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Khatia Buniatishvili
Hinzugefügt am 4. Juli 2011
Die französische Klassik-Fachzeitschrift
CLASSICA hat die
Liszt-CD von Khatia Buniatishvili mit der höchstmöglichen Prämierung
ausgezeichnet – einem CHOC. Als Begründung heisst es:„ Khatia Buniatishvili est une pianiste
impressionnante par sa musicalité et son imagination hors du commun.“
Artikel vom 5. Juni 2011
Biografie von Khatia
Buniatishvili
Die Begabung der am 21. Juni 1987 in der georgischen Hauptstadt Tiflis geborenen
Pianistin Khatia Buniatishvili
wurde von ihrer Mutter, einer begeisterten Musikliebhaberin, früh erkannt. Bereits mit sechs Jahren debütierte sie als
Solistin mit Orchester. Vier Jahre später wurde sie bereits zu Gastspielen
in die Schweiz, nach Holland, Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien,
Österreich, Russland, Israel und in die USA eingeladen.
Als grössten Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung bezeichnete
Khatia Buniatishvili in einem
Interview mit Michael Church den Georgier Tengiz Amirejibi, ein „Chopinist“
aus der Alfred Cortot-Schule, der sie im Alter von fünfzehn Jahren unter
seine Fittiche nahm.
Khatia Buniatishvili verfügt
über das absolute Gehör. Während ihres Studiums am
staatlichen Konservatorium in Tiflis gewann sie 2003 den Sonderpreis des
Horowitz-Wettbewerbs in Kiev sowie den 1. Preis des Elizabeth Leonskaja
Scholarship. Beim Klavierwettbewerb 2003 lernte sie Oleg Maisenberg kennen,
der sie zum Wechsel and die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in
Wien bewegte. Beim 12. Arthur-Rubinstein-Wettbewerb
2008 in Israel gewann sie den 3. Prise sowie die Auszeichnungen
„Best Performer of a Chopin Piece“ und
„Audience Favorite“.
Am Klavier-Festival Ruhr 2009 sprang sie für die erkrankte Hélène Grimaud
ein und feierte
dabei ein bemerkenswertes Festivaldebüt. Im Mai 2011 durfte sie daher das
Eröffnungskonzert bestreiten.
Khatia Buniatishvili spielte bereits mit bekannten Orchestern wie dem Israel
Philharmonic Orchestra,dem St. Petersburg Philharmonic Orchestra, dem UBS
Verbier Festival Chamber Orchester, den Düsseldorfer Philharmonikern, der
Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und dem NDR Sinfonieorchester Hamburg.
Mit Gidon Kremer und seiner Kremerata Baltica war sie mehrfach auf Tour und
spielte eine CD ein. Recitals führen sie nach Berlin, Wien, Amsterdam, Tokio
und London, um nur einige Höhepunkte zu senden.
Khatia Buniatishvili spricht fünf Sprachen (Georgisch,
Russisch, Französisch, Englisch und Deutsch) und lebt in
Paris. Sie fühlt sich zeitgenössischen Pianisten weniger verbunden. Sie orientiert sich
vor allem an früheren Künstlern wie Sergej Rachmaninoff,
Svjatoslav Richter
und Glenn Gould. An
Khatia Buniatishvili
werden regelmässig die musikalische Ausdruckskraft und Reife, die stupende
Virtuosität und Technik, die lebendige Ausstrahlung und Bühnenpräsenz
gelobt.
In der BR-Klassik-Sendung KlickKlack vom 28. April 2011 sagte Khatia,
das wichtigste sei, dass die Musik sie berühre. Sie brauche als Künstlerin
wirklich starke Gefühle. Musik sei wie eine gute Droge für Sie. Durch die
Musik fühle sie keine Grenzen mehr in sich. Sie gebe auf der Bühne alles,
was sie habe. Sie gehe an die Grenzen aller Gefühle, auch Schmerz.
Weiter könne sie nicht gehen. Jetzt könnte man sterben. Natürlich nicht
physisch. Es gebe keine stärkere Empfindung. Sie brauche diese Gefühle, sie
führe ja kein Bohème-Leben. Sie müsse schliesslich üben...
Alles verdanke sie ihrer Mutter, die für sie und ihre Schwester Gvantsa
ihren Beruf als Programmiererin aufgegeben habe. Als sie zwei Jahre alt
gewesen sei, habe ihre Mutter mit ihr und ihrer Schwester auf dem Klavier
gespielt und sie so dem Instrument nahe gebracht. Die musikalische Mutter
(Piano, Gitarre) komponierte auch Lieder für sie. Zusammen mit ihrem
späteren Lehrer habe ihre Mutter ihr geraten, sich ganz auf die Musik zu
konzentrieren. Bereits mit 12 endete Khatias Zeit in der normalen Schule.
In einem BBC-Interview sagte Khatia Buniatishvili, sie liebe die dunkle, harmonisch
spezielle Seite Mozarts. Wenn sie ein Stück von ihm wählen müsste, dann sein
Requiem. Hier zeige er seine dunkle, tiefe und traurige Seite. Kritiker
haben denn auch schon von einer Aura eleganter Solitude und Melancholie
geschrieben, die ihr Spiel umwehe. Sie bezeichnet das Klavier als
„Instrument musikalischer Einsamkeit“. In jedem Fall ist Khatia Buniatishvili
ein aufsteigender Stern am Klavierhimmel, der unter anderen auch von
Martha Argerich - mit der sie sich künstlerisch verwandt fühlt - am
Verbier
Festival bemerkt und danach gefördert wurde. Khatia Buniatishvili ihrerseits
fördert bereits junge Musiker in Tblissi.
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Franz
Liszt sheet music.

