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Obama ist der Kandidat
Senator Barack Obama hat die Mehrheit der demokratischen Delegierten hinter sich
Artikel vom 4. Juni 2008 um 09:35 Schweizer Zeit
 
Das Präsidentschaftsrennen bei den Demokraten ist vorbei. Senator Barack Obama hat die Mehrheit der demokratischen Delegierten hinter sich. Nach den letzten Vorwahlen in Montana und South Dakota kann er auf 2156 Delegierte zählen. Bereits 2118 würden ihm genügen.

Bei den letzten Vorwahlen in South Dakota kam Hillary Clinton zwar auf 55% der Stimmen und auf 9 auf sie verpflichtete Delegierte, Barack Obama nur auf 45% und 6 Delegierte, doch gleichzeitig verlor die New Yorker Senatorin in Montana, wo sie lediglich auf 40% und 4 Delegierte kam, während dem der Senator aus Illinois 57% und 8 Delegierte gewann.

Viel wichtiger war jedoch, dass sich noch am Wahltag, dem 3. Juni 2008, der vormalige Präsident Jimmy Carter für Barack Obama aussprach, und ihm viele weitere Superdelegierte folgten, weshalb der schwarze Senator problemlos die Hürde der 2118 nötigen Delegierten übersprang.



Hillary Clinton verpasste daraufhin wieder eine Chance, sich als faire Verliererin zu zeigen. Anstatt sich nun öffentlich hinter Barack Obama zu stellen und die Partei zur Einheit aufzurufen, setzte sie zu einem wolkigen und nostalgischen Tour d'Horizon an. Sie behauptete erneut, sie habe die Mehrheit der demokratischen Stimmen - nicht der Delegierten - hinter sich.

Schlimmer war, dass laut der New York Times ihr Wahlkampfmanager Terry McAuliffe sie bei der Kundgebung nach den letzten beiden Vorwahlen als nächste Präsidentin der USA ankündigte. Einige ihrer Befürworter riefen „Denver, Denver“, ein Aufruf, bis zum Parteikonvent Ende August in Denver durchzuhalten, obwohl sie nun ja offensichtlich definitiv verloren hat.

Je rascher sich Hillary Clinton öffentlich hinter Barack Obama stellt, je besser für die Demokraten. Bereits jetzt sind sich zu viele Anhänger der beiden Spitzenkandidaten nicht mehr grün. Die Selbstzerfleischung spielt in die Hände von John McCain.

Die Republikaner werden bei den Parlamentswahlen im November sowohl im Senat wie im Repräsentantenhaus wohl tüchtig Federn lassen müssen. Doch wider Erwarten hat ihr Präsidentschaftskandidat John McCain eine reelle Chance, das Weisse Haus in der Hand der Republikaner zu halten.



Hillary Clinton scheint nun das Amt der Vizepräsidentin anzustreben. Das macht insofern Sinn, als dass sie im Wahlkampf auf die Stimmen der weniger gebildeten, ärmeren, älteren, weissen und lateinamerikanischen Wähler zählen konnte, während dem Barack Obama die reicheren, gebildeteren, jüngeren und afroamerikanischen Wähler ansprach.

Doch Hillary Clinton kommt nicht alleine. Sie hat Bill im Gepäck. Die Möglichkeit, dass er im Weissen Haus wieder auf Jagd nach Praktikantinnen gehen könnte, dürfte manche Wähler abschrecken. Wichtiger ist allerdings, dass Hillary und ihr Mann sich rasch als Nebenregierung entpuppen könnten.

Gleichzeitig ist Barack Obama auf die Wähler Hillary Clintons angewiesen. Er kann diese nicht vor den Kopf stossen, will er seine Wahlchancen im November nicht gefährden. Er könnte Clinton allenfalls das Amt der Gesundheitsministerin anbieten, damit sie ihre seit der Amtszeit ihres Mannes angestrebte Gesundheitsreform durchsetzen kann, was mit Hilfe eines Parlaments in den Händen der Demokraten diesmal möglich sein dürfte.

Barack Obama wird im Wahlkampf gegen John McCain wohl ein Opfer rassistischer Attacken werden. Viel gefährlicher jedoch dürfte ihm seine Vergangenheit als Mitglied der Trinity United Church of Christ werden.

Sein ehemaliger langjähriger Pastor Jeremiah Wright hängt wie ein Klotz an seinem Bein. Nach längerem hin und her wurde aus dem „Freund der Familie“, der den späteren Senator traute, seine Kinder taufte und mit einer Rede den Titel zu Obamas Autobiografie gab, ein Mann, der Obamas Aussöhnungskredo völlig entgegengesetzte Positionen vertrat.

Eigentlich müsste Barack Obama angesichts des falsch geführten Irakkrieges und einer schwächelnden Wirtschaft im November John McCain besiegen. Sollte jedoch ein Video auftauchen, das Obama in seiner vormaligen Kirche zeigt, wie er eine der unseligen Reden von Wright beklatscht, wäre er erledigt. Da ein solches Video noch nicht aufgetaucht ist, gibt es wohl keines. Dennoch muss Obama die Amerikaner, insbesondere die unabhängigen Wähler der Mitte davon überzeugen, dass er mit Jeremiah Wright und seinen Verschwörungstheorien - die amerikanische Regierung habe AIDS in die Welt gesetzt, um die Afroamerikaner auszulöschen - rein gar nichts zu tun hat.

Musiknoten / Sheet music des Great American Songbook.

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