|
Griechenlands neue Regierung
Lucas Papademos / Loukas
Papadimos wird neuer Regierungschef
Artikel vom 10. November 2011 um 13:40
Griechenlands neue Regierung der nationalen Einheit
steht. Neuer Premierminister wird
laut der griechischen
Nachrichtenagentur ANA der parteilose Lucas Papademos / Loukas Papadimos.
Ihm kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, die griechische
Staatsverschuldung von zur Zeit rund 165% des Bruttoinlandsproduktes auf
eine verträgliche Höhe zu reduzieren und das Land international wieder
wettbewerbsfähig zu machen.
Der neue Premierminister Lucas Papademos / Loukas Papadimos war von 1994 bis
2002 Direktor der griechischen Zentralbank und von 2002 bis 2010
Vizepräsident der Europäischen Zentralbank. Papademos warnte schon lange vor
der Gefahr, die von ausufernden Staatsschulden ausgeht. Er verantwortete
allerdings auch zusammen mit dem damaligen EZB-Präsidenten Trichet die
Ankäufe von Staatsanleihen der in der Krise stehenden Euro-Länder. Zudem
trat Griechenland unter Papademos als griechischem Notenbankchef mit
gefälschten Zahlen der Eurozone bei.
Sein Finanzwissen ist in der
Krise gefragt. Doch das Durchsetzungsvermögen des als gutmütig beschriebenen
Papademos wird noch wichtiger sein. Wie
in Italien fehlt es auch in Griechenland nicht an löblichen Ansätzen,
Regierungsankündigungen, Entscheidungen und Gesetzen, sondern es hapert bei
der Umsetzung der Reformen bedenklich.
Vor seinem Abgang machte der scheidende Premierminister Papandreou nochmals
unrühmliche Schlagzeilen, weil er laut Medienberichten mit dem
nationalistischen LAOS-Vorsitzenden Georgios Karatzaferis, der wiederholt
durch antisemitische Äusserungen aufgefallen ist, über eine
Regierungsbeteiligung verhandelte.
Die Nea Dimokratia von Antonis Samaras will nun zwar den Ende Oktober in
Brüssel ausgehandelten Schuldenschnitt von 50% auf den von privaten
gehaltenen Staatspapieren akzeptieren, jedoch die daran geknüpften
Bedingungen neu verhandeln. Lange Zeit lehnte Samaras die Sparziele des
internationalen Rettungsprogramms für Griechenland vollständig ab.
Die unfähigen Linkspopulisten von der Paskok und die inkompetenten Rechtspopulisten von der Nea
Dimokratia haben über Jahrzehnte hinweg Griechenland langsam aber sicher in
den Abgrund gewirtschaftet. Nun sollen die zwei korrupten Skandalparteien
ihr Land gemeinsam retten. Da hilft nur knallharte Überwachung durch IWF, EU
und ECB.
Die Länder der Eurozone sind denn nun auch endlich nicht mehr bereit, dem
griechischen Theater ohne Konsequenzen zuzusehen. Bereits vor einigen Tagen
verkündete der luxemburgische Regierungschef und Vorsitzende der Eurogruppe,
Jean-Claude Juncker, nach einem Treffen der Euro-Finanzminister, die neue
griechische Regierung müsse schriftlich zusichern, dass sie den vereinbarten
Spar- und Reformkurs fortsetzen werde. Nur bei Erfüllung der Spar- und
Reformziele werde es neue Kredite aus dem Hilfsprogramm für Griechenland
geben.
Nach einer politischen, wirtschafts- und finanzreformerischen Übergangsphase
der Regierung der nationalen Einheit werden am 19. Februar 2012 in Neuwahlen
die politischen Karten in Griechenland neu gemischt.
Kindle eReader Geräte
- Kindle eBooks
-
Alle Aktionen bei Amazon.de
|
|