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Till Brönner
Biografie, Biographie, Fotos, Photos, CDs, Konzertkritik
Artikel vom 19. August 2006
 
Biografie - Biographie von Till Brönner

Der 1971in Viersen geborene Till Brönner stammt aus einer Musikerfamilie und genoss zuerst eine klassische Ausbildung. Mit 13 kam er auf den Jazz-Geschmack, als er zum ersten Mal Charlie Parker Bebop spielen hörte. Er studierte Jazztrompete an der Musikhochschule Köln bei Professor Jiggs Whigham und bei Jon Eardley.

Von 1989 bis 1991 war Till Brönner Mitglied der Peter Herbolzheimer Rhythm Combination & Brass Band. Von 1991 bis 1998 illustrierte er sich als Solist an der Trompete im Rias-Tanzorchester - das sich heute Rias Big Band Berlin nennt - unter Horst Jankowski und seinem Lehrer Professor Jiggs Whigham. Es folgten Auftritte mit Dave Brubeck, Monty Alexander, Natalie Cole, Tony Bennett, Ray Brown, Klaus Doldinger und vielen anderen. 1993 brachte er seine erste CD heraus, "Generations of Jazz" (Minor Music"), auf der unter anderen Ray Brown am Kontrabass und Jeff Hamilton am Schlagzeug mitspielten. Sie brachte ihm auf Anhieb den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und den Preis der Deutschen Plattenindustrie ein.

1995 folgte die CD "My Secret Love" (Minor), die dem kölschen Karnevalsgut gewidmet war. 1996 erschien die CD "German Songs" (Minor), auf der er sich alter UFA-Schlager annahm, die er mit einer Mischung aus Jazz und Streichorchester neu interpretierte. 1997 folgte das Jazz-Fusion Album "Midnight" (BMG), auf dem er mit Dennis Chambers am Schlagzeug und Michael Brecker am Saxophon arbeitete.

Danach wechselte Till Brönner zu seinem heutigen Label Verve, bei dem er 1997 mit der CD "Love" seinen Einstand gab und sich darauf erstmals als Sänger versuchte. Tourneen durch Japan zeigten Erfolg und brachten ihm den Swing Journal's 1999 New Star Award ein, den Japans auflagenstärkstes Jazzmagazin, Swing Journal vergibt. 1999 war auch das Jahr, in dem er als Produzent, Komponist und Arrangeur das erste Soloalbum von Hildegard Knef nach einer 20jährigen Pause herausbrachte: "17 Millimeter" (1999; CD bestellen bei Amazon.de) sowie "Aber schön war es doch" (2002; CD bestellen bei Amazon.de).

Daneben fand Till Brönner noch Zeit, um als Dozent für Jazztrompete und Jazzimprovisation an der HFM "Hanns Eisler" und der HdK in Berlin den deutschen Jazz-Nachwuchs zu unterrichten. Seine CD "Chattin with Chet" erschien 2000 (Verve). Darauf versuchte er sich erneut als Sänger. Ebenfalls in jenem Jahr arbeitete er als Produzent, Komponist und Arrangeur am Soloalbum "Schlafstörung" (Amiga/BMG) von Manfred Krug. 2001 komponierte und produzierte er den Soundtrack zum Film "Jazz Seen" (Verve) von Regisseur Julian Benedikt. 2002 erschien seine nächste eigene CD, "Blue Eyes Soul" (Verve). Daneben produzierte er Künstler der populären Musik wie Mousse T, Bootsy Collins featuring Snoop Doggy Dog, Mark Murphy und Rosenstolz. Man glaubt es kaum, aber selbst mit den No Angels arbeitete er, so für die DVD-Produktion "No Angels meet Big Band" und im Herbst 2002 als musikalischer Direktor und Produzent der CD und Live DVD der No Angels "When Angels Swing" (Polydor). Im Sommer 2002 begleitete er den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf dessen Asienreise und trat in diesem Rahmen in Thailand und Japan auf. Im Dezember 2003 trat er mit den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker unter anderem in der New Yorker Carnegie Hall auf. Im Jahr zuvor hatte EMI Classics die CD der Zusammenarbeit der 12 Cellisten mit Till Brönner, "Round Midnight", herausgebracht. 2006 erschien die CD Oceana.

Konzertkritik: Konzert in der Widder Bar, Zürich, 25. April 2006

Bei seinem Konzert in der Widder Bar in Zürich vom 25. April 2006 präsentierte sich Till Brönner (Trompete und Gesang) mit einem Quintett. Neben dem Leader bestand es aus aus Johan Leijonhufvud (Gitarre), Daniel Karlsson (Klavier), Christian von Kaphengst (Bass), Sebastian Merk (Schlagzeug). Gleich vorneweg: Einzig Leijonhufvud spielte annähernd auf dem Niveau des Leaders und übernahm überzeugend kreative Parts. Die anderen drei Jazzer begnügten sich mit einfachsten Rhythmen.

Till Brönners Quintett spielte zwei Sets in der Widder Bar, wovon zumindest das von mir gehörte erste mit rund einer Stunde - inklusive einer Zugabe - zu kurz geriet. Nach einem Intro folgten "Bumpin", "I'm Confessing", "The Peacocks", "Roger is why", "A Distant Episode", "Charade" und "Chinatown" als Zugabe.

