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Die Landtagswahl in
Bremen 2007
Eingefügt am 9. Juni 2007
Das amtliche Endergebnis der Wahlen in
Bremen vom Mai 2007: SPD 36,74%, CDU 25,66%, Bündnis 90/Die Grünen 16,49%, FDP
5,98%.
Artikel vom 14. Mai 2007
Die Wähler in Bremen haben die grosse Koalition abgestraft.
Wenn
„unnatürliche“ Allianzen in der Mitte gebildet
werden, stärkt dies in der Regel die politischen Ränder. Das Wahlresultat im
Stadtstaat bestätigte diese Erkenntnis unter Politologen eindrücklich.
Doch bei der Landtagswahl in Bremen wurden nicht nur dem Juniorpartner der
Koalition, der CDU unter Thomas Röwekamp, kräftig die Federn gestutzt, sondern
auch der
„Leitwolf“, die SPD unter dem Senatspräsidenten und Bürgermeister der Freien
Hansestadt Bremen, Jens Böhrnsen, wurde arg zerzaust.
Die SPD sank von 42,3% im Jahr 2003 auf mässige 36,8%
2007. Das Resultat ist für die Sozialdemokraten nur deshalb akzeptabel, weil sie
klar die erste Partei im Lande bleiben. An der SPD führt daher bei der kommenden
Koalitionsbildung kein Weg vorbei, handle es sich um eine Neuauflage von
Rot-Schwarz oder um den Wechsel zu Rot-Grün.
Obwohl die Sozialdemokraten seit 62 Jahren das kleinste, am höchsten
verschuldete Bundesland regieren, können sie sich problemlos weiterhin an der
Macht halten. Ist das Verdi-Mitglied Jens Böhrnsen ein Zukunftsmodell? Kein
Erfolg, kein Projekt, kein Charisma - und dennoch weiterhin an der Macht. Schaut
man auf Bremen, scheint Deutschland nicht reif für weitere Reformen zu sein.
Für die CDU wurde die Landtagswahl in Bremen zu einem wahren Desaster: Von
schwachen 29,8% im Jahr 2003 sank sie auf für eine Volkspartei inakzeptable
25,7%.
Der 1966 geborene Röwekamp
sollte eigentlich Aufbruchstimmung verbreiten, doch der
Juniorpartner - wie zumeist in Grossen Koalitionen - erhielt einen Denkzettel.
Da half auch kein Kanzlerbonus aus Berlin.
Dennoch wurden sofort christdemokratische Stimmen laut, nicht zuletzt von
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, die Bremer SPD solle die Grosse Koalition
mit der CDU weiterführen. Die bürgerliche Volkspartei scheint selbst aus
verheerenden Wahlniederlagen nichts mehr zu lernen. Allerdings ist auf
Bundesebene ja die SPD der Juniorpartner. In jedem
Fall wird es die kleinen Parteien freuen.
Zu den Wahlsiegern zählen die Grünen, die mit 16,4% gegenüber 12,8% vor vier
Jahren einen substantiellen Zugewinn verbuchen und vor allem ihr bestes
Wahlergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt einfahren konnten. Sie drängen nun
in die Regierung. Ob die SPD auf Rot-Grün einschwenkt - was auf Bundesebene den
Verlust der Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundesrat zur Folge hätte, die für
Verfassungsänderungen notwendig ist - bleibt abzuwarten.
Noch mehr zu denken geben sollte den sozialdemokratischen Genossen, dass Die
Linke von 1,7% im Jahr 2003 nun auf bedrohliche 8,4% angestiegen ist. Die Linke
könnte sich wider Erwarten im Westen Deutschlands als politisch relevante Kraft
etablieren - und das bei der tiefsten Wahlbeteiligung in Bremens
Nachkriegsgeschichte (unter 60%).
Der fehlende Reformeifer der CDU hat die FDP gestärkt. 2003 scheiterten die
Liberalen noch klar mit 4,2% an der Fünfprozenthürde. 2007 ziehen sie mit 5,9%
erstmals seit 1991 wieder in Fraktionsstärke in die Bremer Bürgerschaft ein.
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