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Sofitel Hamburg Alter Wall
Bewertung, Geschichte, Design,
Photos
Artikel vom 1. März 2012
Anreise und Sehenswürdigkeiten
Vom Flughafen dauert es mit dem Taxi ins Sofitel Hamburg
Alter Wall rund 15 Minuten. Die Sparsamen nehmen wie der Schreibende die S1
bis zur Stadthausbrücke für
€2.85 (Einzelkarte Grossbereich Hamburg, Preis im Februar 2012) und sind in
einer halben Stunde im Hotel.
Das in der Hamburger Altstadt am Alsterfleet gelegene Sofitel besitzt als einziges Hotel
der Hansestadt einen eigenen Anlegesteg, der besonders beim weltberühmten
Hafengeburtstag gerne genutzt wird. Die Luxusmeile Neuer Wall liegt in der
Parallelstrasse auf der anderen Seite des Fleet, nur eine Minute entfernt,
wo auch die S-Bahn hält.
Nur drei Gehminuten vom Sofitel entfernt ist das Hamburger
Rathaus. Es ist der Sitz der Bürgerschaft und des Senats, also des
Landesparlaments und der Landesregierung. Der Neo-Renaissance-Bau aus der Zeit
des Historismus Ende des 19. Jahrhunderts ist ein Mix aus italienischen und
norddeutschen Renaissance-Elementen. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt
ist der in der Vorweihnachtszeit stattfindende Weihnachtsmarkt auf dem
Rathausplatz mit viel Kunsthandwerk, Holzschnitzereien, Spielzeug und
Glühwein. An den vier Advents-Samstagen findet hier zudem eine
Weihnachtsparade statt.
Architektur, Innendesign und Kunstkonzept
Das Sofitel Hamburg Alter Wall befindet sich im ehemaligen
Verwaltungsgebäude der Bundespost in der Hansestadt. Im Jahr 2000 wurde das
Gebäude direkt am Alsterfleet zu einem 5-Sterne-Hotel umgewandelt. Die Architekten
Harald Klein und Bert Haller haben auch das Sofitel am Gendarmenmarkt in
Berlin und das Sofitel München Bayerpost in ihrem Stil des „opulentem
Purismus“ mit viel Transparenz, Tageslicht und Kontrasten gestaltet.
Reduktion, Klarheit und Reinheit gehören zu ihrem Design.
Das Sofitel Hamburg Alter Wall wird von
Fotos vom Berliner Fotografen und Konzeptkünstler mit tschechischem Namen,
Martin Mlecko, belebt. Die Serie mit 300 Farbfotos mit je mindestens zwei
Personen nennt sich Private Life.
Dazu ist ein Fotoband mit einem Text von Corinna Weidner
erhältlich (2002, Prestel, 96 S.). Der Künstler verwendet weitgehend
biedere deutsche Urlaubsfotos aus mehreren Jahrzehnten, die er auf Messen
und Flohmärkten erstanden hat. Martin Mlecko verfremdete die Fotos digital,
glich ihre Farbigkeit an und versah sie mit einer leichten Unschärfe. So
schuf er eine gewisse Distanz, die dem Voyeurismus entgegen arbeitet. Die
Aufnahmen wirken nun „hip“, einem gemalten Gerhard Richter nicht unähnlich.
Die privaten, trivialen und amateurhaften Ferien- und Familienfotos auf den
Fluren und Zimmern setzen einen Gegenpunkt zur Hotel-Anonymität. Dieser
gehört zum Konzept des „opulentem Purismus“ der Architekten Harald Klein und
Bert Haller, die bewusst auf Kontraste setzen, so zum Beispiel auch bei den
verwendeten Materialen, in der Bar besonders gut zu erkennen.
Minimalistische und opulente Werkstoffe stossen aufeinander.
Bei den Zimmerkategorien würde ich meinen Luxury Room 7310 empfehlen, der
anders als die darunterliegende Kategorie eine höhere Decke sowie eine
Kaffee- und Teemaschine bietet. Alle Badezimmer wurden vom Franzosen
Philippe Starck designed. 7310 offeriert neben der Badewanne eine separate
Dusche. Wer tiefere Taschen hat, kann sich für die Prestige Suite 5204 mit
einer freistehenden Badewanne und einer japanischen Sitzdusche entscheiden.
Die Präsidentensuite 5214 mit einem weissen Yamaha-Klavier wird gerne von
Künstlern gebucht. Bob Geldof und
Robbie Williams waren schon da. Die Suite bietet zudem
eine offene Küche mit Bar und eine Privatsauna. Auf dem Bett räkelte sich
schon Heidi Klum für eine Katjes-Fruchtgummi-Werbung. Stars schätzen den
geheimen, separaten Eingang sowie das begehbare Ankleidezimmer.
