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Die Geschichte von Google
Buchkritik David A. Vise: Die
Google Story
Artikel vom 23. Oktober 2006
Eine kometenhafte
Unternehmensgeschichte
Während der
Börsenkurs von Microsoft vom Zeitpunkt der Google-Gründung im Jahr 1998 an
bis 2005 stagnierte und die Dotcom-Blase platzte, wuchs die kalifornische
Suchmaschinenfirma aus dem Nichts (bzw. einer Garage heraus) zu einem über
80 Milliarden Dollar schweren Unternehmen heran. Da erstaunt es nicht, dass zwei
Reporter der Washington Post, der Pulitzer-Preisträger David A. Vise und
sein Kollege Mark Malseed, sich der Unternehmensgeschichte des
Börsenneulings angenommen haben. Der Leser sollte sich durch die ersten
Seiten – die streckenweise wie ein Werbeprospekt wirken – nicht abschrecken
lassen. Im Verlauf des Buches finden die Autoren doch noch zur kritischen
Distanz, wobei trotz mit 150 Insidern geführten Interviews wenig Neues zu
erfahren ist.
Die Google Guys - anders als die anderen
Die Geschichte ist spannend, unterhaltsam und lehrreich zugleich. Google
geht auf ein Projekt der Studenten Larry Page und Sergey Brin an der
Stanford University zurück. Stanford ist gegenüber Forschungsprojekten, die
zu Unternehmensgründungen führen, besonders offen. Da erstaunt es nicht, dass
auch Hewlett Packard und Sun Microsystems (Sun steht für Stanford
University Network) auf Universitätsprojekte zurückgehen.
Ehe Google zu den bezahlten Anzeigen fand, war lange nicht klar, wie das
Unternehmen Geld verdienen sollte, was die zwei intelligenten und frechen
Jungunternehmer, überzeugt von ihrer überlegenen Technologie, allerdings nicht
weiter beunruhigte. Die unkonventionelle Unternehmenskultur der "Google
Guys", so der Titel eines Playboy-Artikels vor dem Börsengang
des Unternehmens, gaben sich schon immer anders als andere Firmen. So wurden den
Lesern des Playboy genauso viele Informationen gegeben wie en
Investoren der Wallstreet und
deren Vorzugskunden.
Die Suchmaschinentechnologie steht noch immer erst am Anfang
Zur heutigen Konkurrenzfähigkeit der Suchmaschine Google hätte der Leser gerne
einige kritische Informationen gewünscht. Vise und Malseed bringen leider keine
Vergleiche. Google geht nicht allen "Deep Links" nach und ignoriert manchmal
substantielle Seiten, die oft nur in einem Unterindex bei der Suche innerhalb
einer bestimmten Seite auftauchen. Auch liefert die Suche in Google.de und
Google.com selbst bei der weltweiten Suche nicht mehr identische Resultate. Das
PageRank-System von Google liefert zwar in der Regel noch immer bessere
Resultate als die Konkurrenz, doch kann es Substanz nicht erkennen, da es die Bedeutung einer Seite im Wesentlichen
von der Anzahl und vor allem der Bedeutung, dem Wert der auf sie verweisenden Links abhängig macht.
Hoffen lässt die Aussage der Google-Gründer, dass
wir erst am Beginn der Suchtechnologie stehen. Wer bei Google nicht fündig
wird, sollte es zusätzlich bei Yahoo, MSN und anderen Suchmaschinen versuchen. Die
Konkurrenz schläft nicht. Das Schicksal von Altavista, noch 1999 die
führende Suchmaschine und heute irrelevant, sollte Mahnung genug sein, dass
die heutige Vorherrschaft von Google nicht in Stein gemeisselt ist. In diesem
Zusammenhang lieft Die Google Story ein
pikantes Detail: Altavista war eines von mehreren Unternehmen, denen
Larry Page
und Sergey Brin einst die Benutzung ihrer Technologie für eine läppische
Million Dollar angeboten
hatten.
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