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Wahlen in Baden-Württemberg
Hinzugefügt am 28. November 2011
um 02:18
Die Baden-Württemberger haben am
27. November in einer Abstimmung mit rund 59% für den weiteren Umbau des
Hauptbahnhofs gestimmt. 41% stimmten dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei
gut 48%. In der Stadt Stuttgart selbst stimmten 53% für und 47% gegen das
Projekt
«Stuttgart
21». Die
Stimmbeteiligung in Stuttgart lag bei knapp 68%. Ministerpräsident Winfried
Kretschmann von den Grünen und der SPD-Koalitionschef Nils Schmid traten
noch am Abstimmungsabend zusammen vor die Kamera um zu verkünden, dass der
Wähler gesprochen habe und der Bahnhof
«ohne Wenn
und Aber»
komme. Glücklicherweise kam es zu einem klaren Ergebnis, sodass weitere
Diskussionen sich erübrigen. Das wichtigste Resultat der Wählerbefragung ist
sicherlich, dass sie überhaupt stattfand. Hoffentlich wird der Wähler in
Zukunft früher bei wichtigen Sachfragen konsultiert, wie es in der Schweiz
mit Erfolg der Fall ist.
Hinzugefügt am 12. Mai 2011
Das Landesparlament von
Baden-Württemberg mit seinen 138 Parlamentariern hat heute mit 73 Stimmen
Winfried Kretschmann zum ersten grünen Ministerpräsidenten Deutschlands
gewählt. Das war insofern besonders bemerkenswert, weil Grün-Rot nur 71
Abgeordnete stellt. 65 Abgeordnete stimmten mit Nein.
Am 9. Mai hatten die Sonderparteitage von Grün und Rot wie erwartet dem
Koalitionsvertrag zugestimmt, der noch gleichentags unterschrieben wurde.
Die Studiengebühren sollen abgeschafft, der Haushalt saniert, die
Grunderwerbssteuer erhöht, die Kinderbetreuung finanziell unterstützt, der
Ausbau der Gesamtschulen gefördert, eine stärkere Bürgerbeteiligung auf
allen Politikebenen sowie der Ausstieg aus der Atomenergie vorangetrieben
werden. Die Dienstwagenflotte der Landesregierung soll ökologisch
modernisiert wrden. Über die Zukunft des Bahnprojektes Stuttgart 21 wird das Volk im
Herbst 2011 abstimmen. Die SPD befürwortet den Neubau des Bahnhofs
Stuttgart, die Grünen lehnen ihn ab.
Hinzugefügt am 8. Mai 2011
Grüne und SPD haben am 7. Mai
2011 an Sonderparteitagen jeweils ohne Gegenstimme dem Koalitionsvertrag
zugestimmt. Am 9. Mai soll er von den Parteispitzen offiziell unterschrieben
werden.
Hinzugefügt am 28. April 2011
Die Grün-Rote Koalition in
Baden-Württemberg steht mit dem am 27. April 2011 vereinbarten 88seitigen
Koalitionsvertrag. Die Mitglieder der zwei Parteien sollen am 7. Mai an
Parteitagen dem Vertrag noch zustimmen. Winfried Kretschmann soll am 12. Mai
zum ersten grünen Ministerpräsidenten in Deutschland gewählt werden. Der
SPD-Landeschef Nils Schmid ist als Vize-Regierungschef und Superminister für
Finanzen und Wirtschaft vorgesehen. Ebenfalls von der SPD besetzt werden die
Ministerien für Inneres, Justiz, Arbeit und Soziales, Schule und
Integration. Der Vertreter des Landes Baden-Württemberg beim Bund wird
ebenfalls ein Sozialdemokrat. Die Grünen stellen neben dem
Ministerpräsidenten die Minister für Umwelt und Energie, Verkehr,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Wissenschaft und Kultur.
Hinzugefügt am 27. März 2011 um 22 Uhr 24
Laut dem vorläufigen amtlichen
Ergebnis gewinnt die CDU 39%, die SPD 23,1%, die FDP 5,3% und die Linke
2,8%. Die Grünen sind mit 24,2% die Wahlsieger. Die CDU verliert 5,2%, die
SPD 2,1%, die FDP 5,4% und die Linke 0,3%, während dem die Grünen mit einem
Zugewinn von 12,5% strahlend dastehen. Die CDU kommt auf 60 Sitze, die SPD
auf 35, die FDP auf 7. Die Grünen liegen mit 36 Mandaten vor der SPD und
dürften in einer Grün-Roten Koalition erstmals den Ministerpräsidenten
stellen.
Wahlen in Baden-Württemberg
Artikel vom 27. März 2011 um 19 Uhr 05
Winfried Kretschmann hat für die Grünen in
Baden-Württemberg das
„Unmögliche“ geschafft und die CDU von der Macht verdrängt. Laut ARD-Prognosen
von 18 Uhr 51 sieht es noch Grün-Rot im Musterland Baden-Württemberg aus. Am
27. März 2011 hat die CDU in Baden-Württemberg 39,1% der Stimmen gewonnen.
Die SPD kommt auf 23,2% der Stimmen, die Grünen auf 24,0%, die Liberalen auf
5,1% und Die Linke auf schwache 2,8%. Das sähe nach 68 Sitzen für
Schwarz-Gelb und 71 sitzen für Grün-Rot im Landtag mit 139 Sitzen aus; CDU
60, SPD 35, Grüne 36 und FDP 8 Mandate im Landtag.
