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The Rolling Stones
Bandgeschichte, Biografien, CDs, Photos, Rolling Stones Musiknoten
. Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood, Brian Jones, Bill Wyman.

Hinzugefügt am 21. Mai 2010
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Artikel vom 1. Oktober 2005
Bandgeschichte und Biografien der Rolling Stones
 
Die vier älteren Herren sind längst zu lebenden Legenden avanciert. Noch immer zählen sie zu den besten Live-Acts der Branche. Natürlich, von The Rolling Stones ist die Rede. Zu Beginn spielten sie als sonntägliche Hausband im Crawdaddy Club des gebürtigen Weissrussen Giorgio Gomelsky im Londoner Stadtteil Richmond. Dorthin zog es am 23. April 1963 nicht nur Scharen von Touristen, sondern auch Andrew Loog-Oldham, der die vier Briten gross rausbrachte.

Der am 26. Juli 1943 in Dartford, Kent, geborene Michael Philipp Jagger ist der Sohn eines Physiklehrers. Im Kindergarten der Maypole Country Primary School traf er auf den am 18. Dezember 1943 am selben Ort geborenen Keith Richard (erst 1977 hängte er seinem Familiennamen ein "s" an). Keiths Vater leitete vor dem Zweiten Weltkrieg eine Tanzkapelle. Sein Grossvater war Geiger. Da störte es niemanden, als Keith mit fünfzehn Jahren zur Gitarre griff. Das Duo Jagger-Richards sollte sich erst 1960 in London per Zufall wieder treffen und die beste weisse Rockband aller Zeiten gründen.

Mick Jagger spielte zuerst in der Gruppe Little Boy Blue And The Blue Boys, zusammen mit Dick Taylor, Bob Beckwith und Allen Etherington, denen sich bald auch Keith Richards anschloss. Zu jener Zeit suchte Brian Jones, am 28. Februar 1942 als Sohn einer Klavierlehrerin und eines Flugzeugingenieurs in Cheltenham geboren, nach einer Band. Mit siebzehn Jahren war der schulische Problemfall bereits Vater zweier unehelicher Kinder. Bis zu seinem frühen Tod sollten noch vier weitere hinzukommen. Jones spielte Altsaxophon und Klarinette in unkonventionellen Jazzbands. Als Alexis Corner in der Stadt auftrat, erwischte ihn das Blues-Fieber. Nach einer Zeit in Skandinavien zog es ihn kurz in die Gitarrenband Ramrods, ehe er sich 1962 mit der Mutter seines zweiten Kindes, Pat Andrews, nach London aufmachte, wo er wann immer möglich mit Alexis Korner's Blues Incorporated jammte. Jeden Sonnabend trat die Korner-Band im Ealing Blues Club auf. Dort trat Brian Jones eines Abends unter dem Pseudonym Elmo Lewis zusammen mit dem Sänger P. P. Bond auf, der später als Paul Jones Frontmann bei Manfred Mann wurde. Das Duo spielte Songs von Elmore James und Muddy Waters. An der anschliessenden Session beteiligten sich auch die Blue Boys.

Einige Wochen später spielten im Ealing Blues Club Jagger, Richards, Cyril Davies und der Schlagzeuger Charlie Watts Songs von Chuck Berry. Das Echo war bescheiden, doch das Fundament der Rolling Stones war gelegt. Wiederum einige Wochen später trafen sich Jagger, Richards, Jones, Taylor, der Pianist Ian Stewart und der Gitarrist Geoff Bradford zu proben. Die Position des Schlagzeugers blieb vorerst unbesetzt. Zuerst spielten sie ausschliesslich R&B. Als Richards mehr Rock 'n' Roll-Akzente setzen wollte, verliess der Blues-Purist Bradford die Gruppe, die vorerst keine Engagements kriegte und hungerte.

Im Frühjahr 1962 entstand mit einfachsten Mitteln ein Demoband mit drei Songs, darunter Bo Diddleys "You Can't Judge A Book". Doch die Plattenindustrie fand kein Interesse daran. Die Band machte trotzdem weiter und diskutierte erstmals "The Rolling Stones" als Bandnamen. Anstoss dazu gab ein Song von Muddy Waters. Mit Tony Chapman fanden sie einen neuen Schlagzeuger. Am 12. Juli 1962 traten sie im Jazzclub der BBC erstmals als Rolling Stones auf. Traditionalisten stiessen sie allerdings mit ihrem lauten, vulgären, rebellischen und daher eigenständigen Sound auf.

