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Bersani gewinnt im Abgeordnetenhaus,
aber nicht im Senat
Ex-Premier Berlusconi holt
stark auf. Der populistische Komiker Beppe Grillo gewinnt ein Viertel der
Wählerstimmen.
Artikel vom 26. Februar 2013 um 09:02; Korrektur um 11:39
Das offizielle Wahlresultat
laut dem Innenministerium
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Sitze
im Abgeordnetenhaus:
Bersani 340, Berlusconi 124, Grillo 108, Monti 45.
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Sitze im Senat:
Bersani 113 (Bersanis Partei alleine 105), Berlusconi 116, Grillo 54, Monti 18.
Bersani gewinnt das
Abgeordnetenhaus
Wie
bereits gemeldet,
hat die linke Wahlkoalition unter der Führung der sozialdemokratischen Demokratischen Partei (Partito Democratico, PD)
von Spitzenkandidat Pier Luigi Bersani (*1951) die Wahlen zum
Abgeordnetenhaus vom
Februar 2013 in Italien gewonnen. Im Senat hingegen reichte es nicht. Nun
ist all dies offiziell vom Innenministerium bestätigt worden.
Auf Grund des von Silvio Berlusconi 2006
verabschiedeten Wahlgesetzes kommt die Bersani-Wahlallianz bei einer
Wahlbeteiligung von 75,19% mit lediglich
29,54% (PD alleine 25,41%) der Stimmen als stärkste Partei im
Abgeordnetenhaus automatisch auf eine Mehrheit von 55% der insgesamt 630
Sitze, also 340 Mandate. In Prozentzahlen - nicht
Sitzzahlen - haben allerdings die Listenverbindungen von Silvio Berlusconi
mit 29,18% (PDL alleine 21,56%) sowie die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) des
populistischen Komikers Beppe Grillo mit 25,55% zusammen eine Mehrheit von
rund 55%! Wobei Beppe Grillo im Vorfeld angekündigt hat, dass er mit keiner
Partei koalieren werde. Montis Listenverbindung bringt es lediglich
abgeschlagen auf den vierten Platz mit 10,56%. Davon stimmten 8,30% für
Montis Scelta Civica con Monti per l'Italia; 1,78 für Casinis Zentristen;
0,46% für Finis Futuro e Libertà, wobei es der bisherige Präsident der
Abgeordnetenkammer, Fini, wie seine neue Partei FLI, nicht wieder ins
Parlament schafft!
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Beppe Grillo : Siamo in guerra. Per una nuova politica. Chiarelettere,
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Bersanis Wahlkoalition gewinnt keine Mehrheit der Sitze im Senat
Im Senat gibt es keinen Bonus für den relativen Wahlsieger. Die Stimmen
werden zudem nach Region gezählt. Weder nach Prozenten noch nach Sitzen reicht es
dem sozialdemokratischen PD von Pier Luigi Bersani zur Mehrheit. Die
Wahlallianz von Bersani kommt bei einer Wahlbeteiligung von 75,11% im Senat auf 31,63% der Stimmen, davon 27,43%
für den Partito Democratico. Hier verfügen Berlusconis-Listenverbindung
und Grillos M5S sowohl über eine Mehrheit der Stimmen wie der Sitze. Sie
könnten also zusammen im Senat jede Regierung ausbremsen. Berlusconis
Wahlallianz bringt es auf 30,72%, davon gehören dem Volk der Freiheit
alleine 22,30%. Beppe Grillos 5-Sterne-Bewegung kommt auf 23,79%. Con Monti
per L'Italia bringt es auf 9,13%, wobei Casini und Fini kein eigenes
Parteilogo auf die Wahlzettel drucken liessen, im Senat also mit Montis
Partei verschmolzen.
Bei den Regionalwahlen in den drei Regionen Lombardei, Latium und Molise
sind die Wahlresultate noch ausstehend. Die Regionalräte wurden wegen einer
Serie von Skandalen vorzeitig aufgelöst.
Italien steht vor einem politischen Scherbenhaufen. Kein Lager verfügt über
eine Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Kommt es - um Jahrzehnte
verspätet - doch noch zum
„historischen Kompromiss“ (compromesso storico)? Einer grossen
Koalition, zwar nicht bestehend aus Kommunisten und Christdemokraten, aber
doch aus dem grössten Links- und dem grössten Rechtsblock? Noch scheint dies fast unmöglich. Ginge dann das Theater
mit Berlusconi und seinen multiplen Interessenkonflikten wieder los? Geht Beppe Grillo entgegen seinen Ankündigungen doch noch eine Allianz oder ein
Unterstützungsarrangement mit Bersani ein? Folgt eine neue
Technokratenregierung? Kommt es bald zu Neuwahlen?
Italien kann sich inmitten der Wirtschaftskrise keine Periode der
Unregierbarkeit leisten.
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