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Taiwan will gute Beziehungen mit China
Check our English article here: Ma wins in Taiwan
Artikel vom 15. Januar 2011 um 09:33
  
Die taiwanesischen Präsidentschaftswahlen haben mit einem klaren Resultat geendet. Präsident Ma Ying-jeou  (*1950) von der regierenden Kuomintang (KMT) wurde am 14. Januar 2012 mit sicheren 51,6% vor dem oppositionellen Tsai Ing-wen vor den Progressiven Demokraten (DDP) mit 45,6% wiedergewählt. James Soong von der ebenfalls oppositionellen People First Party (PFP) gelang es nicht wie von einigen erwartet, zum Königsmacher aufzusteigen. Anstatt von um die 10% schaffte er es lediglich auf magere 2,8% der Wählerstimmen.

Taiwan hat sich in der Mehrheit für gutnachbarliche Beziehungen mit dem
„kommunistischen“ Festland ausgesprochen. Unter Ma Ying-jeou von der KMT setzte die taiwanesische Regierung auf Entspannung und wirtschaftliche Zusammenarbeit. In weltwirtschaftlich unruhigen Zeiten zog eine Mehrheit der Wähler diese Option „ungefährliche“ Option vor.

Doch viele Taiwanesen trauen der kommunistischen Regierung auf dem Festland nicht, die nach wie vor Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet und weiterhin nicht ausschliessen will, die Insel durch Gewalt mit dem Festland wieder zu vereinen.

Für einmal wählte die kommunistische Partei eine Strategie der ruhigen Hand. Sie setzten nicht auf Militärmanöver und aggressive Propaganda im Vorfeld der Wahlen. Die gemässigten Töne anstelle der Einschüchterungstaktik zahlten sich aus. Die Mehrheit der taiwanesischen Wähler setzt auf gute Beziehungen mit dem von Rechtsunsicherheit und Staatswillkür geprägten China.

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Die Lage ist nicht schwarz-weiss. Das wissen natürlich alle Taiwanesen. Die klare Mehrheit der führenden Wirtschaftsführer setzte sich für die Politik von Ma Ying-jeou ein, die 2010 mit dem Economic Cooperation Framework Agreement mit China einen Höhepunkt erreichte. Das Rahmenabkommen baut Handelsschranken zwischen den zwei Ländern ab. Die gegenseitigen Direktinvestitionen und der Handel profitieren davon. Erstmals seit 1949 sind wieder direkte Post-, Flug- und Schiffsverbindungen zwischen Taiwan und Festlandchina möglich.

Doch wie erwähnt verzichten die Kommunisten nicht auf die Möglichkeit einer Zwangswiedervereinigung, wenn nötig durch Gewalt. Je mächtiger die chinesische Wirtschafts- und Militärmacht wird, je grösser wird das Droh- und Erpressungspotential des Festlandes. Länder, die offizielle Beziehungen mit China etablieren, müssen nach wie vor mit Taiwan brechen. Das heisst, der Insel offiziell den Status eines souveränen Staates aberkennen. De facto ist Taiwan natürlich seit 1949 ein unabhängiger Staat, doch die Kommunisten halten an ihrer Fiktion von Taiwan als einer abtrünnigen Republik fest. Fast die gesamte Welt beugt sich auf Grund wirtschaftlicher Interessen dem Willen der Festlandkommunisten.

Noch garantieren die USA für die Sicherheit Taiwans. Doch auch die Amerikaner setzen längst auf China. Inzwischen ist China zum bedeutendsten Käufer von amerikanischen Staatsanleihen aufgestiegen. Wie lange werden die hochverschuldeten USA China noch die Stirn bieten (können)? Die zwei Supermächte sind wirtschaftlich gegenseitig voneinander abhängig. Sie werden deshalb öfters als siamesische Zwillinge bezeichnet.

Sollten die Amerikaner, die Europäer  und die Japaner - Japan steckt mit einer Staatsverschuldung von 200% und einem [Korrektur vom 16.1.2012: 10% nicht 50%] zu 10% auf Kredit finanzierten Budget längst im Morast - auf Grund der Schuldenkrise und ihrer verfehlten Politik die Wirtschaft definitiv in den Dreck fahren, könnten uns noch politisch und militärisch unruhige Zeiten bevorstehen. Die Globalisierung ist das beste Rezept gegen einen dritten Weltkrieg, denn die gegenseitige Vernetzung bedeutet, dass ein Krieg für alle Beteiligte wirtschaftlich unsinnig wäre. Doch wenn die Emotionen und Vorurteile in Krisenzeiten hochkochen, wurde die Vernunft schon öfters ausgeschaltet.

Siehe auch die Artikel
Taiwan nach den Wahlen 2000, die Geschichte Taiwans von 2000 un die englischen Artikel von 2000 a history of Taiwan und the 2000-presidential election.







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