem Rücksitz eines Autos. Doch bei diesem Musiker und
Schauspieler verwischen
oft Tatsachen, Anekdoten, Legenden und Fiktion zu einem Knäuel, das sich kaum
entwirren lässt, weshalb selbst plausible Geschichten mit Vorsicht zu
geniessen sind.
Seine Eltern, Jesse Frank Waits und Alma Johnson McMurray, waren beide Lehrer.
Der Vater war schottisch-irischer Abstammung, die Mutter hatte norwegische
Vorfahren.
Der Vater brachte Tom das Gitarrenspiel bei und fuhr mit ihm öfters über die
nahe mexikanische Grenze, wo der Junge von altertümlichen Karnevalsfesten
fasziniert war. Die Eindrücke flossen später in seine Kompositionen ein.
Das idyllisch-kleinbürgerliche Leben wurde erschüttert, als Tom zehn Jahre
alt war, da seine Eltern sich scheiden liessen. Seine Mutter zog mit ihm und
seinen zwei Schwestern ins kleine National City in der Nähe von San Diego.
Als Kind brachte sich Tom in der Garage das Klavierspiel auf einem geschenkten
Instrument bei. Er konnte zwar keine Noten lesen, doch hatte er ein gutes Ohr
für Musik. Damals hatte er an Rockmusik kein Interesse, einzig Bob Dylan
verehrte er seit seinen späten Teenagerjahren. Die Plattensammlung seiner
Eltern umfasste Hits von Bing Crosby und Perry Como. Er machte sich mit George
Gershwin und Cole Porter vertraut. Er liebte das Radio und hörte mit
Beigeisterung den Sendungen von Wolfman Jack zu.
Mit 14 nahm Tom einen Job in einer Pizzeria in National City an, wo er die
nächsten fünf Jahre bis spät in die Nacht hinein arbeitete. Darunter litten
allerdings seine schulischen Leistungen.
1964, als er noch auf die Highschool ging, kaufte er sich eine Gitarre und
spielte in einer R&B-Band namens The Systems. Mit 18 entdeckte er
die Beat-Literatur und verschlang die Werke von Allen Ginsberg, Jack Kerouac,
Charles Bukowski und Delmore Schwartz. 1967 abonnierte er die Zeitschrift Down
Beat und begann erste Lieder zu schreiben, nach eigener Aussage zunächst
obszöne Parodien auf existierende Songs. Er dachte allerdings noch nicht an
eine Musikkarriere, sondern hoffte, einst ein Restaurant eröffnen zu können.
Er begann im Heritage Club in Los Angeles als Türsteher zu arbeiten.
Die Künstler vertraten ein breites Spektrum von Jazz über Rock bis zu Folk.
Inspirierend fand Tom vor allem Bob Dylans Fusion von Musik und Storytelling.
Tom Waits begann um Anerkennung zu kämpfen und nahm an Open-Mike-Abenden im Troubadour
Club teil, wo er Herb Cohen auffiel, der wenig später sein erster Manager
wurde. Waits begann, die Unterhaltungen an seinem neuen Arbeitsplatz, einer
Bar in San Diego, aufzuzeichnen, in denen "viel Musik drin war." Den
verkrachten Existenzen versuchte er durch seine Songs etwas Sinn zu geben.
Später beschrieb er seine Kompositionen als einen Mix aus "Pomp und
Pisse".
An einem Abend im Juni 1971 fiel Tom Waits bei Herb Cohen auf offene Ohren.
Dieser hatte zuvor den Folkklub The Unicorn in Los Angeles betrieben,
ehe er begann, lokale Grössen wie Frank Zappa und Linda Ronstadt zu managen.
Mit Zappa hatte er Ende der 1960er Jahre die Plattenfirma Label Straight
Records gegründet, die Alben von West-Coast-Exzentrikern, postpsychedelischen
Pionieren sowie Folk-Jazz-Platten von Tim Buckley veröffentlichte.
Von seinem Manager ermutigt, zog Tom Waits nach Los Angeles und nahm zwischen
Juli und September eine Reihe von Eigenkompositionen auf, an denen sich von
Beginn bis Mitte der 1990er Jahren eine juristische Auseinandersetzung mit
Cohen entzünden sollte, als der Ex-Manager die Demos gegen Waits' Willen auf
der zweiteiligen Compilation The Early Years herausbrachte. Damals
stand Tom nach stark unter dem Einfluss des Blues, laut Cath Caroll
stilistisch "irgendwo zwischen Don Henley von den Eagles und Eric
Clapton".
David Geffen nahm Tom Waits für sein 1970 gegründetes Label Asylum Records
unter Vertrag, das 1971 vom Warner-Imperium geschluckt wurde. 1973
fusionierten Ayslum und Elektra, Geffen wurde der Präsident der neuen Firma,
die er zwei Jahre später verliess. Der neue Boss, Joe Smith, übernahm das
Plattenlabel und beschloss 1982, als er die Demos zu Swordfishtrombones
hörte, sich von Tom Waits zu trennen, der kurz darauf als Sänger bei Island
Records einen Vertrag unterzeichnete.
Zurück in die frühen 1970er: Damals begann Tom Waits' berüchtigter
Aufenthalt im 1987 abgerissenen Tropicana Motel im Stadtteil West
Hollywood. Es war das Pendant zum Chelsea Hotel in New York. Andy
Warhol drehte im Tropicana Motel Szenen seines Films Heat.
