|
Kanzlerin Merkel bei Günther Jauch
Die Märchenstunde mit Angela
Hinzugefügt am 26. September 2011 um 14:21
Ich habe mir gerade nochmals
Teile von Jauchs Merkel-Interview auf 3sat angeschaut. Oberflächlich
betrachtet machte die Kanzlerin eine gute Figur. Doch Griechenlands Realität
ist eine völlig andere, denn das Land hat viele Vorgaben nicht umgesetzt.
Der Konsum des Landes liegt gute 15% über dem Nationaleinkommen. Das BIP
sank im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 7,3%, Die Wirtschaft dürfte
2011 mindestens um 5% schrumpfen. Allein im ersten Halbjahr 2011 betrug die
Neuverschuldung Griechenlands 16,7 Milliarden Euro. Für das ganze Jahr sind
14,5 Milliarden Euro geplant. Zugleich stockt nun das Wachstum in der EU und in
den USA. Höchstwahrscheinlich wird Griechenland 2011 alle Vorgaben
verfehlen. Die Neuverschuldung steigt weiter. Von Stabilität ist das Land
weit entfernt. An Schuldenabbau kann noch lange nicht gedacht werden. Das
Land muss weiter schrumpfen, um wettbewerbsfähig zu werden. Die Löhne und
Gehälter und damit die Lohnstückkosten, die Produktivität der Griechen und
die Qualität von Griechenlands Produkten und Dienstleistungen halten
der internationalen Konkurrenz nicht stand. Ein Schuldenschnitt wäre schon
2010 nötig gewesen. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Artikel vom 25.
September 2011 um 22:54
Heute sagte Kanzlerin Merkel bei Günther Jauch im Interview, sie sei
überzeugt, dass sie die Kanzlerinnenmehrheit bei der Abstimmung über die
Aufstockung des EFSF am nächsten Donnerstag im Bundestag erhalten werde.
Doch sie insistierte nicht auf der Kanzlerinnenmehrheit und lehnte die
Verbindung des Euro-Gesetzes mit der Vertrauensfrage ab. Merkel trat für
Vertragsveränderungen ein, damit Staaten, die sich nicht an die Verträge
halten, zu eben diesem Einhalten gezwungen werden können. Sie trat für ein „Durchgriffsrecht“
ein. Deutschland und Europa hätten über ihre Verhältnisse gelebt. Das
gehe so nicht weiter. Deshalb habe sie sich mit Sarkozy für die Aufnahme der
Schuldenbremse in alle Verfassungen eingesetzt. Wer die 3%- und 60%-Regeln
verletze, müsse Rechte abgeben. Kanzlerin Merkel meinte, durch einen Schuldenschnitt
in
Griechenland würde die
Ansteckungsgefahr grösser und Vertrauen zerstört, was dann der Politik
angelastet würde. Daher sei sie für ein Vorgehen Schritt für Schritt. Jauch
und Merkel meinten, die Berliner FDP sei für den „euroskeptischen“ Wahlkampf
mit dem Kampf gegen Eurobonds bestraft worden. Kanzlerin-Merkel betonte aber
auch im Jauch-Interview, die Bundes-FDP sei verschieden von der Berliner-FDP.
Mein Kommentar: Fast alle Euro-Staaten - auch Deutschland - liegen über der
60%-Schuldengrenze, und viele verletzen die 3%-Defizitgrenze. Da müssten ja
fast alle sanktioniert werden.
Griechenland wird wohl nicht
über einen Schuldenschnitt herumkommen. Wer bei Merkel genau hinhörte,
konnte zum Schluss kommen, dass dies vielleicht später doch noch kommt.
Gegen Eurobonds sein ist richtig und nicht gegen, sondern für Europa. Die
FDP erhielt 1995 in Berlin nur 2,5% und 1999 nur 2,2%. Das
2011-Resultat in Berlin
ist zwar erbärmlich, aber nicht ganz so einzigartig, wie es im
ersten Augenblick erscheint. - Alle Aktionen bei Amazon.de
|
|