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Hinzugefügt am 12. April 2010
Das Kempinski Hotel Bel Air  besteht seit 2006 nicht mehr. Nach der Insolvenz wurde es vom Privatunternehmer Dr. Michael Hutter übernommen. Es wird seither als Grand Hotel Binz geführt.

Kempinski Hotel Bel Air
Das Luxushotel in Binz auf Rügen getestet

Artikel vom 3. November 2005 von Torge Hamkens

Kritik Hotel Bel Air
 
Die Luxus-Hotelgruppe Kempinski verfügt an der deutschen Ostseeküste über zwei Anlagen, die in ihrer stilistischen Ausrichtung durchaus komplementär sind: das 2003 eröffnete Grand Hotel in Heiligendamm pflegt einen elegant-majestätischen Stil in historischer Kulisse, das seit Juni 2000 betriebene Hotel Bel Air in Binz auf Rügen charmiert den Gast hingegen mit modernem Design in entspannt-vertrauter Atmosphäre. Das Hotel Bel Air nimmt sich selbst eher zurück und lenkt damit die Aufmerksamkeit des Gastes um so wirkungsvoller auf die Schönheit der Ostsee und der grandiosen Natur Rügens. In punkto erstklassigem Service steht das Bel Air dem Grand Hotel Heiligendamm um keinen Deut nach.

Das Hotel liegt unmittelbar gegenüber dem Ostseestrand am ruhigsten und exklusivsten Teil der Strandpromenade des Badeortes Binz. Gleich hinter der Hotelanlage erheben sich die herrlichen Buchenwälder der Granitz. Umgeben von liebevoll restaurierten Altbauvillen reiht sich das Bel Air mit seiner Konstruktion aus Glas und Schmiedeeisen architektonisch in den verspielten und für das Ostseebad Binz charakteristischen Bäderstil ein. Das Hotel verfügt in vier miteinander verbundenen Häusern über 120 lichtdurchflutete Zimmer und Suiten, die alle über einen Balkon oder eine Terrasse verfügen und den Blick entweder zum Meer oder auf den Wald hin freigeben. In der Dachspitze der Häuser befinden sich jeweils Maisonette-Suiten, die einen herrlichen Blick auf die bei klarem Wetter leuchtend-weißen Kreidefelsen auf der anderen Seite der Binzer Bucht bieten. Die je 90 m² großen Maisonette-Suiten, von denen der Autor während seines Aufenthaltes im Bel Air eine bewohnte, verfügen über einen offenen Kamin, zwei Schlafzimmer, ein luxuriöses Bad mit Fußbodenheizung unter einer Glaskuppel sowie eine geräumige Dachterrasse. Das moderne Innendesign des Bel Air ist von fröhlich-sommerlichen Farben geprägt. Eine wohlig-warme Atmosphäre vermittelt gleichfalls der aus braunen Teakholzplanken gefertigte Fußboden, die an ein Schiffsdeck erinnern.

Ein Höhepunkt des Hotels ist der 750 m² große Well Being & Beauty SPA mit Indoor Pool, Solarien, Duft-Sauna, finnischer Sauna und Hammam. Nicht entgehen lassen sollte sich der Gast die wirklich vorzügliche Anwendung mit Kreideschlamm. Besonders zu zweit ist es ein Erlebnis, sich gegenseitig den aus der 70 bis 90 Mio. Jahre alten Rügener Kreide hergestellten Schlamm aufzutragen und derart eingekleidet im Privat-Hammam zu schwitzen. Die basische Anwendung hilft bei Rheuma, Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie bei Hautkrankheiten. Welch ein gutes Gefühl, danach auf einer Liege im Freiluftbereich des SPA auszuruhen und Fledermäusen beim Kreisen im Abendhimmel über dem angrenzenden Wald zuzuschauen!

Das Bel Air steht seit Januar 2004 unter der Leitung des sympathisch-dynamischen jungen Norwegers Arild Sjödin, zuvor General Manager im Park Hotel Ridzene im lettischen Riga. Im Gespräch erläutert Sjödin das Credo seines Hauses: ein freundlich-entspanntes Ambiente zu schaffen, ohne dabei Abstriche beim Service zu machen. Die Gäste, überwiegend zwischen 30 und 45 Jahre alt, wissen dies zu schätzen. Denn obwohl der Aufenthalt des Autors auf die Nebensaison Ende Oktober fiel, war das Hotel Bel Air zu etwa 65 % belegt. Sjödin schwärmt von der einzigartigen Natur und Landschaft Rügens, den Kreidefelsen, den wie aus Träumen wirkenden Buchenwäldern und der grünlich-blau schimmernden Ostsee. Um diese urtümliche Schönheit Rügens noch unmittelbarer erleben zu können, bietet das Bel Air in Kooperation mit einem örtlichen Partner Ausflüge mit beheizten HANOMAG-Jeeps auf den Spuren des Malers Caspar David Friedrich (1774-1840) an. Aber auch die historische Dampfeisenbahn „Rasender Roland“ lade zu einer beschaulichen Fahrt über Rügen ein. Kulturbegeisterte, fügt Sjödin weiter hinzu, kämen im etwa 15 km entfernten Putbus auf ihre Kosten. Dort lohne sich insbesondere ein Besuch im großzügigen Schloßpark des Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus und des Circus, einem nahezu italienisch anmutenden Platz mit einem Rund von historischen Häusern. Ferner biete Putbus ein 1821 erbautes Theater, in dem ein anspruchvolles Programm geboten werde. Ein Highlight seien in den Sommermonaten auch die jährlich ausgetragenen Störtebeker-Festspiele, die das abenteuerliche Leben des bekannten Piraten nachzeichnen.



