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Mövenpick Resort Assuan
Geschichte, Fotos und
Hotelkritik des Hotels auf Elephantine Island in Assuan
Artikel vom 1. Mai 2012
Neue Eindrücke aus dem
Mövenpick Resort Assuan vom April 2012
Erstmals zurück im Mövenpick Resort Assuan (Aswan) nach vier Jahren zeigt
sich das Hotel positiv weiterentwickelt gegenüber der Soft-Opening-Phase.
Die Bar und das Restaurant im obersten Stockwerk des Turmes - nein, es ist
kein Flughafen-Tower - sind nun in Betrieb. An einem Abend um rund 18
Uhr 10 ging ich rauf und sah die Sonne gerade noch als volle Kugel über der Wüste. Innerhalb
einer Minute versank sie vollständig. Glück gehabt bzw. Swiss timing!
Das Panorama-Restaurant ist kein Gourmettempel, doch ich schätzte die
Frühlingsrollen mit Tomaten- und Chilisauce, den Kürbisrisotto mit
Waldpilzen und Coriander-Pesto sowie den Mandelbiskuit mit
Schokoladen-Ganache mit Kiwi-Schnitzen und glasierten Kirschen. Die Aussicht
ist unschlagbar!
Die acht
Villen zu Kitchener's Island hin sind nun ebenfalls bewohnbar, wobei die
vier am Nilufer gelegenen Königlichen Suiten (Royal Suites) vorzuziehen sind, da sie eine bessere,
ja perfekte
Sicht bieten. Einzig das Spa harrt wegen der Revolution von 2011 noch der
Fertigstellung, wobei das Hotel bereits einen Pool mit einem Massagebereich,
ein Fitness mit acht ausgezeichneten Technogym-Fitness-Gerätene sowie
Tischtennis- und Tennisplätze im Angebot hat. Im Mövenpick Resort Assuan kann jeder Gast fit und in
Form bleiben
Kunstwerke aus dem Jahr 2007 einer Künstlerin (?) Namens Tamima, die mir schon 2008 gut gefielen,
dekorieren die die Zimmer, ohne kitschig zu wirken; ein grossformatiges Werk
in Zimmer 228 ist mir in besonders guter Erinnerung.
Die meisten Zimmer (nicht die erwähnten Suiten) sind in einem nubisch inspirierten Stil
ausgestattet, schliesslich
sind Nubier seit Menschengedenken auf Elephantine Island zuhause.
Die vier Royal Villas - die gediegenste Art des Wohnens im Mövenpick
Resort Aswan
Am gediegensten wohnt es sich ich in einer der vier Royal Villas am Nilufer, mit
direktem Blick auf Kitchener's Island. Der Eingang geschieht durch eine
massive Eichentüre. Der Boden dahinter ist aus ägyptischen Imperial-Marmor.
Die Stühle und Sofas wurden aus ägyptischem Leinen und ebensolcher Baumwolle im Land am Nil hergestellt, wie der für den Unterhalt
verantwortliche Manager stolz festhielt. Sie hätten nur natürliche
Materialien verwendet. Die verschiedenen Vorhänge sind aus Leinen und
Baumwolle aus Ägypten.
Die Wände im Badezimmer erfreuen mit ägyptischem Bronze- und Imperial-Marmor,
der Boden mit Bronze-Marmor. Die Wände der freistehenden Dusche sind mit
Keramik-Kacheln ausgekleidet. Der Boden der Dusche besteht aus
Imperial-Marmor. Die Badewanne wiederum ist in ein elegantes Kleid aus zwei leicht verschiedenfarbigen
Imperial-Marmorarten eingebettet. Die Wanne selbst sowie die Lavabos stammen
von Duravit, die Armaturen von Grohe.
Die eleganten Böden in den Royal Villas beeindrucken mit warmer, edler Eiche, ebenso wie das massive Bett und
ein Tisch, die beide in dunkleren Tönen als der Fussboden gehalten sind. Natürliche
Rattanmöbel ergänzen das Wohnzimmer. Das in der Küche verwendete Holz nennt
sich MDF. Die grossen Flachbildfernseher von Samsung ergänzen das positive
Bild ebenso wie die private Terrasse
mit Imperial-Marmor-Boden und Rattan-Möbeln.
Die vier Royal Villas sind mit jeweils zwei Schlafzimmern und zwei
Badezimmern ausgestattet. Ein Schlafzimmer besitzt ein King Size Bed, das
andere kommt mit zwei Betten daher, ideal für eine Familie mit zwei Kindern. Für Gäste verfügt die Royal Suite
zudem im Wohnzimmer über eine separate Toilette.
Erhöht über den Royal Villas stehen noch vier Deluxe Villas. Diese sind ebenfalls elegant eingerichtet. Da sie wie die Royal
Villas über je zwei Schlaf- und Badezimmer verfügen, können sie in zwei
Einheiten aufgeteilt werden und separat gebucht werden. Als Einheit sind sie
ideal für Familien und befreundete Paare. Ich bevorzuge allerdings die Royal Villas
wegen der Aussicht. Der Architekt hat einen kleinen Fehler gemacht:
Wären die Deluxe Villas nur einen Meter höher gebaut, hätten sie volle Sicht
auf Kitchener's Island. So aber sieht man von dort nur die obere Hälfte der Bäume auf der
parallel verlaufenden Insel, da der Rest von den Dächern der Royal Villas verdeckt
wird.
Zimmer im Mövenpick Assuan
Wer bei der Unterkunft lieber etwas Geld spart, sollte auf die Superior-Zimmer direkt am
Nil ausweichen. Sie befinden sich im Hauptgebäude je an den dem Nil
zugewandten Enden. Je zwei pro Stockwerk, also 6 Superior-Zimmer am Nil mit
Morgensonne, zwei Balkonen und Blick auf die Stadt Assuan, sowie 6
Superior-Zimmer am Nil mit Abendsonne und Blick auf Kitchener's Island (so
zum Beispiel die Zimmer 231 und 232). Auf diesen Balkonen hat man das
Gefühl, direkt über dem Nil zu sitzen.
Nebenbei bemerkt verfügen alle Zimmer über eine Terrasse oder einen Balkon
mit einem Tisch und zwei Stühlen und einem direktem oder halbdirektem Blick
auf den Nil, schliesslich wurde das Mövenpick auf einer Insel errichtet. Die
Superior Zimmer bieten alle eine Badewanne sowie einen Wasserkocher für Tee-
und Kaffee.
Daneben habe ich mir noch ein Standardzimmer, eine Junior Suite auf zwei
Etagen (Duplex) und eine Familien-Suite (ebenfalls Duplex) angeschaut. Die
Junior Duplex Suite 117 im Nile Building verfügt über eine Terrasse zum
Garten hin. Wichtig nochmals zu erwähnen ist, dass die Morgensonne in den
