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Kempinski Hotel
Atlantic *****
Das Luxushotel in Hamburg und seine
Geschichte
Hinzugefügt am 2. Oktober 2010
Die Fertigstellung des ersten Abschnitts der
Generalsanierung des Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg wird sich um circa drei
Monate verzögern. Geplanter Fertigstellungstermin ist nun März 2011. Das Traditionshotel Atlantic Kempinski in Hamburg
wird seit Beginn dieses Jahres für rund 25 Millionen Euro komplett saniert.
Dabei werden sämtliche Zimmer und Suiten auf allen vier Stockwerken
rückgebaut und entkernt. „Wir bedauern die leichte Verzögerung der Generalsanierung
sehr. Leider haben wir bei den Rückbaumaßnahmen in den über
einhundertjährigen Gemäuern teilweise andere Bedingungen vorgefunden als bei
der Vorplanung erwartet“, so Uwe Klaus, Geschäftsführer der Octavian Hotel
Holding GmbH. Die Octavian Hotel Holding GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg ist
eine markenunabhängige Hotelgesellschaft, die aktuell sechs Hotels in
Deutschland mit rund 1.300 Zimmern betreibt. Zur Gesellschaft gehören die
fünf Kempinski Häuser „Bristol“ in Berlin, „Taschenbergpalais“ in Dresden,
„Atlantic“ in Hamburg, „Gravenbruch“ in Frankfurt und „Schloss
Reinhartshausen“ im Rheingau sowie das „Mercure Parkhotel“ in Görlitz. Sämtliche Aktivitäten der Octavian Hotel
Holding GmbH sind in der Octavian King Holdings N.V., Rotterdam, gebündelt.
Hinzugefügt am 27. Mai 2010
Laut Pressemeldungen ist der
Miteigentümer des Hotels Atlantic, Dieter Bock, einer der reichsten Deutschen,
am 12. Mai beim Abendessen im eigenen Hotel erstickt („Aspiration beim
Abendessen“, so die Meldung ohne Details). Das Hotel wird zur Zeit für 25
Millionen Euro renoviert. 2008 wurden dem Atlantic die 5 Sterne entzogen, weil
seit längerem nicht mehr richtig investiert wurde. Es verlor zudem die
Mitgliedschaft bei den Leading Hotels of the World. Dieter Bock von der Octavian
Hotel Holding GmbH wollte das Hotel mit den Investitionen zu neuer Blüte führen.
1. Teil der Hotelgeschichte 1909-1932
(siehe auch die Fortsetzungen 1932
bis 1957 und 1968 bis 2004
sowie den Artikel zum 2003 eröffneten
Restaurant
Tsao Yang).
Artikel vom 14. Januar 2004
Das im Mai 1909 eröffnete heutige Kempinski
Hotel Atlantic mit seiner weissglänzenden Fassade kann auf eine ruhmreiche
Geschichte zurückblicken. Das fünf-Sterne-Hotel steht übrigens nicht am Atlantik, sondern an
der Aussenalster mitten in Hamburg. Der Gründungsdirektor des Hotels hiess
Atlantic Drasto und viele Passagiere von Atlantikdampfern stiegen hier ab.
Das Grandhotel befindet sich auf dem Gelände der einstigen Vorstadt St. Georg. Am
Ende des Holzdammes, an dem sich heute das Eingangsportal und der Zugang zu
den Festsälen befinden, lag einst der Landeplatz zum Ausschiffen von Holz und
Torf für die Bewohner von St. Georg. Später legten hier auch
Steinkohleschuten an. Frauen aus der Umgebung spülten hier ihre Wäsche und
schöpften Trinkwasser. Später machten hier Lustschiffe für
Vergnügungsfahrten halt.
1875 entstanden längs der Aussenalster Uferwege, Rasenflächen, Blumenbeete
und ein flacher Sandstrand. Hinter dem Anlagenstreifen wurde die Strasse, die
das Hotel von der Aussenalster trennt, immer breiter. So entstand die heutige
Verkehrsachse.
Das Hotel Atlantic wurde 1909 für vierzehn Millionen Goldmark gebaut, als
Inbegriff von Luxus und Genuss der gehobenen Gesellschaft der wilhelminischen
Ära, mit hundert Herrschafts- und zweihundert Dienstbotenzimmern. Zu Beginn stand
das Hotel übrigens noch inmitten kleinteiliger aufgereihter
Wohnbauten.
Den Anstoss zum Projekt hatte der Unternehmer Adolf C. Eberbach gegeben. Er
übernahm sich allerdings finanziell beim Bau des Grandhotels. Die Berliner
Hotelgesellschaft und die Kaiserhof-Hotel AG übernahmen das Objekt, das
verkehrstechnisch ideal in der Nähe des nur drei Jahre zuvor eingeweihten
Hamburger Hauptbahnhofs liegt, noch vor der Eröffnung. Die Kaiserhof-Hotel
AG, die der offizielle Besitzer des Hotels Atlantic war, hatte den letzten
Bauabschnitt noch entscheidend mitgestaltet. Die Handänderung verlief
allerdings turbulent. Nicht einmal ein notarieller Kaufvertrag wurde
abgeschlossen.
