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Grosse Koalition in Sachsen-Anhalt
wahrscheinlich
Hinzugefügt am 18. April 2011 um 10:41
Die SPD des Bundeslandes
Sachsen-Anhalt hat am Landesparteitag am vergangenen Wochenende in Magdeburg
dem Koalitionsvertrag mit der CDU klar zugestimmt. Nur 4 der 106
SPD-Delegierten stimmten gegen den Koalitionsvertrag. Die
SPD-Landesvorsitzende Katrin Budde meinte, der Koalitionsvertrag könne kaum
besser sein. Der Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident Jens
Bullerjahn (SPD) zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. Die SPD landete bei
den Wahlen nur auf dem dritten Platz, bleibt aber zusammen mit der CDU an
der Regierung.
Hinzugefügt am 21. März 2011 um 19:14
Die SPD lässt sich Zeit. Im
Landtag in Magdeburg könnten die Sozialdemokraten als Juniorpartner der
Christdemokraten oder als Senior- oder Juniorpartner Der Linken in die
Regierung gehen. Erst am Donnerstag wollen die Sozialdemokraten in
Regierungsverhandlungen eintreten. Rot-Rot wäre politisch riskant, da die
Wähler nach Umfragen mehrheitlich eine Fortführung der Grossen Koalition
wünschen und Rot-Rot wirtschaftlich keine grosse Zukunft verspricht. Als
Juniorpartner (ob der CDU oder Der Linken) riskiert man immer, Stimmen zu
verlieren. Wird Die Linke die SPD mit dem Posten des Ministerpräsidenten
locken wollen? Die CDU hat sich auf die Grosse Koalition festgelegt. Noch
kann geschachert und gepokert werden.
Artikel vom 21. März 2011 um 16 Uhr 17
Der CDU-Spitzenkandidat in
Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, und der SPD-Spitzenkandidat, Jens
Bullerjahn, werden sich mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einer Neuauflage
der Grossen
Koalition (bisher unter dem abtretenden CDU-Ministerpräsidenten Böhmer) zusammenfinden.
Bei der Landtagswahl vom 20. Mär 2011 schaffte es die
CDU bei einer Wahlbeteiligung von schwachen 51,2% mit 32,5% erneut auf den
ersten Platz, doch hatte sie am 26. März 2006 noch 36,2% geholt. Die SPD
erreichte ihr Wahlziel nicht, Die Linke stimmenmässig zu überholen. 2006
hatten die Sozialdemokraten 21,4% erreicht, 2011 schafften sie es auf 21,5%.
Doch da Die Linke gegenüber 2006 (24,1%) nur leicht verlor und mit 23,7%
noch immer klar vor der SPD liegt, haben die Sozialdemokraten hart an der
Niederlage zu beissen.
Theoretisch wäre Rot-Rot in Sachsen-Anhalt möglich, da die CDU auf 41
Mandate im Landesparlament mit insgesamt 105 Sitzen kommt, die SPD mit 26
und Die Linke mit 29 Parlamentariern zusammen aber eine klare Mehrheit von
55 Sitzen kontrollierten. Die SPD hatte gehofft, in einer Koalition mit Der
Linken den Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt stellen zu können. Dass Die
Linke bei diesem Resultat ihnen den ersten Platz überlassen wird, scheint wenig
wahrscheinlich. Der SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn hatte im Wahlkampf
2011 gesagt, seine Partei werde keinen Kandidaten Der Linken zum
Ministerpräsidenten wählen. Es bleibt abzuwarten, ob er standfest bleibt.
Bullerjahn beklagte allerdings bereits die
„Rote Socken“-Kampagne Haseloffs. Eine Fortführung
der Grossen Koalition scheint dennoch die wahrscheinlichste Lösung zu sein.
Rot-Rot ist kein Zukunftsmodel. Deutschland mit Hilfe Der Linken aus der
Krise zu führen, bleibt eine Illusion, der die Mehrheit der Wähler zum Glück
noch ablehnend gegenübersteht. Schwarz-Rot, einst unter CDU-Chef Böhmer ein
solides Modell, dürfte mit Haseloff und Bullerjahn seine Fortsetzung finden.
Die FDP unter Spitzenkandidatin Cornelia Piper scheiterte mit 3,8% klar an
der 5%-Hürde und verlor damit ihre 7 Landtagsmandate. Der NPD gelang der
Einzug ins Regionalparlament mit 4,6% nur knapp nicht. Die Grünen hingegen -
mit 7,1% 2011 gegenüber 3,6% im Jahr 2006 sehen - sich weiterhin im Aufwind in
Deutschland. Sie ziehen neu mit 9 Parlamentariern ins Landesparlament ein.
Schwarz-Gelb bleibt in Deutschland unter Druck. Die CDU hat verloren, dürfte
aber leicht angeschlagen an der Macht bleiben. Die FDP kämpft wieder einmal
ums politische Überleben. Neben der erbärmlichen bisherigen Koalitionsarbeit
dürfte die Nuklearkrise in Japan insbesondere der CDU von Kanzlerin Merkel
auch zukünftig um die Ohren fliegen. Bei den Christdemokraten haben sich
viele über Nacht zu Atomgegnern gewandelt, die plötzlich den Rot-Grünen
Atomausstieg als viel zu langsam kritisieren. Zur Glaubwürdigkeit tragen
solche Bocksprünge nicht viel bei.
Nachdem Ursula von der Leyen mit stiller Hilfe der Kanzlerin das
Familienbild der CDU umgekrempelt und der
„Schummelbaron“ die Abschaffung der Wehrpflicht eingeleitet hat, kommt
nun die Atomwende der Union. Eigentlich ist die Entwicklung richtig, doch ob
alle Kernwähler die abrupten und diskussionsarmen Kehrtwendungen mittragen
werden, bleibt abzuwerten. Die Kanzlerin hat insbesondere in der Atomfrage
ein weiteres Glaubwürdigkeitsproblem. Das Abseitsstehen im Fall von Libyen -
die peinliche Stimmenthaltung Deutschlands im Sicherheitsrat, zusammen mit
Russland, China, Indien und Brasilien - zeigt
wegen Westerwelle noch Merkel auf der Höhe ihrer Aufgabe. Glücklicherweise
für die bürgerliche Regierungskoalition ist SPD-Chef Sigmar Gabriel (bis
jetzt) eine Art Seehofer, ein Populist, dem es an Format und
Geradlinigkeit fehlt.
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