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Louisa's
Place
Das Hotel in Berlin
Artikel vom 20. Juni 2005, Hotel getestet im Mai 2005
Berlin bietet einige wenig bekannte
Hotels, die zu entdecken es sich lohnt, Louisa's Place mit seinen als
Apartments ausgelegten 47 Suiten von 41 bis 103 m2
ist eines von
ihnen.
Das 1904 errichtete Bürgerhaus diente abwechselnd als Geschäfts- und
Wohnhaus bzw. als grossbürgerliches Hotel mit Ladengeschäften und
Gastronomiebetrieben. Bis in die Mitte der 1990er Jahre befand sich hier die
weltbekannte Piano-Bar Chez Alex des gebürtigen Russen Alexander
Kozulin, der hier den Jet Set empfing, darunter Prinz Albert von Monaco,
Gloria von Thurn und Taxis, Joan Collins und Hildegard Knef.
Danach wurde das durch die Kriegsjahre und einen späteren Brandschaden
mitgenommene, jeweils wieder instandgesetzte Gebäude aufwendig totalsaniert und zur Luxus-Seniorenresidenz
umgebaut. Nur die denkmalgeschützte Aussenfassade, viele Stuckelemente im
Treppenhaus und einige andere Details sind original. Innen wurde das Haus
weitgehend entkernt, um es den Erforderungen der heutigen Zeit anzupassen.
Doch noch ehe die Senioren
einzogen, orientierten sich die Bauherren (eine Versicherung) strategisch um. So konnten die Gebrüder Pierre und Matthias Ehret das Haus erwerben.
Es wurde von der Betreiberfirma Ehret & Schimank GmbH zu einem Apartment-Hotel mit fünf Sternen
umfunktioniert.
Das Innendesign stammt von Etchika Werner aus Berlin, die als
Haute-Couture-Inneneinrichterin des Jahres 2000 ausgezeichnet wurde. Ihre Ideen
umgesetzt hat die Firma Stadler aus Offenbach. Das Soft-Opening von Louisa's
Place erfolgte im Oktober 2003.
Im Empfangsbereich fällt dem Gast ein farbenfroher Savonnerie-Teppich aus der
Manufacture d'Aubusson auf. Er wurde an einem Hochwebstuhl in einer auf das
17. Jahrhundert zurückgehenden französischen Technik Knoten für Knoten
handgeknüpft - in 400 bis 600 Arbeitsstunden pro Quadratmeter.
Bereits an der Rezeption wird die Philosophie des Hauses klar: Nicht die
üblichen Tresenanlagen, sondern Schreibtisch und Schrank weisen auf den
wohnlichen Charakter von Louisa's Place hin.
Der repräsentativste Raum des Hotels ist zweifellos die Bibliothek, die
grossbürgerliche Atmosphäre ausstrahlt. Die Holzverkleidungen und der
Tafelparkettboden sind aus massiver Eiche. Die zwölfteilige
Louis-Seize-Boiserie mit geschnitzten Schleifen, Blütenbehang und anderen
floralen Elementen stammt wohl aus Frankreich aus der Zeit um 1770/80.
Mandolinen, Geigen, Posaunen, Jagdhörner und weitere Schnitzereien weisen
darauf hin, dass die Wandtäfelung wohl einst ein Musikzimmer schmückte.
Das Tafelparkett in der Bibliothek stammt von einer französischen Möbel- und
Parkettschreinerei. Es wurde in Handarbeit im Stil von Schloss
Versailles gefertigt. Der Teppich in schlichtem Sisalgewebe vor dem rein
dekorativen Kamin wurde nach alten Aubusson-Teppichmotiven mit ölhaltigen
Farben bemalt und stammt von Studio London. Die Fenstervorhänge sind aus
feinstem glatten Taftgewebe von Lelièvre, Paris. Die Gemälde mit
Windspiel-Szenerien sind Kopien nach historischen Motiven, hergestellt in
Paris.
Das Gartenzimmer nebenan mit Blick auf den Gartenhof dient als
Frühstückszimmer, kann aber gleichzeitig als Multimediaraum für
Präsentationen, Konferenzen und Empfänge genutzt werden. In diesem Raum des
Tages - im Gegensatz zur Bibliothek als Raum des Abends - dominieren helle
Farben. Das Schmuckstück ist der Ofen aus weissglasierten historischen
Kacheln, wobei Profile, Gesimse und der Vasenaufsatz aus Terracotta den
klassizistischen Ursprung betonen. Der Ofen ist übrigens nicht reine
Dekoration, sondern beim Absinken der Aussentemperatur unter dreizehn Grad
heizt ein Thermostat die Kacheln auf.
Eine Besonderheit im Treppenhaus bilden die Lithophanien. Dabei handelt es
sich um dünne Porzellanplättchen, sogenannte Scherben, mit eingepressten
bildlichen Darstellungen. Die Transparenz des Porzellans und die
unterschiedliche Scherbendicke rufen im Gegenlicht die Illusion hervor, ein
Foto zu betrachten. Die Lithophanien in Louisa's Place zeigen hauptsächlich
Motive von Berliner Baudenkmälern.
Die Suiten sind mit klassisch-stilvollen Möbeln von zeitgenössischer Funktionalität
möbliert, die mit warmen Parkettböden kombiniert wurden. Sanfte
Naturfarbtöne und helle Wände prägen die Räume. Die Wände sind mit wie Aquarelle
