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Hotel
Regency Florenz
Ein exquisites Zuhause in
Firenze
Hinzugefügt am 9. November 2012
Das Hotel Regency Firenze ist vom 10 November 2012 bis am 4. März 2013 wegen
umfassenden Renovierungsarbeiten geschlossen.
Artikel vom 2. August 2005 von Raban Daniel Fuhrmann
Was verbinden sie mit Florenz? Ponte Vecchio, David, Protorenaissance,
Einkaufsbummel oder gar "Zimmer mit Aussicht"? Sicherlich nicht, daß
Florenz um 1865 Hauptstadt des jungen Italiens war (allerdings nur solange der
Papststaat noch nicht erobert und Rom damit 1870 zur endgültigen Metropole
wurde). Doch diesem kleinen Intermezzo, in einer Epoche, da die Glanzzeiten
Florenz’ schon lange zurück und der Massentourismus noch lange vor ihr
lagen, ist das charmante und behagliche Hotel Regency zu verdanken. Denn was
benötigte eine moderne Hauptstadt zur Zeit, da in Paris unter Haussmann die
mittelalterlichen Gassen großzügigen Boulevards hat weichen müssen?
Zum einen die Entrümpelung und das Schaffen von repräsentativem und mondänem
Platz, um der neuen, panitalienischen Nation Ausdruck zu verleihen. Zum Glück
ist Florenz allerdings nicht Paris und die Zeit, das verwinkelte Stadtbild des
legendären Florenz umzugestalten, reichte bei weitem nicht aus, um durch
breite Boulevards Schneisen des modernen Lebens durch die gewachsenen Gassen
und Viertel zu schlagen. Doch es reichte, um zum einen, den alten
Befestigungsring in die großzügige Viali di Circonvallazione umzuwandeln.
Und es reichte, um nicht weit davon entfernt, im ehemalig engen Judenviertel
einen neuen, großzügigen Platz nach dem neo-klassizistischen Geschmack zu
errichten: die Piazza Massimo d´Azeglio, an der das Hotel Regency liegt.
Diese neuzeitliche Piazza, zwischen dem renaissancenen Universitätsviertel
und dem gotischen Santa Croce gelegen, stellt eine Insel der Ruhe, des Grünen
und des Familiären in der ansonsten eher engen, betriebigen und
touristischen Altstadt dar. Die Touristenströme verirren sich nicht mehr
hierher, doch vom Hotel kann man bequem alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß
erreichen. Der Platz, beschattet von gewaltigen Platanen, mit einem ganzjährig
in Betrieb befindlichen Kinderkarussell, ist ein Zuhause für junge Familien.
Hier lernen vermutlich viele später begeisterte Ciclistas das Radfahren. Hier
tauschen sich Eltern, die bis vor kurzem noch in der Nähe studierten, über
die Kunst der Erziehung aus. Denn das Viertel um den Platz ist nach wie vor
eine begehrte Anschrift.
Denn das war das Zweite, was eine modern gesonnene Nationalregierung vor 140
Jahren benötigte: Repräsentations- und Regenerationsräume für die junge
Staatselite. Als gigantischer Repräsentationspalast des sich einigenden
Italiens diente der Palazzo Pitti, auf der anderen Arnoseite, mit seiner
monumentalen, gar bedrohlichen strengen Fassade. Doch wo sollten sich die
gebildeten Ministerialbeamten und deren ausländischen Gäste regenerieren und
eine entkrampfte Geselligkeit entfalten? Dazu wurde um besagte, neu
geschaffene Piazza d´Massimo Azeglio eine Reihe von Gäste- und Geselligkeitshäusern für hohe Staatsbeamte und Diplomaten
geschaffen. Sie stehen noch heute, und geben dem Platz seinen einheitlichen
Rahmen, auch wenn sie inzwischen meist in private Wohnresidenzen umgewandelt
wurden.
In einer
dieser nach außen eher bescheiden wirkenden, aber innen komfortablen
Stadtvillen des 19ten Jahrhunderts empfängt heute das exklusive Luxushotel
Regency seine Gäste aus aller Welt. Der Name des Hotels, knüpft also an den
ursprünglichen Zweck an und setzt diese Tradition - nach einigen
Unterbrechungen als privat genutztes, standesgemäßes Domizil - fort.
Auch heute wird in diesen Mauern zwar nicht wirklich regiert (als Tagungshotel
ist es allein schon wegen seiner familiären Größe von 30 Zimmern und 5
Suiten nicht geeignet - und dafür auch viel zu schade), aber hier läßt es
sich vom "Regieren" wunderbar erholen, ohne auf den Komfort einer
Persönlichkeit, die das regieren - zumindest im Beruflichen gewöhnt ist -
verzichten zu müssen.
Wie bei solch einem privaten Tophotel üblich, wird zwar nicht mit der Liste
an honorigen Gästen geprotzt, doch das Haus bietet auch heute wieder -
"nicht unbekannten" - Persönlichkeiten die Chance, unbedrängt in
Kultur und Genuß von Florenz und der umgebenden Toskana abzutauchen.
Der Gästekreis setzt sich demzufolge überwiegend aus Stammkunden zusammen.