Khatia Buniatishvili. Photos Copyright © Esther Hase /
Sony Classical.
Das Liszt-Debüt-Album von Khatia Buniatishvili, Sony Classical, 2011
Khatia Buniatishvili hat sich die totale künstlerische Kontrolle
bei ihrem 5-CD-Vertrag mit Sony Classical gesichert. Ihre erste Solo-CD widmet
sie
Franz
Liszt. Sie interpretiert Liszts Liebestraum kraftvoll und lyrisch zugleich.
Das Herzstück des Albums, die anspruchsvolle h-Moll-Sonate, spielt sie mit Leidenschaft und
Ausdrucksreichtum, sich die Faust-Thematik als Leitfaden nehmend. Dem Teufel
gelingt es mit der Hilfe von Faust die Unschuld zu erobern und zu
verschlingen. Der CD-Text ist für einmal lesenswert und hilfreich und geht
weiter als alles unten Zusammengetragene.
In der BR-Klassik-Sendung KlickKlack vom 28. April 2011
äusserte sich die Pianistin wie folgt zu ihrer Einspielung:
Das erste Stück auf der Liszt-CD sei voller Emotionen: Der Liebestraum. Doch
das Herzstück der CD sei die Liszt-Sonate, die auf die Faust-Thematik
zurückgehe. Sie habe Faust gewählt, weil da drei
unterschiedliche Charaktere verbunden würden: Mephisto, Faust und Gretchen.
Die Verbindung dieser drei mache einen Künstler aus. Das Motiv für Gretchen
sei Schönheit und Unschuld. Gleichzeitig sei sie aber auch das Objekt
der Begierde für das Dunkle
(Mephisto).
Faust sei ein Mensch auf der Suche nach etwas Unsterblichem. Sie
illustrierte am Fernsehen ihre Aussagen am Klavier, mit der
rechten Hand Faust, mit der linken Mephisto spielend, wie sie miteinander
kämpfen. In jedem Menschen stecke ein
ganzes Universum: Etwas Positives, etwas Negatives, etwas Schreckliches. Wir
sollten keine Angst vor unseren unterschiedlichen Seiten haben, sie alle
akzeptieren, um ausgeglichen zu sein. Es gehe bei der Liszt-Sonate um „alles
in einem“, alles in einer Person.
In einem anderen Interview äusserte Khatia Buniatishvili,
Franz
Liszt sei
eine sehr harmonische Person gewesen. Sie betonte seine Vielseitigkeit als Pianist, Komponist, Frauenliebhaber
und religiöse Person - er sei ein Abbé gewesen - alles in einem. Sie
habe alle Facetten von Liszt zeigen wollen, mit denen er sich in der Musik
ausdrücken konnte. Dabei verwies sie auf die grosse Bandbreite seines Schaffens.
Das letzte Stück ihres Liszt-Albums, La Lugubre Gondola sei eines ihrer Lieblingsstücke
des Komponisten. Es sei ein
sehr starkes Stück. Liszt habe etwas ganz Neues geschrieben und dabei Harmonien wie in der
impressionistischen Zeit vorweggenommen. Die letzte Note der Komposition
