|
Landtagswahl 2009 Brandenburg
Artikel vom 28. September 2009
Die Landtagswahl vom 27. September 2009 in Brandenburg
brachte bei einer Wahlbeteiligung von 67,5% der 2,1 Millionen Wähler
folgendes vorläufiges amtliches Endergebnis: SPD 33%, Die Linke 27,2%, CDU
19,8%, FDP 7,2% und Grüne 5,6%. Die SPD kontrolliert fortan 31 Sitze im
Brandenburger Landesparlament, Die Linke 26, die CDU 19, Bündnis 90/Die
Grünen 5 und die FDP 7 Sitze.
Damit hat der relative Wahlsieger in Brandenburg, Ministerpräsident Matthias
Platzeck von der SPD, die Qual der Wahl: Er kann sich mit der CDU unter
deren Spitzenkandidatin Johanna Wanka zusammentun, oder er kann die Hand Der
Linken unter der Führung von Kerstin Kaiser ausstrecken. Da die Grosse
Koalition auf Bundesebene der Vergangenheit angehört, ist es gut möglich,
dass nun die Zeit Rot-Roter Zusammenarbeit auf Landes- wie auf Bundesebene
anbricht. Langfristig ist sogar eine Fusion der zwei Linksparteien nicht
auszuschliessen, insbesondere wenn jemand wie Andrea Nahles das Zepter in
der SPD übernehmen sollte. Noch ist dies alles ferne Zukunftsmusik, doch
sobald einmal die Reizfigur Oskar Lafontaine (ehemaliger SPD-Chef und
-Kanzlerkandidat) von der politischen Bildfläche verschwunden ist, könnten
die Linksparteien sehr wohl gefallen an der Idee finden, zusammen stärker
als die CDU/CSU zu sein.
Matthias Platzeck hatte vor den Wahlen in Brandenburg eine Koalition mit der
Linken nicht ausgeschlossen. Er könnte diese linke Konkurrenz durch eine
koalitionäre Umarmung schwächen. Andererseits ist eine Fortführung der
Grossen Koalition nicht auszuschliessen. Johanna Wanka von der CDU warb
bereits am Wahlabend für deren Fortführung, da sich diese in den vergangenen
zehn Jahren bewährt habe. Platzeck hat sich noch nicht festgelegt und will
zuerst mit allen Parteien eine mögliche Zusammenarbeit ausloten.
In Brandenburg ticken die Uhren anders als im Bund. Zusammen mit den Grünen
kontrollieren die Linksparteien rund 2/3 aller Wählerstimmen. Die
Landtagswahl 2009 diente zudem der Landschaftspflege: Die rechtsextreme DVU
schaffte den Wiedereinzug ins Landesparlament bei weitem nicht, FDP und
Grüne hingegen bringen nach fünfzehnjähriger Abwesenheit frisches Blut in
die brandenburgische Legislative.
Alle Aktionen bei Amazon.de.
|
|