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FDP-Generalsekretär Christian Lindner
tritt ab
FDP-Mehrheit für ESM beim
Mitliederentscheid der Liberalen
Eine Nachlese
Hinzugefügt am 17. Dezember 2011
um 11:37
Nach der gemeinsamen
Pressekonferenz von Rösler und Schäffler herrscht Frieden in der FDP. Die
Verlierer akzeptieren den Mehrheitsentscheid. Doch auf die ESM-Gegner wurde
enormer Druck ausgeübt. Das Resultat war knapp. Der Gegendruck der
Euro-Rettungs-Kritiker war bisher nicht kontraproduktiv, sondern heilsam in
der Krise. Die Kanzlerin war nicht nur unter Druck, gegenüber Sarkozy und
anderen nicht einzuknicken, sondern der Hinweis auf ihre Koalitionspartner
gab ihr auch Kraft und Argumente in den Verhandlungen gegen Eurobonds und
andere vermeintliche „Rettungspläne“. Der Druck muss aufrecht erhalten
werden. Nur eine Sanierung der Staats-, Länder-, Stadt- und Privatfinanzen
der Bürger in Europa wird zusammen mit einer Neuregelung des Finanzsektors
Heilung bringen. Die Banken und anderen Finanzinstitute müssen kleiner und
Oligopole zerschlagen werden. Die Entflechtung der Banken ist essentiell.
Zudem müssen Banken in ihren Aktivitäten limitiert werden (Glass-Steagall
wäre ein Stichwort), um zum Beispiel Interessenkonflikte zu vermeiden. Der
Finanzsektor und Gläubiger allgemein müssen die Risiken tragen, die sie
eingehen; der Steuerzahler darf nicht als Rückversicherung missbraucht
werden.
Hinzugefügt am 16. Dezember 2011
um 18:46 und ergänzt um 19:14 und um 19:52
Gegenüber dem Schweizer Fernsehen
sagte Franz Schäffler, er wolle zuerst abwarten, wie der ESM ausgestaltet
werde (ehe er sich eventuell erneut dagegen ausspreche). Im Moment herrscht Frieden.
Frank Schäffler, der
Hauptinitiator des Mitgliederentscheids, und Burkhard Hirsch, einer seiner
wichtigsten Mitstreiter, haben ihre Niederlage akzeptiert und sich um
Einigkeit in der FDP bemüht. Sie riefen aber auch ihre Anhänger dazu auf,
„in der FDP weiter für ein Europa des Rechts, der Rechtsstaatlichkeit und
der Marktwirtschaft zu kämpfen.“
Die Sache mit dem
Mitgliederentscheid hat noch einen Hacken: 2597 eingesandte Briefe wurden
nicht zu den abgegebenen Stimmen gezählt, weil die
Parteimitgliedsversicherung fehlte. Das Quorum wäre also erreicht worden.
Bis jetzt wirkt Rösler weder als Parteichef noch als Wirtschaftsminister
sehr souverän.
Hinzugefügt am 16. Dezember 2011 um 13:45
FDP-Parteichef und Vizekanzler
Rösler verkündete heute, 54,4% der abgegebenen gültigen Stimmen beim
Mitgliederentscheid seien für den europäischen ESM-Rettungsschirm und 44,2%
dagegen ausgefallen. Das erforderliche Quorum für die Gültigkeit des
Entscheides von 21.503 Stimmen sei mit 20.364 Stimmen knapp verfehlt worden.
Von den 20.364 Stimmen seien 20.178 gültig. Es kann also keine Rede mehr
davon sein, dass ein Grossteil der Stimmen wegen einem dubiosen Verfahren
ungültig seien und so die Abstimmung verfälscht wurde.
Rösler kann sich über einen Entscheid in seinem Sinn freuen. Doch die ESM-Gegner um Frank Schäffler konnten einen klaren Achtungserfolg erringen.
Sie haben viele gute Argumente auf ihrer Seite. Immerhin hat sich die EU
beim letzten EU-Gipfel gegen Euro-Bonds und gegen eine Banklizenz für den
Euro-Rettungsfonds ausgesprochen. Allerdings hat die EZB bereits viele
Schuldenpapiere von maroden EU-Länder aufgekauft. Vieles hängt von der
ESM-Ausgestaltung ab. Den Schuldenturm zu noch weiter zu erhöhen bringt nichts.
Hinzugefügt am 16. Dezember 2011 um 13:45
Ermittlungen gegen Generalsekretär Döring wegen Fahrerflucht
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt laut Spiegel Online gegen
Patrick Döring wegen Fahrerflucht. Er hat einen Autoaussenspiegel
abgefahren. Er hat den Schaden von 200 Euro zwar bereits bezahlt, doch laut
Augenzeugen soll er den Schaden entgegen seinen Behauptungen bemerkt und
Fahrerflucht begangen haben. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nennt sich
dies. Falls sich der Tathergang bestätigt, ist dies ein peinlicher Neuanfang
für die FDP.
Patrick Döring neuer
FDP-Generalsekretär
Hinzugefügt am 14. Dezember 2011
um 22:05
Patrick Döring (*1973) ist
definitiv der neue FDP-Generalsekretär. Röslers Freund ist der
verkehrspolitische Sprecher der FDP im Bundestag und der Bundesschatzmeister
seiner Partei. Er sitzt seit 2005 im Bundestag und ist seit 2010
stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP. Rösler hat schnell reagiert
und einen weiteren jungen Mann präsentiert. Wird er auf der Höhe seiner
Aufgabe sein? Geben wir ihm eine Chance.