Tom Waits lebte für neun Dollar pro Nacht im Tropicana Motel, zusammen
mit seinem weiblichen Kumpel Rickie Lee Jones. Aus der Freundschaft entstand
eine Liebesbeziehung. Irgendwann wurde Tom der Lebensstil im Tropicana
zu anstrengend.
Herb Cohen kam auf die Idee, Tom Waits als Vorprogramm von Frank Zappa und
seiner Band, Mothers of Invention, auf Tour zu schicken. In den folgenden zwei
Jahren war Waits mit Zappas Flohzirkus unterwegs, Tim Buckley in dieser
Position ablösend. Zappas Publikum war schwierig, was Tom die Sache nicht
leicht machte.
1973 wurde Tom Waits ins Sunset Sound Studio geschickt. Unter der
Produktionsleitung von Jerry Yester, einer führenden Figur der lokalen
Folkrockszene, nahm er zwölf Songs für sein Debütalbum Closing Time
auf. Die Platte enthielt eine Reihe elektronischer Experimente, die unter
anderen mit Pop- und altertümlichen Folkelementen versetzt waren. Das Album
wurde von der Kritik wohlwollend aufgenommen, verschwand aber rasch aus dem
Blickfeld des Publikums.
Tom Waits ging weiter mit Zappa auf Tour, ehe er im Juli 1974 sein zweites
Album aufnahm, The Heart of Saturday Night. Diesmal arbeitete er mit
dem Tontechniker Bones Howe zusammen. Der hatte sich in den 1950er Jahren
durch seine Arbeit mit den Jazzgrössen von Los Angeles und einen Namen
gemacht hatte, ehe er für Pop-Acts wie The Mamas and The Papas und Fifth
Dimension arbeitete. Es war Geffens Idee, Waits mit Howe zusammen zu bringen,
denn er hatte bemerkt, dass Waits' Debüt starke Anklänge an Jazz und die
Beatliteratur hatte, die nicht genug herausgearbeitet worden waren. Die
Kooperation von Waits und Howe sollte sich über sieben Alben erstrecken.
Nebenbei erhielt Tom eine solide Ausbildung in Tontechnik und Produktion, die
ihm später erlaubte, "in Eigenregie die Grenzen seines musikalischen
Vokabulars zu verschieben", schreibt Cath Carroll, welche die frühren Platten
von Tom Waits als "wunderbar sentimentale Charakterstudien von
Menschen, die das Leben überrascht und betrogen hat und die sich aber
trotzdem irgendwie durchwursteln", bezeichnet. Die frühen Alben seien zumeist von der "sinistren
Stimmung" der Hollywood-Filme der 1940er Jahre beeinflusst, wurden mit
einem "bluesigen Drawl" vorgetragen und waren mit einer deftigen
"Portion Beat-Hipsterturm abgeschmeckt". Dabei hielt Tom Waits am
Jazz-Element fest, bis diese Art Musik wieder allgemein anerkannt war.
Als Opening Act verdiente er allerdings immer noch nicht genug, um sich ein
festes Trio leisten zu können. Seine Lage besserte sich ein wenig, als Jon
Landau im Rolling Stone Magazin eine begeisterte Kritik von Nighthawks
At The Dinner veröffentlichte. 1976 wurde zuerst ein Auftritt in Chicago
für die Sendung Soundstage mitgeschnitten, später einen Monat später
hatte er einen Gastauftritt in der Dinah Shore Show. Im selben Jahr
erschien sein viertes Album, Small Change, das er in zwei Wochen in
London schrieb, wohin er sich nach einem desaströsen Auftritt im Gefolge von
Bob Dyla's Tourzirkus zurückgezogen hatte. Es strotzte von
grimmig-einfühlsamem Humor und gilt als eines seiner besten Alben.
In London gab Waits zudem ein Gastspiel im Jazzclub Ronnie Scott's, aus
dem er nach eigener Aussage am vierten Abend rausflog, weil er vor fast leeren
Rängen spielte. Nach einem Auftritt in der UK-Fernsehsendung The Old Grey
Whistle Test, trat er eine kurze Tour durch Skandinavien und die
Beneluxstaaten an, wo er laut Cath Caroll "auf eine weitaus warmherzigere
und verständnisvollere Zuhörerschaft traf."
Mitte der 1970er Jahre änderte sich Tom Waits' Einstellung zum Alkohol. Das
ständige Trinken fand er nun nicht mehr so glamourös und faszinierend. Auf
dem Album Small Change hatte er dem Thema den Song "Bad Liver And
A Broken Heart" geliefert. Als er Ende der 1970er Jahre sein letztes
Album für Asylum-Elektra veröffentlichte, hatte er seinen Alkoholkonsum
bereits auf das eine oder andere Glas Rotwein reduziert und das Rauchen
eingestellt.
Zur
Fortsetzung der Biografie von 1977 bis heute.
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Hinzugefügt am 30.12.2006: Tom Waits: Orphans. Brawlers, Bawlers &
Bastards. 3 CD-Set, 2006. Bestellen bei
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Quelle für den nebenstehenden Artikel.
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2004, das mit Kompositionen wie mein Lieblingslied "Don't Go Into That Barn"
sowie "Make It Rain", "Baby Gonna Leave Me" und "Clang
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Stripped Down" und "I Don't Wanna Grow Up" heraus. Gehört in
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Herausragende Songs sind "Hang on St. Christopher", "Way Down
in the Hole", "Cold Cold Ground" und "Innocent When You
Deam". Sie machen das Album zu einem Ereignis.
Musiknoten
- Sheet
music by Tom Waits.
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