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Mario Monti bald neuer Regierungschef
Auch das Unterhaus stimmt dem
Sparprogramm zu
Hinzugefügt am 12. November 2012
um 18:35
Auch die zweite Parlamentskammer
stimmt dem Austeritätsprogramm zu. Das Abstimmungsresultat im Unterhaus: 380
Ja, 26 Nein und 2 Enthaltungen. Der Rest der 630 Abgeordneten nahm an der
Abstimmung nicht teil. Der Weg ist frei für den Rücktritt von Silvio
Berlusconi und die Wahl von Mario Monti. In der Regierungskoalition wird
allerdings noch um Monti gestritten. Lega Nord-Boss Umberto Bossi sagte nach
der Abstimmung, er habe noch nicht entschieden, ob er mit Berlusconis-Partei
brechen wolle.
Hinzugefügt am 12. November 2012 um 12:35
Die Nummber 2 in der Lega Nord
hinter Umberto Bossi, Innenminister Roberto Maroni, wiederholte heute,
Italien werde am Montag eine Regierung ohne Lega Nord und ohne ihn haben.
Beim einem Rücktritt von Berlusconi und seiner Regierung besteht die Lega
Nord laut Maroni auf Neuwahlen. Die Option einer Regierung Monti sieht in
der Tat Neuwahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor, vielleicht im
Februar.
Hinzugefügt am 11. November 2011 um 19:57
Nachtrag zur Senatsabstimmung:
156 Senatoren der 325 Senatoren stimmten dem Reformgesetz zu, 12 stimmten
dagegen. Der grosse Rest enthielt sich der Stimme. Die meisten
Oppositionellen nahmen an der Abstimmung erst gar nicht teil. Im Senat
verfügt Berlusconi noch über die Mehrheit. Die absolute Mehrheit aller
Senatoren wurde jedoch um eine Stimme verfehlt. Der grosse Test kommt Morgen
in der Kammer. Im Unterhaus verfügt Berlusconi nicht mehr über die Mehrheit.
Doch von den Parteien des Zentrums sowie der grössten Oppositionspartei, den
Demokraten (PD), kommt teilweise Zustimmung, auch zu einer Regierung Mario
Monti, so zum Beispiel von Parlamentspräsident Fini (Fli) und von Rosy Bindi
(PD) von den Demokraten. Berlusconi versuchte heute Freitag noch den
ehemaligen Regierungschef Lamberto Dini ins Gespräch zu bringen, den sein
Allianzpartner Lega Nord unterstützen würde, doch Dini blieb weise und
lehnte das Angebot ab.
Hinzugefügt am 11. November 2011 um 14:04
Der Senat hat soeben als erste
Parlamentskammer bereits dem Sparpaket zugestimmt. Die Kammer, das
Unterhaus, sollte bis Samstag um 18 Uhr folgen. Danach könnte Silvio
Berlusconi wie angekündigt zurücktreten. Am Montag könnte Mario Monti
bereits als neuer Ministerpräsident die Zustimmung des Parlaments zu seinem
Kabinett einfordern.
Mario Monti bald neuer
Regierungschef
Artikel vom 10. November 2011 um 12:09
Nach dem angekündigten Rücktritt von Silvio Berlusconi
herrschte an den Börsen weiterhin Panik, da der Premier zuerst noch bis zu
Neuwahlen im Februar im Amt bleiben wollte. Doch die Märkte zwangen die
politischen Akteure in Italien zu raschem Handeln. Präsident Napolitano
machte klar, dass Berlusconis Rücktritt
„definitiv“ sei. Mit der Ernennung des ehemaligen
EU-Kommissars Mario Monti (*1943) zum Senator auf Lebenszeit deutete der
Staatspräsident an, dass er nach der Verabschiedung der italienischen
Sparpakete durch beide Parlamentskammern Monti als Chef einer
Übergangsregierung einsetzen möchte.
Noch-Regierungschef Silvio Berlusconi bekundete, Mario Monti sei die
„unausweichliche Wahl“. Bei einem Treffen der
Regierungsparteien machte er auch klar, warum. Er wolle Angelino Alfano
nicht verheizen, da die Berluconi-Regierungspartei Volk der Freiheit sich
mit ihm bei der nächsten Wahl präsentieren wolle („Non posso
bruciarlo, con lui ci presentermo alle prossime elezioni“).
Der Unterhaus-Präsident und ehemalige Alliierte von Berlusconi, Gianfranco
Fini, meinte am Fernsehen, Mario Monti könne die „richtige
Persönlichkeit“ sein, das Land in der Übergangsphase zu
führen. Fini will Neuwahlen zum jetzigen Zeitpunkt vermeiden, da sie einem
Sprung in den Abgrund gleichkämen.
Die grösste Oppositionspartei, die Demokratische Partei, ist bereit, zur
Zeit auf Neuwahlen im Interesse Italiens zu verzichten und ein Kabinett
Monti zu unterstützen.
Ganz anders der oppositionelle ehemalige Staatsanwalt Antonio Di Pietro, der klarmachte,
dass seine Partei Italien der Werte keine Regierung von Experten
unterstützen werde. Seine Partei werde solch einer Regierung weder das
Vertrauen aussprechen noch sich daran beteiligen.
Der Minister für Infrastruktur und Transport, Altero Matteoli sieht in
„Neuwahlen die einzige Lösung“, da sich
nur eine von den Stimmbürgern gewählte Regierung der Finanz- und
Wirtschaftskrise stellen könne. Während dem lobte Aussenminister Frattini
die internationale Statur von Mario Monti.
Wohl bereits am 12. November 2011 dürften die beiden Parlamentskammern die
Sparpakete verabschieden. Daraufhin könnte Silvio Berlusconi zurücktreten
und eine Übergangsregierung oder eine Regierung der nationalen Einheit
folgen. Zur Zeit sieht es danach aus, dass Mario Monti vielleicht schon
nächste Woche eine Mehrheit im Parlament gewinnen könnte und damit neuer
italienischer Regierungschef würde. Der angesehene Wirtschaftsprofessor und
ehemalige EU-Binnenmarkt und EU-Wettbewerbskommissar wäre in der Tat eine
vernünftige Wahl, welche die Märkte beruhigen könnte. Von einem Kabinett
Monti wären seriöse Reformen zu erwarten. Gestern war die Zinsen auf
Italiens 10-Jahres-Bonds auf 7,4% gestiegen. Es wäre höchste Zeit.
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