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Josef Pröll tritt ab
Hinzugefügt am 19. April 2011 um 15:16
Heute hat der ÖVP-Parteivorstand
über das neue ÖVP-Regierungsteam entschieden. Aussenminister und Vizekanzler
Michael Spindelegger setzt auf folgendes Team: Karlheinz Töchterle übernimmt
das Wissenschaftsministerium, Maria Fekter das Finanzministerium, Beatrix
Karl das Justizministerium, Johanna Mikl-Leitner das Innenministerium.
Wolfgang Waldner wird Staatssekretär im Aussenministerium. Reinhold
Mitterlehner bleibt Wirtschaftsminister. Niki Berlakovich bleibt
Landwirtschaftsminister. Der erst 24jährige Sebastian Kurz, bisher Chef der
Jungen ÖVP, wird Staatssekretär für Integration im Innenministerium. Aus der
Regierung scheiden die Justizministerin Bandion-Ortner, der Staatssekretär
im Finanzministerium Reinhold Lopatka und die Staatssekretärin im
Wirtschaftsministerium Verena Remler aus.
Hinzugefügt am 15. April 2011 um 07:57
Laut der gestrigen Umfrage des
Linzer Market-Instituts kommt die ÖVP zur Zeit auf nur noch 22%
Wählerzustimmung. Das ist das schlechteste Umfrageresultat ihrer Geschichte.
Damit käme die ÖVP hinter der SPÖ mit 28% und der FPÖ mit 25% nur auf den
dritten Platz. Die Grünen erhielten 14% und das BZÖ 6%.
Hinzugefügt am 14. April 2011 um 17:23
Michael Spindelegger will die ÖVP
erneuern. Der österreichische Aussenminister ist seit einiger Zeit in
Umfragen der beliebteste Politiker seiner Partei. Der Jurist und
Reserveoffizier könnte Kanzler Faymann von der SPÖ mehr Konzessionen
abbringen als der als zu nachgiebig kritisierte und jetzt abtretende Josef
Pröll.
Hinzugefügt am 14. April 2011 um 11 Uhr 35
Der ÖVP-Parteivorstand hat heute
einstimmig entschieden, dass der Aussenminister und Bundesobmann des
Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes (ÖAAB), der
Niederösterreicher Michael Spindelegger (*1959), neuer ÖVP-Chef und
Vizekanzler wird. Die Entscheidung über den neuen Finanzminister ist noch
nicht gefallen.
Artikel vom 13. April 2011, hinzugefügt um 13 Uhr 58
Josef Pröll tritt von der politischen Bühne ab. Er legt
alle politischen Ämter aus gesundheitlichen Grünen nieder; er hatte zuvor
einen Lungeninfarkt erlitten. Die Ärzte hatten ihm geraten, kürzer zu treten.
Josef Pröll versuchte seine Partei zu reformieren, was ihm nur beschränkt
gelang. Doch nicht nur in der ÖVP stiess er auf Widerstand. Als Vizekanzler
entwickelte er bisher keine grosse Durchschlagskraft. Seine mediale Wirkung
blieb beschränkt. Doch immerhin überstand Österreich die Finanz- und
Wirtschaftskrise besser als andere Länder, woran der Finanzminister durchaus
seinen Anteil hatte.
Der 1968 in Stockerau geborene Josef Pröll galt als grosses politisches
Talent. Zuvor war er
unter anderem als Referent in der Landwirtschaftskammer Niederösterreichs,
als Direktor des Wiener Bauernbundes, als Kabinettschef von Bundesminister Molterer,
als Landwirtschafts- und Umweltminister sowie zuletzt als Parteiobmann - vom
November 2008 bis im April 2011 führte er die ÖVP -,
Vizekanzler und Finanzminister tätig
gewesen.
Kanzler Faymann (SPÖ) sagte bezüglich seinem abtretenden Kollegen:
„Auf ihn war Verlass.“
Josef Pröll hatte in seiner kurzen Abschieds-Pressekonferenz Kritik an
Kollegen in allen Parteien geübt, die sich ungebührlich verhalten haben:
Der fehlende Anstand habe zu einem Mangel an Vertrauen in die Politiker
geführt - auch jene der Volkspartei. Im kurz nach Mitternacht
hochgeschalteten Facebook-Eintrag (siehe unten) war davon noch nichts zu
lesen. Er bemängelte Stillstand, Opportunismus und Populismus. Keine Partei
könne ein derartiges Verhalten dulden, meinte Josef Pröll.
Der Rücktritt von Josef Pröll reisst ein weiteres Loch in die dünne
Personaldecke der serbelnden ÖVP.
Bereits Morgen, am 14. April 2011, könnte sein Nachfolger als
ÖVP-Parteiobmann, Vizekanzler und Finanzminister gekürt werden. Als mögliche
Nachfolger gelten unter anderen Michael Spindelegger und Reinhold
Mitterlehner.
Josef Prölls Abschiedsrede vom 13. April 2011 im vollständigen Wortlaut
(laut seinem Facebook-Eintrag):
Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte Funktionärinnen und Funktionäre,
liebe Freundinnen und Freunde,
die vergangenen drei Jahre waren für mich persönlich
von außergewöhnlicher Intensität -
als Parteichef, als Vizekanzler und als Finanzminister.
Wir haben die Partei
in vielen Bereichen neu aufgestellt, wir haben die
Finanz- und Wirtschaftskrise besser und
schneller als andere bewältigt und wir haben auch in der guten
Zusammenarbeit des ÖVP-Regierungsteams
vieles weiter gebracht.
Und dennoch stellt der beharrliche Stillstand in
wesentlichen Zukunftsfragen unseres Landes den Glauben der Bevölkerung
an die Lösungskompetenz und den Lösungswillen der Politik massiv in
Frage.
Ich wollte immer, dass wir
Österreich voranbringen. Und
ich wünsche mir das auch für die Zukunft.
Dennoch ist klar: Um diese großen Aufgaben zu
bewältigen, benötige ich persönlich heute mehr Kraft und nicht weniger.
Ich habe nach meinem
beidseitigen Lungeninfarkt vor 3 Wochen alles daran gesetzt,
eine rasche und vollständige Genesung zu erreichen.
Ich habe mich in dieser Zeit
intensiv mit meinen Ärzten beraten
und die Folgen und Risiken meines Lungeninfarktes besprochen.
Dabei wurde mir klar, dass meine
gesundheitliche Situation Risiken
birgt, die mit engagierter Spitzenpolitik, wie ich sie verstehe, nur
schwer vereinbar sind.
Vor diesem Hintergrund habe ich mich nicht gegen die
Politik, sondern sehr klar für meine
Gesundheit und ohne jeden Zweifel
für meine Familie entschieden.
Aus dieser Verantwortung
ziehe ich mich aus der Politik zurück.
Der
Bundesparteivorstand wird in einer Sitzung, die
für morgen eingeladen ist,
über meine Nachfolge entscheiden.
Klar ist: Ich will und werde zwei Jahre vor der Wahl
ein geordnetes Haus übergeben
und stehe bereit für einen guten
Übergang - in der Partei, im Finanzministerium und als
Vizekanzler.
Ich verlasse die
Politik mit Dankbarkeit.
Ich danke meiner
Familie, die mich in diesen 8 Jahren über die Maße geduldig und
verständnisvoll begleitet und getragen hat.
Ich danke meinen
Wegbegleitern.
Und ich danke Ihnen!
Für Ihre Unterstützung und Ihren Einsatz.
Alles Gute und herzlichen Dank
Ihr Josef Pröll
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