Dick Taylor verliess bald darauf die Band und wurde später Bassist bei den Pretty Things. Der am 24. Oktober 1936 als William Perks geborene ehemalige RAF-Bedienstete Bill Wyman ersetzte ihn. Das Spiel am Bass lernte er während seiner Militärzeit, die er vorwiegend in Deutschland verbrachte. Seit dem Oktober 1959 war er mit Diane verheiratet. In jenem Jahr gründete er die Tanzkapelle Cliftons. Zu den Rolling Stones kam er über eine Anzeige in der Zeitschrift Melody Maker.

Schlagzeuger Chapman arbeitete als Aussendienstmitarbeiter und kam zu selten in den Übungsraum. Als Ersatz kam der am 2. Juni 1941 geborene Charlie Watts in die Band. Dieser musste aber lange umworben werden, da er sein sicheres Einkommen als Werbedesigner zuerst nicht riskieren wollte.

Charlie Watts hatte mit vierzehn Jahren mit dem Schlagzeugspiel begonnen. Der Jazzfan konzentrierte sich aber vorerst auf seine Studium an der Tyler's Croft Secondary Modern School of Art. Anschliessend liess er sich an der Harrow School of Art zum Grafiker ausbilden. Watts stiess über Alexis Corner und Blues Incorporated zu The Rolling Stones. Watts gehört zu den ruhigen Stones. Zum Ärger seiner Bandkollegen, die die Ungebundenheit als Voraussetzung für eine Leben als Rock 'n' Roller ansahen, heiratete er am 14. Oktober 1964 seine Jugendliebe Shirley Ann Shepard.

Ende Januar 1963 war die Band mit Jagger, Richards, Jones, Watts und Wyman komplett. Ian Stewart genoss nur noch den Status eines assoziierten Bandmitglieds. Loog-Oldman mochte ihn nicht und ekelte ihn aus der Band raus. Er spielte allerdings weiterhin auf zahlreichen Alben und Tourneen mit, ehe er am 13. Dezember 1985 an Herzversagen starb.

Die Rolling Stones brauchten acht Wochen, um der Dave Wood Rhythm & Blues Band den lukrativen Job im eingangs erwähnten Crawdaddy abzujagen. Am 23. April 1963 kam der erst 19jährige Andrew Loog-Oldham in den Club, zusammen mit seinem damaligen Chef Eric Easton. Der junge überzeugte den alten Manager. Innerhalb von lediglich 24 Stunden wurde der Vertrag für eine langjährige Zusammenarbeit mit den Stones aufgesetzt.

Loog-Oldham stilisierte die Rolling Stones zu bösen Buben, zu Symbolen der Dekadenz, die er den sauberen Beatles gegenüberstellte. Zudem brachte er die anzügliche Band mit Dick Rowe von Decca Records zusammen, der ein Jahr zuvor den verhängnisvollen Fehler gemachte hatte, den Beatles einen Plattenvertrag zu geben.

Die Rolling Stones nahmen als ersten Song "Come On" auf, einen unbekannten Titel von Chuck Berry. Für die B-Seite wählten sie "I Want to Be Loved" von Willie Dixon. Die Single erschien am 7. Juni 1963 und schaffte es immerhin bis auf Platz 20 in den britischen Charts und verhalf der Band zu einem Auftritt in der Thank Your Lucky Stars Fernsehshow, der jedoch zu negativen Reaktionen angesichts der anzüglichen Posen und der beträchtlichen Phonstärken führten. Die Stones hatten das gewollte Image, das sich bei ihren ersten Konzerten noch verstärkte, weil jugendliche Fans regelmässig randalierten. Die ungewaschenen Langhaarigen wurden zum Feindbild der konservativen Presse.