Der dem Geschmack der Gründerzeit nachempfundene Fries gegenüber der
Rezeption im Atlantic stellt die maritime Bedeutung der Stadt ins Zentrum.
Flankiert wird er von Wandgemälden, die Handelsschiffe unter Segeln zeigen.
Die Motive, von der Hansekogge bis zum Klipper, symbolisieren den Aufstieg
Hamburgs zum Welthafen.
Die Berliner Hoflieferanten Gebrüder Bauer gestalteten die Eingangshalle in
"nobler Schlichtheit". Über dem Kamin hängt ein Portrait von
Kaiser Wilhelm II. auf blauen Majolika-Kacheln. Es wurde zur Eröffnung des
Hotels in der Halle gehängt, aber nach Ende der Herrschaft der Hohenzollern
zugemauert und darüber ein maritimes Steuerrad gemalt. In der Nazizeit hing
dort zwischenzeitlich ein Führerportrait. Der Kaiser kam erst bei
umfangreichen Renovationsarbeiten 1978 wieder zum Vorschein. Da die
Majolika-Arbeit aus einem Betrieb von Wilhelm II. stammt, dürfte es sich
dabei um ein Geschenk des Hauses Hohenzollern an das Hotel handeln.
Der Erfolg des Berliner Kaiserhofs zeugte von der Kompetenz der neuen
Besitzerin des Atlantic. Für das Hotelrestaurant wurde der legendäre, 1840
im sächsischen Delitzsch geborene Franz Pfordte engagiert. Er gab dafür
seine 1878 eröffnete "vornehmste Gasstätte Norddeutschlands" in
Hamburg am Plan auf. Als Küchenchef engagierte er Alfred Walterspiel vom
Berliner Hotel Kaiserhof, der zwar nur ein kurzes, aber wichtiges Gastspiel in
Hamburg gab und danach auch andernorts gastronomische Massstäbe setzten
sollte. Um die Bedeutung der Küche hervorzuheben erhielt das Hotel den Namen
"Atlantic - Pfordte", der auf einem Dachgitter oberhalb der Fassade
in riesigen Lettern angebracht wurde.
Pfordte verstand es, Kritik selbstbewusst und in feierlicher Würde in die
Schranken zu weisen. Als ein Gast auf die Frage, ob ihm das Mahl gemundet
habe, antwortete, es sei zwar vorzüglich, die Portion aber leider ein
bisschen zu klein gewesen, weshalb man nicht satt geworden sei, sagte Pfordte
in einer Sanftheit, die jeglichen Widerspruch im Keim erstickte: "Mein
Herr, sie sollen sich bei mir nicht satt essen, sie sollen sich an den
erlesenen Genüssen meiner Küche nur etwas delektieren."
Unter den Ehrengästen bei der Eröffnungsgala waren der Erste Bürgermeister
von Hamburg sowie Fürst Bernhard Graf von Bülow, der im Kaiserreich unter
anderem als (nicht sehr erfolgreicher) Reichskanzler gewirkt hatte. Der Reeder
des Kaisers, Albert
Ballin, der die Hapag zu Weltgeltung geführt hatte, war auch zugegen.
Dank ihm war das Hotel bereits am ersten Freitag nach der Eröffnung
ausgebucht, denn er brachte auf einen Schlag 260 Gäste, die im Atlantic auf
die bevorstehende Fahrt auf einem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie
eingestimmt wurden.
Das Logieren von Gästen der Hapag (und anderer Reedereien) im Hotel Atlantic
wurde in der Folge zur Tradition. Der gigantische Atlantikdampfer
"Imperator" mit seinen 52,100 BRT wurde drei Jahre nach dem Hotel
fertiggestellt. Damit hatte Alfred Ballin das schnellste Ozeanschiff in Dienst
gestellt, das den Geist und den Höhepunkt der wilhelminischen Epoche
verkörperte. Viele Passagiere der "Imperator" waren bei Ankunft und
Abfahrt des Schiffes in Hamburg Gäste des Hotels. Dasselbe galt für die 1913
getaufte "Vaterland".
Vom revolutionären Treiben beim Übergang vom Kaiserreich zur Republik blieb
das Hotel Atlantic glücklicherweise verschont. Lange Jahre stand mit
Walter Heyn ein Direktor an der Spitze, der zuvor in Cannes, Monte Carlo,
Baden-Baden, Marienbad und Kiel gearbeitet hatte, ehe er nach Hamburg kam. Aus
England hatte er den dort typischen "way of life" mitgebracht, womit
er ideal dem Wunsch des notorisch anglophilen Hamburger Publikums entsprach.
In den Jahren der Weimarer Republik wähnte man sich im Atlantic auf einem
englischen Landgut, so der Autor eines damaligen ausführlichen Almanachs zum
Hotel, das seit 1919 zum Stinnes-Konzern gehörte.
Zur Fortsetzung Kempinski Hotel Atlantic 1932
bis 1957, 1968 bis 2004.
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Sicht von der Aussenalster auf das Hotel. Foto © Hotel Atlantic Kempinski
Hamburg.
Quelle, Literatur
Das Atlantic Hotel zu Hamburg 1909-1999.
Hg. Kempinski Hotel Atlantic
Hamburg, 269 Seiten.

Die Atlantic Bar. © Hotel Atlantic Kempinski Hamburg.
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