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Robert Fico Wahlsieger in der
Slowakei
Artikel vom 11. März 2012 um 11:00 Londoner Zeit
Die vorgezogenen Parlamentswahlen in der Slowakei haben
ein politisches Erdbeben verursacht. Die langjährige christlich-liberale
Regierungspartei SDKU kam nach den vorläufigen Wahlergebnissen nur noch auf
6,1% der Wählerstimmen und 11 Sitze, nachdem sie 2010 noch 15,4% und 28
Sitze erhalten hatte. Die von Mikulas Dzurinda geführte SDKU sah sich mit
Korruptionsvorwürfen konfrontiert, der sogenannten
„Gorilla-Affäre“.
Geheimdienstliche Abhörprotokolle waren im Dezember zum Vorschein gekommen,
die ein unlauteres Netzwerk von Spitzenpolitikern und Geschäftsleuten bei
Staatsaufträgen und Postenbesetzungen, so im Gesundheitswesen, bei
Energieversorgern und bei Privatisierungen, belegte.
Ein Scheitern der SDKU an der Fünfprozenthürde konnte deshalb nicht
ausgeschlossen werden.
Die nun abgewählte slowakische Regierung stand unter der Führung von Iveta
Radicova von der SDKU. Da sich ihr liberaler Regierungspartner SaS mit aller
Macht und einigen guten Argumenten gegen den Euro-Rettungsschirm EFSF und
weitere Hilfen für Griechenland wehrte, verband die Regierungschefin die
Abstimmung über den EFSF mit der Vertrauensfrage und verlor.
Iveta Radicova, die bei der Aufdeckung des Korruptionsskandals in ihren
eigenen Reihen hilfreich war, will nach Medienberichten nach der Bildung
einer neuen Regierung ihre Partei verlassen und einen Lehrauftrag für
Soziologie an der Universität Oxford annehmen.
Die marktliberale Partei
Freiheit und Solidarität (SaS) unter der Führung des umtriebigen und
fliessend Deutsch sprechenden Richard Sulik dürfe es auf 5,9% und 11 Mandate
geschafft haben (gegenüber 12,1% und 22 Mandate 2010). Ihr schadeten
Veröffentlichungen im Internet, laut denen Richard Sulik Kontakte zum
Unternehmer Marian Kocner unterhielt, dem Mafia-Kontakte nachgesagt werden.
Richard Sulik setzte sich ein für eine Verkleinerung des Parlaments von 150
auf 100 Sitze, für die Legalisierung der Ehe von Homosexuellen, für liberale
Drogengesetze und er verlangte die Liberalisierung des Rundfunk- und
Fernsehmarktes. Vor allem aber stand er weiteren Hilfen für Griechenland
kritisch gegenüber, was oft als „europakritisch“ taxiert wird, dabei sind
die Anti-Europäer jene, die Europa durch ein immer grösser werdendes Fass
ohne Boden an den Rand des Abgrundes treiben. Griechenland war schon
im Mai 2000 Pleite, und am
griechischen Chaos hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert.
Die Konkursverschleppung geht weiter, insbesondere Dank Kanzlerin Merkel,
der populärsten Politikerin Deutschlands!
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Der grosse Sieger der Parlamentswahlen vom 10. März 2012 sind die
Sozialdemokraten. Die pro-europäische linke Smer-Partei kam auf 44,4% der
Stimmen, womit sie mit 83 von 150 Parlamentssitzen eine absolute Mehrheit
der Parlamentssitze errungen hat. So viele Sitze im Nationalrat hat noch
keine Partei seit der slowakischen Unabhängigkeit seit dem Zusammenbruch des
Ostblocks erzielt. Bereits 2010 war Smer mit 34,8% der Stimmen und 62 Sitzen
die stärkste Partei, doch die Sozialdemokraten konnten keine mehrheitsfähige
Koalitionsregierung auf die Beine stellen.
Robert Fico von Smer führte bereits von 2006 bis 2010 als Ministerpräsident
die Slowakei. Zu seinem linken Programm gehören eine weitere Stärkung des
Sozialstaates, mehr Arbeitnehmerrechte sowie höhere Einkommenssteuern für
Reiche und höhere Unternehmenssteuern. Robert Fico sprach sich zudem gegen
Privatisierungen und für höhere öffentliche Investitionen aus. Sein
Ausgabenprogramm könnte allerdings die Einhaltung des EU-Stabilitätspaktes
gefährden.
Die konservativen Christdemokraten (KDH) kamen am 10. März 2012 auf 8,8% und
16 Sitze (gegenüber 8,5% und 15 Sitze 2010). Die Protestpartei OLaNO (Gewöhnliche
Menschen) brachte es 2012 beim ersten Anlauf gleich auf 8,6% und 16
Sitze. Die ungarische Minderheitenpartei Most-Hid gewann 6,9% der Stimmen
und 13 Mandate gegenüber 8,1% und 14 Sitze im Jahr 2010.
Die Slowakei leidet unter einer hohen Arbeitslosenquote von 13,7%. Zudem ist
das Land das zweitärmste in der Eurozone. Der Mindestlohn beträgt lediglich
€327. In Griechenland war dieser als grosse Sparmassnahme auf €751 im Monat
abgesenkt worden. Kein Wunder, dass bei vielen Slowaken der Enthusiasmus für
Hilfen an die Griechen begrenzt ist.
Robert Fico kündigte bereits beim Bekanntwerden erster Wahlprognosen an, er
werde mit allen Parteien, die über die 5%-Hürde kamen, Gespräche über die
Bildung einer pro-europäischen Regierung aufnehmen. Das Wahlergebnis würde
ihm allerdings auch eine Alleinregierung ermöglichen.
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