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Rot-Grün in Hamburg mit Olaf Scholz wahrscheinlich
Hinzugefügt am 21. Februar 2011 um 10:07
Nach Auszählung der
Zweitstimmen und bei einer Wahlbeteiligung von 59% (2008 noch 63,5%) liegt
die SPD bei 48,3%, die CDU bei 21,9%, die Grün-Alternative Liste bei
11,2%, die FDP bei 6,6% und die Linke bei 6,4%. Auf andere Parteien
entfielen 5,6%.
Von den 121 Sitzen in 17 Wahlkreisen gewann die SPD voraussichtlich 62
(2008: 45), also die absolute Mehrheit. Die CDU käme auf 28 Sitze (2008:
56), die GAL auf 14 (2008: 12), die FDP auf 9 (2008: 0) und die Linke auf 8
(2008: 8).
Hinzugefügt am 20. Februar 2011 um 19:18
Laut Hochrechnungen der ARD
kommt die SPD unter Olaf Scholz auf 49,5% der Stimmen (2008: 34,1%), was die
absolute Mehrheit bedeuten würde. Die CDU käme nur noch auf 20,5% (2008:
42,6%), das schlechteste Resultat seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Grünen
erreichten 11,5% (2008: 9,6%), die FDP 6,5% (2008: gescheitert an der
5%-Hürde) und die Linke 7% (2008: 6,4%).
Artikel vom
1. Dezember 2010 um 13:29
Wie
bereits gemeldet, ist Schwarz-Grün in
Hamburg am Ende. Die
Grünen (GAL) der Hansestadt haben am 28. November 2010 in einer Sitzung der
erweiterten Fraktion beschlossen, sich aus der Stadtregierung zu
verabschieden. Am 13. Dezember soll eine Landesmitgliederversammlung der
Grünen definitiv darüber entscheiden. Voraussichtlich am 20. Februar 2011
könnten Neuwahlen stattfinden.
Laut dem ZDF-Politbarometer käme die SPD in Hamburg zur Zeit auf 41%
aller Stimmen. Die Grünen könnten mit 21% rechnen. Die CDU würde mit 22%
abgestraft werden. Die FDP würde erneut an der 5%-Hürde scheitern. Die Linke
käme auf 7%, doch auf diese Partei wäre eine rot-grüne Koalition nicht
angewiesen. Zudem wünschen sich 58% der Hamburger Olaf Scholz von der SPD
als Bürgermeister, nur 20% sehen den amtierenden Christoph Ahlhaus von der
CDU als beste Lösung. So sieht ein Desaster aus. Da verwundert es nicht, dass
die Grünen die Gunst der Stunde nutzen wollen, auch wenn die Begründung
nicht überzeugt. Die GAL-Vertreter stiegen aus der Koalition mit der CDU
aus, um bei den voraussichtlich am 20. Februar 2011 stattfindenden
vorzeitigen Neuwahlen nicht mehr für die Bilanz der aktuellen Regierung
verantwortlich zu sein. Sie wollen mit Rot-Grün einen Neustart wagen.
Olaf Scholz hat bereits wissen lassen, dass er ein Bündnis mit der
Linkspartei ausschliesse. Angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse kann er
sich eine solche Aussage leisten.
Auf die Grünen wartet allerdings keine Traumhochzeit mit der SPD. Olaf
Scholz will an der Elbvertiefung festhalten, welche die Grünen ablehnen,
aber in der Koalition mit der CDU schlucken mussten. Dafür kommt Scholz den
Grünen bezüglich der von Schwarz-Grün verabschiedeten Erhöhung der Gebühren
für Kindertagesstätten entgegen. Scholz will diese zurücknehmen.
So schnell kann es gehen. Noch 2008 wurden der SPD keine Chancen eingeräumt,
den CDU-Bürgermeister Ole von Beust zu entthronen. Daher drängte es Olaf
Scholz damals nicht nach dem Bürgermeisteramt in Hamburg. Stattdessen trat
der damalige Mitherausgeber der Zeit an. Michael Naumann verlor die
Wahl wie erwartet
„ehrenvoll“.
Die SPD war im Vorfeld der Wahl 2008 völlig zerrissen. Der Parteivorsitzende,
Mathias Petersen, wurde intern von der Hamburger Bürgerschaftspräsidentin,
Dorothee Stapelfeldt, herausgefordert. Petersen hatte zuvor die
Veröffentlichung der Wohnadressen von Sexualstraftätern gefordert, wofür er
viel Kritik erntete. Bei der SPD-internen Wahl des Spitzenkandidaten vom 25.
Februar 2007 verschwanden in der SPD-Parteizentrale 959 Briefwahlstimmen.
Petersen lag zwar uneinholbar in Führung, doch die Mehrheit des Landesvorstandes
weigerte sich, die Wahl anzuerkennen. Das Verschwinden der Briefwahlzettel
wurde nie aufgeklärt. Mathias Petersen verzichtete am 4. März 2007 auf eine
erneute Kandidatur für den Parteivorsitz. Als Spitzenkandidat für die
Bürgerschaftswahl 2008 portierte die SPD den erwähnten Kompromisskandidaten
Michael Naumann.
Nun soll es also Olaf Scholz 2011 richten. Der 1958 geborene ehemalige
Bundesminister für Arbeit und Soziales (11.2007-10.2009) hatte eigentlich
bundespolitische Ambitionen. Angesichts der Krise von Schwarz-Gelb im Bund
dürfte er diese noch nicht begraben haben. Er ist ein bekanntes Gesicht und
wird wahrscheinlich der nächste Erste Bürgermeister der Freien- und
Hansestadt Hamburg.
Für Angela Merkel könnte 2011 ein Jahr der Wahldesaster werden. Der Kopf der
CDU-Vorsitzenden könnte durchaus rollen. Es wäre an der Zeit, da sie
praktisch alle Wahlen mehr oder weniger vergeigt hat. Sie steht nur so stark
da, weil ihre internen Gegner zu schwach bzw. abgetreten sind. Den jungen,
aufstrebenden Politikern wie Guttenberg fehlt es noch an Erfahrung.
International steht sie als solide da, weil Obama, Berlusconi und andere
noch schwächer sind. So wollte Obama allen Ernstes deutsche und chinesische
Exporte begrenzen. Da fällt es leicht, sich als vernünftige Kraft der
Weltpolitik darzustellen. Doch Mittelmass ist für Deutschland nicht gut
genug. Rot-Grün stellen allerdings zur Zeit keine glaubhafte Alternative
dar. Da bleibt die einzige Hoffnung, dass die Wähler 2011 die CDU so
zusammenstauchen, dass Merkel abtreten muss und ein Neuanfang vor der
Bundestagswahl gewagt werden kann.
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