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Die Vorsitzende Merkel ... und der kontinuierliche
Abstieg der CDU
Artikel vom 4. Dezember 2012
Unter ihrem Vorsitz hat die CDU serienweise
Landtagswahlen und wichtige Städte verloren. Selbst in Bundestagswahlen hat
die Union unter ihrer Führung erbärmliche Resultate eingefahren. In
christdemokratischen Kernländern und -Städten mussten empfindliche
Niederlagen eingesteckt werden. Dennoch wurde sie heute mit knapp 98% aller
Delegiertenstimmen am Bundesparteitag in Hannover wiedergewählt. 903
Delegierte stimmten für sie, 19 gegen sie und 9 enthielten sich ihrer
Stimme. Ein Resultat, wie man es eigentlich nur aus totalitären Staaten
kennt.
Die Vorsitzende Merkel ... und der kontinuierliche Abstieg der CDU bleiben
ein Mysterium der deutschen Politik. Hamburg, Köln, Frankfurt, Karlsruhe und
sogar Stuttgart gingen verloren. In den Landtagswahlen wurde die CDU
windelweich geschlagen. Dennoch steht die Basis der Union in einer
peinlichen Nibelungentreue zu ihrer Vorsitzenden. 1998 gewann die CDU noch
etwas über 14 Millionen Wählerstimmen im Bund. 2009 waren es noch gut 11,8
Millionen.
Angela Merkel kann tun was sie will. Keine noch so peinliche rednerische
Leistung schadet ihr. Man muss schon fast annehmen, je peinlicher ihre
rhetorische Darbietung, ja höher ihre Akzeptanz über die Parteigrenzen
hinweg. Mittelmass gilt schon als intellektuelle Brillanz und Abwarten als
pragmatische Weitsicht.
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Die Konkursverschleppung im Fall von Griechenland kann sie erfolgreich als
europapolitische Meisterleistung verkaufen. Ihre vielen Kehrtwendungen,
Tabubrüche und Überschreitungen von roten Linien scheint ihr niemand
anzulasten. Zuerst war die Kanzlerin für Hilfen an Griechenland, dann
plötzlich dafür. Natürlich haftet Deutschland längst für die Schulden
anderer Euroländer. Von ihrem am Leipziger Parteitag 2003 mit Verve
vertretenden marktwirtschaftlichen Credo ist sie längst abgerückt. Die
Abwrackprämie für Autos war da noch einer der kleineren Fehltritte.
Von einem vereinfachten und
transparenten Steuerrecht in Deutschland redet niemand mehr. Auf den
Skandal, dass über 40% des EU-Budgets im Agrarsubventionsdschungel verbraten
werden, hat die Vorsitzende Merkel noch nie hingewiesen.
Staatswirtschaft funktioniert nicht. Das
sollten sie doch in der DDR gelernt haben, oh mächtige Vorsitzende!
Die Frau ist ein Fähnchen im Wind. Siehe
Griechenland, ESM, Atompolitik, Wehrpflicht,
etc. Doch anders als Horst Seehofer kann sie sich weiterhin als
prinzipientreue Politikerin verkaufen. In Wahrheit scheint sie keine klaren
Koordinaten wie ein Konrad Adenauer zu haben. Sie ist nicht einmal eine
Pragmatikerin, sondern längst nur noch ein Notnagel, weil innerhalb der CDU
weit und breit keine Alternative zu sehen ist, die deutsche Opposition
schwächelt und europaweit nur Mittelmass anzutreffen ist.
Dank Angela Merkels erbärmlicher Führung ist Deutschland in wichtigen
internationalen Gremien nicht an der Spitze vertreten. Einst sassen Caio
Koch-Weser an der Spitze der Weltbank und Horst Köhler beim IWF. Die
CDU-Vorsitzende konnte keinen Kandidaten zur Nachfolge von Dominique
Strauss-Kahn an der Spitze des IWF präsentieren, da wurde es halt Christine
Lagarde; die Franzosen sind den Deutschen um Lichtjahre voraus, wenn es um
die Besetzung von Schlüsselpositionen geht. Bei der EZB sprangen die
Deutschen ab, weil sie sich nicht durchsetzen konnten. Nun
„regiert“ dort Mario Draghi. Der EZB-Chef ist zwar sicherlich nicht der
schlechteste Mann für den Posten, aber halt kein Deutscher. Auch in der
EU-Kommission sucht man vergeblich Deutsche von Gewicht.
Die Personalpolitik der Kanzlerin lässt nicht nur international zu wünschen
übrig. In ihrem Kabinett sitzen viel zu viele Leute aus der zweiten Reihe,
Abnicker, blasse Funktionäre, ehemalige Zuarbeiter und Politiker, die nie
die Kanzlerin werden beerben können. Mittelmass produziert Mittelmass.
Frau Merkel,
ihre Bilanz ist mager,
machen sie bei der nächsten Wahl Platz für eine neue Kraft. Doch damit das
möglich wird, sollten zuerst neue Talente gefunden und gefördert werden.
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