Zimmer zu Luxor hin und die Abendsonne in den Zimmern zur Kichtener's Island
hin scheint.
Kurzum, das Mövenpick Resort Aswan verfügt über
keine schlechten Zimmer. Einzig wer den Luxus sucht, sollte unbedingt eine
Royal Villa buchen. Wem ein gutes Zimmer mit einer tollen Aussicht reicht,
dem reicht eines der erwähnten Superior Zimmer, wo der Schreibende beim
Besuch 2008
(englischer Artikel mit zum Teil noch anderen, frühen Fotos)
gewohnt hat. Nach dem Aufenthalt im April 2012 bin ich halt verwöhnt, unter
einer Royal Villa geht nichts mehr!
Eine lange Geschichte
1898 gewann
Horatio Herbert Kitchener (1850-1916) den Sudan für Ägypten bzw.
zuerst natürlich für Grossbritannien zurück, woraufhin er den Titel
Lord Kitchener of Khartoum erhielt. 1911 schliesslich wurde er zum
Generalkonsul in Ägypten ernannt, wo er eine Legislative einrichtete, was
als Geburtsstunde für Ägyptens Parlament gilt. Lord Kitchener übte ähnliche
Funktonen wie ein Premierminister aus und wurde 1914 zum Earl
geadelt.
Die parallel zum Hotel Mövenpick in Assuan verlaufende Insel, Kitchener's Island,
war ein Geschenk an den Lord für seine erfolgreiche Sudankampagne von 1896-98.
Er pflanzte darauf allerlei exotische Bäume und Blumen. Heute befindet sich
die Insel in Staatsbesitz, beherbergt den botanischen Garten von Assuan und
steht Besuchern offen, wobei an einer Spitze der Insel eine geschlossene
biologische Forschungsanstalt untergebracht ist. Zudem
beleuchten sie am Abend auf Kitchener's Island einzelne Bäume mit
wechselnden Farben, was gut vom Hotel aus zu sehen ist.
Die zweite, parallel zu Kitchener's Island verlaufende Hauptinsel von Assuan
ist Elephantine, auf der das Mövenpick steht. Etwas unterhalb des ersten
Nilkatarakts gelegen, beherbergt die Insel eine archäologische
Grabungsstätte, in der das Deutsche Archäologische Institut tätig ist.
Thutmosis III, Amenhotep III und andere Pharaonen, die bis in die
prädynastische Periode zurückreichen, haben hier ebenso wie die Griechen,
Römer und Juden - ein Jehovah-Tempel befindet sich auf der Insel - ihre
Spure hinterlassen.
Die Geschichte des Mövenpick Resort Asswan reicht hingegen nur bis in den
März 1975 zurück, als es als Teil der indischen Oberoi Hotelgruppe seine
Türen in einem Soft-Opening eröffnete. Die Guest Relations Managerin Mary,
die seit August 1976 im Mövenpick arbeitet, erzählte mir 2008 beim
gemeinsamen Ansehen von alten Fotos einige Hotelgeschichten; sie ist heute
noch immer in gleicher Funktion im Hotel tätig.
Das Mövenpick Resort Aswan wurde vom indischen Architekten, Projektmanager
und zweiten Hoteldirektor (ab 1976) Madan Misra gebaut. Er wurde wohl von
der Bauhaus-Architektur beeinflusst. Das ursprüngliche Hotel verfügte über 160
Zimmer, darin eingeschlossen
96 Standardzimmer, 38 Duplexsuiten, 16 Villas und 10 Cabenas (Hütten)
um den Swimmingpool. Das Hotel war in einem arabisierenden Stil errichtet
worden.
Dank der Insellage kann das Hotel gut geschützt werden. Daher waren hier 1978/79
der ägyptische Präsident Sadat und der Schah von Persien zusammen zu Gast,
nachdem der iranische Herrscher ins Exil hatte fliehen müssen. Ein Jahr
später kam Anwar Sadat mit dem israelischen Premierminister Menachem Begin
zurück auf die Insel.
Zu den weiteren berühmten Gästen gehörten 1981 die französische
Präsidentengattin Danielle Mitterrand, die mit Sadats Frau Gehan kam, bevor
deren Gatte im Oktober ermordet wurde. Präsident Sadat selbst flog per
Helikopter kurz ins Hotel, nur um zu schlafen.
Nach dem Tod der Gattin des Aga Khan buchte ihr Sohn, Prinz Ali Khan, zwei
Villen im Mövenpick und besuchte von hier das Mausoleum der Familie, das vom
Hotel aus zu sehen auf dem Assuan gegenüber liegenden Nilufer liegt.
Unter der langen Liste an Berühmtheiten, die ins Hotel kamen, identifizierte
ich unter anderem zusammen mit Mary die Königin Alia von Jordanien mit ihren
Kindern, die zusammen mit
Susanne Mubarak in einem Duplex wohnte, den deutschen Kanzler Willy Brandt
mit seiner ersten Frau Ruth, die Königinnen von Dänemark und Schweden sowie Henry Kissinger,
der auf mehreren Fotos verewigt ist. Der spanische Sänger Julio Iglesias und
viele ägyptische Künstler zieren zudem die lange Liste.
1977 wurde in Assuan Szenen für den Film Tod auf dem Nil im
nahegelegenen Old Cataract Hotel gefilmt. Laut Mary wohnten alle wichtigen
Schauspieler wie Peter Ustinov,
Bette Davis, David Niven, Mia Farrow und Maggie Smith im damaligen Oberoi,
dem heutigen Mövenpick.
Zudem wurden zwei ägyptische Filme im Hotel gedreht: Tiger and the Lady (Al Nemr
wa Al Onsa) mit dem Schauspieler Asar al Hakym sowie Ayam Fe al Halal
mit den Darstellern Moustafa Fahmy und Nabila Ebaad. Als speziellen
Höhepunkt erinnerte sich Mary an ein Fussballspiel der Schauspieler im
Hotelgarten. Einige zusätzliche Details zu berühmten Gästen finden sich im
englischen Artikel. Hoffentlich hängen sie bald die Fotos in der Lobby
aus, wie 2008 vorgeschlagen. Das wäre beste Werbung!
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Der Tennisplatz auf der Assuan zugekehrten Seite der Elephantine Island.
Fotos © Moevenpick Resort Assuan / Aswan.
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Ansicht des Mövenpick Resort Aswan im Abendlicht. Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.
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Der Tower mit dem Panorama-Restaurant vom Pool aus gesehen.
Der Turm wird am Abend mit wechselnden Farben angestrahlt. Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.