wirkenden, raffiniert digital nachbearbeiteten Hotelfotografien der Künstlerin Nele
Bednarczyk dekoriert.
Die Küchen der Suiten sind modern und voll ausgestattet. Neben einem Wireless
LAN-Zugang in allen Zimmern bieten die Suiten zudem gratis einen
DSL-Anschluss, sodass die Kommunikation mit der Welt gesichert ist. Auf Wunsch
werden die Apartments der Langzeitgäste dem jeweiligen Geschmack entsprechend
mit Pflanzen, Bildern und Büchern ausgestattet. Auf spezielle Bedürfnisse
wie eine Kindereinrichtung oder ein Piano geht Louisa's Place natürlich auch
ein.
Einziger Wehrmutstropfen: Nur ein kleiner Teil der Suiten verfügt über
Bäder. Dafür wartet der Wellnessbereich mit Pool, Aromadampfbad und Sauna
auf. Auf Wunsch werden hier auch Kosmetik- und Entspannungsbehandlungen
angeboten. Illusionistische Wandmalereien zeigen mit
künstlerischer Freiheit bedeutende Bauwerke der Potsdamer
Kultur- und Parklandschaften, darunter Schloss Charlottenhof und das
Neue Palais.
Die Namenspatronin des Hotels ist die preussische Königin Luise (1776-1810),
deren Namen anglisiert wurde - sie wurde schliesslich bereits zu ihrer Zeit
auch "Louise" bzw. "Louisa" genannt. Sie galt als
besonders herzlich und natürlich, genau was man von einem Apartment-Hotel
erwartet: Keine aufgesetzte Höflichkeit, keine uniformen Standards.
Stellvertretend für Luise hat Prinzessin Edelgard von Preussen die
Patenschaft für das Haus übernommen.
Louisa's Place ist ideal für Langzeitgäste, die sich auch mal selbst
versorgen, also nicht in den üblichen Hotels absteigen möchten,
Privatsphäre schätzen und dennoch nicht auf den Komfort eines Luxushotels
verzichten möchten. Zu den Gästen gehören insbesondere Leute aus dem
Filmgeschäft (Babelsberg), die hier untergestört länger wohnen können.
Namen werden nicht genannt, denn Diskretion gehört zum Konzept von Louisa's Place.
Das Hotel liegt im Herzen der City West am Kurfürstendamm 160.
Die traditionsreiche Flanier- und Einkaufsmeile entstand um 1900 als
Prachtstrasse des Bürgertums. Sie bietet heute edle Boutiquen wie
Louis Vuitton, Prada, Cartier oder Bucherer, um nur einige zu nennen.
Sehenswürdigkeiten wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und der
Zoologische Garten sowie Kinos und die Deutsche Oper liegen nahe. Eine Reihe
von Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein, nicht zuletzt das
hoteleigene Restaurant
WOLTERs. [eingefügt am 27. Juli 2007: Das Restaurant WOLTERs existiert
nicht mehr. In den Räumlichkeiten befindet sich seit dem 1. Februar 2006 das
Restaurant Balthazar mit Küchenchef Holger Zurbrüggen, der zuvor im Restaurant
Louis im Hotel Steigenberger Berlin eine italienisch-japanische Gourmetküche
pflegte. Im Restaurant Balthazar, das wir noch nicht getestet haben, offeriert
er seit dem 1. Februar 2006 eine italienisch-asiatische Küche, die ein grösseres
Publikum ansprechen soll].
Zum Erkunden der Stadt ist Louisa's Place verkehrsgünstig direkt an der U-Bahn-Station
Adenauerplatz gelegen, von wo aus übrigens Bus 109 zum Flughafen Tegel fährt
(Angaben von 2005).
Nur so nebenbei:
Am 25. November 2004 fand in Kooperation mit dem Fernsehsender ProSieben die
RED NOSE DAY-Party im Restaurant
WOLTERs in Louisa's Place statt. Die Idee für dieses Charity-Event stammt
aus Grossbritannien. Stars und Sternchen wie Dirk Bach, Mousse T., Nino de
Angelo sammelten 2004 Millionen für die Kindernothilfe im In- und Ausland. So
kamen substantielle Spenden zusammen, die u.a. für die Katastrophenhilfe im
Sudan und in Bangladesh sowie für eine Kinderkrankenhaus zur Behandlung der
Terroropfer im südrussischen Beslan verwendet wurden.
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Der Poolbereich.
Foto © Louisa's Place, Berlin.
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Die Hotelfassade. Foto © Louisa's Place, Berlin.
Der repräsentativste Raum des Hotels ist zweifellos die Bibliothek, die
grossbürgerliche Atmosphäre ausstrahlt.
Foto © Louisa's Place, Berlin.

Blick in ein Wohnzimmer.
Foto © Louisa's Place, Berlin.

Ein Schlafzimmer.
Foto © Louisa's Place, Berlin.

Eine Küche.
Foto © Louisa's Place, Berlin.
Leider sind zur Zeit nur in wenigen Badezimmern Badewannen, doch dafür
besitzt das kleine Boutique-Hotel einen Pool für alle.
Foto © Louisa's Place, Berlin.
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