Die zweite Single der Stones, "Poison Ivy", wurde kaum beachtet, umso mehr jedoch ihre Auftritte im Vorprogramm der Everly Brothers und Bo Diddleys. Sie brauchten unbedingt einen Hit. Loog-Oldham wandte sich an das Erfolgsduo Lennon-McCartney, die ihm "I Wanna Be Your Man" lieferten. Er erschien Anfang November 1963 und bescherte den Rolling Stones den ersten Top10-Hit, #9 in Grossbritannien. Die B-Seite, "Stones", führte zu einigen Kontroversen, weil der die Komposition von Jagger/Richards, damals noch unter den Pseudonymen Nanker/Phelge veröffentlicht, der Plattenfirma als offensichtliche Drogenanspielung zuerst zu heiss war.

Im Januar 1964 erschien die EP "Rolling Stones" (GB#15), vier Wochen später folgte "Not Fade Away" (GB#3, US#52). Danach erschienen "It's All Over Now" (GB#2, D#14), die EP "Five by Five" (GB#7), der Blues "Little Red Rooster" (GB#1, D 14), "Tell Me" (US#26, D#24) sowie "Time Is On My Side" (US#6, D#28). Die Rolling Stones waren nun eine feste Grösse im Musikgeschäft. Die Hysterie, die zuvor Elvis und die Beatles begleitet hatte, wurde auch ein Markenzeichen der Stones-Fans. Bei Auftritten der "härtesten Rockband der Welt" kam es allerdings zudem regelmässig zu Krawallen.

Das erste Album der Band, The Rolling Stones (GB#1, US#5, D#2), bestand hautsächlich aus aggressiv überarbeiteten Oldies von Jimmy Reed ("Honest I Do"), Rufus Thomas ("Walking The Dog") oder Chuck Berry ("Carol").

1964 tourten die Stones die USA, zusammen mit den Chiffons, Bobby Vee und Bobby Goldsboro. Danach nahmen sie an einer Session in Chicago mit ihren Vorbildern Chuck Berry, Muddy Waters und Willi Dixon in den Chess Studios teil. Im Oktober unternahm Brian Jones einen Selbstmordversuch, und im Dezember veröffentlichte Charlie Watts seine bilderreiche Würdigung an Charlie Parker ("Ode to the High-Flying Bird"). Als erste offizielle Biografie erschien zudem das Taschenbuch Our Own Story. Zu dieser Zeit tauchte Marianne Faithfull, Edelgroupie, Muse und Liebhaber von Brian Jones, danach Keith Richards und schliesslich Mick Jagger, im Umfeld der Stones auf. Für sie komponierten die Stones später "As Tears Go By" (US#6) und "Sister Morphine".

1965 erschien die zweite Langspielplatte der Band, Rolling Stones No. 2 (GB#1, D#1), ein Tributalbum an die Soulmusik eines Solomon Burke oder Otis Redding. Das Songschreiber-Duo Jagger/Richards lieferte mit "What A Shame", "Grown Up Wrong" und "Off The Hook" Kostproben ihres Könnens. Mit dem Song "The Last Time" stürmten sie im Februar die Hitparaden (GB#, US#10, D#1). Im Juni 1965 erschien die EP "Got Live If You Want It" (GB#7), 1967 durch andere Aufnahmen ergänzt auch als LP erschienen. Überhaupt war in jenen Jahren die Produktion der Stones etwas unübersichtlich, den in Europa und Nordamerika erscheinen mehrere Alben, teilweise mit den gleichen, dann wieder mit leicht verschiedenem Material, so allein für den amerikansichen Markt 12 x 5 (US#3) und The Rolling Stones Now (US#5).

"The Last Time" läutete "die stürmischste Phase des Rolling Stones-Fiebers ein. Schlag auf Schlag erschienen nun Kompositionen von Jagger/Richards, die das Lebensgefühl, die Aggression und Frustration, die Verachtung und Hoffnung einer Generation formulierten." (Graf und Rausch: Rockmusiklexikon). Zu den Liedern dieser Zeit gehörten "Satisfaction" (GB#1, US#1, D#1) vom 20. August 1965 sowie "Get Off Of My Cloud" (GB#1, US#2, D#1), "19th Nervous Breakdown" (GB#1, US#2, D#1), "As Tears Go By" (US#6), "Paint It Black" (GB#1, US#1, D#2), "Mother's Little Helper" (US#4, D#9) und "Have You Seen Your Mother, Baby, Standing In The Shadow" (GB#5, US#3, D#9).