Ein Schlafzimmer in einer der vier Royal Suites, die beste Unterkunft im Hotel
mit direktem Blick auf den Nil und Kitchener's Island.
Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.

Teilansicht des Badezimmer in einer Royal Suite. Gegenüber der Duravit Badewanne
mit eleganten Armaturen von Grohe befinden sich Toilette, Bidet und eine
freistehende Dusche.
Fotos © Moevenpick Resort Assuan / Aswan.

Das Wohnzimmer einer Royal Suite.
Fotos © Moevenpick Resort Assuan / Aswan.

Die Terrasse einer Royal Suite mit der gegenüber liegenden Kitchener's Island.
Fotos © Moevenpick Resort Assuan / Aswan.

Die private Terrasse einer Royal Suite. Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.

Ein Standard-Zimmer im nubischen Stil.
Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.

Das Panorama-Restaurant im 13. Stock des Turmes. Es bietet die beste Sicht in
alle vier Himmelsrichtungen von ganz Assuan.
Fotos © Moevenpick Resort Assuan / Aswan.

Blick ins Wohnzimmer einer Duplex Junior Suite.
Fotos © Moevenpick Resort Assuan / Aswan.

Das Badezimmer eines Standard Room.
Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.

Wer aufs Geld schaut, sollte ein Superior-Zimmer (mit zwei Balkonen) buchen. Sie
bieten eine grossartige Aussicht zu fairen Preisen, entweder mit Morgensonne und
Blick auf Assuan oder mit Abendsonne und Blick auf Kitchener's Island.
Fotos © Mövenpick Resort Assuan / Aswan.

Blick aufs Hotel am Abend, mit je sechs Superior Rooms mit je zwei Balkonen zu
Assuan hin und nochmals sechs Zimmern zu Kitchener's Island.
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