Aus aller Welt, besonders aber aus Italien selbst, England und den Vereinigten
Staaten wird das Regency gerne dafür genutzt, sich nicht einfach nur die
Sehenswürdigkeiten von Florenz zu erschließen, sondern einfach ein
stilvolles Zuhause in Florenz zu finden, wo man zwischen Besichtigungstouren
einen Tag der Ruhe im Regency genießt.
Generell ist die Kundschaft eher jung. Generalswitwen und Vorstandspensionäre
wird man also, anders als in "Zimmer mit Aussicht", kaum antreffen.
Für Brautpaare und andere, die ein romantisches und intimes Nest suchen, sei
die Honeymoon Suite mit Dachterrasse empfohlen. Für alleinreisende Frauen
wurde ein besonderes Paket geschnürt, das u.a. einen Fahr- und Begleitservice
beinhaltet, so daß Frau ungestört Touren unternehmen kann. Natürlich stehen
solche Leistungen, wie z.B. VIP-Karten für die Uffizien, damit man sich nicht
stundenlang in die Warteschlangen einreihen muß, oder ein Smart mit
Navigationssystem zum selbständigen Erkunden des Umlandes, jedem Gast offen.
Als kleines, exklusives Haus, lebt das Regency nicht nur davon, sondern auch
mit echter Überzeugung dafür, jedem Gast seine Wünsche zu erfüllen.
Nicht nur vor dem Haus ist eine der wenigen grünen Oasen im ansonsten sehr
verdichteten Florentiner Stadtzentrum, auch hinter dem Haus verfügt das
Regency - abgeschirmt von Lärm und Hektik - über einen der raren
Garteninseln der Stadt. Zwar handelt es sich um kein Wunderwerk der
italienischen Gartenbaukunst, doch er lädt nicht nur die Gäste des
hoteleigenen Restaurants Relais
Le Jardin zum Genießen im Freien ein, sondern gibt - im Schatten seiner
Bäume - dem von den Eindrücken der Kunstkapitale erschlagenen Hotelgast die
Möglichkeit, z.B. mit einem Schmöker aus der Hotelbibliothek versehen, seine
Füße hochzulegen, abzuschalten oder einfach vor sich hinzudösen.
Von außen wirkt das Regency nicht prätentiös, eher wie ein
Privathaus - ein stattliches zwar, aber kein gebieterisches. Drinnen tragen
die überschaubare Größe, die kunstvolle aber nicht gekünstelte Einrichtung
und die leicht verwinkelten Gänge und Treppen ebenfalls dazu bei, daß man
sich wie in einem gehobenen Zuhause fühlt. Zwar sind das Vestibül, die Lounge
und der Salon durchaus festlich, aber nicht so, daß man sich verliert oder -
wie in anderen Hotels – diese lieber schnell durcheilt. Hier läßt man sich
gerne nieder und genießt die Ruhe, die erlesene Kunst an den Wänden und
zelebriert - ganz unitalienisch - eine besinnliche Teatime in der
Bibliothek.
Restaurant
und Frühstücksraum sind, aufgrund der Kleingliedrigkeit des Anwesens zwar in
den gleichen Räumen untergebracht, doch der Gast kann wählen, ob er lieber
im festlichen, mit alter Holzvertäfelung versehenen Speisesalon bei
Kerzenschein oder im lichten, modern-klaren Gartenraum bei Sonnenlicht speisen
will. Der eigentliche Speiseraum liegt - mit Ausnahmen des kurzen Winters
und der wenigen Regentage - sowieso im idyllischen Garten.
Die 30
Zimmer und 5 Suiten sind passend zum Privathauscharakter nicht wuchtig oder
anonym, aber auch nicht beengt oder überladen gestaltet. Die edle Einrichtung
und Ausstattung erfüllen in Hinsicht Qualität und Verarbeitung des
Materials alle Anforderungen an ein Topressort. Es sind keine
Standardlösungen. Alleine schon dadurch, daß die Zimmer jeweils anders geschnitten
sind, ist jedes Interieur sehr individuell abgestimmt. Auch hier überwiegt
die Balance zwischen Luxus und Behaglichkeit, zwischen Welt und Zuhause. Kein
rustikales Museum aber auch kein modernistisches Designertum. So fühlt sich
jeder Gast auch in seinem Zimmer als was besonders, ohne daß ihm dies selber
auffiele. Die persönliche Atmosphäre des Hotels Regency - die einem gerne
etwas länger in seinen "vier Wänden" im Hotel verweilen läßt –
offenbart sich vielleicht am schönsten in den Zimmern.
Als Privathotel, geführt seit 1930 von der Familie Ottaviani, denen als Teil
der Vintage Hospitality, ebenfalls das vergleichbar stilvolle
Hotel Lord Byron in Rom gehört,
entfaltet sich der familiäre Charme einfach viel besser als im Massenbetrieb
einer globalen Hotelkette. Hier ist der Gast weder König noch einfach nur Kunde,
sondern Gast der Familie. Unter der sehr aufmerksamen und freundlichen Leitung
von Jacopo Arosio, Assistant Managing Proprietor, ist das gesamte Serviceteam
auf unaufdringliche Weise einem dabei behilflich, sich einfach nur wohl zu
fühlen. Die Aufnahme in den edlen Club der "Leading Hotels of the World" ist da
keine Überraschung, sondern Selbstverständlichkeit gewesen.
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