Bei einer Wahlbeteiligung von 53,4% kam die CDU 2006 noch auf 44,2% der
Stimmen. Die SPD schaffte es nur noch auf 25,2%, während dem die grünen mit
11,7% und die Liberalen mit 10,7% ausgezeichnete Resultate einfuhren. Die
Linke war 2006 chancenlos.
Am 27. März 2011 hingegen standen die Zeichen im christdemokratischen
Stammland Baden-Württemberg auf Sturm. Der nur halbwegs elegante und
freiwillige Abgang von CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger und die Wahl
des nicht beliebteren Nachfolgers Stefan Mappus (*1966) - ein Diplom-Ökonom
- machten die Aufgabe nicht leichter. Mappus hatte sich noch 2010 als
strammen Befürworter der Atomenergie geäussert. Nach dem Reaktorunfall in
Japan vom März 2011 will er nun seine Position überdenken. Wie Kanzlerin
Merkel vollzog er eine wenig glaubwürdige [23.5.2011: vorerst nur) (rhetorische) Kehrtwende.
Nach 58 Jahren an der Regierung drohte der CDU in Baden-Württemberg 2011
ernsthaft der Machtverlust. Schwarz-Gelb war unter Druck. Die gleichfarbige
Koalition auf Bundesebene gibt bis heute ein erbärmlich-dilettantisches Bild
ab. Da schien der verklärte Blick zurück auf die ebenso peinliche rot-grüne
Ära plötzlich rosarot. Lokale Faktoren wie das zuerst ohne Einbezug des
Stimmvolkes durchgedrückte Bahnprojekt „Stuttgart 21“ verstärkten den Druck
auf Schwarz-Gelb in Baden-Württemberg, wobei die Grünen auch nicht gerade
mit überzeugenden Alternativen glänzten. Doch die Mobilisierung der Grünen
Wähler schien garantiert. Den Jackpot für die Umweltpartei brachten das
Erdbeben, der Tsunami und der daraus resultierende Reaktorunfall in Japan,
obwohl solche starke Erdbeben und erst recht nicht Tsunamis in Deutschland
zu erwarten sind. Doch die Serie von Reaktorpannen in Japan zeigte eine
„Spitzentechnologie“ ausser Kontrolle und warfen nochmals einen Schatten auf
die peinliche Nuklearpolitik in Deutschland.
Die Nuklearpolitik auf dem Prüfstand
Der Umgang mit dem deutschen Reaktorunfall war und ist sorglos. Trotz
Diskussionen wie in keinem anderen Land wurden Fässer mit nuklearem Abfall
sorglos in einen Salzstock runtergerollt. Vor allem aber stand das Endlager
Gorleben ursprünglich gar nicht auf der Liste möglicher Deponien, die von
Spezialisten ausgesucht worden waren. Gorleben wurde nicht von den
Gutachtern, sondern vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht
nachträglich und handschriftlich in die Liste möglicher Endlagerstätten
eingefügt. 1977 wurde der Standort aus politischen Gründen von Albrecht
ausgewählt und durchgesetzt. Trotz erheblicher Bedenken wird bis heute am
Endlagerstandort Gorleben festgehalten. Das ZDF-Magazin Frontal 21
berichtete am 13. April 2010 über den Skandal, den der damalige Co-Gutachter
Lüttig - ein Befürworter der Kernenergie - ans Licht brachte. Wenn selbst in
Deutschland solche Skandale möglich sind, was geht da in weniger kritischen
Ländern ab?
Allerdings hat die Rot-Grüne Bundesregierung auch nicht ernsthaft genug nach
Alternativen zur Nuklearenergie und zum Ölimport gesucht. Jährlich wären
mehrere Milliarden Euro zur Förderung der Grundlagenforschung nicht zuletzt
im Bereich der Sonnenenergie nötig. Das wäre ein erstklassiges europäisches
Forschungsprojekt. Doch die EU zieht es vor, weiterhin rund die Hälfte ihres
Budgets in unsinnige Landwirtschaftssubventionen zu buttern.
Kernkraftwerke abzustellen, um danach Öl, Gas, Kohle sowie Atomstrom aus
anderen Ländern zu nutzen, ist unglaubwürdig, ja geradezu zynisch. Kommt nun
die europäische Energiewende? Die Revolutionen im muslimischen Raum haben
die politischen Risiken der Erdölabhängigkeit einmal mehr aufgezeigt.
Zurück zu Baden-Württemberg: Die FAZ hat vor den Wahlen ein
freundliches Portrait von Winfried Kretschmann als religiösen und
konservativen Grünen veröffentlicht. Der Artikel sollte den bürgerlichen
Wählern wohl die Angst vor einem möglichen Grünen Ministerpräsidenten
nehmen. Der seriöse Lehrer für Chemie, Ethik und Biologie gilt als untypisch
für seine Partei. Wird er zukünftig das Musterland Baden-Württemberg führen?
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