Im Zentrum standen die Bühnenpräsenz und der vokalistische Sex von Mick Jagger sowie die harten Gitarrenriffs von Keith Richards. Brian Jones hingegen, bis dahin die dritte künstlerische Kraft der Stones, verlor an Profil und konnte sich auf den Alben Out Of Our Heads (GB#2, US#1, D#2) und Aftermath (GB#1, US#1, D#1) nicht mehr durchsetzen. Er sorgte fortan vor allem durch seine Drogenprobleme für aufsehen, als zweiter Gitarrist der Stones hingegen blieb er blass. Neben der Anti-Establishment-Haltung - obwohl sie nun selbst dazu gehörten - untermauerte die Gruppe mit Aftermath ihr Macho-Image. Sexismus, Antifeminismus, Verachtung für Frauen, Sex und Gewalt prägten viele ihrer Lieder wie "Stupid Girl", "High and Dry" oder "Doncha Brother Me".

1965 erhielten die Stones neben Loog-Oldham, der sich um die künstlerischen Aspekte kümmerte, einen gerissenen Manager für die wirtschaftlichen Belange, Allen Klein, der sein Versprechen wahr und die Stones zu Multimillionären machte.

Künstlerisch suchte die Band nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Die Experimentierphase begann mit dem erwähnten "Paint It Black". In diesem Song übernahm Brian Jones auf der Sitar die Melodieführung. Zudem waren sie nun von den Friedensbotschaften der Hippies beeinflusst, predigten den Genuss von Sex und Drogen und zwängten sich in zwitterhafte Kleider, insbesondere Jagger betonte das Androgyne.

Die Stones tourten mit Ike & Tina Turner und den Yardbirds und landeten mit "Let's Spend The Night Together" einen weiteren Hit. 1967 überraschten die Stones Fans und Kritiker mit der LP Between The Buttons (GB#3, US#2, D#2), die unter dem Einfluss von Loog-Oldham entstand und den "Wall of Sound" von Phil Specter zu kopieren suchte.

Im Februar 1967 durchsuchten fünfzehn Polizeibeamte des Rauschgiftdezernats die inzwischen komfortablen Wohnsitze von Mick Jagger und Keith Richards nach Drogen. Mehrere Substanzen wurden beschlagnahmt. Es kam zu Bewährungsstrafen wegen Drogenbesitz von drei bzw. zwölf Monaten. Charlie Watts und Wyman hingegen fielen nicht unangenehm auf, sondern pflegten ihr Familienleben.

Fortsetzung der Biographie der Rolling Stones von 1967 bis 2005.

Die Hauptquelle für diesen Artikel bildet Christian Graf, Burghard Rausch: Rockmusik Lexikon: Europa, Band 2. Originalausgabe Fischer Verlag, 1998. Rockmusiklexikon von Graf und Rausch bestellen. - Rolling Stones Musiknoten.


The Rolling Stones. New Shoot Part 2. June 1, 2005. Photo © Mark Seliger.
Rolling Stones Musiknoten.


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The Rolling Stones: A Bigger Bang. Virgin/EMI, 2005. CD bestellen bei Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.co.uk, Amazon Canada, Amazon.com. Unter den sechzehn Songs sind neben verschiedenen Totgeburten einige Perlen: "It Won't Take Long" und "Rain Fall Down" sind gute, rockige Stones-Kost. Die Ballade "Streets of Love" ist brillant und wird wohl in den Kanon der Greatest Hits der Band aufgenommen werden. Den Höhepunkt des Albums bildet jedoch die Ballade "Laughing Early Died", die zu den besten Kompositionen der über 40jährigen Geschichte der Rolling Stones gehört. Der langsame Spannungsaufbau, insbesondere nach zwei und drei Minuten für das nach vier Minuten einsetzende Finale ist sensationell.


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"Little Red Rooster" fehlen.


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Unter Mick Jaggers eigenen Projekten sei verwiesen auf seinen Soundtrack für das Remake des Filmklassikers Alfie mit Michael Caine, das mit Jude Law in der Hauptrolle des Remakes blässlich geriet, im Gegensatz zum Soundtrack, den Jagger zusammen mit Dave Stewart komponierte. Bestellen bei Amazon.de.

The Rolling Stones. New Shoot Part 2. June 1, 2005. Photo © Mark Seliger.



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