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Die demokratischen
Vorwahlen in Texas und Ohio
Hillary Clinton bleibt im Rennen
Artikel vom 5. März 2008
Hillary Clinton hat bei den
demokratischen Vorwahlen in Texas, Ohio und Rhode Island die Mehrheit der Wähler
gewonnen. Barack Obama siegte lediglich in Vermont. Hillary Clinton bleibt im
Rennen um die Präsidentschaft, auch wenn ihre Chancen weiterhin gering sind.
Nach Bill haben die Clintons mit Hillary ein weiteres Comeback Kid in der
Familie.
In den vier demokratischen Vorwahlen galt es insgesamt 370 Delegierte zu
bestimmen. In Texas alleine ging es um 193 Delegierte. Nach der Auszählung der
Stimmen in 98% der Wahlbezirke in Texas führt Hillary Clinton mit 51% vor Barack
Obama mit 48%. In Texas werden 126 Delegierte in Vorwahlen bestimmten. Weitere
67 werden in Wählerversammlungen (Caucuses) von den Anwesenden gewählt.
In Ohio drehte sich der Kampf um 141 demokratische Delegierte. Nach der
Auszählung der Stimmen in 97% der Wahlbezirke führt dort Hillary Clinton klar
mit 54% vor Barack Obama mit 44%.
In Rhode Island galt es lediglich 21 Delegierte zu bestimmen. Nach der
Auszählung der Stimmen in 98% der Wahlbezirke führt Hillary Clinton hier mit 58%
deutlich vor Barack Obama mit 40%.
In Vermont fand die Wahl von 15 Delegierten statt. Hier alleine konnte Barack
Obama am 4. März 2008 eine Mehrheit der Wähler hinter sich versammeln. Nach der
Auszählung von 86% der Wahlbezirke stimmten 60% der demokratischen Vorwähler für Barack Obama, 38% für Hillary Clinton.
Laut Wählerbefragungen nach der Wahl (Exit Polls) konnte Barack Obama vor allem
die jungen Wähler bis 29 Jahre sowie die Schwarzen für sich gewinnen, während
dem Hillary Clinton auf die Wähler über 50 sowie die Frauen zählen konnte.
Die amerikanischen Demokraten haben ein
Problem: Die Parteielite
traut ihrer Basis nicht, weshalb sie die Superdelegierten einführte. Diese sind
keinem Wählerwillen unterworfen, sondern entscheiden sich - zumindest in der
Theorie - unabhängig für einen Kandidaten ihrer Wahl.
Doch stimmten die Superdelegierten gegen die Parteibasis, die an Vorwahlen und Caucuses für eine lebendige Demokratie
sorgen, gäbe es massiven Ärger, denn die demokratischen Wähler kämen sich zurecht
verarscht vor. Wenn alle Superdelegierten jedoch den Kandidaten unterstützen
müssen, der in ihrem Bundesstaat siegt, dann kann man sie ja gleich abschaffen.
Nach acht Jahren Mismanagement unter George W. Bush sehnen
sich die Demokraten nach einem Präsidenten aus ihren Reihen. Daher sind bei
ihren Vorwahlen und Wahlveranstaltungen viel mehr Wähler beteiligt als bei den
Republikanern. Die Wahl eines Demokraten im November scheint zur Zeit
wahrscheinlich. Allerdings dürfte Barack Obama mehr unabhängige Wähler auf seine
Seite ziehen können als Hillary Clinton, die bei einer knappen Mehrheit der
Amerikaner verhasst ist.
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Für die Welt wichtig ist ein amerikanischer Präsident, der sich für den
Freihandel einsetzt. Beide Demokraten haben sich leider insbesondere in Ohio mit
protektionistischen Parolen hervorgetan, während dem John McCain sich klar zum
Freihandel bekennt.
Im Irak würde ein Abzug von 1-2 Kampfbrigaden pro Monat, wie ihn Barack Obama
angekündigt hat, zu einem Machtvakuum führen. Dieses würde natürlich sofort von
den skrupellosesten Kräften ausgefüllt werden. Jenen, die bereit sind, die Macht
mit Gewalt an sich zu reissen. Massaker, ethnische Säuberungen, ein Bürgerkrieg
und Massen an neuen Flüchtlingen wären wahrscheinliche Konsequenzen.
Wenn 30,000 zusätzliche Truppen eine relative Stabilisierung der Lage im Irak
gebracht haben, so sollten weitere 30,000 oder noch mehr Soldaten gesandt
werden. Die Besatzungsmacht USA muss für Ruhe und Ordnung sorgen. Erst wenn die
Lage wirklich unter Kontrolle ist, können die amerikanischen Truppen allmählich
abgezogen werden. Ein stabiler, prosperierender und demokratischer Irak wäre
eine Erfolgsgeschichte, die auf den ganzen Nahen Osten ausstrahlen würde.
Unter den vielen politisch aktiven Schauspielern scheint einzig Angelina Jolie
dies begriffen zu haben. In einem bemerkenswerten Artikel in der
„Washington Post“ legte sie dar, warum die
USA im Irak bleiben müssen. Die Botschafterin des guten Willens in Diensten des
Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen informierte sich vor Ort und kam
zum Schluss, dass die über zwei Millionen Flüchtlinge im Irak und die
zweieinhalb Millionen aus dem Land geflohenen Iraker der langfristigen Hilfe der
USA bedürfen, nicht nur aus moralischen Gründen, sondern auch der nationalen
Sicherheit Amerikas wegen.
Hillary Clinton sagte in ihrer Ansprache nach den Siegen in Texas und Ohio:
As Ohio goes, so goes the Nation. Das war tatsächlich so seit 100 Jahren.
Was sie zu erwähnen vergass: John McCain gewann ebenfalls Ohio. Zudem sind diese
Art von „Regeln“ da, um
irgendwann gebrochen zu werden. Barack Obama liegt noch immer bei den fest
gewonnen Delegierten vorne.
Da bei den Demokraten die Delegierten proportional zugeteilt werden, müsste
Hillary Clinton praktisch alle weiteren Vorwahlen mit einem substantiellen
Vorsprung gewinnen, um Barack Obama noch zu überholen. Der Weg bleibt steinig.
Für die Republikaner - bei denen Mike Huckabee endlich das Handtuch warf und
John McCain nun endgültig der Präsidentschaftskandidat ist - wäre eine
Kandidatur von Hillary Clinton ein Geschenk. Nur die Clintons könnten die
Republikaner im November in Massen mobilisieren.
Die vielleicht wichtigste Lektion:
Die amerikanischen Vorwahlen sind das Zeichen einer lebendigen Demokratie. Der
Kontrast zu den vom Kreml aus manipulierten „Wahlen“ im pseudodemokratischen Russland könnte nicht
grösser sein.
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