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Louisa's Place
Das Hotel in Berlin

Hinzugefügt am 1. Juni 2013
Ich bin gerade wieder in Louisa's Place in Berlin zu Gast. Das Suiten-Hotel ist nach wie vor eine sehr empfehlenswerte Adresse mit einem Spitzenkoch: Holger Zurbrüggen. Zudem hat hier Udo Waltz 2013 einen Friseursalon eröffnet, und die neue Vesper Bar lockt ebenfalls neue Gäste an. Zusätzliche Infos finden Sie im neuen englischen Artikel: Louisa's Place.

Artikel vom 20. Juni 2005, Hotel getestet im Mai 2005
Berlin bietet einige wenig bekannte Hotels, die zu entdecken es sich lohnt, Louisa's Place mit seinen als Apartments ausgelegten 47 Suiten von 41 bis 103 m2 ist eines von ihnen.

Das 1904 errichtete Bürgerhaus diente abwechselnd als Geschäfts- und Wohnhaus bzw. als grossbürgerliches Hotel mit Ladengeschäften und Gastronomiebetrieben. Bis in die Mitte der 1990er Jahre befand sich hier die weltbekannte Piano-Bar Chez Alex des gebürtigen Russen Alexander Kozulin, der hier den Jet Set empfing, darunter Prinz Albert von Monaco, Gloria von Thurn und Taxis, Joan Collins und Hildegard Knef.

Danach wurde das durch die Kriegsjahre und einen späteren Brandschaden mitgenommene, jeweils wieder instandgesetzte Gebäude aufwendig totalsaniert und zur Luxus-Seniorenresidenz umgebaut. Nur die denkmalgeschützte Aussenfassade, viele Stuckelemente im Treppenhaus und einige andere Details sind original. Innen wurde das Haus weitgehend entkernt, um es den Erforderungen der heutigen Zeit anzupassen.

Doch noch ehe die Senioren einzogen, orientierten sich die Bauherren (eine Versicherung) strategisch um. So konnten die Gebrüder Pierre und Matthias Ehret das Haus erwerben. Es wurde von der Betreiberfirma Ehret & Schimank GmbH zu einem Apartment-Hotel mit fünf Sternen umfunktioniert.

Das Innendesign stammt von Etchika Werner aus Berlin, die als Haute-Couture-Inneneinrichterin des Jahres 2000 ausgezeichnet wurde. Ihre Ideen umgesetzt hat die Firma Stadler aus Offenbach. Das Soft-Opening von Louisa's Place erfolgte im Oktober 2003.

Im Empfangsbereich fällt dem Gast ein farbenfroher Savonnerie-Teppich aus der Manufacture d'Aubusson auf. Er wurde an einem Hochwebstuhl in einer auf das 17. Jahrhundert zurückgehenden französischen Technik Knoten für Knoten handgeknüpft - in 400 bis 600 Arbeitsstunden pro Quadratmeter.

Bereits an der Rezeption wird die Philosophie des Hauses klar: Nicht die üblichen Tresenanlagen, sondern Schreibtisch und Schrank weisen auf den wohnlichen Charakter von Louisa's Place hin.

Der repräsentativste Raum des Hotels ist zweifellos die Bibliothek, die grossbürgerliche Atmosphäre ausstrahlt. Die Holzverkleidungen und der Tafelparkettboden sind aus massiver Eiche. Die zwölfteilige Louis-Seize-Boiserie mit geschnitzten Schleifen, Blütenbehang und anderen floralen Elementen stammt wohl aus Frankreich aus der Zeit um 1770/80. Mandolinen, Geigen, Posaunen, Jagdhörner und weitere Schnitzereien weisen darauf hin, dass die Wandtäfelung wohl einst ein Musikzimmer schmückte.

Das Tafelparkett in der Bibliothek stammt von einer französischen Möbel- und Parkettschreinerei. Es wurde in Handarbeit im Stil von Schloss Versailles gefertigt. Der Teppich in schlichtem Sisalgewebe vor dem rein dekorativen Kamin wurde nach alten Aubusson-Teppichmotiven mit ölhaltigen Farben bemalt und stammt von Studio London. Die Fenstervorhänge sind aus feinstem glatten Taftgewebe von Lelièvre, Paris. Die Gemälde mit Windspiel-Szenerien sind Kopien nach historischen Motiven, hergestellt in Paris.

Das Gartenzimmer nebenan mit Blick auf den Gartenhof dient als Frühstückszimmer, kann aber gleichzeitig als Multimediaraum für Präsentationen, Konferenzen und Empfänge genutzt werden. In diesem Raum des Tages - im Gegensatz zur Bibliothek als Raum des Abends - dominieren helle Farben. Das Schmuckstück ist der Ofen aus weissglasierten historischen Kacheln, wobei Profile, Gesimse und der Vasenaufsatz aus Terracotta den klassizistischen Ursprung betonen. Der Ofen ist übrigens nicht reine Dekoration, sondern beim Absinken der Aussentemperatur unter dreizehn Grad heizt ein Thermostat die Kacheln auf.

Eine Besonderheit im Treppenhaus bilden die Lithophanien. Dabei handelt es sich um dünne Porzellanplättchen, sogenannte Scherben, mit eingepressten bildlichen Darstellungen. Die Transparenz des Porzellans und die unterschiedliche Scherbendicke rufen im Gegenlicht die Illusion hervor, ein Foto zu betrachten. Die Lithophanien in Louisa's Place zeigen hauptsächlich Motive von Berliner Baudenkmälern.