sei dissonant. Das Ende von allem. Wagners Tod [Liszt komponierte das Stück
im Dezember 1882, als er zusammen mit seinem Freund und Schwiegersohn
Richard Wagner
im Palazzo Vendramin in Venedig weilte. Wagner verstarb dort
im März 1883. Liszt deutete später seine Komposition als Vorahnung von
Wagner-Tod, LG] .
Im selben Interview äussert sich Khatia Buniatishvili zu ihrer
Liszt-Interpretation. Gretchen sei ein Kind in einem Frauenkörper: Schön,
unschuldig, sich ihrer Wirkung nicht bewusst. Faust strebe nach Höherem. Ein Künstler sei nichts ohne die Mephisto-Seite.
Nur
Paradies, nur Schönheit sei zu einfach. Es brauche den Kontrast. Sie sei nicht
so harmonisch (wie Liszt), sie sei extremer. Der Sinn ihres
Lebens bestünde darin, [dem Publikum] etwas von sich zu geben. Und sie versuche, alles zu geben.
Ebenfalls auf der Khatias Debüt-CD zu finden ist der Mephisto-Walzer /
Der Tanz in der Dorfschenke, zu dem Liszt von einer Episode aus dem
Faust-Gedicht von Nikolaus Lenau inspiriert wurde. Mephisto entfacht einen
teuflischen Tanz voller Staccato-Akkorde, blitzender Tonleitern und
plötzlicher Harmoniewechsel mit einer unerwartet einsetzenden zarten Stimme
(Gretchen). Ein Feuerwerk, bei dem Khatia Buniatishvili ihr ganzes
Temperament ausspielen kann.
Zu ihrem Liszt-Album drehte die georgische Pianistin einen viereinhalbminütigen
„faustischen Traum“, in dem sie alle drei Personen - Gretchen, Faust und
Mephisto - verkörpert. Das Video wäre ohne Erklärungen, nur durch die Musik
von Liszt umrahmt, eindrücklicher geworden, hätte der Fantasie des
Betrachters grösseren Raum gegeben. Doch Videos wie in der Popmusik sind
künstlerisch wie verkaufstechnisch eine nachahmenswerte Idee.
Khatia Buniatishvilis Liszt-Album ist bemerkenswert. Schon lange war
sie zum Beispiel ein BBC Radio 3 New Generation Artist. Von Zufall kann also keine Rede
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Khatia Buniatishvili. Photo Copyright © Esther Hase / Sony
Classical.
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Amazon.fr. Sony Classical, 2011. -
Franz Liszt sheet music.

Khatia Buniatishvili. Photo Copyright © Esther Hase / Sony
Classical.

Khatia Buniatishvili. Photos Copyright © Esther Hase / Sony
Classical.

Khatia Buniatishvili. Fotos Copyright © Esther Hase / Sony
Classical.

Die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili. Fotos Copyright © Esther Hase / Sony Classical.
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