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Schwarz-Rot im Saarland
Hinzugefügt am 9. Mai 2012 um
12:08
Annegret Kramp-Karrenbauer wurde
heute vom Landesparlament zur Ministerpräsidentin des Saarlands gewählt. Das
Kabinett wurde bestätigt. Die CDU-Politikerin erhielt 37 von 51 abgegebenen
Stimmen. Die Grosse Koalition verfügt über exakt 37 Mandate. Der Start ist
geglückt.
Hinzugefügt am 28. April 2012
Gestern hat die schwarz-rote
Koalition im Saarland ihren 70seitigen Koalitionsvertrag vorgestellt. Darin
wird das Festhalten an der Eigenständigkeit des Saarlandes, der implizite
Wunsch nach mehr Geld und der Wille zur Einhaltung der Schuldenbremse
betont. Bis 2020 soll die Neuverschuldung des Landes auf Null sinken.
Jährlich müssen zusätzlich rund 65 Millionen Euro eingespart werden. Das
Saarland leidet unter einer Landesschuld von rund 13 Milliarden Euro. Die
Stellen im öffentlichen Dienst sollen daher durch nicht Neubesetzungen von
frei werdenden Stellen um rund 10% abgebaut werden.
Hinzugefügt am 26. März 2012 um 00:22 portugiesischer Zeit
Das vorläufige amtliche
Endresultat sieht die CDU bei 35,2%, die SPD bei 30,6%, die Linke bei 16,1%,
die Grünen schafften es mit 5,0% haarscharf wieder in den Landtag, die FDP
scheiterte mit 1,2% klar, während dem die Piraten mit 7,4% eine neue Kraft
im Saarland sind. Die CDU erhält 19 Sitze im Landtag, die SPD 17, die Linke
9, die Piraten 4 und die Grünen 2.
Artikel vom 25. März 2012 um 18:24 portugiesischer Zeit
Die Lage war von vornherein klar: Es würde zu
Rot-Schwarz im Saarland kommen. Einzig einige Kommentatoren spekulierten
darüber, ob es zu Rot-Schwarz, wie von den Umfragen her zu erwarten war,
oder nicht doch zu Schwarz-Rot kommen würde. Die meisten Beobachter waren
zudem der Meinung, die FDP und die Grünen hätten den Selbstmord gewählt, in dem
sie für Neuwahlen stimmten, obwohl sie um den Wiedereinzug in den Landtag
zittern müssten. Man könnte die Lage allerdings auch positiver
sehen und von Prinzipienfestigkeit sprechen, auch wenn die Prinzipen bei den
zwei Parteien eine entgegengesetzte Haltung ausdrücken. Neuwahlen waren die
sauberste Lösung, wie schlussendlich alle Parteien anerkannten.
Nachdem die rund 800,000 Wähler im Saarland die Chance hatten, am 25. März
2012 an die Urnen zu gehen, ist die Lage bezüglich der Führung in der
Grossen Koalition klar, die CDU hat die Nase klar vorn. Laut der
ARD-Hochrechnung von 19:17 sieht es bei einer Wahlbeteiligung von rund 60%
zur Zeit so aus: CDU 34,9%, SPD 30,7%, Linke 16,3%, Piraten 7,5%, Grüne
4,96%, Liberale 1,2%, andere Parteien insgesamt 4,4%. Für Heiko Maas hat sich
das bestehen auf Neuwahlen also nicht gelohnt. Er bleibt Juniorpartner, was
ihm Annegret Kramp-Karrenbauer für den Fall angeboten hatte, wenn er auf
Neuwahlen verzichtete.
Das von Ministerpräsidentin
Kramp-Karrenbauer
vorzeitig beendete Jamaika-Abenteuer lässt bei allen
beteiligten Narben zurück. Wie
bereits erwähnt, stieg im Saarland mit
einer Bevölkerung von lediglich rund einer Million Menschen die Staatsschuld
von €9,1 Milliarden im Dezember 2007auf
€11,2 Milliarden Dezember 2009. Da bot sich ein Neuanfang mit Jamaika
an. Leider zerlegte sich die FDP mit internen Personalstreitereien selbst.
Allerdings schienen die Probleme eigentlich erledigt, als sich
Ministerpräsidentin
Kramp-Karrenbauer zu Neuwahlen entschloss. Wie auch immer, auf jeden
Fall handelte die CDU-Frau stillos, indem
sie ihre Koalitionspartner FDP und Grüne nicht
richtig im voraus über ihren Schritt informierte. Zudem hatte Kramp-Karrenbauer
noch als Kulturministerin im Kabinett Müller 2009 Informationen über
Mehrkosten bei einem Museumsbau eigenhändig aus einer Pressemitteilung
gestrichen. Der Bau wuchs sich zu einem regelrechten Skandal aus, weil das
Museum dreimal so teuer wie ursprünglich geplant wird. Der Bau ist übrigens
noch immer nicht fertiggestellt. An Kramp-Karrenbauer scheint wie bei der
Teflon-Kanzlerin nichts kleben zu bleiben.
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Immerhin gilt es bezüglich Angela Merkel festzuhalten, dass sie laut Thomas
Holl in der FAZ nicht begeistert über das vorzeitige Ende von Jamaika
im Saarland gewesen sein soll. Immerhin warnte Kramp-Karrenbauer die
Kanzlerin einen Tag im voraus über ihren Schritt, im Gegensatz zu ihren
Koalitionspartnern. Die Kanzlerin und Bundesvorsitzende dankte es ihrer
Landespolitikerin mit drei Wahlkampfbesuchen im Saarland, was durchaus den
positiven Ausschlag für die Saar-CDU gegeben haben könnte.
Schwarz-Rot also soll es im Saarland bringen. CDU und SPD haben sich in
letzter Zeit angenähert. Annegret Kramp-Karrenbauer und Heiko Maas schätzen
sich sehr. Gemeinsam ist ihnen auch die Abneigung gegenüber Oskar
Lafontaine, mit dem übrigens auch die Grünen nichts zu tun haben wollen.
Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer gilt als pragmatisch und
durchsetzungsfähig und steht innerhalb der CDU links von der Mitte. In den
sieben Monaten an der Landesspitze konnte sie sich ein eigenes Profil
erarbeiten. Schwarz-Rot dürfte sich mit Kramp-Karrenbauer und Maas als
stabile Koalition erweisen, doch ob eine links der Mitte stehende CDU
zusammen mit der SPD mit sozialdemokratischer Politik den nötigen
strukturellen Umschwung und Aufbruch an der Saar schaffen können, ist zur
Zeit zumindest mehr als fraglich.
Die Grünen werden sich heute abend noch länger Sorgen um den Wiedereinzug in
den Landtag machen müssen. Die FDP ist klar draussen. Die Linke kann mit um
die 16.5% nur die Führung der Opposition übernehmen. Der rote Oskar konnte
keine Überraschung herbeizaubern. Mit ihm wollen weder SPD noch Grüne etwas
zu tun haben. Heiko Maas von der SPD muss sich fragen, warum er die guten
Umfragewerte nicht ins Ziel retten konnte. Die Piraten können mit ihrem noch
unklaren Programm in den Landtag einziehen. Sie profitieren von der
kritischen Stimmung gegenüber den etablierten Parteien. Ob sie sich
bundesweit langfristig etablieren können, wird sich erst nach den
Bundestagswahlen zeigen. Ihr Erfolg ist ein klarer Warnschuss vor den Bug
der anderen Parteien. Die CDU-Führerin im Saarland hingegen hat alles
richtig gemacht und gewonnen, werden alle Kommentatoren anerkennen müssen.
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