Die Suiten sind mit klassisch-stilvollen Möbeln von zeitgenössischer Funktionalität möbliert, die mit warmen Parkettböden kombiniert wurden. Sanfte Naturfarbtöne und helle Wände prägen die Räume. Die Wände sind mit wie Aquarelle wirkenden, raffiniert digital nachbearbeiteten Hotelfotografien der Künstlerin Nele Bednarczyk dekoriert.

Die Küchen der Suiten sind modern und voll ausgestattet. Neben einem Wireless LAN-Zugang in allen Zimmern bieten die Suiten zudem gratis einen DSL-Anschluss, sodass die Kommunikation mit der Welt gesichert ist. Auf Wunsch werden die Apartments der Langzeitgäste dem jeweiligen Geschmack entsprechend mit Pflanzen, Bildern und Büchern ausgestattet. Auf spezielle Bedürfnisse wie eine Kindereinrichtung oder ein Piano geht Louisa's Place natürlich auch ein.

[Ergänzt am 4. Juni 2013: Zur Zeit verfügen nur zwei Suiten über Badewanne und Dusche. Alle anderen bieten nur eine Dusche]. Dafür wartet der Wellnessbereich mit Pool, Aromadampfbad und Sauna auf. Auf Wunsch werden hier auch Kosmetik- und Entspannungsbehandlungen angeboten. Illusionistische Wandmalereien zeigen mit künstlerischer Freiheit bedeutende Bauwerke der Potsdamer Kultur- und Parklandschaften, darunter Schloss Charlottenhof und das Neue Palais. 



Die Namenspatronin des Hotels ist die preussische Königin Luise (1776-1810), deren Namen anglisiert wurde - sie wurde schliesslich bereits zu ihrer Zeit auch "Louise" bzw. "Louisa" genannt. Sie galt als besonders herzlich und natürlich, genau was man von einem Apartment-Hotel erwartet: Keine aufgesetzte Höflichkeit, keine uniformen Standards. Stellvertretend für Luise hat Prinzessin Edelgard von Preussen die Patenschaft für das Haus übernommen.

Louisa's Place ist ideal für Langzeitgäste, die sich auch mal selbst versorgen, also nicht in den üblichen Hotels absteigen möchten, Privatsphäre schätzen und dennoch nicht auf den Komfort eines Luxushotels verzichten möchten. Zu den Gästen gehören insbesondere Leute aus dem Filmgeschäft (Babelsberg), die hier untergestört länger wohnen können. Namen werden nicht genannt, denn Diskretion gehört zum Konzept von Louisa's Place.

Das Hotel liegt im Herzen der City West am Kurfürstendamm 160. Die traditionsreiche Flanier- und Einkaufsmeile entstand um 1900 als Prachtstrasse des Bürgertums. Sie bietet heute edle Boutiquen wie Louis Vuitton, Prada, Cartier oder Bucherer, um nur einige zu nennen. Sehenswürdigkeiten wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und der Zoologische Garten sowie Kinos und die Deutsche Oper liegen nahe. Eine Reihe von Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein, nicht zuletzt das hoteleigene Restaurant WOLTERs. [Eingefügt am 27. Juli 2007 und aufdatiert am 1. Juni 2013: Das Restaurant WOLTERs existiert nicht mehr. In den Räumlichkeiten befindet sich seit dem 1. Februar 2006 das Restaurant Balthazar mit Küchenchef Holger Zurbrüggen, der zuvor im Restaurant Louis im Hotel Steigenberger Berlin eine italienisch-japanische Gourmetküche pflegte, die den Schreibenden begeisterte. Im Restaurant Balthazar offeriert er Gerichte, die ein grösseres Publikum ansprechen soll, wobei italienische und asiatische Einflüsse weiterhin zu erleben sind].

Zum Erkunden der Stadt ist Louisa's Place verkehrsgünstig direkt an der U-Bahn-Station Adenauerplatz gelegen, von wo aus übrigens Bus 109 zum Flughafen Tegel fährt (Angaben von 2005).

Nur so nebenbei: 
Am 25. November 2004 fand in Kooperation mit dem Fernsehsender ProSieben die RED NOSE DAY-Party im Restaurant WOLTERs in Louisa's Place statt. Die Idee für dieses Charity-Event stammt aus Grossbritannien. Stars und Sternchen wie Dirk Bach, Mousse T., Nino de Angelo sammelten 2004 Millionen für die Kindernothilfe im In- und Ausland. So kamen substantielle Spenden zusammen, die u.a. für die Katastrophenhilfe im Sudan und in Bangladesh sowie für eine Kinderkrankenhaus zur Behandlung der Terroropfer im südrussischen Beslan verwendet wurden.


Der Poolbereich. Foto © Louisa's Place, Berlin.




Die Hotelfassade. Foto © Mario Ziegler / Louisa's Place, Berlin.


Hinzugefügt am 31. Mai 2013: Ein historisches Photo aus der Zwischenkriegszeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Photos © Louisa's Place, Berlin.


Der repräsentativste Raum des Hotels ist zweifellos die Bibliothek, die
grossbürgerliche Atmosphäre ausstrahlt. Foto © Louisa's Place, Berlin.




Blick in ein Wohnzimmer. Foto © Louisa's Place, Berlin.


Ein Schlafzimmer. Foto © Louisa's Place, Berlin.


Eine Küche. Foto © Louisa's Place, Berlin.


Leider sind zur Zeit nur in wenigen Badezimmern Badewannen, doch dafür besitzt das kleine Boutique-Hotel einen Pool für alle. Foto © Louisa's Place, Berlin.


 

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