Hinzugefügt am 14. Dezember 2011 um 18:40
Nun gibt es überall zu lesen, die
Chemie zwischen Parteichef Philipp Rösler und Generalsekretär Christian
Lindner habe schon lange nicht mehr gestimmt. Eine mögliche Ursache mag
dennoch zudem die Mitgliederbefragung gewesen sein. Laut Focus Online
soll ein Drittel der abgegebenen Stimmen ungültig sein. Zusätzlich zum Ja
oder Nein zum ESM war auch eine Unterschrift unter eine Erklärung zur
Parteimitgliedschaft zur Gültigkeit der Stimme nötig gewesen, die im
FDP-Magazin so platziert worden war, dass sie leicht übersehen werden
konnte, wie die Initiatoren der Abstimmung bereits vor Tagen beklagt hatten.
Das Quorum von 21,500 Stimmen könnte übrigens doch noch erreicht werden. -
Warum Westerwelle nicht endlich geht bzw. gegangen wird, bleibt so
unverständlich wie bereits im
April 2011 dargelegt. Als Aussenminister wird der Kopf immer wieder
auftauchen und so mögliche Wähler verschrecken.
FDP-Generalsekretär Linder
tritt ab
Artikel vom 14. Dezember 2011 um 12:33; letzte Aufdatierungen um 13:35
Parteichef Rösler wird nicht
zurücktreten, so der Liberale an einer Pressekonferenz. Als möglicher
Nachfolger für Lindner wird Patrick Döring aus Niedersachsen genannt.
Völlig überraschend tritt heute der deutsche
FDP-Generalsekretär Lindner (*1979) ab. In einem Gespräch mit dem FDP-Vorsitzenden
Philipp Rösler erklärte er seinen Rücktritt. Er will allerdings sein
Bundestagsmandat behalten. Die FDP-Pressestelle bestätigte die Meldung.
Mit Christian Lindner tritt das wohl grösste politische Talent der FDP aus
der Parteiführung ab. Deutschland braucht eine starke liberale Partei. Sein
Rücktritt ist ein weiterer Rückschlag für die in einem Tief steckende
Partei. Implodieren die Liberalen nun völlig? Christian Lindner war erst
seit April 2010 Generalsekretär der FDP (kommissarisch hatte Linder die
Funktion bereits im Dezember 2009 übernommen).
Christian Lindner wurde im Zusammenhang mit der FDP-Mitgliederbefragung zum
ESM-Rettungsschirm stark kritisiert. Lindner hatte Frank Schäffler, der
massgebend die Mitgliederbefragung vorangetrieben hatte, im Hamburger
Abendblatt vorgeworfen, die FDP europapolitisch isolieren zu wollen.
Lindner nannte Schäffler den
„David Cameron der FDP“.
Die Herren Rösler und Lindner haben sich beide in der Mitgliederbefragung
nicht sonderlich geschickt angestellt. Rösler hatte bereits am Wochenende die
Befragung auf Grund der bis dahin eingegangen Abstimmungszettel vorzeitig
als für gescheitert bezeichnet, obwohl die Befragung noch lief. Lindner war
als Generalsekretär für die Organisation der Befragung verantwortlich
gewesen. Es sei nicht klar gewesen, dass die Zettel zur Abstimmung im
Parteimagazin lagen, weshalb viele Mitglieder diese achtlos wegwarfen, so
ein Vorwurf.
Bei den Mitgliederversammlungen zur Befragung hatte Vizekanzler allerdings
ein gutes Argument auf seiner Seite: Sollte die FDP-Befragung ein Nein zum
ESM bringen, würde die schwarz-gelbe Koalition platzen. Sofort würde laut
Rösler eine schwarz-rote Koalition gebildet werden. Und dann kämen, wie von
der SPD gewünscht, Eurobonds, eine Banklizenz für den Euro-Rettungsfonds.
Allerdings hat sich die Kanzlerin bisher - zuletzt auf dem EU-Gipfel -
erfolgreich genau dagegen gestemmt. Ob das allerdings allein dem
Koalitionspartner FDP zugeschrieben werden kann, ist fraglich. Dass hingegen
unter Schwarz-Rot allgemein weniger liberale Positionen vertreten würden,
ist schon wahrscheinlicher.
Man glaubt es kaum. Eigentlich hätte längst Aussenminister Guido Westerwelle zurücktreten
sollen. Nun tritt Christian Lindner ab, ein aufsteigender Stern am deutschen
Polithimmel. Wer die Hitze nicht verträgt, soll aus der Küche gehen. Doch
Lindner? Warum haben ihn Rösler, Bahr und Brüderle nicht umstimmen können?
Ein junger Mann macht Fehler. Da bleibt nur ein grosses Staunen. Jemand
anders könne nun der FDP neue Impulse geben, meinte Lindner vor der Presse
in der FDP-Bundesgeschäftsstelle. Wer? Er war der Mann für die neue Dynamik.
Die FDP liegt nach wie vor unter 5% und kann sich eine weitere Zerreissprobe
eigentlich gar nicht leisten.
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