Kritik des Restaurants Ruiani

Benannt nach dem aus der Slawenzeit stammenden Namen Rügens befindet sich im Hotel Bel Air das Restaurant Ruiani unter der Leitung des niederländischen Küchenchefs Michiel de Wit, der zuvor u.a. in Holland, der Schweiz und Australien gekocht hatte. Das Ruiani, im Gault Millau 2005 mit 13 Punkten bewertet, bietet eine zeitgenössische, leichte Küche, die keinen Anspruch auf Gourmet-Niveau erhebt. Die Karte wechselt alle vier bis fünf Wochen und orientiert sich z.B. mit Pilzen und Wild gern am saisonalen Angebot. Für Gäste besonders angenehm ist, dass die Gerichte teilweise als halbe Protionen zum halben Preis angeboten werden. Größerer Beliebtheit bei den Gästen erfreut sich die von de Wit eingeführte ganze Freilandente aus Rügener Aufzucht, die am Tisch kunstvoll tranchiert und in zwei Gängen serviert wird. Die gut sortierte Weinkarte - die wohl weltläufigste, die auf Rügen zu finden ist - steht unter der charmant-kompetenten Betreuung von Oberkellner David Werba.

Das im Restaurant Ruiani getestete Dinner begann mit einem Amuse-Bouche aus gebratener Garnele mit Auberginensalat, der mit Rosmarin verfeinert war. Die folgenden Speisen standen ganz im Zeichen der Ente: Den Auftakt bildete eine in Scheiben geschnittene Entenstopfleber, deren Konsistenz - sie zerging auf der Zunge wie Butter - dem Gaumen schmeichelte. Ihren Kontrapunkt erhielt die Entenleber mit leicht karamelisierten französischen Laratte-Kartoffeln und einem Balsamico-Jus. Es folgte die am Tisch tranchierte Rügener Freilandente, von der zunächst die Brust serviert wurde. Die mit Honig bestrichene Kruste und die relativ milde Würzung brachten den Geschmack der Ente in intensiver Weise zur Geltung. Ergänzt wurde dieses Erlebnis durch die Füllung aus Obst und Sellerie sowie jahreszeitliche Blattsalate. Die Weinauswahl hielt sich an die exzellent passende Empfehlung von Oberkellner David Werba: einen 2002er Gevrey Chambertin vom Weingut Drouhin im Burgund, dessen feines Bukett marmeladige Töne von süßen Beeren und Pflaumen aufwies. Der nächste Gang, bestehend aus Keule und Flügel der zuvor tranchierten Ente, präsentierte sich mit sahnig-getrüffeltem Spitzkohl und einem Kartoffelklößchen. Nach zwei Enten-Gängen hätte zuvor allerdings eine Abwechslung ganz gut getan, z.B. durch ein Sorbet, um vor der erneuten Entenvariation den Geschmack ein wenig zu neutralisieren. Bleibt der Dessert, der allerdings etwas abfiel und eher konventionell wirkte: Schokoladenmousse mit Akazienhonig, Topfenstrudel mit Marillen sowie Erdbeer-Sorbet mit Grand Marnier.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Hotel Bel Air solchen Gästen besonders empfohlen sei, die im Urlaub ein wahrhaft naturnahes und entspanntes Ambiente ohne Kravattenzwang suchen und dabei auf den bewährt-vorzüglichen Fünf-Sterne-Service von Kempinski nicht verzichten wollen. Auf der Insel Rügen ist das Bel Air in dieser Hinsicht unübertroffen.


Ein Wohnzimmer. Foto © Kempinski Hotel Bel Air in Binz auf Rügen.


Ein Schlafzimmer.
Foto © Kempinski Hotel Bel Air in Binz auf Rügen.


Frontansicht. Foto ©
Kempinski Hotel Bel Air in Binz auf Rügen.




Blick vom Strand Foto ©
Kempinski Hotel Bel Air in Binz auf Rügen.


Kamin in einer Maisonette-Suite Foto © Kempinski Hotel Bel Air in Binz auf Rügen.


Wellnessbereich  Foto © Kempinski Hotel Bel Air in Binz auf Rügen.

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