Nebenbei: Unter den Konzertgästen war wohl kein Journalist, dafür Boris Blank, der Tontüftler von Yello; das Duo beweist in der Elektronik-Musik wie Brönner im Jazz, dass Kunst und Kommerz hin und wieder glücklich vereint werden können. [hinzugefügt am 13.1.2011: Boris Blank war nicht nur zum Vergnügen da. Till Brönner spielte später auf dem ausgezeichneten 2009-Album von Yello Touch die Trompete. CD Touch bestellen bei Amazon.de oder Amazon.co.uk].

Till Brönner äusserte sich lobend über die Whiskey-Auswahl in der Widder Bar. Beim abwechslungsreichen "Bumpin" standen Trompete und Gitarre im Vordergrund. Beim Liebeslied "I'm Confessing" wechselte Till Brönner zwischen Gesang und Trompetenspiel erfolgreich hin und her. Er ist gewiss kein geborener Sänger, doch seine Vokalkünste waren besser als befürchtet und kamen in der intimen Atmosphäre der Widder-Bar ausreichend zur Geltung, auch wenn sie eindeutig unter dem Niveau seines herausragenden Trompetenspiels blieben.

Der gestandene Künstler leitete mit kurzen Worten zum jeweils nächsten Stück hinüber. "The Peacocks" stellte er als Komposition von Jimmy Rawls über einen traurigen Pfau vor. Damit schien er unfreiwillig sein Quintett zu beschreiben, mit drei staksenden Rhythmusgebern sowie Brönner und Leijonhufvud regelmässig zur Bewunderung der Gäste das Rad schlagend. Fairerweise muss im Zusammenhang mit "The Peacocks" erwähnt werden, dass hier das Piano durchaus streckenweise mit der Trompete und der Gitarre mithalten konnte.

"Roger is why" begann mit einem schwungvollen Schlagzeug-Intro. Die Komposition präsentierte Brönner als 12taktigen Blues. Zu "A Distant Episode" bemerkte der Leader, dass das Stück vom gleichnamigen Buch von Paul Bowles inspiriert und auf seiner neuen, in Kalifornien aufgenommenen CD zu finden sei. Es überzeugte mit seinem wunderschön-traurigen Trompetenthema.

Danach verwies Brönner auf grossartige Hollywoodfilme von Blake Edwards. Dabei kam er auf den Streifen Charade (DVD bestellen bei Amazon.de) mit Audrey Hepburn und Cary Grant zu sprechen, dessen Titelmusik von Edwards Lieblingskomponisten Henry Mancini stammt, der Regisseur ist jedoch Stanley Donen. Der Trompeter versuchte sich hier erfolgreich als Entertainer und Sänger in einer Version von "Charade", die zuerst vom rasenden Rhythmus des Pianos bestimmt war. Weiche Gitarrenklänge führten Brönner später zurück zum Gesang, wobei sich das Quintett spielfreudig zeigte und gute Laune versprühte.

Nach einer knappen Stunde folgte bereits die erste und einzige Zugabe. Mit "Chinatown" interpretierte das Quintett erneut Filmmusik. Das Liebesthema aus dem brillanten Streifen Chinatown (DVD bestellen bei Amazon.de) mit Jack Nicholson und Faye Dunaway in den Hauptrollen begeisterte. Brönner liess mit seiner unverwechselbaren Trompete zum Abschied die Herzen schmelzen.

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Till Brönner, Trompeter. Photo © Universal Music.
 




Hinzugefügt am 13. Januar 2010: Till Brönner: At the End of the Day. Universal, 2010. CD bestellen bei Amazon.de oder Amazon.fr. Das Cover-Foto des Albums. Photo © Till Brönner / Barn Barn Music.


Till Brönner, Jazz-Trompeter. Fotos © Universal Music.


Till Brönner: Oceana. Verve, April 2006. CD bestellen bei Amazon.de oder Citydisc Schweiz. Unter den 12 Kompositionen sind "Bumpin'", das Love Theme des Films "Chinatown", "The Peacocks" und "A Distant Episode", die Brönner auch am Konzert in der Widder Bar spielte. Erwähnenswert ist zudem der Song "In My Secret Life". Hier singt das ehemalige Top-Modell Carla Bruni. Sie ist keine geborene Jazz-Sängerin, doch ihre Stimme mit Schwächen ist betörend. Insgesamt ist das Album berührend, einfach und melancholisch. Kein Meisterwerk, aber Unterhaltung mit Charme.


Till Brönner: A Night in Berlin. DVD, 2005. Bestellen bei
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Till Brönner: Blue Eyed Soul. Verve, 2002. CD bestellen bei Amazon.de oder Citydisc Schweiz.


Till Brönner und die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker - die seit rund 30 Jahren Crossover spielen - unter der Leitung von Simon Rattle: Round Midnight. EMI Classics, 2002. Bestellen bei Amazon.de.


Till Brönner: Chattin with Chet. Verve, 2000. CD bestellen bei Amazon.de. Musiknoten von / Sheet music by Chet Baker.


Till Brönner, Trompete. Photos © Universal Music.
 

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