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Kempinski
Grand Hotel Heiligendamm
Die Weiße
Stadt am Meer
Hinzugefügt am 18. Januar 2010
Neuer Name: Grand Hotel Heiligendamm
Seit Anfang 2009 gehört das Hotel
nicht mehr zur Kempinski-Gruppe und heisst seither Grand Hotel Heiligendamm. Es
gehört weiterhin zum Portefeuille von Herrn Jagdfeld, dem auch das weltberühmte
Hotel
Adlon in Berlin gehört.
Hinzugefügt am 22. Mai 2007
Heiligendamm wird im nächsten
Monat im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen, denn hier findet vom 6. bis 8.
Juni 2007 der G8-Gipfel statt. Die Staats- und Regierungschef reisen über den
Flughafen Rostock-Laage an. Rund um Heiligendamm wurden bereits zehn angemeldete
Demonstrationen genehmigt. Unangemeldete Proteste sind verboten. Es könnte also
zu Krawallen kommen. Wer sich Ärger ersparen möchte, sollte die Region Anfang
Juni meiden. L.G.
Artikel von Torge Hamkens vom 19. April 2005
Heiligendamm leuchtet wieder in
strahlend-majestätischem Weiß. Seit Juni 2003 ist mit der Eröffnung des
Kempinski Grand Hotel Heiligendamm die Legende von der „Weißen Stadt am
Meer“ wiederauferstanden. Heiligendamm ist, inmitten märchenhafter
Buchenwälder und mit Blick auf die Ostsee, ein wahrhaft magischer Ort, ein
Arkadien aus Schönheit, Gesundheit und frischer Luft. Der heutige Besucher
wird nicht nur durch den außergewöhnlichen Zauber dieses Ortes mit großer
Vergangenheit in seinen Bann gezogen, sondern auch umgarnt durch den
erstklassigen Wohlfühlservice des Kempinski-Teams, der den Gast zum
Mittelpunkt aller Bemühungen macht. Der Schreibende war bei seinem Besuch von
diesem sehr persönlichen Service schon bei seiner Begrüßung durch die
Empfangschefin des Hauses begeistert, die den verbindlich-eleganten Stil des
Grand Hotels in Perfektion verkörpert. Dieser erste Eindruck wurde im Verlauf
des Besuchs in jeder Hinsicht bestätigt.
Die Geschichte des Seebades Heiligendamm nahm ihren Anfang, als Friedrich
Franz I., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, anno 1793 das Baden in der Ostsee
erfand. Den Anstoß gegeben hatte Professor Samuel Gottlieb Vogel, der
Leibmedicus des Herzogs, als er seinem Landesherrn von der öffentlich
geführten Diskussion über die Heil bringende Wirkung des Badens im Meer
berichtete, welches man in England bereits erfolgreich praktizierte. Die
Debatte war durch einen Aufsatz des berühmten Göttinger Physikers,
Mathematikers und Aphoristikers Georg Christoph Lichtenberg mit seiner Schrift
„Warum hat Deutschland noch kein öffentliches großes Seebad?“ entfacht
worden. Während man in Preußen noch über einen geeigneten Ort beriet,
schritt der Mecklenburger Herzog beherzt zur Tat: Es soll am 22. Juli 1793
gewesen sein, dass er, eine Schar seiner Beamten vorausschickend, seinen
herzoglichen Körper erstmals der Ostsee anvertraute und beflügelt von dieser
balneologischen Entdeckung sogleich den Bau des ersten deutschen Seebades
besiegelte.
Die Baumaßnahmen am „Heiligen Damm“ begannen 1796 zunächst mit der
Errichtung eines Badehauses durch Johann Christoph von Seydewitz. Dieses wurde
später durch Gustav Adolf Demmler auf drei Etagen aufgestockt und firmiert
heute als Haus Mecklenburg. Der Bau des Kurhauses schloss sich 1816 an, da die
illustren Badegäste nach einem Gesellschaftshaus mit Tanz- und Speisesaal
verlangten. Erstellt wurde es nach einem Entwurf von Karl Theodor Severin, der
unter anderem Anleihen bei seinem Zeitgenossen Karl Friedrich Schinkel nahm.
Severin platzierte das imposante Kurhaus im rechten Winkel zum Badhaus. Mit
seiner streng symmetrischen Fassade, die einem griechischen Tempel gleicht,
strahlt es Ruhe und Erhabenheit aus und dominiert zugleich die Szenerie. Die
Säulenhalle wird noch heute von der lateinischen Inschrift „Heic te
laetitia invitat post balnea sanum“, „Freude empfängt Dich hier, entsteigst du
gesundet dem Bade“ gekrönt. Und tatsächlich hat dieser Leitsatz nach wie vor
Gültigkeit, da sich in den Hallen des Kurhauses der festliche Ballsaal und die
exquisite Gastronomie befinden.
Erst im Jahr 1886 wurde das zentrale Ensemble um das Kurhaus mit dem Bau des
