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Präsident Sarkozy
Die Franzosen haben Nicolas Sarkozy als neuen Staatspräsidenten gewählt

Hinzugefügt am 7. Mai 2007
Das vom Innenministerium veröffentlichte offizielle Endergebnis der Präsidentenwahl in Frankreich: Sarkozy 53,06%, Royal 46,94%.

Artikel vom 6. Mai 2007, zuletzt aufdatiert um 20.05 Pariser Ortszeit
Am 6. Mai 2007 haben die Franzosen Nicolas Sarkozy als ihren neuen Staatspräsidenten gewählt. Die 44,5 Millionen Wähler in Frankreich haben für keine Überraschung gesorgt, sondern den Kandidaten der liberalkonservativen Regierungspartei UMP der populistischen Sozialistin Ségolène Royal vorgezogen.

Der seit Beginn der Wahlkampagne in den Meinungsumfragen führende frühere Minister und derzeitige Präsident der UMP, Nicolas Sarkzozy, war bereits in den letzten Umfragen nach der Wahldebatte mit der Präsidentschaftsrivalin Royal als klarer Favorit geführt worden. Die Exit Polls vom 6. Mai 2007 um 20 Uhr zeigen, dass Sarkozy uneinholbar mit 53.5% der Stimmen führt. Ségolène Royal kommt lediglich auf 46.5%. Die Wahlbeteiligung lag bei 17 Uhr bei seit 1965 unerreichten 75%, was auf eine Wahlbeteiligung zum Schluss von gegen 87% schliessen lässt.

Nach der Wahldebatte mit Royal vom 2. Mai sah es bereits klar nach einem Präsidenten Sarkozy aus. Eine zwei Tage später von Ipsos/Dell veröffentlichte Umfrage gab dem bürgerlichen Kandidaten eine 54% zu 46% Führung über die sozialistische Rivalin. Eine ebenfalls am 4. Mai 2007 veröffentlichte Umfrage von TNS-Sofres für RTL, LCI und Le Figaro sah Sarkozy mit 54.5% zu 45.5% als Sieger. Selbst die knappste Umfrage, jene von CSA-Cisco für Le Parisien/i-Télé, am 3. Mai veröffentlicht, gab Sarkozy noch eine 53% zu 47% Führung.

Natürlich ist eine Umfrage nur eine Umfrage und noch keine Wahl. Der bürgerliche Kandidat machte daher seinen Anhängern klar, dass die Wahl erst am Sonntag gewonnen sein würde. Da in der ersten Wahlrunde rund 84% aller Wähler an die Urne gegangen waren, kam der Mobilisierung der eigenen Basis grösste Bedeutung zu.

Obwohl der rechtsradikale Frontist Jean-Marie Le Pen nach der ersten Runde, in der er unerwartet weit abgeschlagen ausgeschieden war, seine Wähler zum Boykott der zweiten Runde aufgefordert hatte, wurde in Umfragen klar, dass diese Stimmen am 6. Mai weitgehend Sarkozy zu gute kommen würden. Der ehemalige Innenminister hatte sich mit seiner harten Haltung in Fragen der Immigration und der Verbrechensbekämpfung einen Namen gemacht. Das kam im rechten Lager gut an. Le Pen konnte zurückgestutzt werden, ohne mit ihm eine Allianz einzugehen, so wie es die Linke seit Mitterrand regelmässig mit der extremen Linken macht.

Das letzte Hindernis auf dem Weg zur Präsidentschaft war für Sarkozy die Wahldebatte mit Ségolène Royal vom 2. Mai, aus der er jedoch als Sieger hervorging. Royal musste attackieren, um den Rückstand aufzuholen, doch sie war zu ungeschickt. Anstatt die Franzosen zu einen, fiel sie in das alte Links-Rechts-Schema zurück. Ihr Liebäugeln mit der von Bayrou und seinen Wählern angestrebten „neuen“ Mitte hatte das nichts mehr zu tun. Zudem waren ihre ökonomischen Rezepte sozialistische Ladenhüter, mit der sich das liberale Zentrum nicht mehrheitlich locken liess. Doch nur mit Hilfe der klaren Mehrheit der 18,6% von Bayrou aus dem ersten Wahlgang hätte sie eine Trendwende schaffen können.

Nach der Debatte zwischen Royal und Sarkozy und der Publizierung der darauf abstützenden Umfragen war das Lager der Sozialistin demoralisiert. Die angekündigte Niederlage lag ihnen auf dem Magen. Royal attackierte nun die Medien wegen unfairer Berichterstattung. Insbesondere spielte sie auf die Beziehungen von Sarkozy zum
„Kapital“ an. Einer von Sarkozys Trauzeugen bei seiner zweiten Hochzeit mit seiner jetzigen Frau Cécilia war der Milliardär Martin Bouygues, dem unter anderem der Fernsehsender TF1 gehört.

Zudem griff Royal hart in die populistische Trickkiste und unterstellte, Sarkozys Wahl zum Präsidenten würde die Einheit der französischen Republik gefährden und könnte zu neuen Unruhen in den Vorstädten führen. Daneben rief sie erneut  zur Wahl einer Frau ins höchste Staatsamt auf. Doch mit diesem populistischen Feuerwerk konnte sie den Trend nicht wenden. Im Gegenteil, sie stand als schlechte Verliererin da. Nicht vergessen waren zudem ihre rechtspopulistischen Vorschläge, Jugendliche in vom Militär bewachte Lager zu stecken
und die Bemerkung, alle Franzosen sollten eine Nationalflagge zu Hause haben.

Ist Frankreich nach zwölf unfruchtbaren Jahren mit dem unfähigen Präsident Jacques Chirac reif für Reformen? Kann Präsident Sarkozy
„liefern“, Wort halten, wie er es in seinem Wahlkampf versprochen hat? Frankreich und seine Wirtschaft brauchen einen Reformschub. Dazu gehört Standvermögen bei allfälligem Gegenwind. Ein erster Test der zeigen wird, ob Sarkozy seine Landsleute überzeugt und den Schwung aus der Wahl zum Präsidenten mitnehmen kann, sind bereits die Parlamentswahlen vom 10. und 17. Juni 2007.

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