Alle Sofitel-Zimmer sind mit dem MyBed von Epeda und Dumas
ausgestattet. Verschiedene Matratzen, Federkernauflagen und Deckbetten
werden mit Leinen-Bettlacken von Yves Delorme kombiniert. Das MyBed
können sie von der Sofitel Boutique auch für zuhause erwerben.
Restaurants, Bar, Terrasse, Bibliothek und Anekdotisches
Die Bar im Sofitel bietet eine gute Auswahl an Champagnern, insbesondere von Louis Roederer
und Laurent Perrier, sowie Whiskeys, Cognacs, Wodkas und Rum. Jeden Monat wird etwas
Spezielles angeboten. Im Februar war es die Rum-Marke Ron Zacapa aus
Guatemala, die zusammen mit einer Schokolade mit 70% Kakao probiert werden
konnte.
Dazu wurde die Bar mit der Ron Zacapa Soul-CD bespielt; die Songs waren von
Natascha Wright & Alfred McCrary extra für den Rum-Produzenten
aufgenommen worden. Die Bar bietet zudem Wine Flights, eine Auswahl von
5cl-Shots zum Verkosten verschiedener alkoholischer Getränke.
Zu den von den Innenarchitekten geschaffenen Zonen der Besinnung und Ruhe
gehören der Wellness-Bereich mit einem Pool sowie die Bibliothek, die ohne
Musik auskommt und Zeitungen aus aller Welt bietet. Der berühmte
grossformatige Bildband Sumo mit Akt- und Portraitfotos von Helmut
Newton und einem Gewicht von 35,4 kg liegt ebenfalls auf. Das Buch wurde
übrigens von Philippe Starck entworfen.
Ende Februar 2012 bot das Ticino-Restaurant, das einen separaten Eingang von
der Strasse her hat, den Quick-Lunch am Mittag bestehend aus Hauptgang,
Tagessuppe oder Dessert mit Mineralwasser zum unschlagbaren Preis von
€13.50 an. Er wird denn
auch von Bankern und Geschäftsleuten der Umgebung
gut besucht. Auf der kulinarischen Ebene ebenfalls zu erwähnen wären
ebenfalls Sushi-Bar sowie das Bistro du Sofitel mit seiner offenen Showküche, das bei
meinem Besuch allerdings gerade geschlossen war.
Nicht vergessen werden sollte die Terrasse zum Alsterfleet hin mit seinen hochwertigen Rattanmöbeln und Buchsbäumchen.
Sie ist dank der
Heizstrahler auch an frischen Tagen zu geniessen.
Zum Anekdotischen gehört der amerikanische Gast, der allen Ernstes fragte, ob der
Schwarzwald am Samstag offen sei. Ganz so verrückt sei die Frage nicht gewesen, meinte
Concierge Christian Kluess, da Nationalparks in den USA nicht alle Tage geöffnet sind.
Das Sofitel Hamburg Alter Wall wurde bundesweit bekannt durch die
Fernsehserie Girlfriends. Der Schreibende sah 2004 beim ersten Besuch im Hotel, als es noch unter anderem Management war, beim Frühstück
Barbara Wussow mit ihrem Fernsehteam.
Zuletzt noch ein Hinweis zur Umwelt:
Viele Hotels bringen im Badezimmer eine Notiz bezüglich der Hand- und
Badetücher an, die nur ersetzt werden, wenn sie in der Badewanne oder am
Boden liegen, und verkaufen dies als grosse Umweltmassnahme. Das Sofitel hingegen
nimmt am UN-Aufforstungsprogramm
„Plant for the Planet“ teil und pflanzt für je 4 wiederverwendete
Handtücher einen Baum. Das ist nicht
bloss ein Lippenbekenntnis zur Umwelt!
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Das Hotel vom Alsterfleet her gesehen. Die Terrasse mit hochwertigen
Rattanmöbeln und Buchsbäumchen ist dank den Heizstrahlern auch an frischen Tagen
zu geniessen. Das Sofitel ist das einzige Hamburger Hotel mit einem eigenen
Bootssteg. Fotos © Jacques Lebar / Sofitel Hamburg Alter
Wall.

Blick in ein Zimmer.
Fotos © Jacques Lebar / Sofitel Hamburg Alter Wall.
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Die Badezimmer sind vom französischen Designer Philippe Starck konzipiert. Fotos ©
Jacques Lebar / Sofitel Hamburg Alter Wall.

Die Vinothek bietet Platz für 18 Personen und wird gerne für exklusive Veranstaltungen und Dinners
gebucht. Der hauseigene Sommelier bietet hier gerne seine Dienste an.
Fotos © Jacques Lebar / Sofitel Hamburg Alter Wall.

Der Wellness-Bereich.
Fotos © Jacques Lebar / Sofitel Hamburg Alter Wall.
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