Grand Hotels vollendet. Denn in Parallele zum Badehaus schuf der
viergeschossige Bau erst den zentralen Platz Heiligendamms, der sich wie ein
Hufeisen zur See hin öffnet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte auch die deutsche
Romantik ihre Spuren in Heiligendamm hinterlassen. Zu nennen sind insbesondere
die 1848 fertig gestellte Burg Hohenzollern sowie die westlichen Cottages, die
als private Residenzen angelegt wurden und den Sprung Heiligendamms vom reinen
Seebad zum Sommersitz der großherzoglichen Familie markieren. Ein ganz
besonderes Kleinod Heiligendamms ist das Alexandrinen-Cottage, welches
Sommersitz der preußischen Prinzessin Großherzogin Alexandrine war. Es ist,
umgeben von märchenhaftem Buchenwald, etwas abseits zur See hin an der
Steilküste gelegen und spiegelt die lebensfrohe Verspieltheit seiner
Bewohnerin und der Zeit wider. Schließlich kamen Mitte des 19. Jahrhunderts
ostwärts des Kurhaus-Ensembles wie auf einer Perlenkette aufgereiht noch acht
Villen hinzu, die schon den Übergang von der Romantik zum Klassizismus
dokumentieren. Nach ihrer Renovierung sollen sie zukünftig als exquisite
Feriendomizile unter dem Namen „Adlon am Meer“ dienen.
Die „Weiße Stadt am Meer“ erlebte ihre Blütezeit bis hinein in die
Goldenen Zwanziger. Der europäische Hochadel von Königin Luise von Preußen
bis zur Familie des Zaren Nikolaus I. genoss in Heiligendamm Ruhe und
Entspannung. Bekannte Persönlichkeiten wie Wilhelm von Humboldt,
Feldmarschall Blücher oder Felix Mendelssohn-Bartholdy verbrachten hier ihre
Sommerfrische. Rainer Maria Rilke schrieb hier im August 1913 das Gedicht „Hinter
den schuldlosen Bäumen“. Heiligendamm erwies sich als Magnet für
Berühmtheiten aller Art. Zur Attraktion der Gäste sorgten die erste
Pferderennbahn Europas, Segelregatten oder die nahe Spielbank in Bad Doberan,
wohin man seit 1862 mit der auch heute noch betriebenen Schmalspurbahn „Molli“
gelangte. Als sich Hitler 1937 mit Mussolini in Heiligendamm traf, neigte sich
die große Zeit des ersten deutschen Seebades jedoch ihrem Ende zu. Zu
DDR-Zeiten überwiegend als „Sanatorium für Werktätige“ im Volkseigentum
betrieben, verblich der Glanz Heiligendamms allmählich. Der noble Charakter
aber blieb unzerstört.
Nach der Wende fand sich zunächst niemand, der die Gebäude übernehmen
wollte. Erst 1996 wurde mit dem Verkauf der Anlage an die Kölner
Fundus-Gruppe das Paradies zwischen den mecklenburgischen Buchenwäldern mit
neuem Leben erfüllt. Mittlerweile sind die grauen Tage vergessen. Auch wenn
die „Weiße Stadt am Meer“ bei meinem Besuch im Januar 2005 noch wenige
Renovierungslücken aufwies, erstrahlt die Pracht des historischen
Gebäudeensembles wieder in neuem Glanz. Diese Wiederauferstehung des Grand
Hotels Heiligendamms ist das ganz persönliche Verdienst von Anno August
Jagdfeld, Chef der Fundus-Gruppe, dem es gelang, für die Luxusrenovierung 230
Millionen Euro zusammenzutragen. Zuvor hatte er bereits mit viel Erfolg das
Hotel Adlon am Pariser Platz in Berlin neu eröffnet. Die Renovierung des
Kempinski Grand Hotels Heiligendamm wurde in einem ersten Entwurf durch den
New Yorker Architekten Robert A.M. Stern konzipiert, die weitere Planung und
Ausführung oblag dann dem Düsseldorfer Architektur-Büro
HPP-Hentrich-Petschnigg & Partner sowie der AMJ Design GmbH.
Zu den historischen Gebäuden hinzugefügt wurde das klassizistisch gehaltene
Palais Severin, in dem ein 3000 Quadratmeter großer SPA-Bereich den Hotelgast zu
einem umfangreichen Wellnessangebot mit Schwimmbad, verschiedenen Saunawelten
und Ostsee-Hamam einlädt. Daneben wird ein auch höchsten Ansprüchen genügendes
Beautyprogramm mit renommierten Kosmetikprodukten von La Prairie, Ligne St.
Barth und Thalgo Cosmetics offeriert. Sollte dies zur Entspannung noch nicht
ausreichen, werden Massage-Highlights von La Stone und Pantai Luar über
Thai-Massagen bis hin zu hawaiianischen Lomi-Lomi-Massagen angeboten. Die
Einzigartigkeit dieser Symphonie des Wohlfühlens wird nicht zuletzt damit
belegt, dass das Kempinski Grand Hotel jüngst vom Freizeit Verlag Landsberg die
Wellness-Aphrodite für den besten SPA Deutschlands, der Schweiz, Österreichs,
Italiens und Ungarns erhielt.
Höchste Komfortansprüche bedienen auch die 225 luxuriös ausgestatteten
Zimmer und Suiten des Grand Hotels. Das Interieur ist im Severin Palais dem
Gebäude entsprechend an den Klassizismus angelehnt. Helle Möbel in den
Farben Beige, Grün und Rosé sorgen für ein freundliches Erscheinungsbild.
Dezente, unifarbene und gestreifte Stoffe bringen Ruhe in die Räume, edle
Materialien wie Samt und Leinen für Sofas und Vorhänge vermitteln Noblesse.
In der romantisch anmutenden Burg Hohenzollern herrschen dagegen kräftige
Farben und dunkle Mahagoni-Möbel vor. Großzügige Samtsofas und Sessel laden
zum Entspannen ein, und Seidenschals rahmen die gotischen, oben spitz
zulaufenden Fenster. Die Bäder sind im gesamten Hotel mit Marmor
ausgestattet. Den Blick auf die Ostsee gewährt ein Großteil der Zimmer.
Zudem lädt auf dem Dach des Severin Palais eine riesige Sonnenterasse zu
einem grandiosen Ostseepanorama ein. Die vom Verfasser des Artikels bei seinem
Besuch bewohnte Severin Park Suite ließ den Blick zwar nur auf den
angrenzenden Park zu. Zur Entschädigung stellte sich ihr Balkon aber als
idealer Ausblickspunkt für ein Feuerwerk heraus, das am Abend seiner Ankunft
im Rahmen einer Hochzeit vor der Burg Hohenzollern veranstaltet wurde.
Für die Unterhaltung der Gäste sorgt ein umfangreiches Programm, das
regelmäßig durch eine kleine hoteleigene Zeitung, den Postillon, vorgestellt
wird. Angeboten werden zum Beispiel Ausflüge in die nähere Umgebung wie nach
Bad Doberan, traditionell englisch zelebrierter „Afternoon Tea“ in der
Nelson Bar oder für Kinder, die kostenlos im Eisbären-Kinderclub betreut
werden, ein Ausflug in den Rostocker Zoo. Golf-Begeisterte können ihr
Handicap auf dem nahen Golfplatz in Wittenbeck mit Seeblick verbessern. Reiter
haben dank des zum Hotel gehörenden Gestüts Vorder Bollhagen die in
Deutschland einzigartige Möglichkeit, Urlaub mit ihrem eigenen Pferd zu
machen. Für kulinarische Höhepunkte sorgt seit Sommer 2004 das unter der
Leitung von Sterne-Koch Tillmann Hahn betriebene Gourmet-Restaurant „Friedrich
Franz“.
Bisher kamen die Gäste überwiegend aus Deutschland, Österreich und der
Schweiz, während der Anteil ausländischer Besucher bei nur etwa 15 Prozent
lag. Dieses dürfte sich in Kürze ändern, wenn über die deutschsprachigen
Grenzen hinaus bekannt wird, was für eine Perle in Heiligendamm zu finden
ist. Größere internationale Bekanntheit wird Heiligendamm gewiss im Jahr
2007 erlangen, wenn es Veranstaltungsort des Weltwirtschaftstreffens der
G8-Staaten sein wird. Bis dahin werden auch die noch verbliebenen
Renovierungsarbeiten in der „Weißen Stadt am Meer“ vollendet sein.
Geplant sind noch der Bau eines großen, auf höchstem Niveau angesiedelten
Konferenzzentrums mit einem Ballsaal von 600 Quadratmetern sowie eines
Ayurveda- und Thalasso-Zentrums, schließlich soll der Golfplatz in Wittenbeck
um 18 Loch erweitert werden.
Sicher ist: Fußend auf großer Vergangenheit, steht Heiligendamm eine
glanzvolle Zukunft bevor.
Literatur zu Heiligendamm:
Eine detailreiche Geschichte des Ostseeheilbades Heiligendamm bietet die
Publikation von Wolf Karge: Heiligendamm, Erstes deutsches Seebad,
Demmler Verlag, 2. Aufl. 2003. Bestellen bei Amazon.de.
Über das Land Mecklenburg-Vorpommern informiert ausführlich der gleichnamige
Reiseführer von Baedeker. Bestellen bei Amazon.de.
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Das Kurhaus. Foto © Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co
KG.

Die Lobby-Bar, 2003. Foto © Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co KG.

Ein Deluxe Zimmer, 2003. Foto © Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co KG.

Das Wohnzimmer in der Hohenzollern Suite, 2003.
Foto © Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co KG.

SPA Schwimmbad, 2003. Foto © Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co KG.

Hotelansicht von der Seeseite am Morgen, 2003.
Foto © Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co KG.
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